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Dienstag, 13. November 2007

Wie wertvoll ist ein Mensch?

Es ergießen tausend Sprossen
von vermeintlichen Kolossen,
die behaupten, stark zu sein,
die uns sagen, wir sei’n klein.

Es ersprießen tausend Flüsse,
tausend Früchte, tausend Nüsse,
wir, so sagt man, war’n das nicht,
wir sei’n dafür viel zu schlicht.

Es vertuschen tausend Farben
tausend Fakten, nur wir darben
ohne Zweck und ohne Sinn,
ohne das markante Kinn.

Es verfärben tausend Tuschen
Menschenwesen, die da kuschen,
weil man sagt, sie sei’n nichts wert,
sprich nur, göttlich großes Schwert!

Mittwoch, 11. Juli 2007

Leuchtturm

Heftig prallen Wellen drall und knallen
zischend zwischen Steine, deren Krallen
schon seit Jahren stolz im Stein verweilen,
während raue Kräfte sie ereilen.

Wie die Wasser ihre Kräfte ballen,
voll Gewalt erst steigen, sich dann fallen
lassen, und polieren Fels und keilen
sich mit dem Gestein in tausend Zeilen.

Etwas weiter oben wacht das Runde,
lange Zeiten schon im treuen Bunde
mit der Insel, fast zu eins verflossen,
während Wind und Wetter sie begossen.

Jahr und Tag nun geht die weise Kunde
raus an jeden Seemann, dessen Stunde
voller Sturm und Regen wüst beschlossen,
dank des Turmes Licht denn noch genossen.

Drehend blickt das Auge voller Wissen
durch den Regen, durch den Nebel, missen
wird man ihn nie müssen, er ist immer,
Ewigkeit umrankt des Leuchtturms Zimmer.

Unersetzlich, das Signal beflissen,
welches oft genug den Tod gebissen,
sein Gewissen reinigte und schlimmer:
Treues Licht in dunkler Nacht Gewimmer.

Sonntag, 24. Juni 2007

Erziehung

Aus Liebe gewaltsam, welch grausamer Krieg,
so liebend enthaltsam, welch trauriger Sieg.
Mit Worten wie Peitschen, Belohnungen fast
wie Zuckerbrot, welch seiden Bett dort im Knast.

Erschaffen wir Normen, erschaffen wir Werte
und alles, was währte, ist gut und Gelehrte
vermitteln die Lehren, die's Leben beschweren,
um gleichsam zu lernen, wie wichtig sie wären.

Gebären wir Ordnung, verwehren wir Trauer,
entgegen der Schwere der menschlichen Mauer
belauern die Geister der Freude den Wall,
wie Bauern im Schach: Kurze Freude, dann Fall.

Und während Dämonen der höheren Weise
die Unschuld beflecken, erst heimlich und leise,
wird Greise manch' Kind und man pflegt ihm zu sagen:
„Dies Laster, mein Junge, musst selber Du tragen!“

Sonntag, 17. Juni 2007

Kleine Lebenshilfe

Verleugne nie Dein Ebenbild
und ist es kein ganz eb'nes Bild,
so steh' dazu und sprich es aus:
„Ich bin für euch -nicht mir- ein Graus!“

Und wenn es dann zu streben gilt,
bedenke: Strebe nicht zu wild,
denn jeder Schritt zur Besserung
wird Dir schnell zur Beleidigung.

Dein Ego ist Dein Lebensschild,
ist nicht nur Deinem Leben Schild,
vermag auch Deinem Geist ein Herr
zu sein – so leben ist nicht schwer!

D'rum wenn Dein Kopf beim Geben schwillt,
Dein Wecker nur daneben schrillt,
Du übermüdet, lustlos bist,
dann sei mal einfach Egoist.

Samstag, 7. April 2007

Schöner Tag! (Unterdrücktes)

Hold, so hold, versteh' ich, was ich seh',
alles ist so bunt und schön, ich geh'
so viele Wege hocherquickt entlang,
suche nichts, doch finde ohne Drang.

Zu perfekt erscheint mir fast das Sein,
ohne Sorge, alles stimmt und kein
roter Faden gibt mir alles vor,
nicht ein Manko strömt in mir empor.

Welch ein Glück - und seht ihr's auch? Wir leben
unser Leben voll Erfüllung hin,
Taten untermauern unser Streben.

Tolle Sprünge mag man lustig machen,
oh, wer fragt beim Springen noch nach Sinn?
Doch zu froh erklingt mir gar mein Lachen.