Du liest in anderer Menschen Benehmen,
als wär es ein Buch, alleine für dich.
Und dabei schreiben die anderen Menschen
doch meistens alleine für sich.
Du sprichst von anderer Menschen Umgebung,
als säh‘st Du die Welt als einzige klar.
Doch dabei sind Augen von anderen Menschen
für sich und die Ewigkeit wahr.
Du reibst Dich an anderer Menschen Versehen,
als hätten sie Dich mit Absicht bedreckt.
In Wahrheit merken die anderen Menschen
noch nicht einmal selbst den Defekt.
Ein niemand kann wirklich Dein Denken verstehen,
wie Du nicht verstehst, was andere lenkt.
D’rum maße Dir nicht die Wahrheit zu wissen
so an, als ob niemand sonst denkt.
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Dienstag, 6. November 2007
Sonntag, 23. September 2007
Pause
Momente für ein kleines wenig Muße,
oh, und der Orkan, er schweigt in Hähme,
wie ein Philosoph in dessen Gräme
niemand wagt zu leben ohne Buße.
Ein wenig Zeit im Strudel dieser Welten,
niemand bleibt des Soges je verschont,
und endlich kommt die Einzelheit zum gelten,
während ihre Seele in uns wohnt.
Aberwitzig viele Möglichkeiten,
deren Qualität sich richtig zeigt,
wenn man sie sortiert, wenn sie sich streiten,
wenn man zeigt, wozu man eher neigt.
Solche Neigung explodiert zuweilen,
wenn, wie jetzt, ein wenig Zeit sich setzt
und sich empfiehlt, man möge sich beeilen,
Kreatives ist zu schnell verletzt!
Dann beginnt dem Tragenden ein Beben,
er entscheidet: Gebe ich ihm nach?
Solcherlei entscheidet oft ein Leben,
die Tendenz eröffnet das Gemach.
oh, und der Orkan, er schweigt in Hähme,
wie ein Philosoph in dessen Gräme
niemand wagt zu leben ohne Buße.
Ein wenig Zeit im Strudel dieser Welten,
niemand bleibt des Soges je verschont,
und endlich kommt die Einzelheit zum gelten,
während ihre Seele in uns wohnt.
Aberwitzig viele Möglichkeiten,
deren Qualität sich richtig zeigt,
wenn man sie sortiert, wenn sie sich streiten,
wenn man zeigt, wozu man eher neigt.
Solche Neigung explodiert zuweilen,
wenn, wie jetzt, ein wenig Zeit sich setzt
und sich empfiehlt, man möge sich beeilen,
Kreatives ist zu schnell verletzt!
Dann beginnt dem Tragenden ein Beben,
er entscheidet: Gebe ich ihm nach?
Solcherlei entscheidet oft ein Leben,
die Tendenz eröffnet das Gemach.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim,
Mischmetrik
Mittwoch, 19. September 2007
Kultiviert oder: Die Macht des Buches
Die kleine Version der großen Bühne,
bescheidenes Duplex jenem Stil.
Ein wenig vom Glanze ihrer Kühne,
ein Puppenhaus als ihr ernstes Ziel.
Die Schallplattensammlung stolz gebahrt,
der Spieler hingegen scheint verstaubt
und ist noch am eh’sten staubbewahrt,
wenn Gästen das Hören mal erlaubt.
Dann wird die antike Kiste Wert,
denn bloße Kultur verstrahlt sie schon.
Das Knarzen und Rauschen zwar beschwert
das Hören, doch geht’s nicht um den Ton.
Sie ist nur ein Status, Zeichen seiner
Verbindung zu allen guten Kreisen.
Zwar wird durch das Mühen diese kleiner,
doch muss man im Anschein sich beweisen.
Und ebenso hat er so viel Wein
wie gar keine Ahnung vom Getränk.
Kultur ohne Reben? Kann nicht sein!
D’rum lagert er Weine, ungelenk.
Die Krönung der dummen Peinlichkeit:
Ihm ekelt ganz furchtbar vor’m Geschmack!
Doch säuft er ganz maßlos von Zeit zu Zeit,
Gesellschaft erfordert Kampf im Frack!
Im Hintergrund, wenn ihn wer besucht,
läuft immer das neuste Jazzquartett.
Obwohl er im Innern immer flucht
sich heimlich schon freut auf Charts im Bett.
Doch geht es ihm dort wie wie überall:
Gewöhnt man sich erstmal langsam d’ran,
verwandelt es sich vom Überfall
in was, das man ignorieren kann.
Regale voll Goethe, Schiller, Brecht,
verlautbaren stolz Beflissenheit,
Belesenheit wirkt von allem echt
und wahrhaft am meisten, weit und breit.
Erinnerung plagt ihn heute noch,
er weiß noch genau, wie er erkannte,
dass offenbar dort in ihm ein Loch,
wo anderen ewig Wolllust brannte:
Er suchte zu lesen in einem Buch
aus seinem Regal, er nahm den Faust,
und wurde gestoßen auf den Fluch,
der immer schon durch sein Leben braust.
Sie sagten ihm etwas, diese Zeilen:
Sie waren so wahr. Er hat gebebt.
Sie schienen sich förmlich zu beeilen,
zu schreien: Du hast umsonst gelebt!
bescheidenes Duplex jenem Stil.
Ein wenig vom Glanze ihrer Kühne,
ein Puppenhaus als ihr ernstes Ziel.
Die Schallplattensammlung stolz gebahrt,
der Spieler hingegen scheint verstaubt
und ist noch am eh’sten staubbewahrt,
wenn Gästen das Hören mal erlaubt.
Dann wird die antike Kiste Wert,
denn bloße Kultur verstrahlt sie schon.
Das Knarzen und Rauschen zwar beschwert
das Hören, doch geht’s nicht um den Ton.
Sie ist nur ein Status, Zeichen seiner
Verbindung zu allen guten Kreisen.
Zwar wird durch das Mühen diese kleiner,
doch muss man im Anschein sich beweisen.
Und ebenso hat er so viel Wein
wie gar keine Ahnung vom Getränk.
Kultur ohne Reben? Kann nicht sein!
D’rum lagert er Weine, ungelenk.
Die Krönung der dummen Peinlichkeit:
Ihm ekelt ganz furchtbar vor’m Geschmack!
Doch säuft er ganz maßlos von Zeit zu Zeit,
Gesellschaft erfordert Kampf im Frack!
Im Hintergrund, wenn ihn wer besucht,
läuft immer das neuste Jazzquartett.
Obwohl er im Innern immer flucht
sich heimlich schon freut auf Charts im Bett.
Doch geht es ihm dort wie wie überall:
Gewöhnt man sich erstmal langsam d’ran,
verwandelt es sich vom Überfall
in was, das man ignorieren kann.
Regale voll Goethe, Schiller, Brecht,
verlautbaren stolz Beflissenheit,
Belesenheit wirkt von allem echt
und wahrhaft am meisten, weit und breit.
Erinnerung plagt ihn heute noch,
er weiß noch genau, wie er erkannte,
dass offenbar dort in ihm ein Loch,
wo anderen ewig Wolllust brannte:
Er suchte zu lesen in einem Buch
aus seinem Regal, er nahm den Faust,
und wurde gestoßen auf den Fluch,
der immer schon durch sein Leben braust.
Sie sagten ihm etwas, diese Zeilen:
Sie waren so wahr. Er hat gebebt.
Sie schienen sich förmlich zu beeilen,
zu schreien: Du hast umsonst gelebt!
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