Ein toter Schatten, der die Sehnsucht lindert,
ergießt sich, gleich der ungeheuren Macht
von der ich zehrte, jene letzte Nacht,
auf meinen Körper, den das Leben hindert
in höh'rer Existenz zu zelebrieren,
was nied're Kreaturen sich erträumt.
Und wär' mein Traum ein Pferd, wär's ungezäumt,
nur kettet es der Tag an allen Vieren.
Ich Reiter, der dem Tag so froh entreitet,
verstehe wohl im klaren Mondesschein,
zwar nicht, warum mir diese Welt entgleitet,
doch weiß ich um des fahlen Tages Qual.
Erscheint sie auch im Nachtgewand recht klein,
so wächst sie, wenn erlebt, unendlich mal.
Sonntag, 13. Mai 2007
Samstag, 12. Mai 2007
Dunkel
Schmetternd verzehren solch Schritte die Luft
und füllen sie berstend voll furchtbaren Krachs,
der windend und stechend das Dunkel der Gruft
erfüllt, so wie Wasser das Tal eines Bachs.
Welch mächtige Stiefel voll düsterer Macht,
die grausam und kalt ihres Weges da schreiten,
verbindend die elenden Kräfte der Nacht
mit Ahnung der Wahrheit des Tages, welch Weiten!
Welch Weitsicht, oh, folgt diesem endlichen Grausen,
wie weit kann man sehen, wenn Dunkelheit lebt,
wenn alles so unklar erscheint, wie ein Brausen,
von dem man sich wendet, nach Frommem bestrebt?
Der Mantel bewegt sich, entschwebt seinem Herrn,
die Masse des Schattens bewegt sich hinfort,
sie schluckt jedes Leben, um dies zu vermehr'n,
und lässt es gedeihen an anderem Ort.
Der Schatten ist Wissen, nach dem man nicht fragt,
die Klänge sind grausam, weil uns nicht bekannt.
Betretet das Dunkel – dies sei euch gesagt! –,
Weil ewige Sonne Erkenntnis verbannt.
und füllen sie berstend voll furchtbaren Krachs,
der windend und stechend das Dunkel der Gruft
erfüllt, so wie Wasser das Tal eines Bachs.
Welch mächtige Stiefel voll düsterer Macht,
die grausam und kalt ihres Weges da schreiten,
verbindend die elenden Kräfte der Nacht
mit Ahnung der Wahrheit des Tages, welch Weiten!
Welch Weitsicht, oh, folgt diesem endlichen Grausen,
wie weit kann man sehen, wenn Dunkelheit lebt,
wenn alles so unklar erscheint, wie ein Brausen,
von dem man sich wendet, nach Frommem bestrebt?
Der Mantel bewegt sich, entschwebt seinem Herrn,
die Masse des Schattens bewegt sich hinfort,
sie schluckt jedes Leben, um dies zu vermehr'n,
und lässt es gedeihen an anderem Ort.
Der Schatten ist Wissen, nach dem man nicht fragt,
die Klänge sind grausam, weil uns nicht bekannt.
Betretet das Dunkel – dies sei euch gesagt! –,
Weil ewige Sonne Erkenntnis verbannt.
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Freitag, 11. Mai 2007
Fußball
Selbstironie ist ein mächtiger Gefährte in diesem Leben...
23 Männer rennen wild
der schwarz gefleckten Lederkugel nach,
welch ein einfach wunderschönes Bild,
doch: Verlierern droht die ew'ge Schmach!
Und ein Spieler schnappt sich flugs den Ball,
rennt ein wenig, sieht den Kontrahenten,
ein Moment nur und schon folgt der Knall,
als die Beine ihn vom Leder trennten.
Schmerzverzerrten Ausdrucks windet er
sich auf dem liebevoll getrimmten Rasen,
doch kein Pfiff folgt, plötzlich kann er sehr
rasant zum nächsten Angriff wieder blasen.
Vorerst jedoch, gilt es zu verhindern,
dass der Gegner den Triumph erlangt,
nichts könnt' jemals diese Schmerzen lindern,
niemals haben Menschen mehr gebangt,
als in dieser gottesfernen Stunde,
da der Kontrahent den Querpass spielt,
in das Eckige muss nun das Runde,
nicht wie vorher, als der Torwart hielt!
Und der Brasilianer hat die Pille,
dribbelt wie ein junger Gott auf Gras,
leider ist der harten Abwehr Wille
sein Verhängnis – Grätsche und das war's!
Nun den Konter elegant vollenden,
60 Meter weit der erste Pass,
und man rupft und zerrt mit starken Händen,
Fußball ist kein Sport, ist heute Hass!
Wie der Stürmer aller Macht das Ei
bekam, war wirklich ziemlich große Kunst!
Noch ein Dreher und am Feind vorbei,
dieser Mann genießt schon jetzt die Gunst
der zahlreich angereisten Fans, die treu
nach vorne peitschen, was nach vorn gehört,
als zwölfter Mann ohn' Hemmung, ohne Scheu
der Mannschaft helfen, wie sich jeder schwört!
Zurück zum Spiel: Der Stürmer legt fein ab
auf den Kapitän, der schießen kann –
und das tut er! Der ist gut! Nur knapp
verfehlt der Ball das Tor und bricht den Bann.
So geht das Spiel noch eine ganze Weile,
immer hin und her der ganze Spaß,
Fingernägel, Rasen – nichts bleibt heile,
so erschafft man heute eben Stars.
23 Männer rennen wild
der schwarz gefleckten Lederkugel nach,
welch ein einfach wunderschönes Bild,
doch: Verlierern droht die ew'ge Schmach!
Und ein Spieler schnappt sich flugs den Ball,
rennt ein wenig, sieht den Kontrahenten,
ein Moment nur und schon folgt der Knall,
als die Beine ihn vom Leder trennten.
Schmerzverzerrten Ausdrucks windet er
sich auf dem liebevoll getrimmten Rasen,
doch kein Pfiff folgt, plötzlich kann er sehr
rasant zum nächsten Angriff wieder blasen.
Vorerst jedoch, gilt es zu verhindern,
dass der Gegner den Triumph erlangt,
nichts könnt' jemals diese Schmerzen lindern,
niemals haben Menschen mehr gebangt,
als in dieser gottesfernen Stunde,
da der Kontrahent den Querpass spielt,
in das Eckige muss nun das Runde,
nicht wie vorher, als der Torwart hielt!
Und der Brasilianer hat die Pille,
dribbelt wie ein junger Gott auf Gras,
leider ist der harten Abwehr Wille
sein Verhängnis – Grätsche und das war's!
Nun den Konter elegant vollenden,
60 Meter weit der erste Pass,
und man rupft und zerrt mit starken Händen,
Fußball ist kein Sport, ist heute Hass!
Wie der Stürmer aller Macht das Ei
bekam, war wirklich ziemlich große Kunst!
Noch ein Dreher und am Feind vorbei,
dieser Mann genießt schon jetzt die Gunst
der zahlreich angereisten Fans, die treu
nach vorne peitschen, was nach vorn gehört,
als zwölfter Mann ohn' Hemmung, ohne Scheu
der Mannschaft helfen, wie sich jeder schwört!
Zurück zum Spiel: Der Stürmer legt fein ab
auf den Kapitän, der schießen kann –
und das tut er! Der ist gut! Nur knapp
verfehlt der Ball das Tor und bricht den Bann.
So geht das Spiel noch eine ganze Weile,
immer hin und her der ganze Spaß,
Fingernägel, Rasen – nichts bleibt heile,
so erschafft man heute eben Stars.
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Satire
Donnerstag, 10. Mai 2007
Feiern
Langsam füllt sich die Etage,
langsam leert sich jedes Glas,
ein paar Trinker spielen Page,
drinnen trinkt man ohne Maß.
Langsam füllen sich die Bäuche,
langsam leert der Kasten sich,
man erkundet trinkend Bräuche
(Die sind nüchtern lächerlich...).
Langsam füllen sich die Ohren
und das gute Laminat
wird zum Tanzen auserkoren,
weiter hinten spielt man Skat.
Langsam kommt echt Stimmung auf,
keine Flasche ist mehr voll,
Menschen tanzen Tische rauf,
alles geil hier, alles toll.
Weil im Takt der Boden bebt,
tanzen auch die Möbel rum,
und die Flaschen, man erlebt
alles wie Delirium.
Nun kommt auch der Vodka dran,
keine Cola? Auch egal!
Heute trinken alle Mann
ohne Anspruch oder Wahl.
Langsam füllt sich jedes Köpfchen,
langsam leert sich auch die Nacht.
Hier, bei einem guten Tröpfchen,
wird noch lang nicht Schluss gemacht.
langsam leert sich jedes Glas,
ein paar Trinker spielen Page,
drinnen trinkt man ohne Maß.
Langsam füllen sich die Bäuche,
langsam leert der Kasten sich,
man erkundet trinkend Bräuche
(Die sind nüchtern lächerlich...).
Langsam füllen sich die Ohren
und das gute Laminat
wird zum Tanzen auserkoren,
weiter hinten spielt man Skat.
Langsam kommt echt Stimmung auf,
keine Flasche ist mehr voll,
Menschen tanzen Tische rauf,
alles geil hier, alles toll.
Weil im Takt der Boden bebt,
tanzen auch die Möbel rum,
und die Flaschen, man erlebt
alles wie Delirium.
Nun kommt auch der Vodka dran,
keine Cola? Auch egal!
Heute trinken alle Mann
ohne Anspruch oder Wahl.
Langsam füllt sich jedes Köpfchen,
langsam leert sich auch die Nacht.
Hier, bei einem guten Tröpfchen,
wird noch lang nicht Schluss gemacht.
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Trochäus
Mittwoch, 9. Mai 2007
Fragerei
Tausend Tränen später schließlich seh'
ich all die Wahrheit, die sich mir verbarg!
Wollt' ich sie nicht sehen? War ich arg
so blind, wie ich jetzt unbeholfen steh'?
Tausend Fragen später schließlich mag
sich mir zwar einiges erklären, jedoch nie,
warum in meiner fast-Philosophie
bald tausend Dinge sind, die ich nie sag'.
Muss ich's endlich einseh'n – weiß ich nichts?
Bin ich dumm geboren, sterb' ich dumm?
Ist denn keine Lösung angesichts
dieser Frage wirklich richtig rum?
Ist sie denn umsonst, die Fragerei?
Trau' ich mir denn keine Antwort zu?
Führe ich nur Unglück so herbei,
wenn ich d'rüber grübel' ohne Ruh'?
Niemals möchte ich dies alles sagen,
doch mich treiben meine vielen Fragen.
ich all die Wahrheit, die sich mir verbarg!
Wollt' ich sie nicht sehen? War ich arg
so blind, wie ich jetzt unbeholfen steh'?
Tausend Fragen später schließlich mag
sich mir zwar einiges erklären, jedoch nie,
warum in meiner fast-Philosophie
bald tausend Dinge sind, die ich nie sag'.
Muss ich's endlich einseh'n – weiß ich nichts?
Bin ich dumm geboren, sterb' ich dumm?
Ist denn keine Lösung angesichts
dieser Frage wirklich richtig rum?
Ist sie denn umsonst, die Fragerei?
Trau' ich mir denn keine Antwort zu?
Führe ich nur Unglück so herbei,
wenn ich d'rüber grübel' ohne Ruh'?
Niemals möchte ich dies alles sagen,
doch mich treiben meine vielen Fragen.
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Gedankenstrom,
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Dienstag, 8. Mai 2007
Kleine Romanze
Auf eine Weise, die recht seltsam ist,
sind wir längst verbunden wie Magneten.
Unsichtbares Seil, für das wir beten,
weißt Du, dass auch Du verbunden bist?
Sag mir: Wie gestaltet sich ein Sein,
dass unsichtbar, doch umso stärker wirkt?
Sag mir: Sind wir größer oder klein,
wenn wir erkennen, was uns beide birgt?
Warum kann man sich nicht einfach haben,
gegenseitig aneinander laben
und sich endlich kennenlernen? Sag,
wenn es sowas gibt, dass ich Dich mag!
sind wir längst verbunden wie Magneten.
Unsichtbares Seil, für das wir beten,
weißt Du, dass auch Du verbunden bist?
Sag mir: Wie gestaltet sich ein Sein,
dass unsichtbar, doch umso stärker wirkt?
Sag mir: Sind wir größer oder klein,
wenn wir erkennen, was uns beide birgt?
Warum kann man sich nicht einfach haben,
gegenseitig aneinander laben
und sich endlich kennenlernen? Sag,
wenn es sowas gibt, dass ich Dich mag!
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Trochäus
Montag, 7. Mai 2007
Zeit für Wortspiele
Eines, mit dem ich mich zugegebenermaßen recht schwer tat, metrisch korrekt wortzuspielen ist schwerer, als man meint und so kann es auch sein, dass sich nicht alles beim ersten Mal ganz glatt liest - ich bitte um Nachsehen.
Dafür, wage ich zu behaupten, hat man auch bei mehrmaligem Lesen noch etwas davon, weil man mitunter noch etwas entdecken mag - oder rätseln, ob das so gewollt sein kann.
Viel Spaß!
Ich schlage etwas vor – und Du mir vor den Kopf,
nachmachte ich's, gäb's Ärger und ich schließlich nach,
wir liegen beieinander, doch alles letztlich brach,
zwar fass ich mir ein Herz, doch Du Dir an den Schopf...
Ich mach' einen schlechten Eindruck, Du gern Witze,
wenn ich lache, dann Du auch, jedoch mich aus,
ich gehe aus mir raus, doch Du nur aus dem Haus
und dann oft einen Schritt zu weit, sogar bei Hitze.
Seh' ich Dir etwas nach, hab' ich das Nachsehen,
und während Du dann fernsiehst, tue ich's nur schwarz,
ich fahre aus der Haut, wenn Du mit ihm in'n Harz,
während ich spazieren, wirst Du zu weit gehen.
Und wenn es Schläge setzt und Du (ich raff' es nicht)
alles auf die eine Karte, ich mich hin,
und Du, vielleicht der Grund, warum ich glücklich bin,
machst mich ja doch an – und ich dieses Gedicht.
Dafür, wage ich zu behaupten, hat man auch bei mehrmaligem Lesen noch etwas davon, weil man mitunter noch etwas entdecken mag - oder rätseln, ob das so gewollt sein kann.
Viel Spaß!
Ich schlage etwas vor – und Du mir vor den Kopf,
nachmachte ich's, gäb's Ärger und ich schließlich nach,
wir liegen beieinander, doch alles letztlich brach,
zwar fass ich mir ein Herz, doch Du Dir an den Schopf...
Ich mach' einen schlechten Eindruck, Du gern Witze,
wenn ich lache, dann Du auch, jedoch mich aus,
ich gehe aus mir raus, doch Du nur aus dem Haus
und dann oft einen Schritt zu weit, sogar bei Hitze.
Seh' ich Dir etwas nach, hab' ich das Nachsehen,
und während Du dann fernsiehst, tue ich's nur schwarz,
ich fahre aus der Haut, wenn Du mit ihm in'n Harz,
während ich spazieren, wirst Du zu weit gehen.
Und wenn es Schläge setzt und Du (ich raff' es nicht)
alles auf die eine Karte, ich mich hin,
und Du, vielleicht der Grund, warum ich glücklich bin,
machst mich ja doch an – und ich dieses Gedicht.
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Umarmender Reim
Limerick VII - Leer
Ein Bursche traf Gott an in Leer,
"ich erfüll' Dir 'nen Wunsch!" sprach der Herr.
Der Bursche dacht' nach
und was er dann sprach:
"Dann geh nur, ich brauch gar nichts mehr!"
"ich erfüll' Dir 'nen Wunsch!" sprach der Herr.
Der Bursche dacht' nach
und was er dann sprach:
"Dann geh nur, ich brauch gar nichts mehr!"
Sonntag, 6. Mai 2007
Einfach
Einfach so im Strandkorb sitzen,
und das Leben faul genießen,
einfach trinken, einfach schwitzen,
jeden Tag entspannt begießen,
einfach leben lassend liegen,
einfach ohne Hektik sein,
einfach leben wie die Fliegen,
alles scheint unendlich klein.
Einfach nur beiseite schieben,
was den Tag sonst nur beschwert,
einfach nur das Leben lieben,
weil man es nur so erfährt.
Einfach mal an gar nichts denken,
und den Kopf füllt nur das Bier,
das man tüchtig einzuschenken
weiß – schön leben? Geht auch hier!
und das Leben faul genießen,
einfach trinken, einfach schwitzen,
jeden Tag entspannt begießen,
einfach leben lassend liegen,
einfach ohne Hektik sein,
einfach leben wie die Fliegen,
alles scheint unendlich klein.
Einfach nur beiseite schieben,
was den Tag sonst nur beschwert,
einfach nur das Leben lieben,
weil man es nur so erfährt.
Einfach mal an gar nichts denken,
und den Kopf füllt nur das Bier,
das man tüchtig einzuschenken
weiß – schön leben? Geht auch hier!
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Trochäus
Limerick VI - New York
A young hungry man from New York
to eat meat oh he needed a fork.
He asked and he begged
but got knives just instead
so he fin'lly by hand ate his pork.
to eat meat oh he needed a fork.
He asked and he begged
but got knives just instead
so he fin'lly by hand ate his pork.
Samstag, 5. Mai 2007
Musik
Endlich maße ich mich eines längst überfälligen und überaus fragilen Themas an - überfällig, weil es meine unendliche Wertschätzung genießt, fragil, weil es umso schwerer ist, etwas gerecht zu formulieren, je mehr es einen prägt, beeinflusst und je intensiver man etwas verehrt. Wenn ich also von Musik spreche, muss ich hohe Ansprüche an mich haben und erst die Zeit und erneute Lektüre der Zeilen nach einer Weile werden zeigen, inwieweit ich ihnen gerecht werde...
Schwingungen, schwanger mit fiebriger Kraft,
Klänge, ästhetisch und voll Eleganz
zaubern im Einklang solch Stimmungen bei,
die man im Herzen versteht, fast als sei
die Musik der Welt eigener Tanz,
der Tanz meiner Welt, der ihr Leben verschafft.
Tasten erzeugen und weben Gebilde,
ein Teppich voll Töne, ein singender Geist,
ein eifriger Schreiber voll schöner Geschichten.
Geschichten des Wesens, des Ursprungs, sie lichten
Geheimnisse, bisher gehütet – man preist
Berührung in dieser Art Lebensgefilde.
Von allerlei Sprachen ist diese die klarste,
sie artikuliert ohne Worte die Seele
und spricht nur in Bildern und spricht in Gefühlen.
Niemals vermochte ein Wort so zu wühlen
in Orten des Körpers, die ich nicht befehle.
Von allerlei Sprachen – Musik ist die wahrste!
Schwingungen, schwanger mit fiebriger Kraft,
Klänge, ästhetisch und voll Eleganz
zaubern im Einklang solch Stimmungen bei,
die man im Herzen versteht, fast als sei
die Musik der Welt eigener Tanz,
der Tanz meiner Welt, der ihr Leben verschafft.
Tasten erzeugen und weben Gebilde,
ein Teppich voll Töne, ein singender Geist,
ein eifriger Schreiber voll schöner Geschichten.
Geschichten des Wesens, des Ursprungs, sie lichten
Geheimnisse, bisher gehütet – man preist
Berührung in dieser Art Lebensgefilde.
Von allerlei Sprachen ist diese die klarste,
sie artikuliert ohne Worte die Seele
und spricht nur in Bildern und spricht in Gefühlen.
Niemals vermochte ein Wort so zu wühlen
in Orten des Körpers, die ich nicht befehle.
Von allerlei Sprachen – Musik ist die wahrste!
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Freitag, 4. Mai 2007
Tanzfee
Die Bewegung steht ihr wirklich gut,
Tanzen scheint ihr Seelenelement.
Ach, wie packte mich der rechte Mut,
wenn sich uns're Seele nur verbänd'!
Die Bewegung steht ihr wirklich gut,
jedes Regen spricht mir ein Gedicht.
Wenn sie tanzt als wär's auf Feuerglut,
meint man wirklich: Zeit vergeht hier nicht.
Die Bewegung steht ihr wirklich gut
und es wirkt als wankte alle Welt,
während sie ekstatisch feiernd ruht,
schafft sie, was am Gegenpol gefällt.
Die Bewegung steht ihr wirklich gut,
traumverführend schaut sie zu mir her.
Mein Gedankenreich wird ihre Brut,
diese dann zu bändigen fällt schwer.
Tanzen scheint ihr Seelenelement.
Ach, wie packte mich der rechte Mut,
wenn sich uns're Seele nur verbänd'!
Die Bewegung steht ihr wirklich gut,
jedes Regen spricht mir ein Gedicht.
Wenn sie tanzt als wär's auf Feuerglut,
meint man wirklich: Zeit vergeht hier nicht.
Die Bewegung steht ihr wirklich gut
und es wirkt als wankte alle Welt,
während sie ekstatisch feiernd ruht,
schafft sie, was am Gegenpol gefällt.
Die Bewegung steht ihr wirklich gut,
traumverführend schaut sie zu mir her.
Mein Gedankenreich wird ihre Brut,
diese dann zu bändigen fällt schwer.
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Donnerstag, 3. Mai 2007
Ein Blatt Papier
Ein Blatt Papier. Noch leer. Verlangt nach Strich.
Verlangt nach Farben, Mustern, nach Zitaten,
nach Gedanken, Sinn und dann an sich
nach den Gefühlen, die um Ausdruck baten.
Aller Arten heftig Freudentanz
wird observiert durch Stift und durch Papier.
Trauer, Glück und Furcht und Mut wird ganz
zu meiner Welt und sprudelt gar aus mir.
Abstraktestes erhält die klarsten Formen,
Hässliches wird schön durch Deutlichkeit,
denn deutlich Hässliches so klar zu normen,
bringt als Schritt gen Wahrheit jeden weit.
Ein Platt Papier. Gefüllt. Ein kleines Leben.
Mikrokosmos, lyrisch neu kreiert.
Ein Blatt Papier. So vieles kann es geben,
jedem, der sich seiner int'ressiert.
Verlangt nach Farben, Mustern, nach Zitaten,
nach Gedanken, Sinn und dann an sich
nach den Gefühlen, die um Ausdruck baten.
Aller Arten heftig Freudentanz
wird observiert durch Stift und durch Papier.
Trauer, Glück und Furcht und Mut wird ganz
zu meiner Welt und sprudelt gar aus mir.
Abstraktestes erhält die klarsten Formen,
Hässliches wird schön durch Deutlichkeit,
denn deutlich Hässliches so klar zu normen,
bringt als Schritt gen Wahrheit jeden weit.
Ein Platt Papier. Gefüllt. Ein kleines Leben.
Mikrokosmos, lyrisch neu kreiert.
Ein Blatt Papier. So vieles kann es geben,
jedem, der sich seiner int'ressiert.
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Mittwoch, 2. Mai 2007
Unwissend. Unschuldig.
„Komm schon, lass uns chatten, Süße,
wie ich ausseh'? Groß und schlank,
gut gebaut und meine Füße
sind, wie alles, g'rade nackt,
auch ansonsten bin ich rank,
sexy und durch Sport entschlackt.
Bitte? Nein, das kann ich nicht...
na ja gut, wenn Du es willst,
sag ich's Dir in das Gesicht:
25 Zentimeter,
wenn Du ihn nur richtig schwillst,
zwei Sekunden und schon steht er!
Nein, das ist nicht übertrieben,
aber kommen wir zu Dir:
Offen ist bislang geblieben,
wie es um Dein Ausseh'n steht.
Schließlich, Baby, wünsch' ich mir
nichts so sehr wie Dich so spät.
Blonde Haare? Lang und glatt?
75 C die Brust?
Kleiner Arsch, der Muskeln hat,
knackig und nur Tanga an?
Gott, verdammt, ich kriege Lust,
ob ich Dich mal sehen kann?
Wie alt bist Du? 13 Jahre?
Das ist super, schick doch gleich
noch ein Foto, wo die Haare
alles sind, was Dich bedeckt.
Ob ich Geld hab'? Ich bin reich!
Komm, jetzt hab' ich Blut geleckt!
Wow! Das bist nicht wirklich Du!?
Man, Du siehst noch besser aus,
als ich dachte: Gib doch zu:
So ein bisschen heiß gemacht
hab' ich Dich, Du kleine Maus,
komm' doch her – das wär' gelacht!
Nein – im Ernst, lass uns mal sehen
und ich zeig Dir dies und das,
Manches wirst Du erst verstehen,
wenn wir beieinander sind,
glaub mir: Das wird Riesenspaß!“
(Und zu sich: „Bis bald...mein Kind.“)
Grausig war die Woche mit dem Fund:
Eine Kinderleiche, dort im Wald.
Jemand tat's den Eltern bald schon kund
und seitdem sind ihre Herzen kalt.
Blau war ihr Gesicht und ihre Hände,
blau die Striemen dort am Handgelenk,
heute wär' sie vierzehn und man fände
sie im Kinderzimmer mit Geschenk.
Ihre Hoffnung wurde seine Sünde,
seine Sünde wurde bald ihr Tod.
Und ihr Tod als Unglück aller münde
in der Eltern elendigen Not.
wie ich ausseh'? Groß und schlank,
gut gebaut und meine Füße
sind, wie alles, g'rade nackt,
auch ansonsten bin ich rank,
sexy und durch Sport entschlackt.
Bitte? Nein, das kann ich nicht...
na ja gut, wenn Du es willst,
sag ich's Dir in das Gesicht:
25 Zentimeter,
wenn Du ihn nur richtig schwillst,
zwei Sekunden und schon steht er!
Nein, das ist nicht übertrieben,
aber kommen wir zu Dir:
Offen ist bislang geblieben,
wie es um Dein Ausseh'n steht.
Schließlich, Baby, wünsch' ich mir
nichts so sehr wie Dich so spät.
Blonde Haare? Lang und glatt?
75 C die Brust?
Kleiner Arsch, der Muskeln hat,
knackig und nur Tanga an?
Gott, verdammt, ich kriege Lust,
ob ich Dich mal sehen kann?
Wie alt bist Du? 13 Jahre?
Das ist super, schick doch gleich
noch ein Foto, wo die Haare
alles sind, was Dich bedeckt.
Ob ich Geld hab'? Ich bin reich!
Komm, jetzt hab' ich Blut geleckt!
Wow! Das bist nicht wirklich Du!?
Man, Du siehst noch besser aus,
als ich dachte: Gib doch zu:
So ein bisschen heiß gemacht
hab' ich Dich, Du kleine Maus,
komm' doch her – das wär' gelacht!
Nein – im Ernst, lass uns mal sehen
und ich zeig Dir dies und das,
Manches wirst Du erst verstehen,
wenn wir beieinander sind,
glaub mir: Das wird Riesenspaß!“
(Und zu sich: „Bis bald...mein Kind.“)
Grausig war die Woche mit dem Fund:
Eine Kinderleiche, dort im Wald.
Jemand tat's den Eltern bald schon kund
und seitdem sind ihre Herzen kalt.
Blau war ihr Gesicht und ihre Hände,
blau die Striemen dort am Handgelenk,
heute wär' sie vierzehn und man fände
sie im Kinderzimmer mit Geschenk.
Ihre Hoffnung wurde seine Sünde,
seine Sünde wurde bald ihr Tod.
Und ihr Tod als Unglück aller münde
in der Eltern elendigen Not.
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Trochäus
Dienstag, 1. Mai 2007
Der Spielplatz auf dem ich spielte
Mit starkem Befremden lasse ich es zu:
Erinnerungsstürme fallen in mich ein
und tausende Bilder flimmern auf im Nu,
ein tosender Tagtraum nennt mich wallend sein.
Ich sehe die Bäume, sehe auch den Sand,
erkenne die Räume, die mir einst als Kind
als Spielplatz gedienten. Strecke meine Hand,
und blicke sie an, als wäre ich wie blind.
Man kann kaum Begreifen, wie sich alles dreht,
wie Zeiten bald reifen, bald schon stolz vergehen,
alles, was war, ist niemals obsolet,
alles ist gültig, man kann es heut' noch sehen.
Die Blicke sind schweifend, ich drehe noch den Hals,
um nichts zu verpassen, sauge alles auf,
versuche zu fassen, was hier war. Und falls
es gelänge, so säh' ich mich im Lauf
der Zeiten noch selbst und wäre wieder jung
und Kind und ergreife diese schöne Chance
am Schopfe, versetze ganz mich in den Schwung
des Echos des Spielplatz', wertvoll diese Trance.
Erinnerungsstürme fallen in mich ein
und tausende Bilder flimmern auf im Nu,
ein tosender Tagtraum nennt mich wallend sein.
Ich sehe die Bäume, sehe auch den Sand,
erkenne die Räume, die mir einst als Kind
als Spielplatz gedienten. Strecke meine Hand,
und blicke sie an, als wäre ich wie blind.
Man kann kaum Begreifen, wie sich alles dreht,
wie Zeiten bald reifen, bald schon stolz vergehen,
alles, was war, ist niemals obsolet,
alles ist gültig, man kann es heut' noch sehen.
Die Blicke sind schweifend, ich drehe noch den Hals,
um nichts zu verpassen, sauge alles auf,
versuche zu fassen, was hier war. Und falls
es gelänge, so säh' ich mich im Lauf
der Zeiten noch selbst und wäre wieder jung
und Kind und ergreife diese schöne Chance
am Schopfe, versetze ganz mich in den Schwung
des Echos des Spielplatz', wertvoll diese Trance.
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Kreuzreim
Montag, 30. April 2007
Bettler
Da sitzt Du nun, Du armer Vagabund,
ein Häuflein Elend und ein Haufen Dreck.
Die Zähne sind schon lang nicht mehr gesund,
die Kleidung ist ein einzig großer Fleck.
Die tiefen Kerben, zierend das Gesicht,
gefüllt mit Schmutz, verraten Deine Not.
Alleine sitzt Du, Freunde hast Du nicht,
niemand will Dich kennen, gibt Dir Brot,
gibt Dir Achtung, hilft Dir aufzustehen,
tausend mal hast Du daran gedacht,
doch Dich woll'n die Menschen nicht mal sehen,
wie dann helfen? Bald erklimmt die Nacht
den Berg der Welt und Du sitzt dort im Tal,
wo's tiefer nicht mehr geht, verbirgst den Blick
vor Menschen, die Dich streifen, welche Wahl
hat man noch, so ohne ein Geschick?
Senk die Augen, wenn Du das noch kannst,
und wenn nicht, erfüllt sie diese Leere,
die nach außen tritt aus Hirn aus Wanst,
ewig leichter Ausdruck Deiner Schwere.
ein Häuflein Elend und ein Haufen Dreck.
Die Zähne sind schon lang nicht mehr gesund,
die Kleidung ist ein einzig großer Fleck.
Die tiefen Kerben, zierend das Gesicht,
gefüllt mit Schmutz, verraten Deine Not.
Alleine sitzt Du, Freunde hast Du nicht,
niemand will Dich kennen, gibt Dir Brot,
gibt Dir Achtung, hilft Dir aufzustehen,
tausend mal hast Du daran gedacht,
doch Dich woll'n die Menschen nicht mal sehen,
wie dann helfen? Bald erklimmt die Nacht
den Berg der Welt und Du sitzt dort im Tal,
wo's tiefer nicht mehr geht, verbirgst den Blick
vor Menschen, die Dich streifen, welche Wahl
hat man noch, so ohne ein Geschick?
Senk die Augen, wenn Du das noch kannst,
und wenn nicht, erfüllt sie diese Leere,
die nach außen tritt aus Hirn aus Wanst,
ewig leichter Ausdruck Deiner Schwere.
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Kreuzreim
Sonntag, 29. April 2007
Veränderung
Jedes Leben berst sich selbst in tausend Phasen,
und wer dies verhindern will, der stellt schnell fest,
dass ein Leben sich im Zaum nicht halten lässt,
weil es Fortschritt will und stets bewegend bleibt,
die Zeiten ändern sich – und tausend dieser Phrasen
sind wahrer, als man meint, wenn man das Sein beschreibt.
Und solchermaßen in Etappen sich gestaltend,
ändern sich auch Menschen, die am Rande gehen,
manche bleiben schon nach kurzer Weile stehen,
andere verändern die Intensität,
mit der sie sich als Künstler, uns als Werk verwaltend
miterschaffen – wieder and're kommen spät,
erschüttern dafür umso mehr den Lauf der Dinge,
manche Position wird manchmal ausgetauscht,
Liebe wird zum Freund, an seiner statt, da rauscht
ein neuer Wind, ein neuer Mensch so frisch herbei,
dass alles glänze, besser nicht, doch anders schwinge,
anders sich bewegen möge, ach! Wie frisch und frei!
Ob man nun, dies alles sehend, sich verweigert
und den Preis des Stehenbleibens zahlt, indem
so viele weitergehen, man sich fragt, mit wem
man nun auf einer Wellenlänge ist und reitet,
Relikte und Refugien im Wert noch steigert,
weil man lieber weiter noch zurück, als vorwärts schreitet
oder ob man sonngewandt dem hellen Lichte
stolz das Antlitz voller Mut entgegenreckt,
voller kluger Freude ob der Zukunft streckt
die Arme in die Höhe, zu erhaschen Sterne,
dabei froh, weil weiterschreibend die Geschichte,
da entscheide jeder sich alleine, gerne.
und wer dies verhindern will, der stellt schnell fest,
dass ein Leben sich im Zaum nicht halten lässt,
weil es Fortschritt will und stets bewegend bleibt,
die Zeiten ändern sich – und tausend dieser Phrasen
sind wahrer, als man meint, wenn man das Sein beschreibt.
Und solchermaßen in Etappen sich gestaltend,
ändern sich auch Menschen, die am Rande gehen,
manche bleiben schon nach kurzer Weile stehen,
andere verändern die Intensität,
mit der sie sich als Künstler, uns als Werk verwaltend
miterschaffen – wieder and're kommen spät,
erschüttern dafür umso mehr den Lauf der Dinge,
manche Position wird manchmal ausgetauscht,
Liebe wird zum Freund, an seiner statt, da rauscht
ein neuer Wind, ein neuer Mensch so frisch herbei,
dass alles glänze, besser nicht, doch anders schwinge,
anders sich bewegen möge, ach! Wie frisch und frei!
Ob man nun, dies alles sehend, sich verweigert
und den Preis des Stehenbleibens zahlt, indem
so viele weitergehen, man sich fragt, mit wem
man nun auf einer Wellenlänge ist und reitet,
Relikte und Refugien im Wert noch steigert,
weil man lieber weiter noch zurück, als vorwärts schreitet
oder ob man sonngewandt dem hellen Lichte
stolz das Antlitz voller Mut entgegenreckt,
voller kluger Freude ob der Zukunft streckt
die Arme in die Höhe, zu erhaschen Sterne,
dabei froh, weil weiterschreibend die Geschichte,
da entscheide jeder sich alleine, gerne.
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Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Trochäus
Samstag, 28. April 2007
Dichtend leben - lebend dichten
Blind vertrau' ich jenem edlen Geist,
der mir Zeilen voller Wonne reicht,
deren Abbild aller Wahrheit gleicht,
meine Wahrheit, die mich schreiben heißt.
Still summieren Staben meines Buches
die Geschichte meiner Sinnessphäre,
die unendlich ärmer schließlich wäre,
gäb' es nicht Gedichte ihres Fluches,
ihres Segens, ihres Reichtums schlicht.
Eingeflüstert werden schönste Bilder,
feinste Wörter, härter mal, mal milder,
wortneuschöpfend scheue ich mich nicht,
alles, was empfunden, zu verdichten,
hoffend, dass es dicht und edel werde,
umso edler Lob, umso Beschwerde,
schließlich eifert nur, die Welt zu richten,
wer ihr Diener Zeit des Lebens ist,
Opfer bringt, ihr Kernstück zu entlarven,
mal mit Trommeln, mal mit Geigen, Harfen,
mal als Misanthrop, als Humanist,
mal als dies, als das, als allerlei,
Vielfalt erst bedingt die beiden Sachen:
Erstens, dichtend alles bildlich machen,
zweitens leben – voller Glück und frei.
der mir Zeilen voller Wonne reicht,
deren Abbild aller Wahrheit gleicht,
meine Wahrheit, die mich schreiben heißt.
Still summieren Staben meines Buches
die Geschichte meiner Sinnessphäre,
die unendlich ärmer schließlich wäre,
gäb' es nicht Gedichte ihres Fluches,
ihres Segens, ihres Reichtums schlicht.
Eingeflüstert werden schönste Bilder,
feinste Wörter, härter mal, mal milder,
wortneuschöpfend scheue ich mich nicht,
alles, was empfunden, zu verdichten,
hoffend, dass es dicht und edel werde,
umso edler Lob, umso Beschwerde,
schließlich eifert nur, die Welt zu richten,
wer ihr Diener Zeit des Lebens ist,
Opfer bringt, ihr Kernstück zu entlarven,
mal mit Trommeln, mal mit Geigen, Harfen,
mal als Misanthrop, als Humanist,
mal als dies, als das, als allerlei,
Vielfalt erst bedingt die beiden Sachen:
Erstens, dichtend alles bildlich machen,
zweitens leben – voller Glück und frei.
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Gedichte,
Trochäus,
Umarmender Reim
Freitag, 27. April 2007
Ewiger Lebensmonolog (Einzelkind)
Alle Wörter fließen stolz aus Dir
und scheinen nur dazu bestimmt zu sein,
in Deine Ohren eben wieder rein-
zukommen. Wozu sitze ich noch hier?
Du vollendest stilvoll schöne Sätze
und beschreibst, was Du doch eh schon weißt,
wozu Du sie mich also hören heißt,
wird mir nicht ganz klar, jedoch ich schätze:
Dein Problem und Dein Konflikt sind nicht
der Inhalt Deiner Sätze, die gemeinsam
wir entlarven könnten, gleich einem Gesicht,
des' Maske abgenommen ward' und sagt.
In Wahrheit fühlst Du Dich so ewig einsam,
dass stets nach Spiegeln jeder Trieb Dich fragt.
und scheinen nur dazu bestimmt zu sein,
in Deine Ohren eben wieder rein-
zukommen. Wozu sitze ich noch hier?
Du vollendest stilvoll schöne Sätze
und beschreibst, was Du doch eh schon weißt,
wozu Du sie mich also hören heißt,
wird mir nicht ganz klar, jedoch ich schätze:
Dein Problem und Dein Konflikt sind nicht
der Inhalt Deiner Sätze, die gemeinsam
wir entlarven könnten, gleich einem Gesicht,
des' Maske abgenommen ward' und sagt.
In Wahrheit fühlst Du Dich so ewig einsam,
dass stets nach Spiegeln jeder Trieb Dich fragt.
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Sonette,
Trochäus,
Umarmender Reim
Donnerstag, 26. April 2007
Die Schönheit der Chance
In Ferne liegend wirkt sie unverbraucht,
ein starker Sog zieht meinen Sinn heran,
die Möglichkeit ist, was in Träumen taucht,
viel schöner wird es, weil man's haben kann.
Verlockend die Entbehrung, es zu kriegen
und zuckersüß ist der Optionen Duft,
sie scheint zu schweben, ich mit ihr zu fliegen
und unser Atem wird zu uns'rer Luft.
Nur: Könnt' ich sie nicht haben, frag ich, wie
empfände ich sie wohl, wie sah ich sie?
Ist Interesse ihrerseits denn nie
auch Grund für meine rege Phantasie?
Den Dingen liegen Möglichkeiten inne
und diese machen sie erst attraktiv.
In diesem etwas rationalen Sinne,
fürcht' ich, läuft im Herzen oft was schief.
ein starker Sog zieht meinen Sinn heran,
die Möglichkeit ist, was in Träumen taucht,
viel schöner wird es, weil man's haben kann.
Verlockend die Entbehrung, es zu kriegen
und zuckersüß ist der Optionen Duft,
sie scheint zu schweben, ich mit ihr zu fliegen
und unser Atem wird zu uns'rer Luft.
Nur: Könnt' ich sie nicht haben, frag ich, wie
empfände ich sie wohl, wie sah ich sie?
Ist Interesse ihrerseits denn nie
auch Grund für meine rege Phantasie?
Den Dingen liegen Möglichkeiten inne
und diese machen sie erst attraktiv.
In diesem etwas rationalen Sinne,
fürcht' ich, läuft im Herzen oft was schief.
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Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Jambus
Mittwoch, 25. April 2007
Der Maulwurf
Blind erfassen seine Augen kaum
ein Stück von diesem Reich, das ihm so fremd,
er lugt hervor, ein kleiner Kopf im Saum
der Erde, die er doch so gern' durchkämmt.
Hilflos reckt er seine kleine Nase
in die Luft und schnuppert, um zu sehen,
wo er sich befindet. Diese Phase
kann auch schon mal länger vor sich gehen.
Angestrengt verdreht er seinen Kopf
um Zentimeter, kneift die Augen fest
zusammen und man meint, der kleine Schopf
vermochte nichts, braucht' Hilfe in dem Nest.
Schließlich hält er mit dem Schnuppern ein,
regungslos verharrt er den Moment,
und verschwindet schließlich dann in sein
verstecktes Reich – ein Reich, das er auch kennt.
ein Stück von diesem Reich, das ihm so fremd,
er lugt hervor, ein kleiner Kopf im Saum
der Erde, die er doch so gern' durchkämmt.
Hilflos reckt er seine kleine Nase
in die Luft und schnuppert, um zu sehen,
wo er sich befindet. Diese Phase
kann auch schon mal länger vor sich gehen.
Angestrengt verdreht er seinen Kopf
um Zentimeter, kneift die Augen fest
zusammen und man meint, der kleine Schopf
vermochte nichts, braucht' Hilfe in dem Nest.
Schließlich hält er mit dem Schnuppern ein,
regungslos verharrt er den Moment,
und verschwindet schließlich dann in sein
verstecktes Reich – ein Reich, das er auch kennt.
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Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim,
Tiergedichte
Dienstag, 24. April 2007
Der Clown
Verzieh' Grimassen bis Unkenntlichkeit
und unkenntlich bin ich wohl fürwahr,
dennoch sieht ein jeder mich so klar,
wirke ich auch nicht gerad' gescheit,
schließlich ist, wer Gegenteile schafft,
ebenso ein weiser, wie das Pro,
und mit dem Kontrast die Leute froh
zu machen, gibt auch mir im Umkehrschluss dann Kraft.
Wenn' ich stolper' zeig' ich, dass ich laufen
kann viel besser und bewusster noch
als viele, die nicht stolpern können, doch
wird niemand dies recht ab mir kaufen.
Wenn ich mich für dumm verkaufe, zeigt
die Darstellung der Dummheit all mein Können,
mir die Klugheit, euch das Lachen gönnen,
ist, wozu ein wahrer Clown doch neigt.
Wenn ich dann mit Bällen hoch jongliere,
zeige ich ganz kurz, was ich vermag,
das Genie, es tritt kurz an den Tag,
alles staunt, ist überrascht, erst viere,
später fünf, dann sieben Bälle senken
sich in Hände, offenbaren schnell:
Dieses Wesen ist nicht dumm, ist hell,
kann zumindest etwas tüchtig lenken.
Mehr jedoch an Wahrheit kommt heut' nicht,
unbeachtet bleibt dies Spiegelbild,
das dem Menschen zeigt, wie ohne Schild,
ohne Maske er trägt sein Gesicht.
Später dann, wenn alle wieder Heim,
wird man sich erinnern: Lustig war's –
der Clown im Zirkus! Überseh'ne Farce,
Übergangen ward' des Menschen Keim.
und unkenntlich bin ich wohl fürwahr,
dennoch sieht ein jeder mich so klar,
wirke ich auch nicht gerad' gescheit,
schließlich ist, wer Gegenteile schafft,
ebenso ein weiser, wie das Pro,
und mit dem Kontrast die Leute froh
zu machen, gibt auch mir im Umkehrschluss dann Kraft.
Wenn' ich stolper' zeig' ich, dass ich laufen
kann viel besser und bewusster noch
als viele, die nicht stolpern können, doch
wird niemand dies recht ab mir kaufen.
Wenn ich mich für dumm verkaufe, zeigt
die Darstellung der Dummheit all mein Können,
mir die Klugheit, euch das Lachen gönnen,
ist, wozu ein wahrer Clown doch neigt.
Wenn ich dann mit Bällen hoch jongliere,
zeige ich ganz kurz, was ich vermag,
das Genie, es tritt kurz an den Tag,
alles staunt, ist überrascht, erst viere,
später fünf, dann sieben Bälle senken
sich in Hände, offenbaren schnell:
Dieses Wesen ist nicht dumm, ist hell,
kann zumindest etwas tüchtig lenken.
Mehr jedoch an Wahrheit kommt heut' nicht,
unbeachtet bleibt dies Spiegelbild,
das dem Menschen zeigt, wie ohne Schild,
ohne Maske er trägt sein Gesicht.
Später dann, wenn alle wieder Heim,
wird man sich erinnern: Lustig war's –
der Clown im Zirkus! Überseh'ne Farce,
Übergangen ward' des Menschen Keim.
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Trochäus,
Umarmender Reim
Montag, 23. April 2007
Visionen
Verfluch' die dreisten Geister Deiner Zeit,
niemand geht den Weg des Seins für Dich,
niemand macht für Dich sich lächerlich,
niemand treibt es nur für Dich zu weit!
Oh, verfluch' doch alles, was Du siehst,
wenn Du schreitest, stolz wie Vogel Strauß,
merkst nicht: Du siehst gar nicht prächtig aus,
doch das ist egal, wenn Du Dich fliehst:
Tausend Impressionen, die Dich leiten,
tausend mal ein stolzer König, doch
tausend mal Armeen, die Dir schreiten,
tausend mal verfällst Du dieser Macht,
merkst, sie ist zu stark für Dich, nur noch
ist die Kontrolle schwer für was sie bracht'.
niemand geht den Weg des Seins für Dich,
niemand macht für Dich sich lächerlich,
niemand treibt es nur für Dich zu weit!
Oh, verfluch' doch alles, was Du siehst,
wenn Du schreitest, stolz wie Vogel Strauß,
merkst nicht: Du siehst gar nicht prächtig aus,
doch das ist egal, wenn Du Dich fliehst:
Tausend Impressionen, die Dich leiten,
tausend mal ein stolzer König, doch
tausend mal Armeen, die Dir schreiten,
tausend mal verfällst Du dieser Macht,
merkst, sie ist zu stark für Dich, nur noch
ist die Kontrolle schwer für was sie bracht'.
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Gedichte,
Sonette,
Trochäus,
Umarmender Reim
Sonntag, 22. April 2007
Fragwürdige Hymne
Achtung: Ein Rätselgedicht!
Ich bin gespannt auf den Erfolg bei dieser dritten Rätselgedichtaufgabe, die letzten beiden konnten bislang nur von zwei Personen gelöst werden...die Auflösung wird allerdings auch zeitnah erfolgen, damit ich eure natürliche Neugierde nicht überstrapaziere ;)
Wer sich doch noch mal an den beiden älteren Rätselgedichte versuchen möchte, ist dazu herzlich eingeladen, einfach hier klicken!
Viel Erfolg!
Du bist, das kann ich ohne Vorbehalt
behaupten, wirklich wunderschön.
Sagen, einfach fies, frigid und kalt,
ist etwas, dass ich hier mit Dir verpöhn'.
In aller Welten Himmel find' im Nu
ich wahrhaft nichts, was Dir wohl gleicht, und träume
ich Dinge, vielfach besser noch als Du,
so reiße ich sie aus wie kahle Bäume.
Ich denk, wenn ich Dich nur von weitem seh':
„Schönheit! Pracht!“ Nur sage ich den Satz:
„Verschwinde doch aus meine Leben, geh'!“
Jedem Spötter Deiner Schönheit Schatz!
Es ist schon nicht mehr richtig auszuhalten,
was Du mit mir anstellst, was Du machst,
Dein Geruch, Dein Antlitz und Dein Lachen,
ja, das Schönste ist, wenn Du mir lachst!
Vernimm die Zeilen, die ich Dir vermacht,
und spei dem Gegner stolz in das Gesicht:
„Du bist hässlich wie die tiefste Nacht!“
Auf dass sie wissen: Du allein bist Licht.
Ich bin gespannt auf den Erfolg bei dieser dritten Rätselgedichtaufgabe, die letzten beiden konnten bislang nur von zwei Personen gelöst werden...die Auflösung wird allerdings auch zeitnah erfolgen, damit ich eure natürliche Neugierde nicht überstrapaziere ;)
Wer sich doch noch mal an den beiden älteren Rätselgedichte versuchen möchte, ist dazu herzlich eingeladen, einfach hier klicken!
Viel Erfolg!
Du bist, das kann ich ohne Vorbehalt
behaupten, wirklich wunderschön.
Sagen, einfach fies, frigid und kalt,
ist etwas, dass ich hier mit Dir verpöhn'.
In aller Welten Himmel find' im Nu
ich wahrhaft nichts, was Dir wohl gleicht, und träume
ich Dinge, vielfach besser noch als Du,
so reiße ich sie aus wie kahle Bäume.
Ich denk, wenn ich Dich nur von weitem seh':
„Schönheit! Pracht!“ Nur sage ich den Satz:
„Verschwinde doch aus meine Leben, geh'!“
Jedem Spötter Deiner Schönheit Schatz!
Es ist schon nicht mehr richtig auszuhalten,
was Du mit mir anstellst, was Du machst,
Dein Geruch, Dein Antlitz und Dein Lachen,
ja, das Schönste ist, wenn Du mir lachst!
Vernimm die Zeilen, die ich Dir vermacht,
und spei dem Gegner stolz in das Gesicht:
„Du bist hässlich wie die tiefste Nacht!“
Auf dass sie wissen: Du allein bist Licht.
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Rätselgedicht
Samstag, 21. April 2007
Zeitmetapher
Die Zeit entrinnt mir durch die Finger,
wie ein Strudel, schwindet sie im Schlund
des Lebens, hat doch selbst den größten Mund,
zaubert mir die schönsten Dinger.
Diese Sanduhr zählt die Körner,
die, verlaufend, Maßeinheit der Zeit,
Element des Lebens sind, nimmt weit
mich mit und auf die spitzen Hörner.
Richte Dein Bewusstsein nach:
Erweitere und schließe dieses Loch,
ein wenig kann man wenigstens dann doch
bestimmen – leg ihr Wesen brach!
Beschäftigt öffnest Du den Trichter,
genießend schmückst Du ihn verzierend aus,
erwartend wird der Trichter schnell zum Graus,
genau wie konzentriert wird’s dichter.
Verstehend man hat keine Macht,
wird man vielleicht noch ihr Freund, wer weiß.
Veränderung, zwar schön, hat ihren Preis,
besser, wenn man nie d'ran dacht'.
wie ein Strudel, schwindet sie im Schlund
des Lebens, hat doch selbst den größten Mund,
zaubert mir die schönsten Dinger.
Diese Sanduhr zählt die Körner,
die, verlaufend, Maßeinheit der Zeit,
Element des Lebens sind, nimmt weit
mich mit und auf die spitzen Hörner.
Richte Dein Bewusstsein nach:
Erweitere und schließe dieses Loch,
ein wenig kann man wenigstens dann doch
bestimmen – leg ihr Wesen brach!
Beschäftigt öffnest Du den Trichter,
genießend schmückst Du ihn verzierend aus,
erwartend wird der Trichter schnell zum Graus,
genau wie konzentriert wird’s dichter.
Verstehend man hat keine Macht,
wird man vielleicht noch ihr Freund, wer weiß.
Veränderung, zwar schön, hat ihren Preis,
besser, wenn man nie d'ran dacht'.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Umarmender Reim
Freitag, 20. April 2007
Irrlicht
Im reißenden Strom dieser tobenden Welt
vergelten wir Gutes mit Gleichgültigkeit
und Schlechtes mit Schlechtem und Liebe mit Geld
und kommen mit diesem Betragen recht weit.
Durch Automatismen im Leben gefangen,
erreichen wir Ziele, die wir so genannt
und die wir erschaffen, dorthin zu gelangen,
doch die uns im Wesen nicht echt, nicht bekannt.
Was sind das für Wege, auf denen wir schreiten,
was bringt uns der Fortschritt im Irrweg, so sag!
Was sind das für Ziele, um die wir uns streiten,
doch die man im Grunde des Herzens nicht mag?
vergelten wir Gutes mit Gleichgültigkeit
und Schlechtes mit Schlechtem und Liebe mit Geld
und kommen mit diesem Betragen recht weit.
Durch Automatismen im Leben gefangen,
erreichen wir Ziele, die wir so genannt
und die wir erschaffen, dorthin zu gelangen,
doch die uns im Wesen nicht echt, nicht bekannt.
Was sind das für Wege, auf denen wir schreiten,
was bringt uns der Fortschritt im Irrweg, so sag!
Was sind das für Ziele, um die wir uns streiten,
doch die man im Grunde des Herzens nicht mag?
etikettiert:
Daktylus,
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim
Donnerstag, 19. April 2007
Männliches. Allzu Männliches
Der Nacken wird breiter, die Schultern athletisch,
die Stoppeln von damals, sie wuchsen zum Bart,
der Kiefer ist strenger, der Blick wird oft hart,
betont seine Männlichkeit fast schon poetisch.
Die kräftigen Arme stets lässig beiseite,
so schreitet im Alltag er selbstbewusst fort,
auf's Leben gefragt, sagt er „Life is too short!“
und blickt dabei locker verträumt in die Weite.
Am Freitag jedoch, da fährt er nach Hause
und gönnt sich vom täglichen Stress eine Pause,
die Auszeit, zu der er zu selten sonst find't.
Und wenn er bei Vati und Mutti verweilt,
Geborgenheit früherer Tage ereilt,
dann ist dieser Kerl doch schon längst wieder Kind.
die Stoppeln von damals, sie wuchsen zum Bart,
der Kiefer ist strenger, der Blick wird oft hart,
betont seine Männlichkeit fast schon poetisch.
Die kräftigen Arme stets lässig beiseite,
so schreitet im Alltag er selbstbewusst fort,
auf's Leben gefragt, sagt er „Life is too short!“
und blickt dabei locker verträumt in die Weite.
Am Freitag jedoch, da fährt er nach Hause
und gönnt sich vom täglichen Stress eine Pause,
die Auszeit, zu der er zu selten sonst find't.
Und wenn er bei Vati und Mutti verweilt,
Geborgenheit früherer Tage ereilt,
dann ist dieser Kerl doch schon längst wieder Kind.
etikettiert:
Daktylus,
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Sonette,
Umarmender Reim
Mittwoch, 18. April 2007
Die Sonne fällt auf einen Baum
Ein warmer Schwall betörend gelber Sonne
vereinnahmt jedes Grün und jedes Blatt
des Baums, bis er sich zweigeteilt fast hat:
Rechts noch grün, doch links schon gelbe Wonne.
Licht und Schatten, grün und gelb, hell
und dunkel, kalt und warm erschafft der Baum
inzwischen aller Blüten Pracht, den Raum
erfüllend, das Kontrastespektrum schnell.
Ein Exemplar des Reichtums der Natur,
gelebte Lebendigkeit, offener Glanz,
Zentrum der Schönheit, Schönheiten Tanz.
Ein Kunstwerk der Schattierung, ewig pur,
ein Kunstwerk der Sonne und sie im Duett
mit Leben, Natur, dem Frieden ein Bett.
vereinnahmt jedes Grün und jedes Blatt
des Baums, bis er sich zweigeteilt fast hat:
Rechts noch grün, doch links schon gelbe Wonne.
Licht und Schatten, grün und gelb, hell
und dunkel, kalt und warm erschafft der Baum
inzwischen aller Blüten Pracht, den Raum
erfüllend, das Kontrastespektrum schnell.
Ein Exemplar des Reichtums der Natur,
gelebte Lebendigkeit, offener Glanz,
Zentrum der Schönheit, Schönheiten Tanz.
Ein Kunstwerk der Schattierung, ewig pur,
ein Kunstwerk der Sonne und sie im Duett
mit Leben, Natur, dem Frieden ein Bett.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Jambus,
Sonette,
Umarmender Reim
Dienstag, 17. April 2007
Limerick V - Paris
Ein mieser Gendarm aus Paris,
der war zu den Kindern oft fies,
er schubste und bleckte
die Zähne und neckte,
bis er auf die Eltern mal stieß.
der war zu den Kindern oft fies,
er schubste und bleckte
die Zähne und neckte,
bis er auf die Eltern mal stieß.
Altbekanntes
Seit Jahren geh' ich täglich d'ran vorbei,
so wurde es ein fester Teil des Lebens,
durch das ich schreite, wie so mancherlei,
und immer meint man: Nichts besteht vergebens.
Dennoch, als ich heute Schuhe brauchte,
da betrat ich gar zum ersten Mal
durch die starke Holztür das erlauchte
Schuhgeschäft des Herren Erwin Stahl.
Was vorher nur Kulisse meiner Schritte,
was als Hausfront nur als Schmucke frei,
wurde heute echt durch meine Bitte,
ob hier denn ein Schuh zu finden sei.
Plötzlich stand ich hinter diesen Gläsern,
sah von innen draußen mich noch stehen,
sah den Weg, die Wiese mit den Gräsern,
konnte endlich wirklich alles sehen.
Und ich selbst – nun mitten in der Welt,
die, ebenso romantisch wie verklärt,
mir so neu und altbekannt gefällt,
dass sie sich als Teil von mir bewährt.
so wurde es ein fester Teil des Lebens,
durch das ich schreite, wie so mancherlei,
und immer meint man: Nichts besteht vergebens.
Dennoch, als ich heute Schuhe brauchte,
da betrat ich gar zum ersten Mal
durch die starke Holztür das erlauchte
Schuhgeschäft des Herren Erwin Stahl.
Was vorher nur Kulisse meiner Schritte,
was als Hausfront nur als Schmucke frei,
wurde heute echt durch meine Bitte,
ob hier denn ein Schuh zu finden sei.
Plötzlich stand ich hinter diesen Gläsern,
sah von innen draußen mich noch stehen,
sah den Weg, die Wiese mit den Gräsern,
konnte endlich wirklich alles sehen.
Und ich selbst – nun mitten in der Welt,
die, ebenso romantisch wie verklärt,
mir so neu und altbekannt gefällt,
dass sie sich als Teil von mir bewährt.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim,
Trochäus
Montag, 16. April 2007
Viertelstunde
In dunstverwob'ner Viertelstunde,
zart umhüllt, erfüllt es sich.
Er bei ihr, mehr Freund als Kunde,
sie versteht es königlich.
Munter auf die alte Weise
wird das Spiel dann zelebriert,
erst subtil, berauschend leise,
später eher ungeniert.
Draußen dämmert noch kein Licht,
keine Menschenseele ist
schon wach und selbst die Katzen nicht,
niemand wird im Dunst vermisst.
So versteckt er sich wie immer
dort bei ihr und alles geht
gewohnten Gang in ihrem Zimmer,
weil er still nach Freunden fleht.
zart umhüllt, erfüllt es sich.
Er bei ihr, mehr Freund als Kunde,
sie versteht es königlich.
Munter auf die alte Weise
wird das Spiel dann zelebriert,
erst subtil, berauschend leise,
später eher ungeniert.
Draußen dämmert noch kein Licht,
keine Menschenseele ist
schon wach und selbst die Katzen nicht,
niemand wird im Dunst vermisst.
So versteckt er sich wie immer
dort bei ihr und alles geht
gewohnten Gang in ihrem Zimmer,
weil er still nach Freunden fleht.
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Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim,
Trochäus
Sonntag, 15. April 2007
Es miteinander machen
Leidenschaftlich gibt sie sich ihm hin,
er sich ihr im eben gleichen Maß,
beiden steht nach Lust und Sex der Sinn,
beide wollen miteinander Spaß.
Alles wird probiert und nichts gelassen,
kein Tabu zensiert heut' das Gescheh'n,
beide können ihre Lust nicht fassen,
während sie sich selber dabei seh'n.
Dort im Spiegel tun sie's ebenso,
auf und ab und tiefer, weiter rein,
der Begierde wird’s gemacht und froh
empfängt sie sein Gemächt so tief hinein.
Jeder Teil des Körpers erogen,
alles lüstern, nichts bleibt heute trocken,
dieses Treiben kann niemand versteh'n,
das Einzige was stört, sind seine Socken...
er sich ihr im eben gleichen Maß,
beiden steht nach Lust und Sex der Sinn,
beide wollen miteinander Spaß.
Alles wird probiert und nichts gelassen,
kein Tabu zensiert heut' das Gescheh'n,
beide können ihre Lust nicht fassen,
während sie sich selber dabei seh'n.
Dort im Spiegel tun sie's ebenso,
auf und ab und tiefer, weiter rein,
der Begierde wird’s gemacht und froh
empfängt sie sein Gemächt so tief hinein.
Jeder Teil des Körpers erogen,
alles lüstern, nichts bleibt heute trocken,
dieses Treiben kann niemand versteh'n,
das Einzige was stört, sind seine Socken...
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim,
Satire,
Trochäus
Limerick IV
Man wollte sich lüstern verstecken,
im Walde so manches aushecken,
und während man's machte
(und nicht g'rade sachte),
da freuten erst recht sich die Zecken.
im Walde so manches aushecken,
und während man's machte
(und nicht g'rade sachte),
da freuten erst recht sich die Zecken.
Samstag, 14. April 2007
Konfrontation
Stumm ermessen wir des And'ren Wesen,
stumm verharrt sein scheuer Blick auf meinem,
fast, als würden wir einander lesen,
ist mein Geist im Dialog mit seinem.
Wache Augen, die der Mensch für sich
beansprucht, hat mein gegenüber auch
und richtet sie erkennend nur auf mich
und macht von seiner Wachsamkeit gebrauch.
Hinter dieser braunen Tiefe lauert
zwar ein tierisch', dennoch reger Sinn,
umso reger, da er duldend kauert,
untermauert, dass durchschaut ich bin.
Schließlich dreht es seinen Kopf beiseite,
denn das Buch ist schließlich ausgelesen,
und nur Wald bleibt, wenn ich weiterschreite
und nur Wald bleibt, wo es g'rad gewesen.
stumm verharrt sein scheuer Blick auf meinem,
fast, als würden wir einander lesen,
ist mein Geist im Dialog mit seinem.
Wache Augen, die der Mensch für sich
beansprucht, hat mein gegenüber auch
und richtet sie erkennend nur auf mich
und macht von seiner Wachsamkeit gebrauch.
Hinter dieser braunen Tiefe lauert
zwar ein tierisch', dennoch reger Sinn,
umso reger, da er duldend kauert,
untermauert, dass durchschaut ich bin.
Schließlich dreht es seinen Kopf beiseite,
denn das Buch ist schließlich ausgelesen,
und nur Wald bleibt, wenn ich weiterschreite
und nur Wald bleibt, wo es g'rad gewesen.
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Das tägliche Gedicht,
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Freitag, 13. April 2007
Der Heuchler
Achtung, ein Langes. Auch noch im leserunfreundlichen Block abgefasst, doch lässt sich das eben nicht verhindern, wenn es denn nun mal Sinn macht.
Es ist inspirierend, sich zu ärgern, noch inspirierender, sich zu sorgen, letztendlich unendlich befreiend, sich dichtend loszusagen vom Idiotischen.
Ganz frenetisch wird er, seine Wangen
leuchten und mit Leidenschaft verspricht
er allen dort im Raum, die ihm befangen
doch gerne zuhör'n, dass er diese Sicht
mit jeder Faser seines wohlgeformten
und so eloquenten Hirns erkennt,
es vertritt, es lebt, es ist als normten
seine Sinne alle Welt behänd
einzig und allein nach dieser Wahrheit,
dieser Konsequenz der Ratio,
wie auch jeder and're Teil der Klarheit,
die ihn stets befällt, wie lichterloh
entzündetes und viel zu lang verkanntes
logisch relevantes Kopfesgut,
Kultur des stolzen Wissens, doch er kannt' es
und erkannt es, dankt es seinem Mut
mit dessen Hilfe er sich fragend wagte,
nicht verzagte, sondern weitaus weiter
seinem Ich des Denkens tapfer sagte,
wie gescheit er, ferner hinten breiter,
schließlich, lernend, heiter wird, der Weg,
wie er größer sich entwickelt, endlich
über Wissenswasser wohl als Steg
funktioniert und niemals wieder schändlich
seinen Weg zurück in diese Öde
halben Wissens rostbefleckter Geister
führen wird, im Gegenteil, der schnöde
Mammon seines Hirns ist nun sein Meister.
Wie er dies palavernd zelebriert,
meint man gleich zu wissen: Dieser Mann
wird ein Großer, dieser Mann logiert
in der höchsten Klasse, was er kann
entbehrt doch dem Niveau auch der Gelehrten,
wie viel höher ist wohl nur sein Sinn?
Alle richten sich nach seinen Werten,
gehen erst Experten zu ihm hin.
Und ich? Ich sitze alleine und trinke
den Wein, den ich wählte, bevor ich dort saß.
Ich lausche verwegen ein wenig und sinke
ein bisschen gedanklich in's wägende Maß
und merke, dass alles, was dieser dort sagt
genau so gut anders rum hätte erklingen
gekonnt, doch da niemand genauer ihn fragt,
befriedigt sein allzu gekonntes umsingen
und Trällern von Floskeln, die, weil ideell
und gewöhnungsbedürftig nach Revolution
duften, doch später vergisst er sie schnell,
seine Seele vergessen, das hat er ja schon.
Es ist inspirierend, sich zu ärgern, noch inspirierender, sich zu sorgen, letztendlich unendlich befreiend, sich dichtend loszusagen vom Idiotischen.
Ganz frenetisch wird er, seine Wangen
leuchten und mit Leidenschaft verspricht
er allen dort im Raum, die ihm befangen
doch gerne zuhör'n, dass er diese Sicht
mit jeder Faser seines wohlgeformten
und so eloquenten Hirns erkennt,
es vertritt, es lebt, es ist als normten
seine Sinne alle Welt behänd
einzig und allein nach dieser Wahrheit,
dieser Konsequenz der Ratio,
wie auch jeder and're Teil der Klarheit,
die ihn stets befällt, wie lichterloh
entzündetes und viel zu lang verkanntes
logisch relevantes Kopfesgut,
Kultur des stolzen Wissens, doch er kannt' es
und erkannt es, dankt es seinem Mut
mit dessen Hilfe er sich fragend wagte,
nicht verzagte, sondern weitaus weiter
seinem Ich des Denkens tapfer sagte,
wie gescheit er, ferner hinten breiter,
schließlich, lernend, heiter wird, der Weg,
wie er größer sich entwickelt, endlich
über Wissenswasser wohl als Steg
funktioniert und niemals wieder schändlich
seinen Weg zurück in diese Öde
halben Wissens rostbefleckter Geister
führen wird, im Gegenteil, der schnöde
Mammon seines Hirns ist nun sein Meister.
Wie er dies palavernd zelebriert,
meint man gleich zu wissen: Dieser Mann
wird ein Großer, dieser Mann logiert
in der höchsten Klasse, was er kann
entbehrt doch dem Niveau auch der Gelehrten,
wie viel höher ist wohl nur sein Sinn?
Alle richten sich nach seinen Werten,
gehen erst Experten zu ihm hin.
Und ich? Ich sitze alleine und trinke
den Wein, den ich wählte, bevor ich dort saß.
Ich lausche verwegen ein wenig und sinke
ein bisschen gedanklich in's wägende Maß
und merke, dass alles, was dieser dort sagt
genau so gut anders rum hätte erklingen
gekonnt, doch da niemand genauer ihn fragt,
befriedigt sein allzu gekonntes umsingen
und Trällern von Floskeln, die, weil ideell
und gewöhnungsbedürftig nach Revolution
duften, doch später vergisst er sie schnell,
seine Seele vergessen, das hat er ja schon.
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Donnerstag, 12. April 2007
Besonders
Ein rotes Sandkorn unter tausend Gelben,
gleich in Art und Eigenschaft, jedoch
in and'rer Farbe fällt es auf und noch
ist es nicht als Gleiches unter Selben.
Es schimmert herrlich, ein Rubin der Sonne
wie ein edles Teilchen, schön und rar,
nur hilft all die Schönheit nicht, denn gar
zu einsam ist es, schön – doch ohne Wonne.
Dort im Wind verweht sich g'rad ein Blatt,
treibt umher als Frühlings bunter Schatten,
jedermann erkennt die Form, die's hat,
wie auch Formen, die schon Blätter hatten.
Jedermann erkennt auch: Dies ist nicht
wie andere, nicht typisch konstruiert.
Herrlich elegant erkennt man nicht,
wie es trotz der Eleganz erfriert.
Dann im Zoo, man sieht wohl tausend Tiere,
eines dort ist nicht wie Löwen, Stiere
oder Elefanten, es ist fast
wie ein Tier, das nirgendwo recht passt.
Lustig sieht es aus, gar keine Frage,
jedermann begehrt es dieser Tage,
nur es selbst, missachtet von den Zoo-
bewohnern, wird dabei nicht richtig froh.
Alles ist besonders, ist speziell,
umso besser, je verrückter's ist,
weil man doch ansonsten vielleicht schnell
vergisst, wie einzigartig diese Erde,
nur, wenn Du gar zu besonders bist,
wird es Fluch – vereinsamt in der Herde.
gleich in Art und Eigenschaft, jedoch
in and'rer Farbe fällt es auf und noch
ist es nicht als Gleiches unter Selben.
Es schimmert herrlich, ein Rubin der Sonne
wie ein edles Teilchen, schön und rar,
nur hilft all die Schönheit nicht, denn gar
zu einsam ist es, schön – doch ohne Wonne.
Dort im Wind verweht sich g'rad ein Blatt,
treibt umher als Frühlings bunter Schatten,
jedermann erkennt die Form, die's hat,
wie auch Formen, die schon Blätter hatten.
Jedermann erkennt auch: Dies ist nicht
wie andere, nicht typisch konstruiert.
Herrlich elegant erkennt man nicht,
wie es trotz der Eleganz erfriert.
Dann im Zoo, man sieht wohl tausend Tiere,
eines dort ist nicht wie Löwen, Stiere
oder Elefanten, es ist fast
wie ein Tier, das nirgendwo recht passt.
Lustig sieht es aus, gar keine Frage,
jedermann begehrt es dieser Tage,
nur es selbst, missachtet von den Zoo-
bewohnern, wird dabei nicht richtig froh.
Alles ist besonders, ist speziell,
umso besser, je verrückter's ist,
weil man doch ansonsten vielleicht schnell
vergisst, wie einzigartig diese Erde,
nur, wenn Du gar zu besonders bist,
wird es Fluch – vereinsamt in der Herde.
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Mittwoch, 11. April 2007
Limerick III
Man war g'rad noch Bierchen besorgen
und längst schon zum Tiere geworden,
man grunzte und lachte
und schnaufte und dachte
noch nicht an die Folgen am Morgen.
und längst schon zum Tiere geworden,
man grunzte und lachte
und schnaufte und dachte
noch nicht an die Folgen am Morgen.
Der Vorhang schnürt sich zu (Teil 2)
Oh, der Nebel senkt sich gar zu tief,
wie ein Kreisel dreht er sich hinunter,
wie ein Strudel, der zu wirr verlief,
dreht sich alles, alles wird noch bunter,
alle Farben werden froh geeint,
vermischen sich und ihnen folgt der Klang,
der konfus als Welle zu mir drang,
während alle Welt dies Dreh'n beweint.
Wohin schau'n? Oh, wohin sich noch richten?
Alles unklar, alles hohl, mitnichten
weiß man, wo man denn gerade steht,
wenn die Zeit im Sog des Seins vergeht,
Und wenn einen alle Sinne strafen,
alle Übelkeiten sich dort trafen,
lässt die Gnade einen endlich schlafen.
wie ein Kreisel dreht er sich hinunter,
wie ein Strudel, der zu wirr verlief,
dreht sich alles, alles wird noch bunter,
alle Farben werden froh geeint,
vermischen sich und ihnen folgt der Klang,
der konfus als Welle zu mir drang,
während alle Welt dies Dreh'n beweint.
Wohin schau'n? Oh, wohin sich noch richten?
Alles unklar, alles hohl, mitnichten
weiß man, wo man denn gerade steht,
wenn die Zeit im Sog des Seins vergeht,
Und wenn einen alle Sinne strafen,
alle Übelkeiten sich dort trafen,
lässt die Gnade einen endlich schlafen.
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Dienstag, 10. April 2007
Durch einen Vorhang (Teil 1)
Dichter Nebel senkt sich auf den Grund,
demaskiert die Klarheit dieser Tage,
doch, oh Erdenbild, erhör die Klage,
warum, nur vertilglt der Himmelsschlund
alle meine Hoffnung, und ersetzt
den Schein des Seins, wie er sich offenbart,
wie er sich noch mit der Wahrheit paart,
somit die Erkenntnis auf sich hetzt.
Letztlich, doch, verschwimmt in diesem Nebel
alles, was so strahlend g'rad noch war,
manches wird auch schöner, dieser Knebel
der Erkennens meint es gut mit mir,
wie ein Kalb, das Zwillinge gebahr,
bin ich, wenn ich trunken zelebrier'.
demaskiert die Klarheit dieser Tage,
doch, oh Erdenbild, erhör die Klage,
warum, nur vertilglt der Himmelsschlund
alle meine Hoffnung, und ersetzt
den Schein des Seins, wie er sich offenbart,
wie er sich noch mit der Wahrheit paart,
somit die Erkenntnis auf sich hetzt.
Letztlich, doch, verschwimmt in diesem Nebel
alles, was so strahlend g'rad noch war,
manches wird auch schöner, dieser Knebel
der Erkennens meint es gut mit mir,
wie ein Kalb, das Zwillinge gebahr,
bin ich, wenn ich trunken zelebrier'.
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Umarmender Reim
Montag, 9. April 2007
4:17
So friedvoll ist sie sonst nie,
in Zwielicht wird sie eingetaucht
und nannte sich fast Symphonie;
die Welt so frisch, so unverbraucht.
Der Mond wendet sich schon zum Geh'n,
er schwebt dem Rand der Nacht entgegen
und wirre Lichter verseh'n
die Welt, sie tanzen ihretwegen.
Dort drüben, da geht noch ein Mann,
die Nacht hat ihn heraus gespie'n
und führt ihn vergnügt nun im Bann,
die Welt erscheint ihm neugedie'n.
Und dies sind besondere Stunden,
voll Frieden schleichen sie dahin
und drehen im Zeitstrudel Runden,
die Welt in mir, wie ich hier bin.
in Zwielicht wird sie eingetaucht
und nannte sich fast Symphonie;
die Welt so frisch, so unverbraucht.
Der Mond wendet sich schon zum Geh'n,
er schwebt dem Rand der Nacht entgegen
und wirre Lichter verseh'n
die Welt, sie tanzen ihretwegen.
Dort drüben, da geht noch ein Mann,
die Nacht hat ihn heraus gespie'n
und führt ihn vergnügt nun im Bann,
die Welt erscheint ihm neugedie'n.
Und dies sind besondere Stunden,
voll Frieden schleichen sie dahin
und drehen im Zeitstrudel Runden,
die Welt in mir, wie ich hier bin.
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Sonntag, 8. April 2007
Neues Label: Rätselgedicht
Auf Anregung eines guten Freundes, werde ich das Streben nach Formvollendung der jüngsten Zeit nicht aufgeben, aber um ein weiteres reizvolles Ziel erweitern: Versteckte Botschaften.
Die Gedichte mit dem Label Rätselgedicht enthalten getarnte Antagonien, Hinweise, die entscheidend für die Bedeutung und Interpretation des ganzen Werks sein werden...ich möchte nicht mehr verraten, denn ich würde zeitgleich gerne einen kleinen Wettbewerb mit jedem solchen Gedicht veranstalten: Ich bin gespannt, wer zuerst (am besten als Kommentar zum jeweiligen Gedicht) eine solche Botschaft findet. Dementsprechend möchte ich euch hiermit gerne einladen, nach dem Versteckten zu suchen...damit das Ganze nicht ohne zusätzlichen Reiz bleibt, darf der Erste, der etwas findet, entweder ein Thema oder die Überschrift für eines der kommenden Gedichte festlegen - ich werde nach dieser Vorgabe dichten und gelobe, mein Bestes zu geben.
In diesem Sinne: Frohes Suchen! (Passend zu Ostern)
Die Gedichte mit dem Label Rätselgedicht enthalten getarnte Antagonien, Hinweise, die entscheidend für die Bedeutung und Interpretation des ganzen Werks sein werden...ich möchte nicht mehr verraten, denn ich würde zeitgleich gerne einen kleinen Wettbewerb mit jedem solchen Gedicht veranstalten: Ich bin gespannt, wer zuerst (am besten als Kommentar zum jeweiligen Gedicht) eine solche Botschaft findet. Dementsprechend möchte ich euch hiermit gerne einladen, nach dem Versteckten zu suchen...damit das Ganze nicht ohne zusätzlichen Reiz bleibt, darf der Erste, der etwas findet, entweder ein Thema oder die Überschrift für eines der kommenden Gedichte festlegen - ich werde nach dieser Vorgabe dichten und gelobe, mein Bestes zu geben.
In diesem Sinne: Frohes Suchen! (Passend zu Ostern)
Identität
Wer vermag mir heut' die Freud' zu nehmen,
bin ob meines Spiegelbildes ganz
ich selbst und seh' dies nicht als Penetranz -
eigentlich als eins der liebsten Themen.
Und wem es nicht ganz ebenso ergeht,
wer d'ran scheitert, tut mir leid, und sag,
bist Du nicht ebenfroh an Nacht und Tag?
Du Kind der Sonne, die hoch oben steht?
Kennt man dieses Glück des um-sich-Wissens,
man möcht' es nicht mehr missen müssen, nie
sich fragen, wer im Spiegel das heut' ist,
denn alles kennen geht, guten Gewissens,
überhaupt nur, wenn man Elegie
selbst an sich erfindet, - Du sie bist.
bin ob meines Spiegelbildes ganz
ich selbst und seh' dies nicht als Penetranz -
eigentlich als eins der liebsten Themen.
Und wem es nicht ganz ebenso ergeht,
wer d'ran scheitert, tut mir leid, und sag,
bist Du nicht ebenfroh an Nacht und Tag?
Du Kind der Sonne, die hoch oben steht?
Kennt man dieses Glück des um-sich-Wissens,
man möcht' es nicht mehr missen müssen, nie
sich fragen, wer im Spiegel das heut' ist,
denn alles kennen geht, guten Gewissens,
überhaupt nur, wenn man Elegie
selbst an sich erfindet, - Du sie bist.
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Umarmender Reim
Samstag, 7. April 2007
Schöner Tag! (Unterdrücktes)
Hold, so hold, versteh' ich, was ich seh',
alles ist so bunt und schön, ich geh'
so viele Wege hocherquickt entlang,
suche nichts, doch finde ohne Drang.
Zu perfekt erscheint mir fast das Sein,
ohne Sorge, alles stimmt und kein
roter Faden gibt mir alles vor,
nicht ein Manko strömt in mir empor.
Welch ein Glück - und seht ihr's auch? Wir leben
unser Leben voll Erfüllung hin,
Taten untermauern unser Streben.
Tolle Sprünge mag man lustig machen,
oh, wer fragt beim Springen noch nach Sinn?
Doch zu froh erklingt mir gar mein Lachen.
alles ist so bunt und schön, ich geh'
so viele Wege hocherquickt entlang,
suche nichts, doch finde ohne Drang.
Zu perfekt erscheint mir fast das Sein,
ohne Sorge, alles stimmt und kein
roter Faden gibt mir alles vor,
nicht ein Manko strömt in mir empor.
Welch ein Glück - und seht ihr's auch? Wir leben
unser Leben voll Erfüllung hin,
Taten untermauern unser Streben.
Tolle Sprünge mag man lustig machen,
oh, wer fragt beim Springen noch nach Sinn?
Doch zu froh erklingt mir gar mein Lachen.
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Sonette,
Trochäus
Freitag, 6. April 2007
Baum
Jeden Tag begrüßt er mich erneut,
und hat sich immer selber neu erfunden
und alte Grenzen wieder überwunden,
indem er alle Welt mit sich erfreut.
Denn sein Erscheinungsbild erscheint
an jedem neuen Tage gleich erneuert,
als wäre jede Schönheit nur beteuert,
wenn man sich so neu erfunden meint.
Und wenn aus Knospen endlich Blüten sprießen,
aller Zauber dieser Renaissance
sich ergießt und weiter wird ergießen,
erscheint in Farbe solch ein Stückchen Welt,
wie man es in aller Zeiten Trance
zu selten wahrnimmt, wo es doch gefällt.
und hat sich immer selber neu erfunden
und alte Grenzen wieder überwunden,
indem er alle Welt mit sich erfreut.
Denn sein Erscheinungsbild erscheint
an jedem neuen Tage gleich erneuert,
als wäre jede Schönheit nur beteuert,
wenn man sich so neu erfunden meint.
Und wenn aus Knospen endlich Blüten sprießen,
aller Zauber dieser Renaissance
sich ergießt und weiter wird ergießen,
erscheint in Farbe solch ein Stückchen Welt,
wie man es in aller Zeiten Trance
zu selten wahrnimmt, wo es doch gefällt.
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Trochäus,
Umarmender Reim
Donnerstag, 5. April 2007
Anspruch
Der Wind verändert die Realität,
er schüttelt Blätter fort und ändert Dinge,
die ich eben noch so reich besinge,
doch ich komme mit der Hymne spät.
Viel zu spät erstrahlen Worte die
doch letzten Endes nur kopieren sollen,
was uns echt erscheint und was wir wollen –
bei aller Eloquenz gelingt das nie.
Und weiter formulier' ich tausend Sätze,
und versuche, alles zu verdichten,
bilde hier semantisch tausend Schichten,
dennoch: Nie gelang' ich an die Schätze,
welche diese Welt uns reich beschafft,
die sie als ihr Abbild uns geschenkt.
Wenn der Wind die Wahrheit weise lenkt,
gibt es keine Lücke, die dort klafft.
Sie zu kompensieren, schaff' ich Zeilen,
die der Wahrheit leider ewig fern,
doch als Abbild letztlich wahrhaft gern
gesehen sind, und bitte zu verweilen.
er schüttelt Blätter fort und ändert Dinge,
die ich eben noch so reich besinge,
doch ich komme mit der Hymne spät.
Viel zu spät erstrahlen Worte die
doch letzten Endes nur kopieren sollen,
was uns echt erscheint und was wir wollen –
bei aller Eloquenz gelingt das nie.
Und weiter formulier' ich tausend Sätze,
und versuche, alles zu verdichten,
bilde hier semantisch tausend Schichten,
dennoch: Nie gelang' ich an die Schätze,
welche diese Welt uns reich beschafft,
die sie als ihr Abbild uns geschenkt.
Wenn der Wind die Wahrheit weise lenkt,
gibt es keine Lücke, die dort klafft.
Sie zu kompensieren, schaff' ich Zeilen,
die der Wahrheit leider ewig fern,
doch als Abbild letztlich wahrhaft gern
gesehen sind, und bitte zu verweilen.
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Mittwoch, 4. April 2007
Abendhimmel
Wie der Horizont im letzten Akt des Tages glüht,
wie ein Kirschbaum seine Blüte gegen dieses Licht,
gegen dieses Firmament als Silhouette sticht,
wie der Wind sich diese Blüten stolz zu schaukeln müht.
Wie sich das Pastell dort als Verlauf am Himmel streckt,
wie der Untergang der Sonne gleichermaßen auch
den Mond und seine Sterne auf den Himmel zieht, ein Brauch,
der in mir als Ritual so frohe Sehnsucht weckt.
Wie die Luft voll Sauerstoff an meine Nase dringt,
wie sich eine Wolke durch die Farbenpracht verfärbt,
wie ein Vogel diese Szenerie des Glücks besingt.
Wie so fein mattiert des Tages letztes Licht erscheint,
wie es dort den Himmel für die Nacht so schön gegerbt,
wusste ich, dass hier und jetzt der Himmel sich vereint.
wie ein Kirschbaum seine Blüte gegen dieses Licht,
gegen dieses Firmament als Silhouette sticht,
wie der Wind sich diese Blüten stolz zu schaukeln müht.
Wie sich das Pastell dort als Verlauf am Himmel streckt,
wie der Untergang der Sonne gleichermaßen auch
den Mond und seine Sterne auf den Himmel zieht, ein Brauch,
der in mir als Ritual so frohe Sehnsucht weckt.
Wie die Luft voll Sauerstoff an meine Nase dringt,
wie sich eine Wolke durch die Farbenpracht verfärbt,
wie ein Vogel diese Szenerie des Glücks besingt.
Wie so fein mattiert des Tages letztes Licht erscheint,
wie es dort den Himmel für die Nacht so schön gegerbt,
wusste ich, dass hier und jetzt der Himmel sich vereint.
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Dienstag, 3. April 2007
Zusammenleben
Oft genug wird die Liebe von einst zur Fassade, was man Romantik nannte, verkommt unter einem Mantel medialer Präsentation und man selbst? Man selbst geht unter in diesem Meer der Unentschlossenheiten und Scheinwelten.
Sag: Warum lässt Du ihn nicht einfach los?
Lass ihn, wenn er sich so sehnt, doch gehen.
Dieses Klammern stellt Dich letztlich bloß –
eine Blöße, die es schmerzt zu sehen.
Und wo ist Deine viel geseh'ne Kraft?
Wo die Geister, die so wichtig sind,
wenn man es alleine kaum noch schafft,
stimmt es etwa doch? Macht Liebe blind?
Derart blind, dass Selbstzerstörung halt
gebilligt wird, damit man noch den Schein
des scheinbar heilen, doch in Wahrheit kalt
gewordenen erhalten kann und sein
Mangel an Begeisterung, und Deiner
einfach übersehen werden, kann
man denn so leben, immer kleiner
werden lassend, alles das, was man
doch einst der Größe halber schon verehrte,
was man sich zusammen stolz besah
von allen Seiten, nie den Rücken kehrte,
schwärmte, liebte, ob von fern, von nah?
Kann man dies? Wenn Du sagst: „Ja, man kann!“,
dann will ich gerne aufhör'n, Dir zu schreiben,
dass mein Verstand den Zweifel hier ersann
und rate Dir, das Spiel nur fort zu treiben.
Sag: Warum lässt Du ihn nicht einfach los?
Lass ihn, wenn er sich so sehnt, doch gehen.
Dieses Klammern stellt Dich letztlich bloß –
eine Blöße, die es schmerzt zu sehen.
Und wo ist Deine viel geseh'ne Kraft?
Wo die Geister, die so wichtig sind,
wenn man es alleine kaum noch schafft,
stimmt es etwa doch? Macht Liebe blind?
Derart blind, dass Selbstzerstörung halt
gebilligt wird, damit man noch den Schein
des scheinbar heilen, doch in Wahrheit kalt
gewordenen erhalten kann und sein
Mangel an Begeisterung, und Deiner
einfach übersehen werden, kann
man denn so leben, immer kleiner
werden lassend, alles das, was man
doch einst der Größe halber schon verehrte,
was man sich zusammen stolz besah
von allen Seiten, nie den Rücken kehrte,
schwärmte, liebte, ob von fern, von nah?
Kann man dies? Wenn Du sagst: „Ja, man kann!“,
dann will ich gerne aufhör'n, Dir zu schreiben,
dass mein Verstand den Zweifel hier ersann
und rate Dir, das Spiel nur fort zu treiben.
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Elementare Jongliermuster
Zum besseren Verständnis des dazugehörigen Gedichts und vielleicht auch als interessanten Einblick, möchte ich ganz kurz und knapp die genannten Muster Kaskade, Säulen, Boxen und Multiplex erklären, beziehungsweise zeigen. Die genannten Bögen kann man zwar werfen, sie sind aber kein eigenständiges Muster, sondern einfach betont bogenartig geworfene Bälle.
Kaskade
Das Grundmuster - ein Ball wird unter den anderen geworfen, von der Mitte in die Hand.

Säulen
Eine Hand jongliert zwei Bälle - dabei ist es unwesentlich, ob die Bälle rotierend oder nebeneinander auf und ab geworfen werden.

Bei diesem Beispiel wirft die rechte Hand (vom Patienten aus) Säulen, die linke wirft einfach einen Ball auf und ab
Boxen
Ein sehr schweres Muster, das nicht sehr schwer aussieht - im Grundmuster wird ein Ball horizontal mit hoher Geschwindigkeit von einer Hand in die andere geworfen, wobei die fangende Hand vor dem Fangen noch flugs ihrerseits einen Ball vertikal in die Luft befördert. Fällt dieser vertikale Ball hinunter, wird vor dem Fangen der horizontale Ball wieder zurückgeworfen, nun ist die andere Hand dran.

Multiplex
Hierbei werden zwei Bälle von einer Hand geworfen und auch zusammen wieder gefangen.
Wer sich weiter interessiert, ist auf jong.de richtig, hier gibt es viele Videoclips zu Tricks, außerdem einen Jongliershop und dergleichen mehr.
Kaskade
Das Grundmuster - ein Ball wird unter den anderen geworfen, von der Mitte in die Hand.
Säulen
Eine Hand jongliert zwei Bälle - dabei ist es unwesentlich, ob die Bälle rotierend oder nebeneinander auf und ab geworfen werden.
Bei diesem Beispiel wirft die rechte Hand (vom Patienten aus) Säulen, die linke wirft einfach einen Ball auf und ab
Boxen
Ein sehr schweres Muster, das nicht sehr schwer aussieht - im Grundmuster wird ein Ball horizontal mit hoher Geschwindigkeit von einer Hand in die andere geworfen, wobei die fangende Hand vor dem Fangen noch flugs ihrerseits einen Ball vertikal in die Luft befördert. Fällt dieser vertikale Ball hinunter, wird vor dem Fangen der horizontale Ball wieder zurückgeworfen, nun ist die andere Hand dran.
Multiplex
Hierbei werden zwei Bälle von einer Hand geworfen und auch zusammen wieder gefangen.
Wer sich weiter interessiert, ist auf jong.de richtig, hier gibt es viele Videoclips zu Tricks, außerdem einen Jongliershop und dergleichen mehr.
Montag, 2. April 2007
Jonglage
Merkwürdig, dass ich dieser großartigen Tätigkeit noch kein Gedicht gewidmet habe, wo sie doch derart angenehm dominant durch mein Leben streift.
Heute also ein Gedicht über das Jonglieren, wobei ich mir erlauben möchte, noch kurz anzumerken, dass Kaskade, Säulen, Bögen, Boxen und Multiplex Jonglierarten sind - also verschiedene sogenannte Muster, die Bälle zu werfen und zu kombinieren.
Scheinbar gänzlich ohne Schwerkraft fliegen
kleine Bälle kunstvoll durch den Raum,
scheinen davon nicht genug zu kriegen,
malen Muster, wie in einem Traum.
Von Kaskade hin zu Säulen, Bögen,
Boxen, sogar Multiplex gar sehr
variantenreich verkauft, ach flögen
wir doch auch so leicht nur hin und her!
Es wirkt nicht schwer, ein solches Muster, nur
der Schein, er trügt, nicht jeder kann es gleich,
doch wünscht sich jeder, dass er's könnt, so pur
mit Welten zu jonglieren, farbenreich.
Wenn schließlich sich dann alles toll vermixt,
die Übersicht der Kunst zur Ehre weicht,
und der Jongleur den schwersten Trick ertrickst
und dabei einem Lüftemaler gleicht,
dann, spätestens hör'n die Gedanken auf,
Ästhetik, der man huldvoll fromm verfällt,
vereinnahmt einen ganz in ihrem Lauf.
Ein Zustand – rar. Obwohl er so gefällt.
Heute also ein Gedicht über das Jonglieren, wobei ich mir erlauben möchte, noch kurz anzumerken, dass Kaskade, Säulen, Bögen, Boxen und Multiplex Jonglierarten sind - also verschiedene sogenannte Muster, die Bälle zu werfen und zu kombinieren.
Scheinbar gänzlich ohne Schwerkraft fliegen
kleine Bälle kunstvoll durch den Raum,
scheinen davon nicht genug zu kriegen,
malen Muster, wie in einem Traum.
Von Kaskade hin zu Säulen, Bögen,
Boxen, sogar Multiplex gar sehr
variantenreich verkauft, ach flögen
wir doch auch so leicht nur hin und her!
Es wirkt nicht schwer, ein solches Muster, nur
der Schein, er trügt, nicht jeder kann es gleich,
doch wünscht sich jeder, dass er's könnt, so pur
mit Welten zu jonglieren, farbenreich.
Wenn schließlich sich dann alles toll vermixt,
die Übersicht der Kunst zur Ehre weicht,
und der Jongleur den schwersten Trick ertrickst
und dabei einem Lüftemaler gleicht,
dann, spätestens hör'n die Gedanken auf,
Ästhetik, der man huldvoll fromm verfällt,
vereinnahmt einen ganz in ihrem Lauf.
Ein Zustand – rar. Obwohl er so gefällt.
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Sonntag, 1. April 2007
Zukunft
Gedankenstrom, die zweite. Dabei nicht sinnlos.
Ewig fort, so fließen alle Flüsse,
kaum behindert durch das Landschaftsbild.
Tausend Grüße, winken, tausend Küsse,
der Wind steht gut, das Klima ist recht mild.
Wir variieren uns're Masken täglich,
doch wenn das Gesicht verändern soll,
scheitern viele leider allzu kläglich,
sind im Geiste leer, der Hoffnung voll.
Geht voran, oh Brüder, lasst uns schaffen,
was vor uns schon tausende geschafft,
doch mit eig'ner Hand den ganzen Pfaffen,
Richtern, alllen Leuten, die gegafft
zeigen, dass wir eigenes kreieren,
uns're Zukunft ist ein Pergament,
dass man schön bemalen, fies beschmieren
oder leer belassen kann. Wer kennt
denn schließlich alle Varianten,
die ein Leben schließlich nehmen kann?
Du? Ich? Einer der Verwandten?
Kommt! Wir schaffen unser'n eign'nen Bann!
Ewig fort, so fließen alle Flüsse,
kaum behindert durch das Landschaftsbild.
Tausend Grüße, winken, tausend Küsse,
der Wind steht gut, das Klima ist recht mild.
Wir variieren uns're Masken täglich,
doch wenn das Gesicht verändern soll,
scheitern viele leider allzu kläglich,
sind im Geiste leer, der Hoffnung voll.
Geht voran, oh Brüder, lasst uns schaffen,
was vor uns schon tausende geschafft,
doch mit eig'ner Hand den ganzen Pfaffen,
Richtern, alllen Leuten, die gegafft
zeigen, dass wir eigenes kreieren,
uns're Zukunft ist ein Pergament,
dass man schön bemalen, fies beschmieren
oder leer belassen kann. Wer kennt
denn schließlich alle Varianten,
die ein Leben schließlich nehmen kann?
Du? Ich? Einer der Verwandten?
Kommt! Wir schaffen unser'n eign'nen Bann!
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Samstag, 31. März 2007
Oh, Befriedigung
Passend zur Erklärung der Romantik, heute ein typisch romantisches Gedicht.
Am Tage hängen alle Wolken trüb herab wie Schleier
dort am Firmament als Nihilisten alles Lichts,
graue Fäden, die verschmieren, sonst ist weiter nichts,
das Farben schafft. Die Welt ein Leichnam, alle Wolken Geier.
Wo gestern Gräser waren, existiert nur blasses Heu
und alle Bäume wirken dürr und kraftlos, wie sie stehen.
Selbst die Menschen, die sonst oft recht farbig anzusehen
sind, erscheinen heut' ideenlos, gelangweilt, scheu.
Später, allerdings, wenn bald der Tag erloschen ist
und silbern hoch der Mond die Welt veredelt, raffiniert,
hilft dessen seiden Lichtbouquet, dass man den Tag vergisst.
Verständnisvoll scheint er herab und nimmt mich freundlich auf,
ersetzt die Sehnsucht durch erlös'ne Taubheit, die pulsiert
und lässt mich ganz erfüllt zurück, durch seinen noblen Lauf.
Am Tage hängen alle Wolken trüb herab wie Schleier
dort am Firmament als Nihilisten alles Lichts,
graue Fäden, die verschmieren, sonst ist weiter nichts,
das Farben schafft. Die Welt ein Leichnam, alle Wolken Geier.
Wo gestern Gräser waren, existiert nur blasses Heu
und alle Bäume wirken dürr und kraftlos, wie sie stehen.
Selbst die Menschen, die sonst oft recht farbig anzusehen
sind, erscheinen heut' ideenlos, gelangweilt, scheu.
Später, allerdings, wenn bald der Tag erloschen ist
und silbern hoch der Mond die Welt veredelt, raffiniert,
hilft dessen seiden Lichtbouquet, dass man den Tag vergisst.
Verständnisvoll scheint er herab und nimmt mich freundlich auf,
ersetzt die Sehnsucht durch erlös'ne Taubheit, die pulsiert
und lässt mich ganz erfüllt zurück, durch seinen noblen Lauf.
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Umarmender Reim
Kleine Epochenübersicht: Romantik
Da wiederholt Sonette von mir geschrieben werden, halte ich es für angebracht, kurz auf die Epoche einzugehen, welche die meisten Sonette hervorbrachte und für welche das Sonett die typischste Gedichtform ist: Die Romantik.
Die Romantik dauerte in der Literatur von 1795-1848 und war insbesondere durch Friedrich Hölderlin, Joseph von Eichendorff und Betinna von Arnim vertreten, neben vielen anderen, versteht sich.
Ersterer begründete die romantische Art zu schreiben und kombinierte erstmals die strenge Form mit den typischen romantischen Themen: Nacht, Mond, Sehnsucht, Jenseitsstreben, um nur einige zu nennen.
All dies wurde zumeist in Sonetten formuliert, formstreng mit korrektem Metrum und eingehaltenem Reimschema, wobei nur vermutet werden kann, was genauer Sinn und Zweck der Verwendung waren.
Möglich ist, dass das Sonett mit seinem Umbruch zwischen zweiter und dritter Strophe das optimale Medium war, den Kontrast des Romantikers zwischen Diesseits (oder Tag) und Jenseits (oder Nacht) darzustellen. Oder auch: Den Kontrast zwischen ungeliebter Realität und Sehnsuchtsrealität.
In jedem Falle kann man feststellen, dass der Mond eine ganz besondere Wirkung auf die Romantiker hatte - als etwas Schönes, Unerreichbares war er als Ziel romantischer Begierde wie geschaffen und kommt in weit über der Hälfte aller Gedichte zumindest einmal genannt vor.
Wer mehr wissen möchte, kann bei Wikipedia nachlesen, wobei der Artikel sich mit der Romantik als allgemeine Epoche aller Künste beschäftigt.
Die Romantik dauerte in der Literatur von 1795-1848 und war insbesondere durch Friedrich Hölderlin, Joseph von Eichendorff und Betinna von Arnim vertreten, neben vielen anderen, versteht sich.
Ersterer begründete die romantische Art zu schreiben und kombinierte erstmals die strenge Form mit den typischen romantischen Themen: Nacht, Mond, Sehnsucht, Jenseitsstreben, um nur einige zu nennen.
All dies wurde zumeist in Sonetten formuliert, formstreng mit korrektem Metrum und eingehaltenem Reimschema, wobei nur vermutet werden kann, was genauer Sinn und Zweck der Verwendung waren.
Möglich ist, dass das Sonett mit seinem Umbruch zwischen zweiter und dritter Strophe das optimale Medium war, den Kontrast des Romantikers zwischen Diesseits (oder Tag) und Jenseits (oder Nacht) darzustellen. Oder auch: Den Kontrast zwischen ungeliebter Realität und Sehnsuchtsrealität.
In jedem Falle kann man feststellen, dass der Mond eine ganz besondere Wirkung auf die Romantiker hatte - als etwas Schönes, Unerreichbares war er als Ziel romantischer Begierde wie geschaffen und kommt in weit über der Hälfte aller Gedichte zumindest einmal genannt vor.
Wer mehr wissen möchte, kann bei Wikipedia nachlesen, wobei der Artikel sich mit der Romantik als allgemeine Epoche aller Künste beschäftigt.
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Epochen,
Kleine lyrische Hintergründe
Freitag, 30. März 2007
Limerick II - Saarbrücken
Man verkaufte recht lang in Saarbrücken
zwar teuer, doch nicht viele Krücken.
D'rum hat man dort jetzt
ein paar Leute verletzt,
da mussten sie's Portmonnee zücken.
zwar teuer, doch nicht viele Krücken.
D'rum hat man dort jetzt
ein paar Leute verletzt,
da mussten sie's Portmonnee zücken.
Früher. Eine Ruine
Die Mauern sind seit Jahren schon verlassen
und das Interieur verstaubt, kaputt.
Das meiste ist eh fort, die Wände fassen
leere Räume, alte Möbel, Schutt.
Auf den Fenstern sammelt sich der Dreck
der letzten Jahre, tanzend zelebrieren
tausend Staubpartikel jeden Fleck
der Luft als Platz, um einsam zu vibrieren.
Jeder Strahl der Sonne ist zwar milde
doch schafft er scharfe Kanten in den Schatten.
Bräunlich angestrahlt ist das Gefilde,
das als Heimat einst wohl Menschen hatten.
Ihren Geist verspürt man auch noch heute,
malt sich Bilder der Vergangenheit,
denkt sich, wie man weinte, wie sich freute
ob der schönen Dinge jener Zeit.
Wenn die Geister uns'res Geistes dann
die ganzen alten Möbel stolz passieren,
werden diese wieder neu im Bann,
der unser'm Auge aufgetan, und zieren
wieder eine Wohnung voller Leben,
der Staub verschwindet aus der Atmosphäre,
der Raum ist voll vom Klang, den Menschen weben,
indem sie existieren. Und es wäre
wieder Wasser dort im Hahn und wieder
Wärme in der Heizung und die Rufe
schallen wider von den Wänden, Lieder
nur aus Stimmen jede kleine Stufe
wirft all den Dreck, der sie noch g'rad bedeckt
hinfort und glänzt im Glanze der Geburt
durch Schritte auf der Treppe barsch verschreckt,
ist dort auch eine Katze, die nun murrt.
Und während man sich all dies Leben denkt,
da öffnet man die Augen wieder, gleich
erkennt man, dass die Welt dies Haus gelenkt,
an Wert heut' arm, doch an Geschichte reich.
Der Staub steht nunmehr wieder in der Luft,
die Federn aus dem Sofa schauen raus,
dem abgestand'nen Odem wich der Duft,
der früher parfümierte dieses Haus.
Das klare Licht der vagen ält'ren Zeit
ist wieder durch das trübe Licht des klaren
Jetzt ersetzt. Und war das Haus bereit,
Vergangenes so frei zu offenbaren,
so offenbarte es mir eine Welt,
die wert ist, offenbart gewollt zu werden.
Denn, was auch immer man vom Früher hält,
es treibt das Heute, wie ein Hirt' die Herden.
und das Interieur verstaubt, kaputt.
Das meiste ist eh fort, die Wände fassen
leere Räume, alte Möbel, Schutt.
Auf den Fenstern sammelt sich der Dreck
der letzten Jahre, tanzend zelebrieren
tausend Staubpartikel jeden Fleck
der Luft als Platz, um einsam zu vibrieren.
Jeder Strahl der Sonne ist zwar milde
doch schafft er scharfe Kanten in den Schatten.
Bräunlich angestrahlt ist das Gefilde,
das als Heimat einst wohl Menschen hatten.
Ihren Geist verspürt man auch noch heute,
malt sich Bilder der Vergangenheit,
denkt sich, wie man weinte, wie sich freute
ob der schönen Dinge jener Zeit.
Wenn die Geister uns'res Geistes dann
die ganzen alten Möbel stolz passieren,
werden diese wieder neu im Bann,
der unser'm Auge aufgetan, und zieren
wieder eine Wohnung voller Leben,
der Staub verschwindet aus der Atmosphäre,
der Raum ist voll vom Klang, den Menschen weben,
indem sie existieren. Und es wäre
wieder Wasser dort im Hahn und wieder
Wärme in der Heizung und die Rufe
schallen wider von den Wänden, Lieder
nur aus Stimmen jede kleine Stufe
wirft all den Dreck, der sie noch g'rad bedeckt
hinfort und glänzt im Glanze der Geburt
durch Schritte auf der Treppe barsch verschreckt,
ist dort auch eine Katze, die nun murrt.
Und während man sich all dies Leben denkt,
da öffnet man die Augen wieder, gleich
erkennt man, dass die Welt dies Haus gelenkt,
an Wert heut' arm, doch an Geschichte reich.
Der Staub steht nunmehr wieder in der Luft,
die Federn aus dem Sofa schauen raus,
dem abgestand'nen Odem wich der Duft,
der früher parfümierte dieses Haus.
Das klare Licht der vagen ält'ren Zeit
ist wieder durch das trübe Licht des klaren
Jetzt ersetzt. Und war das Haus bereit,
Vergangenes so frei zu offenbaren,
so offenbarte es mir eine Welt,
die wert ist, offenbart gewollt zu werden.
Denn, was auch immer man vom Früher hält,
es treibt das Heute, wie ein Hirt' die Herden.
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Donnerstag, 29. März 2007
Alter Gaul
Bei all seiner allzu behäbigen Scheu,
vernimmt man Vertrauen zum Menschlichen Wesen.
Man merkt: Dieser Gaul war loyal und war treu
und ist es noch heut', doch er wird nicht genesen.
Die Ruhe und Kraft imponieren wie einst,
als größere Tage die Sonne ihm schenkte,
noch immer vernimmt er genau, was Du meinst,
erkennt jede Geste von Dir, der ihn lenkte.
Sein Kopf ist gesenkt, er erscheint ihm so schwer,
wie es einst seinen Gegnern, ihn mal zu besiegen.
Die Glieder sind stark – und doch schleift er sie her,
denn auch sie scheinen heute unendlich zu wiegen.
Die Mähne ist silbern und schimmert im Licht,
doch dieses ist manchmal schon stumpf reflektiert.
Und durch seinen Vorhang gewinnt er die Sicht,
die anderen Tieren stets Ehrfurcht diktiert.
Die Muskeln sind immer noch deutlich zu sehen,
die Adern bezeugen die tierische Kraft,
von der er so lange gezehrt, heute gehen
die Mächte zuneige, er wurde geschafft.
Doch bei aller Treue: Nie würd' er erzählen,
ob er von seinem Schicksal selbst weiß.
Sein Stolz lässt ihn all seine Schwäche verhehlen,
verhehlen das Sterben. Er stirbt stolz und leis'.
vernimmt man Vertrauen zum Menschlichen Wesen.
Man merkt: Dieser Gaul war loyal und war treu
und ist es noch heut', doch er wird nicht genesen.
Die Ruhe und Kraft imponieren wie einst,
als größere Tage die Sonne ihm schenkte,
noch immer vernimmt er genau, was Du meinst,
erkennt jede Geste von Dir, der ihn lenkte.
Sein Kopf ist gesenkt, er erscheint ihm so schwer,
wie es einst seinen Gegnern, ihn mal zu besiegen.
Die Glieder sind stark – und doch schleift er sie her,
denn auch sie scheinen heute unendlich zu wiegen.
Die Mähne ist silbern und schimmert im Licht,
doch dieses ist manchmal schon stumpf reflektiert.
Und durch seinen Vorhang gewinnt er die Sicht,
die anderen Tieren stets Ehrfurcht diktiert.
Die Muskeln sind immer noch deutlich zu sehen,
die Adern bezeugen die tierische Kraft,
von der er so lange gezehrt, heute gehen
die Mächte zuneige, er wurde geschafft.
Doch bei aller Treue: Nie würd' er erzählen,
ob er von seinem Schicksal selbst weiß.
Sein Stolz lässt ihn all seine Schwäche verhehlen,
verhehlen das Sterben. Er stirbt stolz und leis'.
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Limerick I - Trier
Wie versprochen, mein erster Limerick:
Die Oma Gertrude aus Trier,
die trank immer Kaffee um vier,
doch muss sie um vier dann
so viel urinieren,
jetzt trinkt sie um vier immer Bier.
Die Oma Gertrude aus Trier,
die trank immer Kaffee um vier,
doch muss sie um vier dann
so viel urinieren,
jetzt trinkt sie um vier immer Bier.
Gedichtformen für Anfänger, Teil 2: Der Limerick
Heute möchte ich gerne eine Gedichtart kurz ein wenig präsentieren, die kaum bekannt, obwohl oft genug brillant ist: Der Limerick.
Obwohl es eine ziemlich formstrenge Variante ist (oder gerade deswegen?), geht - bei den guten Limericks - der Sinn in der letzten Zeile lustig oder derb, in jedem Falle aber erfrischend innovativ auf. Wenn man die letzte Zeile gelesen hat, sollte man also spätestens gut amüsiert sein.
Die Struktur ist schnell erklärt: ("da" ist eine unbetonte Silbe, "di" ist betont, Eingeklammertes kann, aber muss nicht, die Buchstaben sind die Reime - also "a" und "a" reimt sich und "b" und "b")
Wem das ungemein kompliziert erscheint, dem sei empfohlen, das in den Klammern kategorisch wegzulassen beim Lesen, dann macht es ganz schnell (klanglichen) Sinn.
- (da)dadida dadida dadi(da) a
- (da)dadida dadida dadi(da) a
- (da)dadida dadi(da) b
- (da)dadida dadi(da) b
- (da)dadida dadida dadi(da) a
In der ersten Strophe wird meistens die handelnde Person eingeleitet, das letzte Wort ist oft der (Handlungs-)Ort, auf den sich folglich die zweite und fünfte Zeile reimen.
Der Inhalt ist, wie eingangs erwähnt, humorös, karrikaristisch, zynisch oder sogar derb und sexuell.
Am besten ist an dieser Stelle vielleicht mal ein Beispiel für einen gelungenen Limerick:
Es ritten drei Damen aus RigaIch weiß nicht, ob ich ein merkwürdiges, seltenes Faible für solcherlei Reimspiele habe, aber ich muss gestehen, dass ich das ganz grandios finde! Weil es so einfach scheint, so schwierig ist und so brillant lustig getextet!
lächelnd auf einem Tiger.
Zurück von dem Ritt
warn sie nicht mehr zu dritt
Und es lächelte nunmehr der Tiger.
Noch ein Beispiel:
There was a young man from Peru(Sinngemäß:
who had nothing whatever to do
so he took out his carrot
and buggered his parrot
and sent the result to the zoo.
Es gab einen Mann aus Peru,Bitte nicht auf die Übersetzung schimpfen - die habe ich jetzt improvisiert, nur zum besseren Verständnis)
der wusste nicht, was er soll tun,
d'rum nahm er den Schwanz
und trieb's mit 'ner Ganz
und schickt' das Ergebnis zum Zoo
Wie man sehen kann, lassen sich also mit Limericks viele schöne lustige Gedichte schreiben.
Der Grund für die Erklärung ist - natürlich - dass von nun an zuweilen ein Limerick von mir hier zu finden sein wird...allerdings muss ich auch dazu sagen, dass ich diese bewusst vom täglichen Gedicht abgegrenzt wissen möchte, da sie mir zum Einen etwas kurz erscheinen, um der Kategorie gerecht zu werden, ferner noch viel von mir geübt werden müssen.
Dennoch hoffe ich, dass ich vielleicht manchmal mit dem einen oder anderen Limerick ein kleines Grinsen entlocken kann!
In diesem Sinne, viel Spaß damit!
Aron
PS: Der Begriff Limerick stammt von einem frühen Werk, dessen letztes Wort der ersten Zeile, auf das sich also Zeile zwei und fünf reimten, "Limerick" war.
Da Limericks nicht benannt werden sollen (hierüber brennt eine Debatte der Größen, die sich aber zuungunsten einer Benennung zu wenden scheint), nennt man sie oft nach eben jenem letzten Wort der ersten Zeile.
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Mittwoch, 28. März 2007
Zugintimität
Nur ein kurzes Flimmern in der Nacht -
Farbenrausch im schnellen Lichterschlauch,
nur ein Eindruck, - der mich stutzig macht:
War im Licht denn and'res Leben auch?
Fast unendlich schnell bewegt die Zeit
alle ihre Kinder, so auch mich,
der ich dieser dunk'len Einsamkeit
Licht entnahm - ein Kosmos ganz für sich.
Ein kleiner Teil von der Sekunde nur,
war der and're Zug direkt bei mir.
Ein halber Meter, als er rasend fuhr
entfernte seine Seelen noch von hier.
Dennoch frag' ich mich: Wie existent
sind die hundert Leben dieser Welt,
die meines nur tangierte, niemand kennt
einander, niemand sah sich, niemand hält
die Hand zum Gruße einem ander'n hin,
auch in meinem Zug ist's nicht viel mehr,
als ein kurzes Licht, des Kind ich bin,
als ein Flimmern aus dem Dunkel her.
Wie ein Strahl (und dazu noch der Klang!)
zogen hundert Seelen an mir fort.
Und die Zeit der Szenerie sie sang:
"Nicht intimer ist es hier, nicht dort!"
Vielleicht hilft es dem Verständnis, wenn man weiß, dass der Erzähler in einem Zug sitzt, den rasend schnell ein anderer passiert.
Farbenrausch im schnellen Lichterschlauch,
nur ein Eindruck, - der mich stutzig macht:
War im Licht denn and'res Leben auch?
Fast unendlich schnell bewegt die Zeit
alle ihre Kinder, so auch mich,
der ich dieser dunk'len Einsamkeit
Licht entnahm - ein Kosmos ganz für sich.
Ein kleiner Teil von der Sekunde nur,
war der and're Zug direkt bei mir.
Ein halber Meter, als er rasend fuhr
entfernte seine Seelen noch von hier.
Dennoch frag' ich mich: Wie existent
sind die hundert Leben dieser Welt,
die meines nur tangierte, niemand kennt
einander, niemand sah sich, niemand hält
die Hand zum Gruße einem ander'n hin,
auch in meinem Zug ist's nicht viel mehr,
als ein kurzes Licht, des Kind ich bin,
als ein Flimmern aus dem Dunkel her.
Wie ein Strahl (und dazu noch der Klang!)
zogen hundert Seelen an mir fort.
Und die Zeit der Szenerie sie sang:
"Nicht intimer ist es hier, nicht dort!"
Vielleicht hilft es dem Verständnis, wenn man weiß, dass der Erzähler in einem Zug sitzt, den rasend schnell ein anderer passiert.
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Dienstag, 27. März 2007
Geburtstag
Alle wollen heute jubilieren
und so mancher spricht auch einen Toast
und nach einer Stunde gratulieren,
heißt es für den Rest des Abends "Prost!".
Die Geschenke sind schon lang vergessen,
denn die meisten -sei'n wir ehrlich- sind
leider mist und gar nicht lang besessen,
bis man sie bei ebay auch schon find't.
Dennoch kommen alle Menschen gerne,
weil man auch nicht immer feiern kann.
Und wenn einer strahlt, wie 'ne Laterne -
ist egal! Auf Freude kommt es an!
und so mancher spricht auch einen Toast
und nach einer Stunde gratulieren,
heißt es für den Rest des Abends "Prost!".
Die Geschenke sind schon lang vergessen,
denn die meisten -sei'n wir ehrlich- sind
leider mist und gar nicht lang besessen,
bis man sie bei ebay auch schon find't.
Dennoch kommen alle Menschen gerne,
weil man auch nicht immer feiern kann.
Und wenn einer strahlt, wie 'ne Laterne -
ist egal! Auf Freude kommt es an!
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Montag, 26. März 2007
Fehlinterpretation des Atheisten
Wer vergibt uns alle uns're Schuld?
Warum sollen wir noch Schuld vergeben?
Gott ist tot - und war wohl nie am Leben.
Wofür also all der Friedenskult?
Wofür die Gebote, die wir doch
schon immer als Verbote eher sah'n,
wofür all die Sünden, dieser Wahn
der Hölle, wofür dieses Sühnenloch?
Alle alten Regeln sind vergessen,
Zeit für dieses bisschen Anarchie,
das man sich zu Gottes Zeiten nie
erschaffen traute - dies war zu vermessen.
Nun jedoch, ihr Freunde, lasst uns leben!
Endlich frei der Fesseln dieses Herrn,
der nie wirklich war und den wir gern
vergessen wollen: Auf zu neuem Streben!
Wir kreieren eine Welt der Wahrheit,
Welt der Individualität,
besser noch als nie erschafft man's spät,
danke, Nietzsche fr die edle Klarheit.
Danke, dass wir endlich frei von Werten
sind, die uns nur ein Gefängnis war'n!
Nächstenliebe? Betend still verharr'n?
Sich besinnen auf des Edens Gärten?
Stehlen, töten, and'rer Leute Frauen
nicht begehren, niemals lügen und
niemals seinen Eltern einen Grund
für Trauer liefern, keiner Götze trauen?
Diese Regeln wollen wir nicht haben?
Sagt mir Menschen: Sind wir alle blind?
Dass wir derart trabend zu geschwind
an uns'rer Freiheit allzu sehr uns laben?
Lasst uns wohl bedenken, was besteht,
nach dem Denken kann man dann noch handeln
und was nicht gelungen ist sich wandeln.
Weisheit, die nur ihres Alters geht,
ist verschenktes Wissen für uns Wesen,
die wir doch nach Ordnung förmlich schreien,
auch wenn wir auf sie stets schimpfen, speien,
kann die Welt nicht ohne sie genesen.
Warum sollen wir noch Schuld vergeben?
Gott ist tot - und war wohl nie am Leben.
Wofür also all der Friedenskult?
Wofür die Gebote, die wir doch
schon immer als Verbote eher sah'n,
wofür all die Sünden, dieser Wahn
der Hölle, wofür dieses Sühnenloch?
Alle alten Regeln sind vergessen,
Zeit für dieses bisschen Anarchie,
das man sich zu Gottes Zeiten nie
erschaffen traute - dies war zu vermessen.
Nun jedoch, ihr Freunde, lasst uns leben!
Endlich frei der Fesseln dieses Herrn,
der nie wirklich war und den wir gern
vergessen wollen: Auf zu neuem Streben!
Wir kreieren eine Welt der Wahrheit,
Welt der Individualität,
besser noch als nie erschafft man's spät,
danke, Nietzsche fr die edle Klarheit.
Danke, dass wir endlich frei von Werten
sind, die uns nur ein Gefängnis war'n!
Nächstenliebe? Betend still verharr'n?
Sich besinnen auf des Edens Gärten?
Stehlen, töten, and'rer Leute Frauen
nicht begehren, niemals lügen und
niemals seinen Eltern einen Grund
für Trauer liefern, keiner Götze trauen?
Diese Regeln wollen wir nicht haben?
Sagt mir Menschen: Sind wir alle blind?
Dass wir derart trabend zu geschwind
an uns'rer Freiheit allzu sehr uns laben?
Lasst uns wohl bedenken, was besteht,
nach dem Denken kann man dann noch handeln
und was nicht gelungen ist sich wandeln.
Weisheit, die nur ihres Alters geht,
ist verschenktes Wissen für uns Wesen,
die wir doch nach Ordnung förmlich schreien,
auch wenn wir auf sie stets schimpfen, speien,
kann die Welt nicht ohne sie genesen.
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Sonntag, 25. März 2007
Kleine Abendszenerie
Man spürt den Wind und jede Brise gleich,
und nimmt die Regung der Natur so wahr,
als spräche sie mit Worten ewig reich
und legte ihre Emotionen bar.
Man sieht: Ein wenig Licht wird reflektiert,
es bricht sich zart im flauen Wellengang
und zeigt, dass auch die Luft ganz schwach vibriert,
ein stiller Ruf, der an die Augen drang.
Und wie man sitzt und diese Szene sieht
und man begreift, wie diese Welt geschieht,
von der man immer mehr zu einem Teil
zu werden scheint - ein Teil der Harmonie,
begreift man erst den Wert der Poesie,
von der Natur erschafft, als Seelenheil.
und nimmt die Regung der Natur so wahr,
als spräche sie mit Worten ewig reich
und legte ihre Emotionen bar.
Man sieht: Ein wenig Licht wird reflektiert,
es bricht sich zart im flauen Wellengang
und zeigt, dass auch die Luft ganz schwach vibriert,
ein stiller Ruf, der an die Augen drang.
Und wie man sitzt und diese Szene sieht
und man begreift, wie diese Welt geschieht,
von der man immer mehr zu einem Teil
zu werden scheint - ein Teil der Harmonie,
begreift man erst den Wert der Poesie,
von der Natur erschafft, als Seelenheil.
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Samstag, 24. März 2007
Eine kurze Pause
Da ich bis Mittwochabend in unserem nördlichsten Nachbarland weilen werde, werden auch Gedichte bis dahin ausbleiben - was selbstredend nicht bedeutet, dass ich an diesen Tagen nicht auch welche schreibe. Das tägliche Gedicht wird weitergeführt, nur dass die Ergebnisse auf sich warten lassen werden...ich werde sie natürlich nachtragen, sobald wieder daheim und garantiere, dass die Datierungen stimmen.
Vielleicht ist die Pause für manchen ganz recht, ein paar Gedichte zu lesen, zu denen man an den jeweiligen Tagen nicht kam. Hierbei viel Spaß.
Alle anderen (ich tue fast so, als wären es Massen) können gerne die vorhandenen nochmal lesen, sich Kritik oder Anregungen speziell zu Gedichten oder allgemein zur Seite einfallen lassen oder aber ein wenig Rilke und Ringelnatz lesen - Je nachdem, wozu man eben gerade Lust hat ^^
Bis Mittwoch dann,
gehabt euch wohl,
Aron
Vielleicht ist die Pause für manchen ganz recht, ein paar Gedichte zu lesen, zu denen man an den jeweiligen Tagen nicht kam. Hierbei viel Spaß.
Alle anderen (ich tue fast so, als wären es Massen) können gerne die vorhandenen nochmal lesen, sich Kritik oder Anregungen speziell zu Gedichten oder allgemein zur Seite einfallen lassen oder aber ein wenig Rilke und Ringelnatz lesen - Je nachdem, wozu man eben gerade Lust hat ^^
Bis Mittwoch dann,
gehabt euch wohl,
Aron
Regen in der Nahaufnahme
Ach, welch edler Tropfen dieser Welt,
der sich seinen Weg zur Erde bahnt,
uns schon durch sein Sein zur Stille mahnt.
Sich besinnend sieht man, wie er fällt.
Fein geschwungen, ein Produkt der Kunst,
die nur die Natur erschaffen mag.
Jener feine Schimmer, der dort lag
verborgen vor des stumpfen Blickes Gunst
erleuchtet umso feiner, wenn erkannt.
Und dies geschieht vermutlich nicht recht oft,
denn sag: Wie oft ward' Regen „Kunst“ genannt?
Doch ist ein Tropfen Teil der schönen Erde,
Teil der Welt, die schöner, als erhofft,
erkennt man nur den Wert ihrer Gebärde.
der sich seinen Weg zur Erde bahnt,
uns schon durch sein Sein zur Stille mahnt.
Sich besinnend sieht man, wie er fällt.
Fein geschwungen, ein Produkt der Kunst,
die nur die Natur erschaffen mag.
Jener feine Schimmer, der dort lag
verborgen vor des stumpfen Blickes Gunst
erleuchtet umso feiner, wenn erkannt.
Und dies geschieht vermutlich nicht recht oft,
denn sag: Wie oft ward' Regen „Kunst“ genannt?
Doch ist ein Tropfen Teil der schönen Erde,
Teil der Welt, die schöner, als erhofft,
erkennt man nur den Wert ihrer Gebärde.
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Freitag, 23. März 2007
Abschaum
Ihr widerlichen, ekelhaften Wesen,
euch stinkt die Armut förmlich aus dem Maul,
wenn ihr beginnt zu sprechen kann man lesen,
dass ihr nichts mehr besitzt: Die Zähne faul,
die Haut scheint sich schon langsam abzulösen,
die Haare licht, wie ein Gestrüpp verdorrt,
und warum müsst ihr schrei'n wir sei'n die Bösen
und immer zittern? Zittert immerfort!
Ich hasse den Gestank von eurer Brut,
verachte euch noch mehr als gar den Tod!
Ich sehe euch nicht an...fehlt mir der Mut?
Nein! Es liegt an euch! Und eurer Not!
Denn nie im Leben wollte ich noch sehen,
was jeder Mensch im Innersten doch weiß:
Kein Mensch liebt Arme, jeder wird gleich gehen,
wenn einer von euch hier ist – Kind und Greis
zerfallen in Organe gleichermaßen,
so dünn ist euch die Haut, das man schon sieht,
wenn einer von euch läuft hier auf den Straßen,
was dort mit seinen Knochen bald geschieht!
Ihr karrikiert mit euer Misgestalt
uns Menschen, die wir, klug und schön und reich
an Gütern, nach der Sitte christlich alt
und älter werden, tut es uns doch gleich!
Ihr jedoch, ihr seid ein großer Witz,
den die Natur mit uns zu machen pflegt!
Die Brust zu dünn, die Knochen viel zu spitz,
veralbert ihr mit euch, was Gott gehegt
und was er sich geschafft, als Augenweide,
auf dass er diese Welt zum Paradies
sich machte – sieht er euer Leide,
wandelt sein Gemüt sich bald schon mies.
Nehmt es mir nicht allzu übel – Nichts
von alledem ist bös' zu euch gemeint!
Nur habe ich schon öfter angesichts
der Hässlichkeit der Menschen schlimm geweint.
Und seh' ich euch, dann wird mir eines klar:
Ich wäre gern ein Teil perfekter Rasse!
Doch seh' ich euch, so seh' ich leider wahr,
denn ihr seid ich...ein Fakt, den ich nicht fasse.
euch stinkt die Armut förmlich aus dem Maul,
wenn ihr beginnt zu sprechen kann man lesen,
dass ihr nichts mehr besitzt: Die Zähne faul,
die Haut scheint sich schon langsam abzulösen,
die Haare licht, wie ein Gestrüpp verdorrt,
und warum müsst ihr schrei'n wir sei'n die Bösen
und immer zittern? Zittert immerfort!
Ich hasse den Gestank von eurer Brut,
verachte euch noch mehr als gar den Tod!
Ich sehe euch nicht an...fehlt mir der Mut?
Nein! Es liegt an euch! Und eurer Not!
Denn nie im Leben wollte ich noch sehen,
was jeder Mensch im Innersten doch weiß:
Kein Mensch liebt Arme, jeder wird gleich gehen,
wenn einer von euch hier ist – Kind und Greis
zerfallen in Organe gleichermaßen,
so dünn ist euch die Haut, das man schon sieht,
wenn einer von euch läuft hier auf den Straßen,
was dort mit seinen Knochen bald geschieht!
Ihr karrikiert mit euer Misgestalt
uns Menschen, die wir, klug und schön und reich
an Gütern, nach der Sitte christlich alt
und älter werden, tut es uns doch gleich!
Ihr jedoch, ihr seid ein großer Witz,
den die Natur mit uns zu machen pflegt!
Die Brust zu dünn, die Knochen viel zu spitz,
veralbert ihr mit euch, was Gott gehegt
und was er sich geschafft, als Augenweide,
auf dass er diese Welt zum Paradies
sich machte – sieht er euer Leide,
wandelt sein Gemüt sich bald schon mies.
Nehmt es mir nicht allzu übel – Nichts
von alledem ist bös' zu euch gemeint!
Nur habe ich schon öfter angesichts
der Hässlichkeit der Menschen schlimm geweint.
Und seh' ich euch, dann wird mir eines klar:
Ich wäre gern ein Teil perfekter Rasse!
Doch seh' ich euch, so seh' ich leider wahr,
denn ihr seid ich...ein Fakt, den ich nicht fasse.
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Donnerstag, 22. März 2007
Wolkenintimität
Oft sind es die kleinen Geschichten, die das große Leben ausmachen.
Ein Blick gen Himmel – skeptisch schaut
der Mann in diese Masse rein,
der er im Grunde schon vertraut,
oft nennt er diese Masse sein.
Nur heute war schon immerfort
die Himmelslaune nicht ganz klar:
Ein Windstoß hier, ein Schauer dort,
die Sicht von dicht bis wunderbar.
Nicht, dass es ihm so nicht gefällt!
Im Gegenteil: Er mag sehr gern,
wenn Abwechslung den Tag erhellt,
und die Tristesse liegt ihm fern,
Das ewig gleiche Nieselgrau
so mancher Tage ist sein Feind,
nein – er bevorzugt Wolkenschau
und glaubt, er weiß, was Himmel meint,
wenn er vereinte Wolken zeigt,
ob Regen- oder Schafs- macht nichts!
Strukturen ist er zugeneigt,
trotz Dämmer- oder Nebellichts.
Und heute ist ein solcher Tag,
der es an gar nichts mangeln lässt,
mit Stunden, die der Mann so mag,
weil ihn die Wolken mal durchnässt
und mal in Sonne stehen ließen,
und ihm von allem etwas geben.
Und wenn sie strahlen oder gießen:
Weiß er stets: Er ist am Leben!
Ein Blick gen Himmel – skeptisch schaut
der Mann in diese Masse rein,
der er im Grunde schon vertraut,
oft nennt er diese Masse sein.
Nur heute war schon immerfort
die Himmelslaune nicht ganz klar:
Ein Windstoß hier, ein Schauer dort,
die Sicht von dicht bis wunderbar.
Nicht, dass es ihm so nicht gefällt!
Im Gegenteil: Er mag sehr gern,
wenn Abwechslung den Tag erhellt,
und die Tristesse liegt ihm fern,
Das ewig gleiche Nieselgrau
so mancher Tage ist sein Feind,
nein – er bevorzugt Wolkenschau
und glaubt, er weiß, was Himmel meint,
wenn er vereinte Wolken zeigt,
ob Regen- oder Schafs- macht nichts!
Strukturen ist er zugeneigt,
trotz Dämmer- oder Nebellichts.
Und heute ist ein solcher Tag,
der es an gar nichts mangeln lässt,
mit Stunden, die der Mann so mag,
weil ihn die Wolken mal durchnässt
und mal in Sonne stehen ließen,
und ihm von allem etwas geben.
Und wenn sie strahlen oder gießen:
Weiß er stets: Er ist am Leben!
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
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Jambus,
Kreuzreim
Mittwoch, 21. März 2007
Intermission: Doch letzten Endes
Es mag zuweilen vorkommen, dass an einem Tag mehr als ein Gedicht entsteht, wie heute. In solchen Fällen ist das zweite nicht Teil der Reihe Das tägliche Gedicht, was am Tag und an der Bezeichnung Intermission im Titel zu sehen sein wird.
Heute ein Gedankenstrom, nahezu in Echtzeit niedergeschrieben und keine tiefphilosophische Angelegenheit, sondern jene Art sympathisch-naiver Pseudophilosophie großer Schlagworte, wie sie (jedem?) zuweilen durch den Kopf geht.
Doch letzten Endes sind wir alle nichtig,
spielen uns're Egos auf,
schaffen uns und gehen drauf,
tausend Schwäne – keiner davon wichtig.
Und letzten Endes sind wir alle tot,
niemand ist noch kreativ,
kein Gespräch wird arg zu tief,
begrab'ne Feder, dichte uns're Not!
Und letzten Endes treiben wir noch fort
von aller Geisteselegie,
Sinn verstand man eh noch nie,
was wir dem Leben antun ist schlicht Mord.
Und letzten Endes leidet man sich durch
das Leben, wie es sollte sein,
man zwängt sich durch – es ist zu klein,
wir spielen auf dem Lebensfelsen Lurch.
Und letzten Endes sind wir alles Tiere,
die aus versehen Sprache fanden
für die Wellen, wenn sie branden
an die Felsen, die ich nun verziere.
Letzten Endes sind auch dies Geschichten,
die nichts wirklich sagen wollen
oder können, wenn sie tollen
durch die Köpfe, die sie dumm verdichten.
Heute ein Gedankenstrom, nahezu in Echtzeit niedergeschrieben und keine tiefphilosophische Angelegenheit, sondern jene Art sympathisch-naiver Pseudophilosophie großer Schlagworte, wie sie (jedem?) zuweilen durch den Kopf geht.
Doch letzten Endes sind wir alle nichtig,
spielen uns're Egos auf,
schaffen uns und gehen drauf,
tausend Schwäne – keiner davon wichtig.
Und letzten Endes sind wir alle tot,
niemand ist noch kreativ,
kein Gespräch wird arg zu tief,
begrab'ne Feder, dichte uns're Not!
Und letzten Endes treiben wir noch fort
von aller Geisteselegie,
Sinn verstand man eh noch nie,
was wir dem Leben antun ist schlicht Mord.
Und letzten Endes leidet man sich durch
das Leben, wie es sollte sein,
man zwängt sich durch – es ist zu klein,
wir spielen auf dem Lebensfelsen Lurch.
Und letzten Endes sind wir alles Tiere,
die aus versehen Sprache fanden
für die Wellen, wenn sie branden
an die Felsen, die ich nun verziere.
Letzten Endes sind auch dies Geschichten,
die nichts wirklich sagen wollen
oder können, wenn sie tollen
durch die Köpfe, die sie dumm verdichten.
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Umarmender Reim
Triumph
Oh, wie stolz zeigt er die Siegerpose!
Und war das vielleicht ein harter Kampf!
Glück und Energie in Symbiose,
schon vergessen scheint des Weges Krampf.
Dafür hat er jahrelang und täglich
viele Stunden größten Fleiß gezeigt,
vor dem Alptraum flüchtend: Kläglich
zu verlieren und der Gegner steigt
auf den Podest – doch dazu kam es nicht!
Heute war das Glück ihm hold und heute
schließlich sieht die Welt nur sein Gesicht.
Der Größte: Er! Für sich und alle Leute.
Nur leider wird Triumph nicht lang besessen.
Morgen ist, was heute wahr, vergessen.
Und war das vielleicht ein harter Kampf!
Glück und Energie in Symbiose,
schon vergessen scheint des Weges Krampf.
Dafür hat er jahrelang und täglich
viele Stunden größten Fleiß gezeigt,
vor dem Alptraum flüchtend: Kläglich
zu verlieren und der Gegner steigt
auf den Podest – doch dazu kam es nicht!
Heute war das Glück ihm hold und heute
schließlich sieht die Welt nur sein Gesicht.
Der Größte: Er! Für sich und alle Leute.
Nur leider wird Triumph nicht lang besessen.
Morgen ist, was heute wahr, vergessen.
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Trochäus
Dienstag, 20. März 2007
Wie ein Gedicht entsteht
Ein Faszinosum treibt umher
und findet schließlich meinen Geist,
doch wenn man es verweilen heißt,
dann stellt sich's provozierend quer.
Nur viel zu sehr schon wünsch' ich mir,
dass diese Kuriosität
mir nicht mehr aus dem Sinn gerät –
nach Worten ringend vor'm Papier.
Und schreib' ich endlich etwas auf,
so scheint's, als flösse alles wie
von selbst: Gleich einem Wasserlauf
verlassen alle Reime mich,
verwandeln sich zur Poesie,
vereinen zum Gedichte sich.
und findet schließlich meinen Geist,
doch wenn man es verweilen heißt,
dann stellt sich's provozierend quer.
Nur viel zu sehr schon wünsch' ich mir,
dass diese Kuriosität
mir nicht mehr aus dem Sinn gerät –
nach Worten ringend vor'm Papier.
Und schreib' ich endlich etwas auf,
so scheint's, als flösse alles wie
von selbst: Gleich einem Wasserlauf
verlassen alle Reime mich,
verwandeln sich zur Poesie,
vereinen zum Gedichte sich.
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Betrogen - Illustriert
Ich bin bestimmt kein großer Maler, aber in diesem Fall reicht es zumindest, um zu zeigen, was ich beim Schreiben von "Betrogen" vor mir gesehen habe - die ganze Zeit. Man sieht zwar nicht, dass sie, wie in meinem Kopf, auf Pflastersteinen einer alten Straße kniet, aber die Gestik stimmt. Ihre Gestik ist das Hauptaugenmerk, denn in aller Sprache sollte eben das Selbe ausgedrückt werden, was diese Haltung vermittelt.
Nur ein Eindruck - einer, der ein Gedicht gebären kann.
Nur ein Eindruck - einer, der ein Gedicht gebären kann.
Montag, 19. März 2007
Betrogen
Unwirsch stürmt sie in die Regenwelt
und trennt brutal den Wasservorhang auf,
den sie für eine Illusion nur hält,
wie übrigens auch sonst ihr ganzes Leben.
Sie atmet kaum, denn alle Luft will raus,
obwohl sie rennt – zu brachial der Lauf,
mit dem sie sie sich entfernt von diesem Haus,
das ihr nun alles nahm, nachdem's gegeben.
Sie schreit die Kinder ihres Zorns hinaus,
verflucht die Existenz, die sie umgibt,
verflucht die Umwelt und verflucht das Aus
von der Romantik, die nun von ihr geht.
Und wie sich Salz- mit Regenwasser eint
und sie sich schüttelt, weil sie niemand liebt
und weil es kalt ist – kälter, wenn man weint,
und sie total durchnässt im Regen fleht,
begreift sie, dass sie vor zwei Wegen steht:
Der eine ist Vergangenheit und Schande
und noch mehr Regen, wenn das denn noch geht,
und immer wieder das Gescheh'ne leben.
Der andere, so kalt und nass sie ist,
das weiß sie jetzt: Man bricht die alten Bande,
besänftigt all die Geister und vermisst
nur was geschehen wird: Ein neues Streben.
So tränenfeucht, wie ihre Augen sind,
so eindrucksvoll, wie aller Donner klingt,
wenn er am Firmament die Wut erfind't,
so sicher, wie die Logik es diktiert,
so rein und klar, wie's Wasser aller Sphären,
so wunderschön, wie das Gewitter singt
so wie die Stern' in Anmut stolz gebären,
das wenig Licht, das in der Nacht vibriert,
so endlos schwer erscheint die Antwort ihr,
die aller Illusionen nun beraubt,
und auf den Knien bitter weinend hier
nach Hoffnung fleht – und ahnt, das keine ist.
Und steht sie später auf, so weiß sie's nicht.
Sie hatte doch an Liebe stets geglaubt...
doch ist nicht alle Liebe immer licht –
nur umso düst'rer wird, was man vermisst.
In dieser Nacht, da half ihr nicht die Ehre,
nicht ihre Bildung, die sie stets erstrebt,
nicht ihr Charakter und auch keine Lehre.
Es ist ihr Herz, weswegen sie noch lebt.
und trennt brutal den Wasservorhang auf,
den sie für eine Illusion nur hält,
wie übrigens auch sonst ihr ganzes Leben.
Sie atmet kaum, denn alle Luft will raus,
obwohl sie rennt – zu brachial der Lauf,
mit dem sie sie sich entfernt von diesem Haus,
das ihr nun alles nahm, nachdem's gegeben.
Sie schreit die Kinder ihres Zorns hinaus,
verflucht die Existenz, die sie umgibt,
verflucht die Umwelt und verflucht das Aus
von der Romantik, die nun von ihr geht.
Und wie sich Salz- mit Regenwasser eint
und sie sich schüttelt, weil sie niemand liebt
und weil es kalt ist – kälter, wenn man weint,
und sie total durchnässt im Regen fleht,
begreift sie, dass sie vor zwei Wegen steht:
Der eine ist Vergangenheit und Schande
und noch mehr Regen, wenn das denn noch geht,
und immer wieder das Gescheh'ne leben.
Der andere, so kalt und nass sie ist,
das weiß sie jetzt: Man bricht die alten Bande,
besänftigt all die Geister und vermisst
nur was geschehen wird: Ein neues Streben.
So tränenfeucht, wie ihre Augen sind,
so eindrucksvoll, wie aller Donner klingt,
wenn er am Firmament die Wut erfind't,
so sicher, wie die Logik es diktiert,
so rein und klar, wie's Wasser aller Sphären,
so wunderschön, wie das Gewitter singt
so wie die Stern' in Anmut stolz gebären,
das wenig Licht, das in der Nacht vibriert,
so endlos schwer erscheint die Antwort ihr,
die aller Illusionen nun beraubt,
und auf den Knien bitter weinend hier
nach Hoffnung fleht – und ahnt, das keine ist.
Und steht sie später auf, so weiß sie's nicht.
Sie hatte doch an Liebe stets geglaubt...
doch ist nicht alle Liebe immer licht –
nur umso düst'rer wird, was man vermisst.
In dieser Nacht, da half ihr nicht die Ehre,
nicht ihre Bildung, die sie stets erstrebt,
nicht ihr Charakter und auch keine Lehre.
Es ist ihr Herz, weswegen sie noch lebt.
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Sonntag, 18. März 2007
Fotoalbum
Du Spiegelbild der Zeit, ein Dokument,
mit dessen Hilfe alles existiert,
was ich erlebt und was mich je tangiert,
und das mich besser, als ich selbst, noch kennt.
Gebanntes Leben, farbenfroh erstarrt
in Posen, die für mich so typisch sind,
man sieht den Mann, den Burschen und das Kind,
sie alle sind auch Ich auf ihre Art.
Und alle lachen ausgelassen los
und lächeln wie ein Engel, der vom Herrn
gelobt wird und erstrahlt in reinstem Licht.
Doch mich stellt dieses Lächeln heute bloß,
weil's von der Wahrheit leider oft so fern
und falsch ist. Wo? So frag' ich, Wo bin ich?
mit dessen Hilfe alles existiert,
was ich erlebt und was mich je tangiert,
und das mich besser, als ich selbst, noch kennt.
Gebanntes Leben, farbenfroh erstarrt
in Posen, die für mich so typisch sind,
man sieht den Mann, den Burschen und das Kind,
sie alle sind auch Ich auf ihre Art.
Und alle lachen ausgelassen los
und lächeln wie ein Engel, der vom Herrn
gelobt wird und erstrahlt in reinstem Licht.
Doch mich stellt dieses Lächeln heute bloß,
weil's von der Wahrheit leider oft so fern
und falsch ist. Wo? So frag' ich, Wo bin ich?
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Samstag, 17. März 2007
Der Antrag
In die Stille flüsterst Du die Zeilen,
wartest, wartest auf die Reaktion,
von der Du weißt: Sie wird sich nicht beeilen –
was bedeutet Zeit gerade schon?
Du hast sie selbst geschrieben, nahmst
so manches Abends späte Stunde gern
in Kauf, doch allzu schleichend, leider, kamst
Du Deinem Ziel nur näher: Vor dem Herrn
bezeugen: Dieser Text, so seht!, er ist perfekt!
Doch es gelang – so dachtest Du zuletzt,
und hast ihr heut die Worte hingereckt
und fragst Dich: Wie, nur, reagiert sie jetzt?
Du siehst Dein Schicksal schwanken, wie noch nie.
Was alles Leben bringt, entscheidet sie.
Ich habe lange mit mir gehadert, ob ich das Ende offen gestalte oder sie "ja" sagen lasse...der Zwiespalt und die Instabilität des Moments zu betonen, auch die Offenheit für sein gesamtes weiteres Leben, gefiel mir letzten Endes mehr noch, als die bloße Romantik des Augenblicks.
wartest, wartest auf die Reaktion,
von der Du weißt: Sie wird sich nicht beeilen –
was bedeutet Zeit gerade schon?
Du hast sie selbst geschrieben, nahmst
so manches Abends späte Stunde gern
in Kauf, doch allzu schleichend, leider, kamst
Du Deinem Ziel nur näher: Vor dem Herrn
bezeugen: Dieser Text, so seht!, er ist perfekt!
Doch es gelang – so dachtest Du zuletzt,
und hast ihr heut die Worte hingereckt
und fragst Dich: Wie, nur, reagiert sie jetzt?
Du siehst Dein Schicksal schwanken, wie noch nie.
Was alles Leben bringt, entscheidet sie.
Ich habe lange mit mir gehadert, ob ich das Ende offen gestalte oder sie "ja" sagen lasse...der Zwiespalt und die Instabilität des Moments zu betonen, auch die Offenheit für sein gesamtes weiteres Leben, gefiel mir letzten Endes mehr noch, als die bloße Romantik des Augenblicks.
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Wie man die Labels zu seinem Vorteil nutzen kann
Als ich mich heute näher mit der erweiterten Funktionalität dieses Blogs auseinandersetzte, bin ich auf die wunderbare Funktion der Labels gestoßen: Mit diesen kann man die Beiträge noch übersichtlicher strukturieren und der Benutzer ist in der Lage, die Beiträge zu filtern.
So werden alle Gedichte, die imzuge des täglichen Schaffens entstehen das Label "Das tägliche Gedicht" haben, sollte ich mal ältere hinzufügen, könnte ich mir ein Label "ältere Gedichte" oder "frühere Werke" vorstellen...da man mehrere Labels benutzen kann für einen Beitrag, wird man auch nach "Sonette"n oder "Haikus" suchen können.
Die Labels befinden sich immer in der grünen Fläche unter den Posts (oder einfach strg+f und nach "Labels" suchen).
Viel Spaß damit,
Aron
So werden alle Gedichte, die imzuge des täglichen Schaffens entstehen das Label "Das tägliche Gedicht" haben, sollte ich mal ältere hinzufügen, könnte ich mir ein Label "ältere Gedichte" oder "frühere Werke" vorstellen...da man mehrere Labels benutzen kann für einen Beitrag, wird man auch nach "Sonette"n oder "Haikus" suchen können.
Die Labels befinden sich immer in der grünen Fläche unter den Posts (oder einfach strg+f und nach "Labels" suchen).
Viel Spaß damit,
Aron
Freitag, 16. März 2007
Der Politiker
Vielleicht sollte ich über eine offizielle Themenreihe zum Thema Berufe nachdenken...ein bestimmtes Bild lyrisch zu charakterisieren ist natürlich immer besonders attraktiv. Heute der Politiker, heute kein Sonett.
Das Lächeln fällt zuweilen schon recht schwer,
der Blick soll Interesse und Verstand
vermitteln – ob er sich freut? Natürlich, sehr!
Nur allzu impulsiv drückt man die Hand.
Der Anzug sitzt korrekt, wie die Gebärde,
mit der er sich ins Licht zu setzen sucht.
Ob dies den Sinn der Sache nicht gefährde?
Aber nein! – Er hofft, er wirkt verrucht
und leidenschaftlich – wird man ihn so sehen?
Für Zweifel ist jetzt nicht die rechte Zeit,
zu vieles muss für ihn noch heut geschehen,
für Zweifel ist sein Ziel heut noch zu weit.
D'rum: Weiter kämpfen mit den weißen Zähnen,
die er nur zu gern für uns entblößt,
muss man Zähne denn als Zeichen wähnen,
dass ein Mensch Politprobleme löst?
Niemand stellt so falsche Fragen heute,
weil man heut die große Show genießen
will – von ihm und extra für die Leute,
und später den Erfolg mit Sekt begießen
und gratulieren, dass man wen erreicht,
und dass man Transparenz geschaffen hat
und dass man dabei manchmal sogar leicht
zu sprechen kam, auf Politik und Stadt
und Land und Staat und – Gott sei Dank – nicht mehr,
denn Langeweile braucht man nun zuletzt!
Und Politik – man weiß doch – ist so schwer,
mit Schwerem hat man Leute schnell vergrätzt.
Und später noch, in allertiefster Nacht
erwehrt sich unser Star des letzten Lichts,
und kann nicht schlafen und hat nachgedacht:
Was hab' ich heut gesagt?
Doch letztlich: Nichts.
Das Lächeln fällt zuweilen schon recht schwer,
der Blick soll Interesse und Verstand
vermitteln – ob er sich freut? Natürlich, sehr!
Nur allzu impulsiv drückt man die Hand.
Der Anzug sitzt korrekt, wie die Gebärde,
mit der er sich ins Licht zu setzen sucht.
Ob dies den Sinn der Sache nicht gefährde?
Aber nein! – Er hofft, er wirkt verrucht
und leidenschaftlich – wird man ihn so sehen?
Für Zweifel ist jetzt nicht die rechte Zeit,
zu vieles muss für ihn noch heut geschehen,
für Zweifel ist sein Ziel heut noch zu weit.
D'rum: Weiter kämpfen mit den weißen Zähnen,
die er nur zu gern für uns entblößt,
muss man Zähne denn als Zeichen wähnen,
dass ein Mensch Politprobleme löst?
Niemand stellt so falsche Fragen heute,
weil man heut die große Show genießen
will – von ihm und extra für die Leute,
und später den Erfolg mit Sekt begießen
und gratulieren, dass man wen erreicht,
und dass man Transparenz geschaffen hat
und dass man dabei manchmal sogar leicht
zu sprechen kam, auf Politik und Stadt
und Land und Staat und – Gott sei Dank – nicht mehr,
denn Langeweile braucht man nun zuletzt!
Und Politik – man weiß doch – ist so schwer,
mit Schwerem hat man Leute schnell vergrätzt.
Und später noch, in allertiefster Nacht
erwehrt sich unser Star des letzten Lichts,
und kann nicht schlafen und hat nachgedacht:
Was hab' ich heut gesagt?
Doch letztlich: Nichts.
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Gedichtformen für Anfänger, Teil 1: Das Sonett
Vielleicht interessiert den Ein- oder Anderen ein wenig Hintergrund...wen nicht, der mag diesen Artikel gerne überspringen ;)
Es ist mitunter aufgefallen, dass die bisher geschriebenen Gedichte allesamt Sonette sind, was schlicht ergreifend daher kommt, dass mir diese Form derzeit am meisen zusagt.
Es existieren zwei "Hauptarten" von Sonetten, wobei es in beiden Fällen vier Strophen gibt: Das traditionelle Sonett und das Shakesperean Sonnet.
Im "traditionellen" oder "eigentlichen" Sonett haben wir zwei Quartette, gefolgt von zwei Terzetten. (Ein Quartett hat vier Zeilen, ein Terzett drei)
Die Reimstruktur ist dabei meistens, aber nicht notwendigerweise, abba cddc ffg hhg.
Das mag erstmal komisch aussehen, heißt aber nur, dass die Terzetten umarmende Reime sind - sich also die erste und letzte, sowie die zweite und dritte Zeile reimen - und bei den Terzetten die erste und zweite jedes Terzetts, sowie die dritte Zeile beider Terzetten miteinander.
Puh, verstanden?
Am besten mal ein Beispiel:
In diesem Beispiel gibt es keinen Sinn,
keine Nachricht, die man lesen kann,
es geht um die Struktur, die man ersann,
und der ich heute gerne folgend bin.
Auch die zweite Strophe dienet nicht,
tiefen Sinn der Welt kurz zu erklären,
gerne kann man sich bei mir beschweren,
doch steht die Struktur im Rampenlicht.
Und die Dreiergruppen reimen sich,
wie versprochen, fast schon lächerlich,
fast, als wär' das alles nur ein Spaß.
Dennoch weiß man jetz vielleicht, wie's geht,
für das Lernen ist es nie zu spät,
weil man nach der Schule viel vergaß.
Wie man sieht, wurde die Reimstruktur eingehalten - dies wäre also ein absolut typisches Sonett mit umarmenden Reimen oben und Paar- sowie strophenübergreifendem Reim in den Terzetten.
Eines sollte allerdings noch gesagt werden: Auch inhaltlich gibt es gewisse Regeln bei Sonetten, so sollten eigentlich die Terzetten der Stimmung der Quartette widersprechen, diese hinterfragen, eine neue Atmosphäre und Zweifel schaffen oder die unvermutete Wahrheit ausdrücken. In jedem Falle sollte man auch inhaltlich eine Trennlinie ziehen können zwischen Strophen 1, 2 und 3, 4. Dass dies natürlich recht gut wirkt, weil zusammen mit der Strukturänderung auch eine inhaltliche Änderung entsteht, muss nicht extra betont werden.
Selbstverständlich kann man bei dieser Struktur sehr viel variieren - insbesondere beim Umgang mit den Terzetten gibt es viele Varianten: Von eee fff über efe gfg bis hin zu efg efg ist fast alles möglich. (Rilke übrigens nahm sehr gerne efe gfg, was bei ihm ausgezeichnet wirkt.)
Die zweite Form der Sonette ist nicht viel anders, aber doch bemerkenswert: Der gute Shakespeare ließ es sich nicht nehmen, mit der Grundtradition der Terzetten zu brechen und ließ diese gleich ganz weg.
Weil ein Gedicht, das nur aus zwei Quartetten besteht, aber etwas merkwürdig und seiner hohen Kunst nicht würdig gewesen wäre, hat er die Quartette um eins erweitert, sodass wir drei haben, und ferner noch einen Paarreim an's Ende gestellt.
Weil er bei den Quartetten auch den umarmenden Reim nicht nahm, sondern einem Kreuzreim vertraute, kommt folgende Struktur zusammen: abab cdcd efef gg
Da man auch das vielleicht besser mit einem Beispiel nachvollziehen kann, hier das 57. Sonett Shakespeares (er hat es auf 154 gebracht!):
Schwarz galt für schön nicht in der alten Zeit,
Und war es schön, ward es nicht so genannt,
Doch Schönheit ward durch falsche Schmach entweiht
Und Schwarz heut als ihr Erbe anerkannt.
Denn seit die Kunst, mit Wahrheit um die Wette,
Durch falschen Schein das Schöne ahmte nach,
Verblieb der Schönheit Namen nicht noch Stätte,
Entheiligt ward sie oder lebt in Schmach.
Drum hat mein Mädchen rabenschwarzes Haar
Und Augen, als ob sie in Trauer wären
Um die, die, angeborner Schönheit bar,
Durch falschen Schimmer die Natur entehren.
So trauern sie, doch mit so holdem Schein,
Daß jeder sagt, so sollte Schönheit sein.
Zeit, nannt, weiht, kannt - abab
Normalerweise, übrigens, sind Shakespeares Sonette komplett jambisch (also im Jambus geschrieben), der Übersetzer schien allerdings entweder nicht fähig oder nicht willens gewesen zu sein, diesen Jambus auch im Deutschen anzuwenden - schade.
An dieser Stelle soll dann die kurze Lehrstunde auch vorbei sein - wer's bis zum Ende gelesen hat: Respekt, wer nicht, ist auch nicht schlimm, aber ich denke mal, ein wenig Hintergrundinformation ist vielleicht nicht übel.
Aron
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Donnerstag, 15. März 2007
Migräne - Illustriert
Ich werde bisweilen Bilder hinzufügen...sei es, weil es für sich eindrucksvoll ist oder auch, weil es ein Gedicht visuell betont. Außerdem lockern sie die sonst zu textlastige Seite etwas auf.
In diesem Fall - wie an der Überschrift zu erkennen - eins zum Gedicht "Migräne" - ein furchtbares Thema, das Bild passt gut, wie ich finde...
In diesem Fall - wie an der Überschrift zu erkennen - eins zum Gedicht "Migräne" - ein furchtbares Thema, das Bild passt gut, wie ich finde...
Migräne
Alles brodelt dunkel vor sich hin,
nichts Genaues mag man fassen,
alles Denken muss man lassen,
ganz vernebelt, ganz verklärt der Sinn.
Zäh, nur, fließen die Gedanken los,
kommen im Gehirn kaum an,
dass man nichts erwägen kann,
ewig scheint das Dunkel, ewig groß.
Und wenn doch ein wenig Licht durchbricht,
was vom Schmerz ansonsten dicht bedeckt,
so erkennt man es doch beinah' nicht.
Abgeschnitten von der Welt, in sich,
das Gefängnis gut im Kopf versteckt,
lebt man, schlafend, einzig innerlich.
nichts Genaues mag man fassen,
alles Denken muss man lassen,
ganz vernebelt, ganz verklärt der Sinn.
Zäh, nur, fließen die Gedanken los,
kommen im Gehirn kaum an,
dass man nichts erwägen kann,
ewig scheint das Dunkel, ewig groß.
Und wenn doch ein wenig Licht durchbricht,
was vom Schmerz ansonsten dicht bedeckt,
so erkennt man es doch beinah' nicht.
Abgeschnitten von der Welt, in sich,
das Gefängnis gut im Kopf versteckt,
lebt man, schlafend, einzig innerlich.
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Mittwoch, 14. März 2007
Der Sänger
Er sitzt nur allzu lässig dort und singt
und schwankt und lacht, obwohl er Worte formt
mit Lippen, mit Gefühl, das alles normt,
was er, dort spielend, uns als Kunst darbringt.
Er tanzt fast, ohne dabei aufzustehen,
vermag mit dieser Stimme zu bewegen,
mit ihr die tiefe Wahrheit zu belegen,
die man dank des Gitarrenklangs kann sehen
und der man liebend gerne glauben wollte,
denn ihre Wahrheit ist noch rein und klar.
Ein Kind im herbstlich Blätterhaufen tollte,
ist ebenso von Reinheit noch durchflutet,
und wie dies Kind, ist jede Zeile wahr,
ist jede Harmonie der Wahrheit zugemutet.
und schwankt und lacht, obwohl er Worte formt
mit Lippen, mit Gefühl, das alles normt,
was er, dort spielend, uns als Kunst darbringt.
Er tanzt fast, ohne dabei aufzustehen,
vermag mit dieser Stimme zu bewegen,
mit ihr die tiefe Wahrheit zu belegen,
die man dank des Gitarrenklangs kann sehen
und der man liebend gerne glauben wollte,
denn ihre Wahrheit ist noch rein und klar.
Ein Kind im herbstlich Blätterhaufen tollte,
ist ebenso von Reinheit noch durchflutet,
und wie dies Kind, ist jede Zeile wahr,
ist jede Harmonie der Wahrheit zugemutet.
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Dienstag, 13. März 2007
Philosophen
Verneinend die Weisheit der restlichen Welt,
erschaffe ich selbst mir mein eigenes All.
Verwalte, regiere, ob Flug oder Fall,
ob auf oder ab ich dies Sein ohne Geld
und ohne die Werte, die hier so geschätzt,
doch die meinem Geiste so herzlich banal,
schon kläglich erscheinen – der Weisheit Skandal,
kein Wunder, dass wir Philosophen vergrätzt!
Denn wenn einmal jemand was Kluges gedacht,
gesagt, wie es ist in der Realität
dann haben doch alle Gelehrten gelacht.
Und wenn einer sagte: „Ich sehe euch echt!
Und ohne den Spiegel, in dem ihr euch dreht!“
Dann stand es, weiß Gott, um die Wahrheit stets schlecht.
erschaffe ich selbst mir mein eigenes All.
Verwalte, regiere, ob Flug oder Fall,
ob auf oder ab ich dies Sein ohne Geld
und ohne die Werte, die hier so geschätzt,
doch die meinem Geiste so herzlich banal,
schon kläglich erscheinen – der Weisheit Skandal,
kein Wunder, dass wir Philosophen vergrätzt!
Denn wenn einmal jemand was Kluges gedacht,
gesagt, wie es ist in der Realität
dann haben doch alle Gelehrten gelacht.
Und wenn einer sagte: „Ich sehe euch echt!
Und ohne den Spiegel, in dem ihr euch dreht!“
Dann stand es, weiß Gott, um die Wahrheit stets schlecht.
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Sonntag, 11. März 2007
Bodenständig
Streck nur hoffnungsvoll die kurzen Arme aus,
greif' nach allen Dingen, die Du nicht besitzt,
wenn Du armer Mensch im Alptraum wieder schwitzt,
wird Dir stetig klar: Die Wahrheit ist ein Graus!
Hoff' nur ewig weiter, dass es nicht so bleibt,
hoffe, dass Dein Weg noch endlich wird zum Ziel!
Doch – Du weißt genau! – Dein Wunsch ist noch zu viel:
Alles Unerreichbar' soll Dir einverleibt!
Darum, Mensch, nur schwelgst Du allzu fern.
In Träumen, die kein Mensch ersinnen kann,
verfolgst Du Deinen menschlich Fieberwahn.
Warum, sag mir, lebst Du denn nicht gern?
Siehst nicht, was die Erde sich ersann,
was für Schönheit sie uns aufgetan?
greif' nach allen Dingen, die Du nicht besitzt,
wenn Du armer Mensch im Alptraum wieder schwitzt,
wird Dir stetig klar: Die Wahrheit ist ein Graus!
Hoff' nur ewig weiter, dass es nicht so bleibt,
hoffe, dass Dein Weg noch endlich wird zum Ziel!
Doch – Du weißt genau! – Dein Wunsch ist noch zu viel:
Alles Unerreichbar' soll Dir einverleibt!
Darum, Mensch, nur schwelgst Du allzu fern.
In Träumen, die kein Mensch ersinnen kann,
verfolgst Du Deinen menschlich Fieberwahn.
Warum, sag mir, lebst Du denn nicht gern?
Siehst nicht, was die Erde sich ersann,
was für Schönheit sie uns aufgetan?
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