Die Flügel im weitesten Abstand gehalten,
der Kopf und der Hals als verlängerter Rücken,
den Aufschwung erwartend, oh Winde beglücken
durch Thermik den Falken, er kann sich entfalten
und hier kann er walten, der König der Lüfte,
sein Blick schweift durch Täler, in Berge gegossen,
der Aufstoß erfasst ihn, er steigt wie auf Sprossen,
erhaben verlässt er die niedrigen Klüfte.
Und später, im Horst, wenn er atmet und wartet,
die prächtigsten Berge weit hinter sich weiß,
dann scheint er schon weniger edel geartet.
Dann wirkt er gewöhnlich – vergangen, was war
Und erst, wenn er wieder voll Anmut, doch leis‘
In Lüfte stößt, wird er von Neuem zum Zar.
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Sonntag, 7. Oktober 2007
Mittwoch, 3. Oktober 2007
Der Seehund
Es klatscht der fette Bauch auf’s Eis,
ein Schnaufen ist zu hören.
Die Schnurrbarthaare sind ganz weiß,
und wissen zu betören.
Der tiefen Augen schweres Braun
glotzt friedlich durch die Gegend.
Dann setzt er fort, sich aufzubau’n,
die dicke Brust bewegend.
Nun sitzt er wie ein Zirkustier
und imponiert den Weibchen.
Und zeigt: Er ist der König hier!
Und zeigt sein Haaresleibchen.
Im nächsten Augenblicke schon
will er sich weitertragen,
es rummst ein herrlich hoher Ton –
der Bauch ist aufgeschlagen.
Dann schlängelt und dann zieht er sich
mit dünnen Seehundflossen.
Halb ist der dabei lächerlich,
halb sind es schöne Possen.
ein Schnaufen ist zu hören.
Die Schnurrbarthaare sind ganz weiß,
und wissen zu betören.
Der tiefen Augen schweres Braun
glotzt friedlich durch die Gegend.
Dann setzt er fort, sich aufzubau’n,
die dicke Brust bewegend.
Nun sitzt er wie ein Zirkustier
und imponiert den Weibchen.
Und zeigt: Er ist der König hier!
Und zeigt sein Haaresleibchen.
Im nächsten Augenblicke schon
will er sich weitertragen,
es rummst ein herrlich hoher Ton –
der Bauch ist aufgeschlagen.
Dann schlängelt und dann zieht er sich
mit dünnen Seehundflossen.
Halb ist der dabei lächerlich,
halb sind es schöne Possen.
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Mittwoch, 26. September 2007
In der Nacht sind alle Katzen...
Sie schneidet mit Schritten in schwärzlicher Nacht
unhörbare Winde in nächtliches Schwarz
und steuert voll spannungsgeladener Pracht
verschleierten Schrittes ihr blickendes Quarz.
Den Kegel des Lampenlichts saugt sie gar auf,
ist Schatten sich selber in fließendem Huschen
und zeitlupengleich kann sie Spuren vertuschen,
nur Mondlicht wird Zeuge beim federnden Lauf.
Verbrüdert mit Dunkel der edelsten Art,
umwindet sie unsichtbar, schemenhaft Ecken
von Häusern, konturenlos, um zu verstecken,
was über die Nacht mit der Stille gepaart.
unhörbare Winde in nächtliches Schwarz
und steuert voll spannungsgeladener Pracht
verschleierten Schrittes ihr blickendes Quarz.
Den Kegel des Lampenlichts saugt sie gar auf,
ist Schatten sich selber in fließendem Huschen
und zeitlupengleich kann sie Spuren vertuschen,
nur Mondlicht wird Zeuge beim federnden Lauf.
Verbrüdert mit Dunkel der edelsten Art,
umwindet sie unsichtbar, schemenhaft Ecken
von Häusern, konturenlos, um zu verstecken,
was über die Nacht mit der Stille gepaart.
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Mittwoch, 29. August 2007
Hunger, Raubtier - eine Metapher
Magere Beine dem Hunger als Säule,
tagelang fasten in fraßlosen Wochen.
Monate nagen an sichtbaren Knochen,
keifend jagt Todesangst eitrige Fäule.
Wenn sich der Körper schon gegen sich wendet -
Krämpfe im Magen als stiller Protest -,
weiß sie, dass einen das Leben verlässt,
Leben als Pest, der Körper verendet.
Auf einmal erblickt sie die laufende Speise,
Speichel im Überfluss läuft aus dem Maul,
jeder Rezeptor gespannt, dennoch leise.
Durch seinen Tod wird das Leben erhalten,
bald gibt das Opfer, dann reglos und faul,
Hyänen Wärme, um selbst zu erkalten.
tagelang fasten in fraßlosen Wochen.
Monate nagen an sichtbaren Knochen,
keifend jagt Todesangst eitrige Fäule.
Wenn sich der Körper schon gegen sich wendet -
Krämpfe im Magen als stiller Protest -,
weiß sie, dass einen das Leben verlässt,
Leben als Pest, der Körper verendet.
Auf einmal erblickt sie die laufende Speise,
Speichel im Überfluss läuft aus dem Maul,
jeder Rezeptor gespannt, dennoch leise.
Durch seinen Tod wird das Leben erhalten,
bald gibt das Opfer, dann reglos und faul,
Hyänen Wärme, um selbst zu erkalten.
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Montag, 23. Juli 2007
Vogelmuttermord
Traurig schreit der Vogel schon seit Stunden,
mehr ein Fiepsen denn ein echtes Schrei'n.
Dieser Vogel ist noch Jung, ist klein,
umso schlimmer, was er muss bekunden.
Unten fläzt das Ungetüm lasziv,
streckt die langen Glieder von sich fort,
kein Gewissen, nicht ein Hauch von Mord,
nicht ein Blick zum Vogel, der dort rief.
Ewig gleich, wie monoton zum Troste,
fast, als klammerte das arme Wesen
sich an das Vertraute, bitter lesen
sich die Töne, die das Schicksal loste.
So zerbrechlich, nicht bereit zu leben,
nicht bereit, allein zu existieren,
lange nicht bereit, schon zu verlieren,
was das Sein als Einziges gegeben.
Tausend Rufe, tausend werden kommen,
aber nichts wird diese Tragik enden.
Irgendwann, vielleicht lässt er's bewenden,
wartet, bis auch ihm das Sein genommen.
mehr ein Fiepsen denn ein echtes Schrei'n.
Dieser Vogel ist noch Jung, ist klein,
umso schlimmer, was er muss bekunden.
Unten fläzt das Ungetüm lasziv,
streckt die langen Glieder von sich fort,
kein Gewissen, nicht ein Hauch von Mord,
nicht ein Blick zum Vogel, der dort rief.
Ewig gleich, wie monoton zum Troste,
fast, als klammerte das arme Wesen
sich an das Vertraute, bitter lesen
sich die Töne, die das Schicksal loste.
So zerbrechlich, nicht bereit zu leben,
nicht bereit, allein zu existieren,
lange nicht bereit, schon zu verlieren,
was das Sein als Einziges gegeben.
Tausend Rufe, tausend werden kommen,
aber nichts wird diese Tragik enden.
Irgendwann, vielleicht lässt er's bewenden,
wartet, bis auch ihm das Sein genommen.
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Dienstag, 29. Mai 2007
Der Frosch und das Element
Ach, wie ungelenk ist er an Land,
watschelt halb und hüpft in gleichem Maße,
kann sich nie entscheiden – weder Hand
noch Fuß beherrschen diese Erdenstraße.
Jeder kleine Haufen Erde ist
für ihn ein Hindernis immenser Größe.
Tollpatsch ist er, wenn man's recht bemisst –
kaum ein and'res Tier gibt so viel Blöße.
Und ein Hüpfer – wieder auf den Bauch,
wieder kurz verschnaufen, wieder fragen
wie man wohl den nächsten Meter auch
noch schaffen soll mit solcherlei Betragen.
Staklig sieht er aus, zu lange Glieder
ragen rechts und links vom Körper fort.
Und die Augen glotzen immer wieder
ganz verdutzt auf diesen fremden Ort.
Schließlich ist es noch ein letzter Meter,
sandig ist der Weg – und somit schwer.
Und schon eine knappe Stunde später
wird der Frosch im Wasser wieder Herr
der Kräfte, die ihn edel gleiten lassen,
windet sich im Strudel so grazil,
als könnte er sein feuchtes Glück kaum fassen,
und vielleicht begreift er, wie fragil
alles Schöne, alles Echte ist,
und begreift, wohin er denn gehört,
und man hofft, dass niemals er vergisst,
wenn er sich in diesem Zustand schwört,
ewig fort dem Nassen treu zu bleiben,
folgend seinem Seelenelement,
folgend seinen Trieben, die ihn treiben,
in ein Universum, das er kennt.
watschelt halb und hüpft in gleichem Maße,
kann sich nie entscheiden – weder Hand
noch Fuß beherrschen diese Erdenstraße.
Jeder kleine Haufen Erde ist
für ihn ein Hindernis immenser Größe.
Tollpatsch ist er, wenn man's recht bemisst –
kaum ein and'res Tier gibt so viel Blöße.
Und ein Hüpfer – wieder auf den Bauch,
wieder kurz verschnaufen, wieder fragen
wie man wohl den nächsten Meter auch
noch schaffen soll mit solcherlei Betragen.
Staklig sieht er aus, zu lange Glieder
ragen rechts und links vom Körper fort.
Und die Augen glotzen immer wieder
ganz verdutzt auf diesen fremden Ort.
Schließlich ist es noch ein letzter Meter,
sandig ist der Weg – und somit schwer.
Und schon eine knappe Stunde später
wird der Frosch im Wasser wieder Herr
der Kräfte, die ihn edel gleiten lassen,
windet sich im Strudel so grazil,
als könnte er sein feuchtes Glück kaum fassen,
und vielleicht begreift er, wie fragil
alles Schöne, alles Echte ist,
und begreift, wohin er denn gehört,
und man hofft, dass niemals er vergisst,
wenn er sich in diesem Zustand schwört,
ewig fort dem Nassen treu zu bleiben,
folgend seinem Seelenelement,
folgend seinen Trieben, die ihn treiben,
in ein Universum, das er kennt.
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Mittwoch, 25. April 2007
Der Maulwurf
Blind erfassen seine Augen kaum
ein Stück von diesem Reich, das ihm so fremd,
er lugt hervor, ein kleiner Kopf im Saum
der Erde, die er doch so gern' durchkämmt.
Hilflos reckt er seine kleine Nase
in die Luft und schnuppert, um zu sehen,
wo er sich befindet. Diese Phase
kann auch schon mal länger vor sich gehen.
Angestrengt verdreht er seinen Kopf
um Zentimeter, kneift die Augen fest
zusammen und man meint, der kleine Schopf
vermochte nichts, braucht' Hilfe in dem Nest.
Schließlich hält er mit dem Schnuppern ein,
regungslos verharrt er den Moment,
und verschwindet schließlich dann in sein
verstecktes Reich – ein Reich, das er auch kennt.
ein Stück von diesem Reich, das ihm so fremd,
er lugt hervor, ein kleiner Kopf im Saum
der Erde, die er doch so gern' durchkämmt.
Hilflos reckt er seine kleine Nase
in die Luft und schnuppert, um zu sehen,
wo er sich befindet. Diese Phase
kann auch schon mal länger vor sich gehen.
Angestrengt verdreht er seinen Kopf
um Zentimeter, kneift die Augen fest
zusammen und man meint, der kleine Schopf
vermochte nichts, braucht' Hilfe in dem Nest.
Schließlich hält er mit dem Schnuppern ein,
regungslos verharrt er den Moment,
und verschwindet schließlich dann in sein
verstecktes Reich – ein Reich, das er auch kennt.
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