Momente für ein kleines wenig Muße,
oh, und der Orkan, er schweigt in Hähme,
wie ein Philosoph in dessen Gräme
niemand wagt zu leben ohne Buße.
Ein wenig Zeit im Strudel dieser Welten,
niemand bleibt des Soges je verschont,
und endlich kommt die Einzelheit zum gelten,
während ihre Seele in uns wohnt.
Aberwitzig viele Möglichkeiten,
deren Qualität sich richtig zeigt,
wenn man sie sortiert, wenn sie sich streiten,
wenn man zeigt, wozu man eher neigt.
Solche Neigung explodiert zuweilen,
wenn, wie jetzt, ein wenig Zeit sich setzt
und sich empfiehlt, man möge sich beeilen,
Kreatives ist zu schnell verletzt!
Dann beginnt dem Tragenden ein Beben,
er entscheidet: Gebe ich ihm nach?
Solcherlei entscheidet oft ein Leben,
die Tendenz eröffnet das Gemach.
Sonntag, 23. September 2007
Samstag, 22. September 2007
Versionen
„Doch dazu dann später“, die Drohung im Raum,
das Ende des Grauens nach hinten verschoben,
Begreifen fällt schwer, man hört schon noch kaum,
was vorne gesagt wird, die Welt wird verschroben,
die Sinne entfallen dem Singsang der Worte,
und müde entschläft man an spannende Orte.
„Doch dazu dann später“, welch schöner Apell!
Die Neugierde rührt sich und schaut recht verdutzt:
Wer hat mich geweckt? Und: Ist es schon hell?
Die Mühen des Sprechenden haben genutzt,
die Leidenschaft schwappte ganz kontinuierlich
in Ohren, ansonsten meist eher manierlich.
„Doch dazu dann später“, der Schwall seiner Bosheit
im blinden Verzehren der Machtposition
vermag nicht zu bremsen und wie er dann los schreit
entbehrt jeder Menschlichkeit, spricht ihr fast Hohn,
der Lehrling wagt kaum sich zu Rühren, verlassen
ergeht er der Rüge, zu schwach sie zu hassen.
„Doch dazu dann später“ – was ist nur geschehen?
Oh Gott, warum sagt ihr denn nicht, was passiert?
Die anderen Themen muss ich jetzt nicht sehen,
nun sagt schon – sind Deutsche betroffen? Jongliert
das Schicksal mit unserem Glück und entscheidet
sich gegen uns, derweil schon Gott uns meidet?
„Doch dazu dann später“ – aus Deinem Munde
(und das, bitte glaub mir, ist herrliche Gabe!)
ist es ein Versprechen, ist Vorfreude, Kunde
von emotionalem Verständnis, ich labe
an Deinen Gesprächen mich dankbar und immer,
bist wärmende Lampe in lebendem Zimmer.
das Ende des Grauens nach hinten verschoben,
Begreifen fällt schwer, man hört schon noch kaum,
was vorne gesagt wird, die Welt wird verschroben,
die Sinne entfallen dem Singsang der Worte,
und müde entschläft man an spannende Orte.
„Doch dazu dann später“, welch schöner Apell!
Die Neugierde rührt sich und schaut recht verdutzt:
Wer hat mich geweckt? Und: Ist es schon hell?
Die Mühen des Sprechenden haben genutzt,
die Leidenschaft schwappte ganz kontinuierlich
in Ohren, ansonsten meist eher manierlich.
„Doch dazu dann später“, der Schwall seiner Bosheit
im blinden Verzehren der Machtposition
vermag nicht zu bremsen und wie er dann los schreit
entbehrt jeder Menschlichkeit, spricht ihr fast Hohn,
der Lehrling wagt kaum sich zu Rühren, verlassen
ergeht er der Rüge, zu schwach sie zu hassen.
„Doch dazu dann später“ – was ist nur geschehen?
Oh Gott, warum sagt ihr denn nicht, was passiert?
Die anderen Themen muss ich jetzt nicht sehen,
nun sagt schon – sind Deutsche betroffen? Jongliert
das Schicksal mit unserem Glück und entscheidet
sich gegen uns, derweil schon Gott uns meidet?
„Doch dazu dann später“ – aus Deinem Munde
(und das, bitte glaub mir, ist herrliche Gabe!)
ist es ein Versprechen, ist Vorfreude, Kunde
von emotionalem Verständnis, ich labe
an Deinen Gesprächen mich dankbar und immer,
bist wärmende Lampe in lebendem Zimmer.
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Daktylus,
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Michstrophig
Freitag, 21. September 2007
Ode an die Naturgewalten (Klimax)
Ein Hauch von Luft, die Härchen aufzurichten.
Ein Blatt verweht gleich einer Ballerina,
die nur auf Winden tanzt, wie in Geschichten.
Und das Geäst wird eine Okarina,
verwandelt sich in dieses Instrument,
mit welchem so viel Melodie beginnt.
Auch heute schweifen Töne, die man kennt
und schätzt, durch diese Welt und ihr entrinnt
ein leises Pfeifen, Kunde großer Dinge,
die aufgetürmt in uns’re Richtung gleiten.
Ein wenig scheint’s, als ob der Himmel singe
und gleichsam strebt, ein Lichtspiel zu bereiten,
indem er auf das Blau der Himmelswand
Gebirge schwarzer Steine zieht und häuft;
ein Lebensbild naturgewalt’ger Hand.
Das Licht zergeht in Farben, streut und läuft
an all den Wolkenbergen runter,
scheint sich bald zu sammeln, bald zu flüchten
vor dem tiefen Grollen, welches munter
düsteren Erklärungen, Gerüchten
sich bemächtigt, somit Ahnung zeugt.
Die Bäume beugen sich inzwischen fühlbar,
Blätter fliehen von der Welt beäugt,
deren Auge lange nicht so kühl war,
wie in diesen furchtverzehrten Blicken,
ohne Blau und Gelb – in schwarzes Grau
fliegen auch die Blätter wie an Stricken
gezogen fort, sie fliehen vor dem Tau.
Das Heulen weht um jedes Weltenkind,
mit Nachdruck warnt es alle, die es hören,
erzählt von Dingen, die im Kommen sind
und bald die Ordnung uns’rer Zeit zerstören,
von Dunkelheit, von Stürmen und von Brüllen,
und scheint in seinem Irrsinn selbst zu leiden,
als erste Tropfen Himmel weinend füllen;
es beginnt: Gewitter wird sich weiden.
Ein Blatt verweht gleich einer Ballerina,
die nur auf Winden tanzt, wie in Geschichten.
Und das Geäst wird eine Okarina,
verwandelt sich in dieses Instrument,
mit welchem so viel Melodie beginnt.
Auch heute schweifen Töne, die man kennt
und schätzt, durch diese Welt und ihr entrinnt
ein leises Pfeifen, Kunde großer Dinge,
die aufgetürmt in uns’re Richtung gleiten.
Ein wenig scheint’s, als ob der Himmel singe
und gleichsam strebt, ein Lichtspiel zu bereiten,
indem er auf das Blau der Himmelswand
Gebirge schwarzer Steine zieht und häuft;
ein Lebensbild naturgewalt’ger Hand.
Das Licht zergeht in Farben, streut und läuft
an all den Wolkenbergen runter,
scheint sich bald zu sammeln, bald zu flüchten
vor dem tiefen Grollen, welches munter
düsteren Erklärungen, Gerüchten
sich bemächtigt, somit Ahnung zeugt.
Die Bäume beugen sich inzwischen fühlbar,
Blätter fliehen von der Welt beäugt,
deren Auge lange nicht so kühl war,
wie in diesen furchtverzehrten Blicken,
ohne Blau und Gelb – in schwarzes Grau
fliegen auch die Blätter wie an Stricken
gezogen fort, sie fliehen vor dem Tau.
Das Heulen weht um jedes Weltenkind,
mit Nachdruck warnt es alle, die es hören,
erzählt von Dingen, die im Kommen sind
und bald die Ordnung uns’rer Zeit zerstören,
von Dunkelheit, von Stürmen und von Brüllen,
und scheint in seinem Irrsinn selbst zu leiden,
als erste Tropfen Himmel weinend füllen;
es beginnt: Gewitter wird sich weiden.
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Donnerstag, 20. September 2007
Vertrackt
Ich wusste nicht, dass sie nicht wusste, dass ich’s wusste – das war schlecht.
Denn hätte ich gewusst, dass sie’s nicht weiß, hätt‘ ich’s sie wissen lassen.
Nur da ich’s halt nicht wusste, wusst ich auch nichts zu sagen recht,
und ob ich’s wissen musste, kann ich nicht durch mein Gewissen fassen.
Natürlich hätt‘ ich ahnen können, dass ihr Wissen es nicht wusste,
nur dachte ich gewiss nicht d’ran, ihr Wissen so beflissentlich
gewissenhaft zu untersuchen – weiß auch jetzt nicht sicher: Musste
sie denn nicht auch wissen oder wusste sie’s nicht wissentlich?
Was ich wissen musste, weiß ich nicht, nur weiß ich, dass sie weiß,
dass ich nicht wusste, dass ihr nicht bewusst war, dass ich wissen musste
und auch wusste; weiter weiß sie auch, dass mein Unwissen leis
und unbewusst und nicht als Stuss mein Wissen trog wie eine Kruste.
Denn hätte ich gewusst, dass sie’s nicht weiß, hätt‘ ich’s sie wissen lassen.
Nur da ich’s halt nicht wusste, wusst ich auch nichts zu sagen recht,
und ob ich’s wissen musste, kann ich nicht durch mein Gewissen fassen.
Natürlich hätt‘ ich ahnen können, dass ihr Wissen es nicht wusste,
nur dachte ich gewiss nicht d’ran, ihr Wissen so beflissentlich
gewissenhaft zu untersuchen – weiß auch jetzt nicht sicher: Musste
sie denn nicht auch wissen oder wusste sie’s nicht wissentlich?
Was ich wissen musste, weiß ich nicht, nur weiß ich, dass sie weiß,
dass ich nicht wusste, dass ihr nicht bewusst war, dass ich wissen musste
und auch wusste; weiter weiß sie auch, dass mein Unwissen leis
und unbewusst und nicht als Stuss mein Wissen trog wie eine Kruste.
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Mittwoch, 19. September 2007
Kultiviert oder: Die Macht des Buches
Die kleine Version der großen Bühne,
bescheidenes Duplex jenem Stil.
Ein wenig vom Glanze ihrer Kühne,
ein Puppenhaus als ihr ernstes Ziel.
Die Schallplattensammlung stolz gebahrt,
der Spieler hingegen scheint verstaubt
und ist noch am eh’sten staubbewahrt,
wenn Gästen das Hören mal erlaubt.
Dann wird die antike Kiste Wert,
denn bloße Kultur verstrahlt sie schon.
Das Knarzen und Rauschen zwar beschwert
das Hören, doch geht’s nicht um den Ton.
Sie ist nur ein Status, Zeichen seiner
Verbindung zu allen guten Kreisen.
Zwar wird durch das Mühen diese kleiner,
doch muss man im Anschein sich beweisen.
Und ebenso hat er so viel Wein
wie gar keine Ahnung vom Getränk.
Kultur ohne Reben? Kann nicht sein!
D’rum lagert er Weine, ungelenk.
Die Krönung der dummen Peinlichkeit:
Ihm ekelt ganz furchtbar vor’m Geschmack!
Doch säuft er ganz maßlos von Zeit zu Zeit,
Gesellschaft erfordert Kampf im Frack!
Im Hintergrund, wenn ihn wer besucht,
läuft immer das neuste Jazzquartett.
Obwohl er im Innern immer flucht
sich heimlich schon freut auf Charts im Bett.
Doch geht es ihm dort wie wie überall:
Gewöhnt man sich erstmal langsam d’ran,
verwandelt es sich vom Überfall
in was, das man ignorieren kann.
Regale voll Goethe, Schiller, Brecht,
verlautbaren stolz Beflissenheit,
Belesenheit wirkt von allem echt
und wahrhaft am meisten, weit und breit.
Erinnerung plagt ihn heute noch,
er weiß noch genau, wie er erkannte,
dass offenbar dort in ihm ein Loch,
wo anderen ewig Wolllust brannte:
Er suchte zu lesen in einem Buch
aus seinem Regal, er nahm den Faust,
und wurde gestoßen auf den Fluch,
der immer schon durch sein Leben braust.
Sie sagten ihm etwas, diese Zeilen:
Sie waren so wahr. Er hat gebebt.
Sie schienen sich förmlich zu beeilen,
zu schreien: Du hast umsonst gelebt!
bescheidenes Duplex jenem Stil.
Ein wenig vom Glanze ihrer Kühne,
ein Puppenhaus als ihr ernstes Ziel.
Die Schallplattensammlung stolz gebahrt,
der Spieler hingegen scheint verstaubt
und ist noch am eh’sten staubbewahrt,
wenn Gästen das Hören mal erlaubt.
Dann wird die antike Kiste Wert,
denn bloße Kultur verstrahlt sie schon.
Das Knarzen und Rauschen zwar beschwert
das Hören, doch geht’s nicht um den Ton.
Sie ist nur ein Status, Zeichen seiner
Verbindung zu allen guten Kreisen.
Zwar wird durch das Mühen diese kleiner,
doch muss man im Anschein sich beweisen.
Und ebenso hat er so viel Wein
wie gar keine Ahnung vom Getränk.
Kultur ohne Reben? Kann nicht sein!
D’rum lagert er Weine, ungelenk.
Die Krönung der dummen Peinlichkeit:
Ihm ekelt ganz furchtbar vor’m Geschmack!
Doch säuft er ganz maßlos von Zeit zu Zeit,
Gesellschaft erfordert Kampf im Frack!
Im Hintergrund, wenn ihn wer besucht,
läuft immer das neuste Jazzquartett.
Obwohl er im Innern immer flucht
sich heimlich schon freut auf Charts im Bett.
Doch geht es ihm dort wie wie überall:
Gewöhnt man sich erstmal langsam d’ran,
verwandelt es sich vom Überfall
in was, das man ignorieren kann.
Regale voll Goethe, Schiller, Brecht,
verlautbaren stolz Beflissenheit,
Belesenheit wirkt von allem echt
und wahrhaft am meisten, weit und breit.
Erinnerung plagt ihn heute noch,
er weiß noch genau, wie er erkannte,
dass offenbar dort in ihm ein Loch,
wo anderen ewig Wolllust brannte:
Er suchte zu lesen in einem Buch
aus seinem Regal, er nahm den Faust,
und wurde gestoßen auf den Fluch,
der immer schon durch sein Leben braust.
Sie sagten ihm etwas, diese Zeilen:
Sie waren so wahr. Er hat gebebt.
Sie schienen sich förmlich zu beeilen,
zu schreien: Du hast umsonst gelebt!
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Dienstag, 18. September 2007
Doppelmoral
Äste und Ethik, das passt nicht zusammen!
Ästethik hingegen, das klingt richtig gut!
Ob Äste der Ethik des Waldes entstammen?
Macht Ethik den Ästen beim Wachsen erst Mut?
Geste und Stern sind ein komisches Paar!
Einzig als Gestern erkennt man sie wieder.
Doch Geste der Sterne: So vieles wird wahr
und Sterne des Gestern erinnern mir Lieder.
Welch ein Fantast, der am Tische nur sitzt,
wo man fantastisch dem Boden entflieht,
und welcher Fantast hätte nicht längst geschwitzt,
wenn er sich dem Tische stets zugeteilt sieht?
Die Falte im Alter verzierte schon viele,
der Falter hingegen wird nicht g’rade alt.
Doch wenn er als Älterer faltig entfiele,
entfaltete Alter den Preis, seinen, bald.
Der Streich jener Jugend soll irgendwann reichen,
doch streichen die Jungen schon deshalb die Segel?
Ich reiche Dir Streiche zum Alltagsentweichen,
den Opfern, nur, reicht es mit Streichen, ich Flegel!
Ästethik hingegen, das klingt richtig gut!
Ob Äste der Ethik des Waldes entstammen?
Macht Ethik den Ästen beim Wachsen erst Mut?
Geste und Stern sind ein komisches Paar!
Einzig als Gestern erkennt man sie wieder.
Doch Geste der Sterne: So vieles wird wahr
und Sterne des Gestern erinnern mir Lieder.
Welch ein Fantast, der am Tische nur sitzt,
wo man fantastisch dem Boden entflieht,
und welcher Fantast hätte nicht längst geschwitzt,
wenn er sich dem Tische stets zugeteilt sieht?
Die Falte im Alter verzierte schon viele,
der Falter hingegen wird nicht g’rade alt.
Doch wenn er als Älterer faltig entfiele,
entfaltete Alter den Preis, seinen, bald.
Der Streich jener Jugend soll irgendwann reichen,
doch streichen die Jungen schon deshalb die Segel?
Ich reiche Dir Streiche zum Alltagsentweichen,
den Opfern, nur, reicht es mit Streichen, ich Flegel!
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Montag, 17. September 2007
Die Tiefe des Blickes
Ich sehe die Augen und denke: Oh, Tiefe!
Oh Seen, oh Meere, unendliches Sinken!
Und möchte am liebsten die Ewigkeit trinken,
ich fühle, als ob mich Unsterblichkeit riefe.
Ich sehe die Augen und fühle: Oh, Schweigen!
Du wärst noch am eh'sten geeignet, zu sprechen
von all dieser Schönheit, Besteh'nes zu brechen,
das Mögliche leicht überschreitender Reigen!
Ich sehe die Augen und weiß: Ihrer Klarheit
und Schönheit sind all meine Worte nicht wert.
Und grausam: Ich kenne die schmerzende Wahrheit.
Ich sehe die Augen und ahne, wie reich
mich Ahnenden, der diese Anmut erfährt,
das Schicksal beschenkt, dem Gottglauben gleich.
Oh Seen, oh Meere, unendliches Sinken!
Und möchte am liebsten die Ewigkeit trinken,
ich fühle, als ob mich Unsterblichkeit riefe.
Ich sehe die Augen und fühle: Oh, Schweigen!
Du wärst noch am eh'sten geeignet, zu sprechen
von all dieser Schönheit, Besteh'nes zu brechen,
das Mögliche leicht überschreitender Reigen!
Ich sehe die Augen und weiß: Ihrer Klarheit
und Schönheit sind all meine Worte nicht wert.
Und grausam: Ich kenne die schmerzende Wahrheit.
Ich sehe die Augen und ahne, wie reich
mich Ahnenden, der diese Anmut erfährt,
das Schicksal beschenkt, dem Gottglauben gleich.
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Gedichte,
Sonette
Sonntag, 16. September 2007
Unter Sternen
Wir alle schon standen voll Ehrfurcht darunter
Und wähnten uns nichtig im Schatten des Lichts.
Doch waren wir letztlich ein wenig zu munter,
um wirklich zu glauben, wir seien fast nichts.
Die Punkte, der Himmel – sie nahmen uns heftig,
beeinflussten unsere Identität.
Nur leider nicht länger, nur allzu geschäftig
verfolgten wir Alltag, der Luftschlösser säht.
Wir sahen die Wahrheit in all diesem Dunkel,
Unendlichkeit lehrte uns Werte und Pflicht.
In all diesem schwärzlichen Sternengefunkel
gehörte man plötzlich zur wissenden Schicht.
Man wusste: Man ist nichts. Und würde nichts werden.
Erkannte: Was immer ich mache, es stimmt,
weil alle die Freuden und alle Beschwerden
verschwinden, wenn einer das Weltall vernimmt.
Aus Ärgern Erinnern, aus Frohsinn Verstehen,
so relativierte sich alles Gefühl.
Geschicke, die ewiglich Leben versehen,
entwickeln sich träger, man achtet sie kühl.
Doch all diese Weisheit ist weiß Gott nicht immer,
und ewig ist all dieses Wissen wohl nie.
Schon später, am Schreibtisch im leblosen Zimmer,
beraubt man sich exponentiell der Magie.
Und wähnten uns nichtig im Schatten des Lichts.
Doch waren wir letztlich ein wenig zu munter,
um wirklich zu glauben, wir seien fast nichts.
Die Punkte, der Himmel – sie nahmen uns heftig,
beeinflussten unsere Identität.
Nur leider nicht länger, nur allzu geschäftig
verfolgten wir Alltag, der Luftschlösser säht.
Wir sahen die Wahrheit in all diesem Dunkel,
Unendlichkeit lehrte uns Werte und Pflicht.
In all diesem schwärzlichen Sternengefunkel
gehörte man plötzlich zur wissenden Schicht.
Man wusste: Man ist nichts. Und würde nichts werden.
Erkannte: Was immer ich mache, es stimmt,
weil alle die Freuden und alle Beschwerden
verschwinden, wenn einer das Weltall vernimmt.
Aus Ärgern Erinnern, aus Frohsinn Verstehen,
so relativierte sich alles Gefühl.
Geschicke, die ewiglich Leben versehen,
entwickeln sich träger, man achtet sie kühl.
Doch all diese Weisheit ist weiß Gott nicht immer,
und ewig ist all dieses Wissen wohl nie.
Schon später, am Schreibtisch im leblosen Zimmer,
beraubt man sich exponentiell der Magie.
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Kreuzreim
Samstag, 15. September 2007
Herbst
Die Tage werden früher dunkel,
die Welt beseitigt den Kontrast
und schafft ihn neu durch das Gemunkel,
das abends durch die Straßen schasst.
Die Winde wehen wieder wilder,
sie tragen halbe Bäume fort
und schaffen so die schönsten Bilder
von Blättern, denen Luft ihr Hort.
So kommt es, dass man g’rad spazierte,
im Stillen den Geruch genoss,
und wenig später schon, da zierte
den Körper reich ein Blättertross.
Ein güld’nes Ross fliegt durch die Lüfte,
die Fantasie auf ihrem Ritt,
der aller Leben schweren Klüfte
zärtlich durch die Kehle schnitt.
Die Himmel sind an Wolken reicher,
denn rascher ziehen sie hinauf,
doch rascher werden sie auch bleicher,
aufgrund des Windes raschen Lauf.
Er zwickt auch hier und dort Gesichter,
verschmückt sie frech mit Fransenschals,
und lächelnd glänzen Augenlichter,
sie riechen Laubwerk allemals.
Und Füße treffen Pflastersteine,
schlendern an der frischen Luft,
und jeder Schritt ist eine kleine
Erfrischung voller reinem Duft.
Und nie verbrüdern Mensch und Umwelt
einander so vollendet froh,
wie dann, wenn uns’re Erde stumm schnellt,
so voll Geräusch und lichterloh.
Vor Übereifer mischt der Maler
den Bäumen noch ein Rot mit an,
es strahlen leuchtend Leuchtestrahler
aus Rot und Blättern – welch ein Bann!
Vollkommen ist die Symbiose:
Natur und wir und sie und ich.
Ich schreite, jedem Alltag lose –
Die Kunst des Herbsts entfesselt mich.
die Welt beseitigt den Kontrast
und schafft ihn neu durch das Gemunkel,
das abends durch die Straßen schasst.
Die Winde wehen wieder wilder,
sie tragen halbe Bäume fort
und schaffen so die schönsten Bilder
von Blättern, denen Luft ihr Hort.
So kommt es, dass man g’rad spazierte,
im Stillen den Geruch genoss,
und wenig später schon, da zierte
den Körper reich ein Blättertross.
Ein güld’nes Ross fliegt durch die Lüfte,
die Fantasie auf ihrem Ritt,
der aller Leben schweren Klüfte
zärtlich durch die Kehle schnitt.
Die Himmel sind an Wolken reicher,
denn rascher ziehen sie hinauf,
doch rascher werden sie auch bleicher,
aufgrund des Windes raschen Lauf.
Er zwickt auch hier und dort Gesichter,
verschmückt sie frech mit Fransenschals,
und lächelnd glänzen Augenlichter,
sie riechen Laubwerk allemals.
Und Füße treffen Pflastersteine,
schlendern an der frischen Luft,
und jeder Schritt ist eine kleine
Erfrischung voller reinem Duft.
Und nie verbrüdern Mensch und Umwelt
einander so vollendet froh,
wie dann, wenn uns’re Erde stumm schnellt,
so voll Geräusch und lichterloh.
Vor Übereifer mischt der Maler
den Bäumen noch ein Rot mit an,
es strahlen leuchtend Leuchtestrahler
aus Rot und Blättern – welch ein Bann!
Vollkommen ist die Symbiose:
Natur und wir und sie und ich.
Ich schreite, jedem Alltag lose –
Die Kunst des Herbsts entfesselt mich.
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Jambus,
Kreuzreim
Freitag, 14. September 2007
Träume, die der Einsamkeit entspringen
Wie sie ihren Blick voll Anmut senkt,
still und schön den schwarzen Augenbrauen
Schwung verleiht, voll Ausdruck ihre schlauen
Augen auf mich richtet – mich beschenkt,
wie sie ohne Vorsatz mich erreicht,
meinem Tiefsten das Gespräch erbietet,
mich bewohnt, mein Seelenleben mietet,
ist so wundervoll, dass nichts ihm gleicht.
Einzig eine Sache trübt das Laben,
nur ein Makel, sonst ist sie perfekt,
zu perfekt, um wirklich wahr zu sein:
Wollte ich sie wahrhaft bei mir haben,
hier in meinem Arm, bei mir versteckt,
müsste sich der Traum in’s Leben frei’n.
still und schön den schwarzen Augenbrauen
Schwung verleiht, voll Ausdruck ihre schlauen
Augen auf mich richtet – mich beschenkt,
wie sie ohne Vorsatz mich erreicht,
meinem Tiefsten das Gespräch erbietet,
mich bewohnt, mein Seelenleben mietet,
ist so wundervoll, dass nichts ihm gleicht.
Einzig eine Sache trübt das Laben,
nur ein Makel, sonst ist sie perfekt,
zu perfekt, um wirklich wahr zu sein:
Wollte ich sie wahrhaft bei mir haben,
hier in meinem Arm, bei mir versteckt,
müsste sich der Traum in’s Leben frei’n.
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Gedichte,
Sonette,
Trochäus
Donnerstag, 13. September 2007
Urkräfte
Es stehen die Mächte sich schweigend entgegen
und wägen beflissen im Strahle der Sterne
die Kräfte des Anderen achtungsvoll ab.
Erhaben erklären die Blicke im Regen
respektvoll des anderen Größe im Kerne,
ein ehrsames Wägen Elias’, Ahab.
Und wenn sie sich regen, verbergen die Schatten
in Falten des Dunkel das winzige Rühren,
zu hören ist einzig der ahnende Wind.
Und alle Geschichten, die Welten schon hatten,
verschwinden in zukunftsbezeugenden Schwüren
von kommenden Prächten der Zeuge wir sind.
Giganten entstehen durch solcherlei Geste,
erhaben betrachten sie einfach die Lage
und handeln gewissenhaft, stets überlegt.
Mit Augenmaß gleich einer göttlichen Meste
erkennen sie gleichsam den Mond auch am Tage,
erleben in Klarheit, was Herzen bewegt.
Die Spannung bleibt steigend, man spürt sie fast zerren,
die Winde erscheinen als Werke der beiden,
ersetzen die Urkraft der Umwelt im Krieg.
Dann endlich Bewegung: Synchron sind die Herren
zur Umkehr bewogen. Und somit vermeiden
sie weise das tierische Ringen um Sieg.
und wägen beflissen im Strahle der Sterne
die Kräfte des Anderen achtungsvoll ab.
Erhaben erklären die Blicke im Regen
respektvoll des anderen Größe im Kerne,
ein ehrsames Wägen Elias’, Ahab.
Und wenn sie sich regen, verbergen die Schatten
in Falten des Dunkel das winzige Rühren,
zu hören ist einzig der ahnende Wind.
Und alle Geschichten, die Welten schon hatten,
verschwinden in zukunftsbezeugenden Schwüren
von kommenden Prächten der Zeuge wir sind.
Giganten entstehen durch solcherlei Geste,
erhaben betrachten sie einfach die Lage
und handeln gewissenhaft, stets überlegt.
Mit Augenmaß gleich einer göttlichen Meste
erkennen sie gleichsam den Mond auch am Tage,
erleben in Klarheit, was Herzen bewegt.
Die Spannung bleibt steigend, man spürt sie fast zerren,
die Winde erscheinen als Werke der beiden,
ersetzen die Urkraft der Umwelt im Krieg.
Dann endlich Bewegung: Synchron sind die Herren
zur Umkehr bewogen. Und somit vermeiden
sie weise das tierische Ringen um Sieg.
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Daktylus,
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Gedichte
Mittwoch, 12. September 2007
Erinnerung. Bedauert.
Ich blicke in's Dunkel, die Iris weit offen,
versuch' das Verborgene doch zu erkennen.
Mein Blick ist die Suche und Blinzeln das Hoffen,
es möge das Wesen sich endlich benennen.
Ich ahne das Schlimme und wünschte, es lindert,
doch weiß ich mit Sicherheit: Nichts ist hier gut.
Ich kenn' die Umgebung aus Jahren, mich hindert
am wirklichen Sehen doch letztlich mein Mut.
Es scheiterten viele am dunkelsten Wege,
Erinnerung ist unser härterster Feind.
Er zetert und kratzt noch bei zärtlichster Pflege -
ein einziger Fehler, für immer beweint.
versuch' das Verborgene doch zu erkennen.
Mein Blick ist die Suche und Blinzeln das Hoffen,
es möge das Wesen sich endlich benennen.
Ich ahne das Schlimme und wünschte, es lindert,
doch weiß ich mit Sicherheit: Nichts ist hier gut.
Ich kenn' die Umgebung aus Jahren, mich hindert
am wirklichen Sehen doch letztlich mein Mut.
Es scheiterten viele am dunkelsten Wege,
Erinnerung ist unser härterster Feind.
Er zetert und kratzt noch bei zärtlichster Pflege -
ein einziger Fehler, für immer beweint.
etikettiert:
Daktylus,
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Kreuzreim
Dienstag, 11. September 2007
Grundfrage
Ich werde Asche sein, ich werde sterben.
Egal wie viel ich leiste hier auf Erden.
Vergänglichkeit. Ich werde sie vererben
und nicht mehr seh'n, wie sie ihr Opfer werden.
Und all mein Schaffen mit mir annuliert.
Zwar zehren, wenn ich glücklich bin, noch Jahre
die Menschen von den Werken, die kreiert -
doch werd' ich es kaum sehen von der Bahre.
Was bringt der fromme Wunsch, es möge weiter
das Leben meiner Lieben Glück verstärken,
wenn ich im Tode kläglich daran scheiter',
die Früchte dieses Wunsches zu bemerken?
Was bringt der Status, den ich mir erstreiten
und hart verdienen musste unter Schweiß,
wenn alles doch verschwindet und bezeiten
gelöscht wird, gleich mit allem, das ich weiß?
Man mag sich solchermaßen ernsthaft fragen:
Warum noch leben, wenn der Tod doch siegt?
Nur fragt man sich an allein seinen Tagen,
dann wird man seinem Leben so entsagen,
dass dieses dann erst recht schon nichts mehr wiegt.
Egal wie viel ich leiste hier auf Erden.
Vergänglichkeit. Ich werde sie vererben
und nicht mehr seh'n, wie sie ihr Opfer werden.
Und all mein Schaffen mit mir annuliert.
Zwar zehren, wenn ich glücklich bin, noch Jahre
die Menschen von den Werken, die kreiert -
doch werd' ich es kaum sehen von der Bahre.
Was bringt der fromme Wunsch, es möge weiter
das Leben meiner Lieben Glück verstärken,
wenn ich im Tode kläglich daran scheiter',
die Früchte dieses Wunsches zu bemerken?
Was bringt der Status, den ich mir erstreiten
und hart verdienen musste unter Schweiß,
wenn alles doch verschwindet und bezeiten
gelöscht wird, gleich mit allem, das ich weiß?
Man mag sich solchermaßen ernsthaft fragen:
Warum noch leben, wenn der Tod doch siegt?
Nur fragt man sich an allein seinen Tagen,
dann wird man seinem Leben so entsagen,
dass dieses dann erst recht schon nichts mehr wiegt.
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Montag, 10. September 2007
Muse
Ein Leben als Inspiration für das Große,
stets Atmen für And're, posieren für sie.
Ich kann nichts, doch sieht er bei mir dort im Schoße
den Quell seiner Größe - ich sehe ihn nie.
Ich läch'le zu allem - er findet gefallen,
doch liegt's nicht am Lächeln, liegt nicht mal am Tun.
Und doch - nur von mir scheinen Töne zu schallen,
die einzig für ihn auf Akkorden beruh'n.
Ich schweife im Fernen bei ihm in der Nähe,
er nähert sich seiner entfernten Passion.
Und wenn ich die Körner des Könnens so sähe,
indem ich nur schweife, genügt das längst schon.
Auf einmal beginnt ihm ein Feuer zu sengen,
egal, welche Kühle ich vorher entsandt.
Erhitzt brennt er Kunstwerke in rauen Menge
auf Leinwand, mit triumphal lodernder Hand.
Dann tat ich, wofür ich ihm lange schon diene
und weiß auch nach Jahren noch lange nicht, was.
Bewirke zwar etwas, doch bin ihm nur Schiene
und mache nichts, bin weder trocken, noch nass.
Nur warum verehrt mich das große Genie?
Verlieben sich Mannequins auch in den Spiegel?
Ich traue mich nicht, eine Philosophie
zu erschaffen, befürchte, das wär' mir ein Siegel.
stets Atmen für And're, posieren für sie.
Ich kann nichts, doch sieht er bei mir dort im Schoße
den Quell seiner Größe - ich sehe ihn nie.
Ich läch'le zu allem - er findet gefallen,
doch liegt's nicht am Lächeln, liegt nicht mal am Tun.
Und doch - nur von mir scheinen Töne zu schallen,
die einzig für ihn auf Akkorden beruh'n.
Ich schweife im Fernen bei ihm in der Nähe,
er nähert sich seiner entfernten Passion.
Und wenn ich die Körner des Könnens so sähe,
indem ich nur schweife, genügt das längst schon.
Auf einmal beginnt ihm ein Feuer zu sengen,
egal, welche Kühle ich vorher entsandt.
Erhitzt brennt er Kunstwerke in rauen Menge
auf Leinwand, mit triumphal lodernder Hand.
Dann tat ich, wofür ich ihm lange schon diene
und weiß auch nach Jahren noch lange nicht, was.
Bewirke zwar etwas, doch bin ihm nur Schiene
und mache nichts, bin weder trocken, noch nass.
Nur warum verehrt mich das große Genie?
Verlieben sich Mannequins auch in den Spiegel?
Ich traue mich nicht, eine Philosophie
zu erschaffen, befürchte, das wär' mir ein Siegel.
etikettiert:
Daktylus,
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim
Sonntag, 9. September 2007
Raffael
Mit einer simplen Geste Deiner Hand,
mit einer schlichten Pose, reich an Worten
voller Poesie, die nur entstand,
um wortreich diesen Zauber zu beschreiben,
schaffst Du, jene Grazie zu horten,
die unmöglich ist, einzuverleiben.
Sekunden huldigend verstreichen Zeiten,
derer man sich niemals recht gewahr
geworden wäre, kämst nicht Du zu leiten,
nur mit Anmut sie zu dirigieren -
Taktstock der Natur stellt Großes bar
und bloß im Kleinen dar, Moment erfrieren.
Ein sanftes Licht betont galant die Wärme
jener Finger, deren Krümmung zart
und zwischen stark und fernab aller Lärme
nahezu perfekte Symmetrie
kreiert, derweil der Rest des Armes ward
von feiner Müdigkeit gelegt durch sie.
Die Schönheit dieser Geste ist nicht prall,
sie sticht nicht in die Augen wie der Glanze
vielen Goldes, nein, sie ist wie Schall -
unaufdringlich nimmt sie mich beiseite,
hüllt mich nur mit Aura in Romanze,
deren Worte ich zum Blatte leite.
mit einer schlichten Pose, reich an Worten
voller Poesie, die nur entstand,
um wortreich diesen Zauber zu beschreiben,
schaffst Du, jene Grazie zu horten,
die unmöglich ist, einzuverleiben.
Sekunden huldigend verstreichen Zeiten,
derer man sich niemals recht gewahr
geworden wäre, kämst nicht Du zu leiten,
nur mit Anmut sie zu dirigieren -
Taktstock der Natur stellt Großes bar
und bloß im Kleinen dar, Moment erfrieren.
Ein sanftes Licht betont galant die Wärme
jener Finger, deren Krümmung zart
und zwischen stark und fernab aller Lärme
nahezu perfekte Symmetrie
kreiert, derweil der Rest des Armes ward
von feiner Müdigkeit gelegt durch sie.
Die Schönheit dieser Geste ist nicht prall,
sie sticht nicht in die Augen wie der Glanze
vielen Goldes, nein, sie ist wie Schall -
unaufdringlich nimmt sie mich beiseite,
hüllt mich nur mit Aura in Romanze,
deren Worte ich zum Blatte leite.
Samstag, 8. September 2007
Perspektive
Die Welt dringt durch mein Atmen in mich ein,
durchflutet meiner Lungen ganze Fülle,
veredelt meine Brust zu ihrer Hülle,
macht durch ihre Purheit auch mich rein.
Die Augen werden Fenster jenen Farben,
sie fangen alles Licht der Erde auf,
behalten es, bejubelnd diesen Kauf;
ein niemand muss der Mattheit jemals darben.
Wie Wellen gleiten flüchtig Melodien
zur Ewigkeit verdammt in meine Ohren,
die einst Musik des Seins zum Schatz erkoren,
dann sich erinnernd oft in Klänge fliehen.
Schließlich hebt die laue Brise streichelnd
die feinen Härchen, stimuliert den Sinn.
Und warum durchflutet denkend schließlich bin
ich sicher: Wenn man will, ist Leben schmeichelnd.
durchflutet meiner Lungen ganze Fülle,
veredelt meine Brust zu ihrer Hülle,
macht durch ihre Purheit auch mich rein.
Die Augen werden Fenster jenen Farben,
sie fangen alles Licht der Erde auf,
behalten es, bejubelnd diesen Kauf;
ein niemand muss der Mattheit jemals darben.
Wie Wellen gleiten flüchtig Melodien
zur Ewigkeit verdammt in meine Ohren,
die einst Musik des Seins zum Schatz erkoren,
dann sich erinnernd oft in Klänge fliehen.
Schließlich hebt die laue Brise streichelnd
die feinen Härchen, stimuliert den Sinn.
Und warum durchflutet denkend schließlich bin
ich sicher: Wenn man will, ist Leben schmeichelnd.
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Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Jambus,
Umarmender Reim
Freitag, 7. September 2007
Faltenwerk
Die Zeit grub ihre Furchen in die Haut,
gleich Ringen eines Stammes zeugen sie
von Alter, Leben, von Erfahrung, die
bekennend auf ein Menschenleben schaut.
Die Jahre brennen Falten in's Gesicht,
ein ehrenhafter Spiegel der Idee
die Tage zu bestreiten - Resumée,
das Launen aller Jahre wahr entspricht.
Nur selten irrt das schöne Alterszeichen,
selten nur verändert sich ein Mann
in solchem Maße, dass die Narben bleichen.
Jedoch in manchen raren Fällen wandelt
sich ein Mensch nach Jahren noch und dann
gehört das Werk als reine Kunst behandelt.
gleich Ringen eines Stammes zeugen sie
von Alter, Leben, von Erfahrung, die
bekennend auf ein Menschenleben schaut.
Die Jahre brennen Falten in's Gesicht,
ein ehrenhafter Spiegel der Idee
die Tage zu bestreiten - Resumée,
das Launen aller Jahre wahr entspricht.
Nur selten irrt das schöne Alterszeichen,
selten nur verändert sich ein Mann
in solchem Maße, dass die Narben bleichen.
Jedoch in manchen raren Fällen wandelt
sich ein Mensch nach Jahren noch und dann
gehört das Werk als reine Kunst behandelt.
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Gedichte,
Jambus,
Sonette
Donnerstag, 6. September 2007
Superheld. Eine Überzeichnung.
Die Welt bedroht von einem Bösewicht:
der Fiesling legt die Stadt in Schutt und Asche!
Skrupel kennt dabei der Böse nicht,
steckt sich seine Beute in die Tasche.
Doch schon kommt der Superheld geflogen,
rettet eine Frau aus tiefem Sturz,
küsst sie und sagt: "Ma'am, ungelogen,
heute Abend Drinks bei mir, nur kurz?"
Lässig hebt er eine Augenbraue
unter dem perfekt frisierten Haar,
kündigt dem Halunken schlimme Haue
an - Ist dieser Mann nicht wunderbar?
Plötzlich hat der Gegner eine Waffe -
Alles keucht beängstigt tief nach Luft,
während der Ganove wie ein Affe
lacht und auf den Helden zielt, der Schuft!
Letzterer jedoch grinst locker lässig,
weicht dem Angriff aus, als wär's ein Spiel,
fliegt zum fiesen Lachen, das gehässig
klingt, zu lachen hat der nicht mehr viel:
Schon ein Schlag reicht aus, der Held ist Sieger
und der Erzfeind wirkt ein wenig fahl.
Zeitungsfotos noch vom Überflieger
und weg ist er - bis zum nächsten Mal.
der Fiesling legt die Stadt in Schutt und Asche!
Skrupel kennt dabei der Böse nicht,
steckt sich seine Beute in die Tasche.
Doch schon kommt der Superheld geflogen,
rettet eine Frau aus tiefem Sturz,
küsst sie und sagt: "Ma'am, ungelogen,
heute Abend Drinks bei mir, nur kurz?"
Lässig hebt er eine Augenbraue
unter dem perfekt frisierten Haar,
kündigt dem Halunken schlimme Haue
an - Ist dieser Mann nicht wunderbar?
Plötzlich hat der Gegner eine Waffe -
Alles keucht beängstigt tief nach Luft,
während der Ganove wie ein Affe
lacht und auf den Helden zielt, der Schuft!
Letzterer jedoch grinst locker lässig,
weicht dem Angriff aus, als wär's ein Spiel,
fliegt zum fiesen Lachen, das gehässig
klingt, zu lachen hat der nicht mehr viel:
Schon ein Schlag reicht aus, der Held ist Sieger
und der Erzfeind wirkt ein wenig fahl.
Zeitungsfotos noch vom Überflieger
und weg ist er - bis zum nächsten Mal.
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Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim,
Trochäus
Mittwoch, 5. September 2007
Ein unerwünschtes Szenario
Meine Schreie bluten im Falsett,
Frieden vergewaltigt mein Gehirn.
Stille schneidet Adern so adrett,
Leben spritzt ein Rot auf feinen Zwirn.
Das Radio im Zimmer nebenan
vertont der Welt den kollektiven Traum.
Es weiß von meinem Scheitern nichts, man kann
fast glauben es sei alles schöner Saum.
Erzürnt empört sich meien ganze Hand,
beginnt zu zittern, stürzt wie ein Komet,
splittert an die vorher weiße Wand,
wo sie, rote Bilder malend, fleht.
Und pünktlich zum Refrain (es geht um Liebe)
fällt die Klinge aus der Hand, die schwach
zu Boden hängt, als ob sie nichts mehr triebe.
Als träumte ich: Ein letztes Mal noch wach.
Frieden vergewaltigt mein Gehirn.
Stille schneidet Adern so adrett,
Leben spritzt ein Rot auf feinen Zwirn.
Das Radio im Zimmer nebenan
vertont der Welt den kollektiven Traum.
Es weiß von meinem Scheitern nichts, man kann
fast glauben es sei alles schöner Saum.
Erzürnt empört sich meien ganze Hand,
beginnt zu zittern, stürzt wie ein Komet,
splittert an die vorher weiße Wand,
wo sie, rote Bilder malend, fleht.
Und pünktlich zum Refrain (es geht um Liebe)
fällt die Klinge aus der Hand, die schwach
zu Boden hängt, als ob sie nichts mehr triebe.
Als träumte ich: Ein letztes Mal noch wach.
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Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim,
Trochäus
Dienstag, 4. September 2007
Der Maler
Ein einfacher Pinsel verkörpert sein Leben,
sein Wesen auf Borsten und Holz reduziert.
Aus Schaffen von Welten besteht nur sein Streben,
als längerer göttlicher Arm produziert
er sein Bildnis der Erde, wie er sie verziert.
Der Schwung wird zum Tanze und bald schon, im Glanze
des kunstvollen Schaffens in ihrer Ästhetik
wird Farbe zu Atem, zu Ader, die ganze
gezeichnete Erde riecht frisch nach Pathetik,
nach Laub und der Schwere der höheren Ethik.
Ein Fiebertraum später erschafft die Nuancen,
die Spreu und den Weizen und trennt sie behänd.
Die Hand rennt von Torso zu Wipfel zu Bronzen,
erheischt die Schattierung und Wirklichkeit nennt
sich und stürzt un die Szene, vor Eifer sie brennt.
Nun ejakulieren die geistigen Güsse
die Abart der Großartigkeit auf das Bild.
Genie wird zu Wahnsinn, sie geben sich Küsse,
das Große bedarf solcher Meister, die wild
gar Welten erschaffen - nur Fades ist mild!
Die Borsten erbitten Distanz zu der Schöpfung,
der Abstand zum Meisterwerk fordert Respekt
und Tribut, auch Giganten erleben die Köpfung,
wenn ihnen ihr Größtes begegnet, befleckt
ward das göttliche Werk durch den Mann, der's erweckt.
sein Wesen auf Borsten und Holz reduziert.
Aus Schaffen von Welten besteht nur sein Streben,
als längerer göttlicher Arm produziert
er sein Bildnis der Erde, wie er sie verziert.
Der Schwung wird zum Tanze und bald schon, im Glanze
des kunstvollen Schaffens in ihrer Ästhetik
wird Farbe zu Atem, zu Ader, die ganze
gezeichnete Erde riecht frisch nach Pathetik,
nach Laub und der Schwere der höheren Ethik.
Ein Fiebertraum später erschafft die Nuancen,
die Spreu und den Weizen und trennt sie behänd.
Die Hand rennt von Torso zu Wipfel zu Bronzen,
erheischt die Schattierung und Wirklichkeit nennt
sich und stürzt un die Szene, vor Eifer sie brennt.
Nun ejakulieren die geistigen Güsse
die Abart der Großartigkeit auf das Bild.
Genie wird zu Wahnsinn, sie geben sich Küsse,
das Große bedarf solcher Meister, die wild
gar Welten erschaffen - nur Fades ist mild!
Die Borsten erbitten Distanz zu der Schöpfung,
der Abstand zum Meisterwerk fordert Respekt
und Tribut, auch Giganten erleben die Köpfung,
wenn ihnen ihr Größtes begegnet, befleckt
ward das göttliche Werk durch den Mann, der's erweckt.
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Daktylus,
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Gedichte
Montag, 3. September 2007
Dem Himmel so nah
Entbietend jenen Gruß an Gottes Größe,
den nur ein aufrecht Grüßender devot
entbietet, gibt sich selber schwach die Blöße
vor Seinem Richten jener Mann in Not.
Das Haupt gesenkt, die Lieder hindern Tränen
dabei, die Wangen zierlich zu benetzen.
Der Geist verfolgt das ungefähre Wähnen,
verdrängt mit Seiner Ahnung das Entsetzen.
Der Körper scheint die Welt nur nebenbei
zu streifen, als passierte er allein
durch bloßen Zufall jenes Konterfei
der Erde, würde gleich schon nicht mehr sein.
Ein Hauch von Nostalgie durchzuckt die Züge,
Vergangenheit erhellt das Antlitz, strahlt
als ob die Perfektion als Teil der Lüge,
die nur Erinnerung erspinnt, sich malt.
Im Nu danach schon reißt die schwache Seele
und Fetzen jener Bilder explodieren -
Gott! Verstehst Du, wie ich mich hier quäle?
Kannst Du mir verzeihen? Mich verlieren?
Kannst Du mich nicht hassen? Mich nicht strafen?
Kannst Du mich nicht töten, oh mein Gott? -
Und Falten unter Augen, die nicht schlafen,
nie mehr schlafen, werden feucht im Trott.
Die Sünde jenes Mannes bleibt Geheimnis,
wir wurden Zeuge seiner letzten Nacht.
Doch ob er selbst, ob Gott des Todes Keim ist -
wer weiß. Ein Mönch, heißt's, hat sich umgebracht.
den nur ein aufrecht Grüßender devot
entbietet, gibt sich selber schwach die Blöße
vor Seinem Richten jener Mann in Not.
Das Haupt gesenkt, die Lieder hindern Tränen
dabei, die Wangen zierlich zu benetzen.
Der Geist verfolgt das ungefähre Wähnen,
verdrängt mit Seiner Ahnung das Entsetzen.
Der Körper scheint die Welt nur nebenbei
zu streifen, als passierte er allein
durch bloßen Zufall jenes Konterfei
der Erde, würde gleich schon nicht mehr sein.
Ein Hauch von Nostalgie durchzuckt die Züge,
Vergangenheit erhellt das Antlitz, strahlt
als ob die Perfektion als Teil der Lüge,
die nur Erinnerung erspinnt, sich malt.
Im Nu danach schon reißt die schwache Seele
und Fetzen jener Bilder explodieren -
Gott! Verstehst Du, wie ich mich hier quäle?
Kannst Du mir verzeihen? Mich verlieren?
Kannst Du mich nicht hassen? Mich nicht strafen?
Kannst Du mich nicht töten, oh mein Gott? -
Und Falten unter Augen, die nicht schlafen,
nie mehr schlafen, werden feucht im Trott.
Die Sünde jenes Mannes bleibt Geheimnis,
wir wurden Zeuge seiner letzten Nacht.
Doch ob er selbst, ob Gott des Todes Keim ist -
wer weiß. Ein Mönch, heißt's, hat sich umgebracht.
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Das tägliche Gedicht,
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Jambus,
Kreuzreim
Sonntag, 2. September 2007
Die Mütter der Kriege
Verzeiht, doch kenne ich nicht Ihren Namen,
nur ist mir Ihre Geste wohlbekannt -
ihr Stolz entsprang auch einst aus meinem Samen,
scheint mit meinem Fleisch und Blut verwandt.
Das Spreizen jenes Fingers dort beim Denken,
der wache Blick, durch Klugheit wohl maskiert,
Sie scheinen Ihr Betragen so zu lenken,
dass es meinen Sohn perfekt skizziert.
Der feine Schwung der Nase, diese Augen,
in deren Klarheit alles deutlich scheint,
die gleichwohl die Umgebung aufzusaugen
scheinen, ist, was Sie mit ihm vereint.
Ich hab' gemeint, er wär' noch etwas kleiner,
doch überdenk' ich's recht, war er recht groß.
Und auch Ihr Leberfleck sieht aus wie seiner,
wie kann's sein? Das Schicksal stellt mich bloß!
Wie kommt es nur, dass Sie hier vor mir stehen,
als wär'n Sie er, er Sie - Sie beide gleich?
Ich muss nur schnell ein Foto holen gehen,
beschenkt mich denn der Zufall derart reich?
...ich...muss Sie um Verzeihung höflichst fragen -
Ihr Bart ist, freilich, eine and're Welt.
Zu jung noch, viel zu jung, um Bart zu tragen,
starb mein Sohn im Krieg...als Landesheld.
nur ist mir Ihre Geste wohlbekannt -
ihr Stolz entsprang auch einst aus meinem Samen,
scheint mit meinem Fleisch und Blut verwandt.
Das Spreizen jenes Fingers dort beim Denken,
der wache Blick, durch Klugheit wohl maskiert,
Sie scheinen Ihr Betragen so zu lenken,
dass es meinen Sohn perfekt skizziert.
Der feine Schwung der Nase, diese Augen,
in deren Klarheit alles deutlich scheint,
die gleichwohl die Umgebung aufzusaugen
scheinen, ist, was Sie mit ihm vereint.
Ich hab' gemeint, er wär' noch etwas kleiner,
doch überdenk' ich's recht, war er recht groß.
Und auch Ihr Leberfleck sieht aus wie seiner,
wie kann's sein? Das Schicksal stellt mich bloß!
Wie kommt es nur, dass Sie hier vor mir stehen,
als wär'n Sie er, er Sie - Sie beide gleich?
Ich muss nur schnell ein Foto holen gehen,
beschenkt mich denn der Zufall derart reich?
...ich...muss Sie um Verzeihung höflichst fragen -
Ihr Bart ist, freilich, eine and're Welt.
Zu jung noch, viel zu jung, um Bart zu tragen,
starb mein Sohn im Krieg...als Landesheld.
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Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim,
Trochäus
Samstag, 1. September 2007
Dem Nervenden einfühlsam entgegnet
Wenn Du nicht dauernd insistiertest, würde
niemand jemals Kenntnis davon haben,
Du bildest Dir den "Fehler" als die Bürde
Deines Lebens ein und scheinst Dich d'ran zu laben!
Nun lass es doch bewenden - Deine Gründe
sind, wie der "Fehler" selbst, doch ganz egal.
Befrei von Deiner selbst erschaff'nen Sünde
doch endlich uns're Ohren, sei normal!
Wenn Dich Dein Anspruchsdenken nun bedrückt,
dann halt den Mund - erklär' es Dir gedacht!
Wir, für uns'ren Teil, sind nicht verrückt -
wir hätten's längst vergessen, über Nacht!
niemand jemals Kenntnis davon haben,
Du bildest Dir den "Fehler" als die Bürde
Deines Lebens ein und scheinst Dich d'ran zu laben!
Nun lass es doch bewenden - Deine Gründe
sind, wie der "Fehler" selbst, doch ganz egal.
Befrei von Deiner selbst erschaff'nen Sünde
doch endlich uns're Ohren, sei normal!
Wenn Dich Dein Anspruchsdenken nun bedrückt,
dann halt den Mund - erklär' es Dir gedacht!
Wir, für uns'ren Teil, sind nicht verrückt -
wir hätten's längst vergessen, über Nacht!
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Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim
Freitag, 31. August 2007
Im Walde
Über dem Walde erhebt sich ein Rauschen,
vertraut und besänftigend weht es dahin.
Gräser errichten sich, leise zu lauschen,
haben für's Atmen der Lichtung viel Sinn.
Blätter im Winde, bekanntes Motiv,
ein Zeichen des freien Genusses des Schönen,
das stets uns umgibt. Ein König, der schlief,
erweckt seine Äste, das Aug' zu verwöhnen.
Ein hölzerner Riese wacht erfurchtgebietend
Geschicken des Waldes, die unter ihm sind.
Sein Auge ist mächtig, die Lichtung vernietend
erstrahlt es in grünlicher Pracht dort im Wind.
Sein Wehen ist friedliche Mahnung den Gästen
des Schauspiels, zu hören, was Gott ihnen schenkt.
Und nicht zu verpassen die Vielzahl von Festen,
die einfach geschehen, natürlich gelenkt.
vertraut und besänftigend weht es dahin.
Gräser errichten sich, leise zu lauschen,
haben für's Atmen der Lichtung viel Sinn.
Blätter im Winde, bekanntes Motiv,
ein Zeichen des freien Genusses des Schönen,
das stets uns umgibt. Ein König, der schlief,
erweckt seine Äste, das Aug' zu verwöhnen.
Ein hölzerner Riese wacht erfurchtgebietend
Geschicken des Waldes, die unter ihm sind.
Sein Auge ist mächtig, die Lichtung vernietend
erstrahlt es in grünlicher Pracht dort im Wind.
Sein Wehen ist friedliche Mahnung den Gästen
des Schauspiels, zu hören, was Gott ihnen schenkt.
Und nicht zu verpassen die Vielzahl von Festen,
die einfach geschehen, natürlich gelenkt.
etikettiert:
Daktylus,
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Kreuzreim
Donnerstag, 30. August 2007
ohne Kunst
Manche Menschen leben ohne Kunst,
heißt: ein Leben ohne Gottes Gunst,
heißt: ein Winteratem, der nicht sichtbar,
heißt: ein Frühlingsmorgen ohne Tau,
heißt: ein Sternenblitzen, das nicht licht war,
heißt: ein Sommerabend, der nicht lau,
heißt: ein Käfer, der nicht brummt beim Fliegen,
heißt: ein Dichter, ohne Lust am Schreiben,
heißt: zigeuner, die am Flecke bleiben,
heißt: zwei Tauben, die sich nur bekriegen,
heißt: ein Sonnenaufgang ohne Rot,
heißt: ein Sonnenuntergang in Not,
heißt: romantisches Gedicht ohn' Mond,
heißt: ein Schneckenhaus, stets unbewohnt,
heißt: ein Brief, nicht handschriftlich verfasst,
heißt: mit selber Meinung diskutieren,
heißt: ein Lehrer, der das Lehren hasst,
heißt: ein Wald, verlassen von den Tieren,
heißt: ein arbeitsreiches Wochenende,
heißt: ein Kater ohne Eleganz,
heißt: ein Augenfunkeln ohne Tanz,
heißt: ein Pantomime ohne Hände,
heißt: ein Pfarrer, der nicht hofft beim Glauben,
heißt: ein Obstsalat, ganz ohne Trauben,
heißt: ein Moor in Schottland ohne Dunst,
heißt: ein Menschenleben - ohne Kunst.
heißt: ein Leben ohne Gottes Gunst,
heißt: ein Winteratem, der nicht sichtbar,
heißt: ein Frühlingsmorgen ohne Tau,
heißt: ein Sternenblitzen, das nicht licht war,
heißt: ein Sommerabend, der nicht lau,
heißt: ein Käfer, der nicht brummt beim Fliegen,
heißt: ein Dichter, ohne Lust am Schreiben,
heißt: zigeuner, die am Flecke bleiben,
heißt: zwei Tauben, die sich nur bekriegen,
heißt: ein Sonnenaufgang ohne Rot,
heißt: ein Sonnenuntergang in Not,
heißt: romantisches Gedicht ohn' Mond,
heißt: ein Schneckenhaus, stets unbewohnt,
heißt: ein Brief, nicht handschriftlich verfasst,
heißt: mit selber Meinung diskutieren,
heißt: ein Lehrer, der das Lehren hasst,
heißt: ein Wald, verlassen von den Tieren,
heißt: ein arbeitsreiches Wochenende,
heißt: ein Kater ohne Eleganz,
heißt: ein Augenfunkeln ohne Tanz,
heißt: ein Pantomime ohne Hände,
heißt: ein Pfarrer, der nicht hofft beim Glauben,
heißt: ein Obstsalat, ganz ohne Trauben,
heißt: ein Moor in Schottland ohne Dunst,
heißt: ein Menschenleben - ohne Kunst.
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Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Trochäus
Mittwoch, 29. August 2007
Hunger, Raubtier - eine Metapher
Magere Beine dem Hunger als Säule,
tagelang fasten in fraßlosen Wochen.
Monate nagen an sichtbaren Knochen,
keifend jagt Todesangst eitrige Fäule.
Wenn sich der Körper schon gegen sich wendet -
Krämpfe im Magen als stiller Protest -,
weiß sie, dass einen das Leben verlässt,
Leben als Pest, der Körper verendet.
Auf einmal erblickt sie die laufende Speise,
Speichel im Überfluss läuft aus dem Maul,
jeder Rezeptor gespannt, dennoch leise.
Durch seinen Tod wird das Leben erhalten,
bald gibt das Opfer, dann reglos und faul,
Hyänen Wärme, um selbst zu erkalten.
tagelang fasten in fraßlosen Wochen.
Monate nagen an sichtbaren Knochen,
keifend jagt Todesangst eitrige Fäule.
Wenn sich der Körper schon gegen sich wendet -
Krämpfe im Magen als stiller Protest -,
weiß sie, dass einen das Leben verlässt,
Leben als Pest, der Körper verendet.
Auf einmal erblickt sie die laufende Speise,
Speichel im Überfluss läuft aus dem Maul,
jeder Rezeptor gespannt, dennoch leise.
Durch seinen Tod wird das Leben erhalten,
bald gibt das Opfer, dann reglos und faul,
Hyänen Wärme, um selbst zu erkalten.
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Daktylus,
Das tägliche Gedicht,
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Sonette,
Tiergedichte
Dienstag, 28. August 2007
Erwachsenenzeug
Was macht denn nur die Mama dort?
Warum hat sie nichts an?
Ich geh' mal lieber wieder fort,
nur: Wer ist dieser Mann?
Ich glaub', der tut der Mama weh,
auch er ist splitternackt.
Sie turnen, so wie ich das seh',
jetzt hat er sie gepackt...
Er grunzt ganz lustig vor sich hin
und Mama äfft ihn nach!
Wie spaßig ich am kichern bin,
als er es unterbrach.
Jetzt setzt sie sich noch auf ihn drauf:
Sie hat ihn wohl besiegt!
Und hoch und runter, ab und auf,
wird weiter sich bekriegt!
Und plötzlich stöhnen beide laut,
hab' ich mich g'rad erschreckt!
Ich hab' gedacht, dass er sie haut,
zum Glück bin ich versteckt!
Nur: Warum lächelt sie ihn an?
Ich geh' jetzt echt in's Bett.
Und morgen frag' ich Papa dann,
ob er's verstanden hätt'!
Warum hat sie nichts an?
Ich geh' mal lieber wieder fort,
nur: Wer ist dieser Mann?
Ich glaub', der tut der Mama weh,
auch er ist splitternackt.
Sie turnen, so wie ich das seh',
jetzt hat er sie gepackt...
Er grunzt ganz lustig vor sich hin
und Mama äfft ihn nach!
Wie spaßig ich am kichern bin,
als er es unterbrach.
Jetzt setzt sie sich noch auf ihn drauf:
Sie hat ihn wohl besiegt!
Und hoch und runter, ab und auf,
wird weiter sich bekriegt!
Und plötzlich stöhnen beide laut,
hab' ich mich g'rad erschreckt!
Ich hab' gedacht, dass er sie haut,
zum Glück bin ich versteckt!
Nur: Warum lächelt sie ihn an?
Ich geh' jetzt echt in's Bett.
Und morgen frag' ich Papa dann,
ob er's verstanden hätt'!
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Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Jambus,
Kreuzreim
Montag, 27. August 2007
Sich selbst am nächsten
Traurig bedenkt mich der weinende Himmel
mit einigen Tropfen voll klärender Kraft.
Die Kühle entreißt mich dem eit'len Gewimmel,
ein Abgrund von Menschen, der zwischen uns klafft.
Ein Leben voll Hähme, ein taubes Gefühl,
und lähmend beschenkt mich mein stolzer Entzug,
ein Wenig von Freiheit erlange ich kühl,
Triumph? Ja, mit Bitterkeit, die in mir schlug.
Ich schreie den Wolken mein Siegesgebrüll,
verzehre mein Echo als öffnenden Ruf,
denn offen erst sehe ich all diesen Müll,
verzeihe mir, dass man so menschlich mich schuf...
mit einigen Tropfen voll klärender Kraft.
Die Kühle entreißt mich dem eit'len Gewimmel,
ein Abgrund von Menschen, der zwischen uns klafft.
Ein Leben voll Hähme, ein taubes Gefühl,
und lähmend beschenkt mich mein stolzer Entzug,
ein Wenig von Freiheit erlange ich kühl,
Triumph? Ja, mit Bitterkeit, die in mir schlug.
Ich schreie den Wolken mein Siegesgebrüll,
verzehre mein Echo als öffnenden Ruf,
denn offen erst sehe ich all diesen Müll,
verzeihe mir, dass man so menschlich mich schuf...
etikettiert:
Daktylus,
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim
Ein Fazit getarnt als Intermezzo
Ich muss um Verzeihung bitten.
Zum einen wegen der inzwischen recht ansehnlichen Zeitspanne, die ich nichts von mir hören ließ, zum anderen aufgrund meines Unwillens, die Ergebnisse der Umfrage ein wenig öffentlich auszuwerten.
Letzteres zuerst.
Ich bin geehrt und erfreut, dass fünf von sechs Lesern nichts auszusetzen hatten. Ich hoffe, dass bald noch mehr Lyrikfreunde und -genießer (und vielleicht sogar -er) diese kleine Plattform zur Kenntnis nehmen werden und von ihr zehren mögen - was diesen Punkt betrifft, möchte ich euch bitten, geneigte Bekannte bei günstiger Gelegenheit auf diese Möglichkeit hinzuweisen und danke für jedes Engagement. Nichtsdestotrotz ist es schon jetzt größtes Bedürfnis und Freude, dass aus der simplen Eigenreflektion und Medium zum Antrieb ein wenn auch kleiner Treffpunkt von Menschen geworden ist, die dies regelmäßig und gerne aufrufen und aufmerksam verfolgen.
Deutlich geworden ist in der Umfrage, dass ich mehr Informationen bringen soll - dies ist in der Tat seit einiger Zeit deutlich zu kurz gekommen, erst recht wenn bedacht wird, dass auch mir daran gelegen ist, ein wenig zu "lehren", wenn man das so nennen möchte. Entschuldigt werden kann und soll dieses Versäumnis an dieser Stelle selbstredend nicht, aber erklären möchte ich es mit einem turbulenten Semester und seinen Nachwirkungen. Es sei aber auch auf die geplante Vorstellung der Gedichtart des Haikus hingewiesen, einer gerne unterschätzten Art des Gedichts, welche so sehr wie sonst keine die Gratwanderung zwischen Jedermannssprüchlein und Kunst verkörpert. Ebenso wird die Hexameterdichtkunst untersucht werden - relevant insbesondere, weil antike Autoren wie Homer gewaltige Teile ihrer Werke in diesem Versmaß verfassten. Mehr dazu später.
Dies soll als kurze Auwertung genügen, ich danke für die Beteiligung, auch, weil sie Lebenszeichen jener stillen Konsumenten war, die ich zwar wähne, doch selten weiß. Umso erfreulicher.
Nun zu dem anderen Punkt.
Mein Internet (wie ich hörte, sagen manche "Weltnetz", um dem Anglizismus auszuweichen - was ist davon zu halten? Ein Ausweichen jedenfalls ist es, kein Verdrängen.) beschränkt sich derzeit aufeinen Rechner, der nicht meiner ist, meine Zeit ist demnach begrenzt und ich will sie begrenzt wissen, damit man sich auf Wesentlicheres konzentrieren kann. Dass ich nebenbei noch dichte, sei versichert. Nur habe ich bislang keinen der Ergüsse online (was würde man da wohl auf deutsch sagen?) gestellt. Dies soll sich ab heute ändern, ich hoffe es gefällt. Es ist interessant, mal wieder mit Stift und Papier zu schreiben, ich glaube, die Gedichte sind dadurch anders geworden.
Viel Spaß mit ihnen.
Aron
Zum einen wegen der inzwischen recht ansehnlichen Zeitspanne, die ich nichts von mir hören ließ, zum anderen aufgrund meines Unwillens, die Ergebnisse der Umfrage ein wenig öffentlich auszuwerten.
Letzteres zuerst.
Ich bin geehrt und erfreut, dass fünf von sechs Lesern nichts auszusetzen hatten. Ich hoffe, dass bald noch mehr Lyrikfreunde und -genießer (und vielleicht sogar -er) diese kleine Plattform zur Kenntnis nehmen werden und von ihr zehren mögen - was diesen Punkt betrifft, möchte ich euch bitten, geneigte Bekannte bei günstiger Gelegenheit auf diese Möglichkeit hinzuweisen und danke für jedes Engagement. Nichtsdestotrotz ist es schon jetzt größtes Bedürfnis und Freude, dass aus der simplen Eigenreflektion und Medium zum Antrieb ein wenn auch kleiner Treffpunkt von Menschen geworden ist, die dies regelmäßig und gerne aufrufen und aufmerksam verfolgen.
Deutlich geworden ist in der Umfrage, dass ich mehr Informationen bringen soll - dies ist in der Tat seit einiger Zeit deutlich zu kurz gekommen, erst recht wenn bedacht wird, dass auch mir daran gelegen ist, ein wenig zu "lehren", wenn man das so nennen möchte. Entschuldigt werden kann und soll dieses Versäumnis an dieser Stelle selbstredend nicht, aber erklären möchte ich es mit einem turbulenten Semester und seinen Nachwirkungen. Es sei aber auch auf die geplante Vorstellung der Gedichtart des Haikus hingewiesen, einer gerne unterschätzten Art des Gedichts, welche so sehr wie sonst keine die Gratwanderung zwischen Jedermannssprüchlein und Kunst verkörpert. Ebenso wird die Hexameterdichtkunst untersucht werden - relevant insbesondere, weil antike Autoren wie Homer gewaltige Teile ihrer Werke in diesem Versmaß verfassten. Mehr dazu später.
Dies soll als kurze Auwertung genügen, ich danke für die Beteiligung, auch, weil sie Lebenszeichen jener stillen Konsumenten war, die ich zwar wähne, doch selten weiß. Umso erfreulicher.
Nun zu dem anderen Punkt.
Mein Internet (wie ich hörte, sagen manche "Weltnetz", um dem Anglizismus auszuweichen - was ist davon zu halten? Ein Ausweichen jedenfalls ist es, kein Verdrängen.) beschränkt sich derzeit aufeinen Rechner, der nicht meiner ist, meine Zeit ist demnach begrenzt und ich will sie begrenzt wissen, damit man sich auf Wesentlicheres konzentrieren kann. Dass ich nebenbei noch dichte, sei versichert. Nur habe ich bislang keinen der Ergüsse online (was würde man da wohl auf deutsch sagen?) gestellt. Dies soll sich ab heute ändern, ich hoffe es gefällt. Es ist interessant, mal wieder mit Stift und Papier zu schreiben, ich glaube, die Gedichte sind dadurch anders geworden.
Viel Spaß mit ihnen.
Aron
Sonntag, 26. August 2007
Kauz
Menschen erleben die freudige Feier,
wo zahlreiche bunte Kostüme erstrahlen,
sie scheinen den Taumel noch bunter zu malen,
und Lachen und Späße – sie machen noch freier!
Alle gemeinsam zur Welle, man schreitet
in riesigen Schritten mit Tröten und Fahnen,
verkleidet mit Masken, die Fröhlichkeit mahnen,
und führen muss niemand – die Stimmung, sie leitet!
Und während sich alle so gut amüsieren
fixieren wir vorsichtig einen der Gäste:
der Sonderling, Spinner, der Kauz ist dabei.
Und keiner beachtet sein seliges Stieren,
sein Lächeln, das wissen lässt: Dies ist das Beste,
mit andern zu feiern, im Stillen, so frei.
wo zahlreiche bunte Kostüme erstrahlen,
sie scheinen den Taumel noch bunter zu malen,
und Lachen und Späße – sie machen noch freier!
Alle gemeinsam zur Welle, man schreitet
in riesigen Schritten mit Tröten und Fahnen,
verkleidet mit Masken, die Fröhlichkeit mahnen,
und führen muss niemand – die Stimmung, sie leitet!
Und während sich alle so gut amüsieren
fixieren wir vorsichtig einen der Gäste:
der Sonderling, Spinner, der Kauz ist dabei.
Und keiner beachtet sein seliges Stieren,
sein Lächeln, das wissen lässt: Dies ist das Beste,
mit andern zu feiern, im Stillen, so frei.
etikettiert:
Daktylus,
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Sonette
Samstag, 25. August 2007
Der größte Optimist der Welt
Er sagt andauernd, alles wäre
schön und alles gut.
Er schwebt in einer rosa Sphäre,
mangelt nie an Mut.
Alle sind so richtig lustlos,
fragen sich gequält:
„Mensch, wo lässt der seinen Frust bloß?
Weiß der nicht, was zählt?
Sieht der nicht, wie schlecht die Zeiten
sind, wie schlecht es geht?
Haben dem die Alltagsweiten
denn den Kopf verdreht?
Fehlen diesem Spaßfantasten
Tassen denn im Schrank?
Hat er Übermut vom Rasten?
Ist er einfach krank?
Hat denn dieses arme Irre
keine Wirklichkeit?
Idiot, Du bist ja kirre,
werd’ doch mal gescheit!
Sag doch endlich auch, dass schlimmer
es nicht könnte sein!
Stimm doch ein in das Gewimmer,
sieh’s doch endlich ein!“
Solchermaßen hört der Arme,
nur versteht er nicht,
Warum ist denn alles Warme
nicht in ihrer Sicht?
Konfrontiert mit dieser Lücke,
fragt er sich weshalb
wird aus jeder kleinen Mücke
Elefantenkalb?
Traurig sieht er Pessimisten,
die noch stolz darauf,
dass sie schon die Flagge hissten
während gutem Lauf.
Während alles (wie auch heute!)
wunderschön noch war.
Bald schon folgten alle Leute
ihm, der sich gebar.
Doch ihren Kummer muss man teilen,
anders kann man nicht.
Allem mag man froh enteilen,
nicht doch dem Gesicht,
welches mit so stummen Worten
blöd sein Glück beschreibt,
weil’s nicht sieht, welch schönen Orten
es sein Wesen treibt.
Wer sein Glück für wertlos achtet…
dumm, wenn er’s nicht mag.
Glück, das muss man wollen! Pachtet
man nur jeden Tag
voller stumpfen Pessimismus,
kann man’s halt nicht haben.
Optimist und Altruismus,
das sind Wollensgaben!
Der Optimist hat heut kein Geld
doch das hätt’ nichts gemacht.
Der größte Optimist der Welt,
hat sich heut umgebracht.
Der konnte all die dummen Klagen
länger wirklich nicht ertragen,
wo doch voller Schönheit ist,
was sich auf der Erde misst.
schön und alles gut.
Er schwebt in einer rosa Sphäre,
mangelt nie an Mut.
Alle sind so richtig lustlos,
fragen sich gequält:
„Mensch, wo lässt der seinen Frust bloß?
Weiß der nicht, was zählt?
Sieht der nicht, wie schlecht die Zeiten
sind, wie schlecht es geht?
Haben dem die Alltagsweiten
denn den Kopf verdreht?
Fehlen diesem Spaßfantasten
Tassen denn im Schrank?
Hat er Übermut vom Rasten?
Ist er einfach krank?
Hat denn dieses arme Irre
keine Wirklichkeit?
Idiot, Du bist ja kirre,
werd’ doch mal gescheit!
Sag doch endlich auch, dass schlimmer
es nicht könnte sein!
Stimm doch ein in das Gewimmer,
sieh’s doch endlich ein!“
Solchermaßen hört der Arme,
nur versteht er nicht,
Warum ist denn alles Warme
nicht in ihrer Sicht?
Konfrontiert mit dieser Lücke,
fragt er sich weshalb
wird aus jeder kleinen Mücke
Elefantenkalb?
Traurig sieht er Pessimisten,
die noch stolz darauf,
dass sie schon die Flagge hissten
während gutem Lauf.
Während alles (wie auch heute!)
wunderschön noch war.
Bald schon folgten alle Leute
ihm, der sich gebar.
Doch ihren Kummer muss man teilen,
anders kann man nicht.
Allem mag man froh enteilen,
nicht doch dem Gesicht,
welches mit so stummen Worten
blöd sein Glück beschreibt,
weil’s nicht sieht, welch schönen Orten
es sein Wesen treibt.
Wer sein Glück für wertlos achtet…
dumm, wenn er’s nicht mag.
Glück, das muss man wollen! Pachtet
man nur jeden Tag
voller stumpfen Pessimismus,
kann man’s halt nicht haben.
Optimist und Altruismus,
das sind Wollensgaben!
Der Optimist hat heut kein Geld
doch das hätt’ nichts gemacht.
Der größte Optimist der Welt,
hat sich heut umgebracht.
Der konnte all die dummen Klagen
länger wirklich nicht ertragen,
wo doch voller Schönheit ist,
was sich auf der Erde misst.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim,
Trochäus
Verdrehung
Im Gefecht des Eifers eiferst Du nicht schlecht,
im Geschlecht des Keifers geiferst Du Dich recht,
im gerechten Schleifer zweifelst Du kein Pech,
im Gemächt des Pfeiffers pfeifft…aber das gehört nicht hier her.
im Geschlecht des Keifers geiferst Du Dich recht,
im gerechten Schleifer zweifelst Du kein Pech,
im Gemächt des Pfeiffers pfeifft…aber das gehört nicht hier her.
Freitag, 24. August 2007
In einer klaren Nacht
Schwimm mit mir im Himmelsfundament
und das Universum wird zum Meer.
Übervoll und doch unendlich leer,
alles fremd, obwohl man es lang kennt.
Tauch mit mir in was man Weltall nennt
und entdecke still das Sternenheer.
Überhell gedämpft, an Sternen schwer,
nichts, was mich von ihrer Weisheit trennt.
Einzig Du erstrahlst in ihrem Glanze,
spiegelst ihre Zartheit, ihren Stil,
komplettierst als letztes Stück das Ganze.
Deine Wirkung wortreich zu benennen
muss im Ansatz scheitern, viel zu viel
gibst Du mir, wo Worte stets nur trennen.
und das Universum wird zum Meer.
Übervoll und doch unendlich leer,
alles fremd, obwohl man es lang kennt.
Tauch mit mir in was man Weltall nennt
und entdecke still das Sternenheer.
Überhell gedämpft, an Sternen schwer,
nichts, was mich von ihrer Weisheit trennt.
Einzig Du erstrahlst in ihrem Glanze,
spiegelst ihre Zartheit, ihren Stil,
komplettierst als letztes Stück das Ganze.
Deine Wirkung wortreich zu benennen
muss im Ansatz scheitern, viel zu viel
gibst Du mir, wo Worte stets nur trennen.
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Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Sonette,
Trochäus
Donnerstag, 23. August 2007
Meine Kreise
Die Welt entdreht sich mir in kleinen Kreisen,
jeder dieser Vögel ist mir neu,
alles sehend, kindhaft, ohne Scheu,
finde ich mich wieder unter Waisen,
weiß ich selbst doch nicht so ganz genau,
welchem Weg man folgen, welchem trauen
soll, und will mit Schritten nichts verbauen,
jeder Schritt riskant, die Winde rau,
die Menschen zeigen leidlich nur Grimassen,
ohne Inhalt, oder mir zu reich
an Dingen, die gesagt, doch niemals gleich
gemeint sind, tausend Worte - keins zu fassen,
kann ich darum hassen, was ich mache,
wie ich stehe, wie ich stumm verweile,
mich nicht dumm beeile, sondern Zeile
um Zeile aneinanderreihe, lache,
dann den Kopf erhebe, innehalte,
und die Stille, diese eine Stille
in mich sauge - wäre sie mein Wille,
säh' ich mich, wie ich die Erde falte.
jeder dieser Vögel ist mir neu,
alles sehend, kindhaft, ohne Scheu,
finde ich mich wieder unter Waisen,
weiß ich selbst doch nicht so ganz genau,
welchem Weg man folgen, welchem trauen
soll, und will mit Schritten nichts verbauen,
jeder Schritt riskant, die Winde rau,
die Menschen zeigen leidlich nur Grimassen,
ohne Inhalt, oder mir zu reich
an Dingen, die gesagt, doch niemals gleich
gemeint sind, tausend Worte - keins zu fassen,
kann ich darum hassen, was ich mache,
wie ich stehe, wie ich stumm verweile,
mich nicht dumm beeile, sondern Zeile
um Zeile aneinanderreihe, lache,
dann den Kopf erhebe, innehalte,
und die Stille, diese eine Stille
in mich sauge - wäre sie mein Wille,
säh' ich mich, wie ich die Erde falte.
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Das tägliche Gedicht,
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Trochäus,
Umarmender Reim
Mittwoch, 22. August 2007
Ein Wort auf Reisen
Ein Wort versuchte, Sinn zu machen,
klappte leider nicht.
Konnte d’rüber gar nicht lachen,
sucht’ sich ein Gedicht.
Suchte reimgeschmückte Zeilen,
dachte: Reicht schon aus!
Wollte endlich dort verweilen,
komfortables Haus.
Leider, merkte es recht schnelle,
ist es nicht genug.
Reim allein macht noch nicht helle,
wär’ ja auch Betrug.
Weiter ging die große Reise,
kläglicher Versuch,
wird dem Wort auf seine Weise
Anspruch denn zum Fluch?
Steht es denn nicht schon alleine
für so vieles ein?
Ist ein Wort, wie ich es meine,
nicht allein schon rein?
Unser Wort, ihr ahnt es nämlich,
suchte noch nach mehr.
Das ist jedenfalls nicht dämlich,
dachte: Sinn muss her.
Darum hab’ ich’s aufgenommen,
tat mir irgend leid.
Hat jetzt seinen Platz bekommen –
Hier. Auf alle Zeit.
klappte leider nicht.
Konnte d’rüber gar nicht lachen,
sucht’ sich ein Gedicht.
Suchte reimgeschmückte Zeilen,
dachte: Reicht schon aus!
Wollte endlich dort verweilen,
komfortables Haus.
Leider, merkte es recht schnelle,
ist es nicht genug.
Reim allein macht noch nicht helle,
wär’ ja auch Betrug.
Weiter ging die große Reise,
kläglicher Versuch,
wird dem Wort auf seine Weise
Anspruch denn zum Fluch?
Steht es denn nicht schon alleine
für so vieles ein?
Ist ein Wort, wie ich es meine,
nicht allein schon rein?
Unser Wort, ihr ahnt es nämlich,
suchte noch nach mehr.
Das ist jedenfalls nicht dämlich,
dachte: Sinn muss her.
Darum hab’ ich’s aufgenommen,
tat mir irgend leid.
Hat jetzt seinen Platz bekommen –
Hier. Auf alle Zeit.
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Das tägliche Gedicht,
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Trochäus
Dienstag, 21. August 2007
Gedankenstrudel
Ein tosender Strudel umrundet die Mündung,
umbrandet Gedanken, so vieles verfliegt,
es prasselt mich nieder, doch stehe ich auf,
ein wenig, so scheint es mir, ohne Begründung,
doch braucht man denn Gründe, stets Gründe zuhauf?
Gebrochener Spiegel voll Fragen, er liegt
zu Füßen zersplittert mir, bebt wie ein krankes Tier,
darf man es streicheln? Ich darf mich wohl fragen,
warum meine Fragen so klagend dort krächzen,
entsagend dem Schönen, ist Frage denn hier
ein Zeichen von Leid nur und niemals an Tagen
und Nächten auch Freude, auf dass man d’ran lechzen
sich kann und vergessen, was eben vergrätzt,
ein ekliger Hauch dieser ekligen Wunde
und dennoch: Die Kunde, sie mundet noch besser,
wo alles im Kreise, der nichts höher schätzt
als selbst sich, die Selbstsicht im eisernen Bunde
mit allerlei Blumen – dazwischen ein Messer.
umbrandet Gedanken, so vieles verfliegt,
es prasselt mich nieder, doch stehe ich auf,
ein wenig, so scheint es mir, ohne Begründung,
doch braucht man denn Gründe, stets Gründe zuhauf?
Gebrochener Spiegel voll Fragen, er liegt
zu Füßen zersplittert mir, bebt wie ein krankes Tier,
darf man es streicheln? Ich darf mich wohl fragen,
warum meine Fragen so klagend dort krächzen,
entsagend dem Schönen, ist Frage denn hier
ein Zeichen von Leid nur und niemals an Tagen
und Nächten auch Freude, auf dass man d’ran lechzen
sich kann und vergessen, was eben vergrätzt,
ein ekliger Hauch dieser ekligen Wunde
und dennoch: Die Kunde, sie mundet noch besser,
wo alles im Kreise, der nichts höher schätzt
als selbst sich, die Selbstsicht im eisernen Bunde
mit allerlei Blumen – dazwischen ein Messer.
etikettiert:
Daktylus,
Das tägliche Gedicht,
Gedichte
Montag, 20. August 2007
Aufrichtig = Unbequem?
Denkst du, ich bin unerschütterlich?
Hälst Du im Innern denn für tot?
Sprichst Du mir so gar nicht mütterlich,
leide ich im Stillen große Not.
Weine ich nicht bitterlich genug?
Sind Dir meine Tränen denn nichts wert?
Ist es nur mein Ego, das ich trug,
welches Dir den Eindruck so verkehrt?
Sind denn meine Fragen nun tabu?
Möchtest Du nicht selber, dass ich frag'?
Hörst Du mir denn wirklich richtig zu,
wenn ich was zu Deiner Wahrheit sag'?
Manchmal zweifele ich vor mir her,
frage mich wohl Stunden: Bin ich schlau?
Bin ich schlau genug und nicht nur sehr
wortgewandt – ist das nicht ganz genau
der Fehler, der mich enthumanisiert?
Hab' ich nicht verdient, gemocht zu werden?
Warum ich für Fragen attackiert
werde, werd' ich nie versteh'n auf Erden.
Hälst Du im Innern denn für tot?
Sprichst Du mir so gar nicht mütterlich,
leide ich im Stillen große Not.
Weine ich nicht bitterlich genug?
Sind Dir meine Tränen denn nichts wert?
Ist es nur mein Ego, das ich trug,
welches Dir den Eindruck so verkehrt?
Sind denn meine Fragen nun tabu?
Möchtest Du nicht selber, dass ich frag'?
Hörst Du mir denn wirklich richtig zu,
wenn ich was zu Deiner Wahrheit sag'?
Manchmal zweifele ich vor mir her,
frage mich wohl Stunden: Bin ich schlau?
Bin ich schlau genug und nicht nur sehr
wortgewandt – ist das nicht ganz genau
der Fehler, der mich enthumanisiert?
Hab' ich nicht verdient, gemocht zu werden?
Warum ich für Fragen attackiert
werde, werd' ich nie versteh'n auf Erden.
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Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim,
Trochäus
Sonntag, 19. August 2007
Sprache gegen Gedanken (Grenzen)
Alles fließt bei mir im Kopf, nur nicht die Sprache.
Nichts entsteht zu Ende, kaum ein Wort, kein Satz.
Vor mir nur Fragmente – Reste einer Lache,
die nicht besteht, doch nicht vergeht; ein Trauerschatz.
Fühl' ich mich ein bisschen wie ein kleiner Dichter,
mahne ich schon wieder, gleichsam Richter mir,
nicht zu überflügeln, was mir selbst noch lichter,
immer besser schien, weil's ist: Ein Stück vom Hier.
Akzeptiere ich, dass ich nur Sprachensklave,
dass ich nur ein Opfer meiner Möglichkeiten
bin, verstehe ich das Dichten als Konklave,
als Gefängnis, Zeuge dieser engen Weiten.
Unterwerfung also mag zwar wahr, doch dumpf,
destruktiv wie Nihilismus sogar sein.
Ich verneine zwar so manches, doch mein Rumpf,
ja, mein Rückgrat hinterblickt den Trotzesschein.
Dann, und voll Erkenntnis allzu ganz erfüllet,
widme ich mich wieder dem Gedichtpapier.
Dann jedoch wird alles, was ich schlau enthüllet
nichtig. Weil ich mich vor dem Gedicht genier'.
Nichts entsteht zu Ende, kaum ein Wort, kein Satz.
Vor mir nur Fragmente – Reste einer Lache,
die nicht besteht, doch nicht vergeht; ein Trauerschatz.
Fühl' ich mich ein bisschen wie ein kleiner Dichter,
mahne ich schon wieder, gleichsam Richter mir,
nicht zu überflügeln, was mir selbst noch lichter,
immer besser schien, weil's ist: Ein Stück vom Hier.
Akzeptiere ich, dass ich nur Sprachensklave,
dass ich nur ein Opfer meiner Möglichkeiten
bin, verstehe ich das Dichten als Konklave,
als Gefängnis, Zeuge dieser engen Weiten.
Unterwerfung also mag zwar wahr, doch dumpf,
destruktiv wie Nihilismus sogar sein.
Ich verneine zwar so manches, doch mein Rumpf,
ja, mein Rückgrat hinterblickt den Trotzesschein.
Dann, und voll Erkenntnis allzu ganz erfüllet,
widme ich mich wieder dem Gedichtpapier.
Dann jedoch wird alles, was ich schlau enthüllet
nichtig. Weil ich mich vor dem Gedicht genier'.
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Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim,
Trochäus
Samstag, 18. August 2007
Müdigkeit
Müdigkeit zerstört mir meine Sinne.
Ganz auf einmal seh' ich nicht mehr klar.
Eben hielt ich noch so lauschend inne,
schon hab' ich vergessen, was dort war.
Müdigkeit zerstört mir meine Lieder.
Oft genug erdrosselte sie mich.
Eben sang ich Schönes immer wieder,
plötzlich, dann, verstumm' ich innerlich.
Müdigkeit zerstört mir meine Liebe.
Tumb und plump verspür' ich noch den Rest.
Eben noch geleiteten mich Triebe,
jetzt verleitet mich der Schlaf zum Fest.
Müdigkeit zerstört mir meine Dichtung.
Mancher Reim von ihr zunicht' gemacht.
Eben weiß ich noch genau die Richtung,
wenig später ist mir tiefste Nacht.
Müdigkeit zerstört an schlechten Tagen
allerdings den Bann der schlechten Zeit.
Eben war mein Tag noch voller Klagen,
in der Nacht darauf schlaf' ich befreit.
Ganz auf einmal seh' ich nicht mehr klar.
Eben hielt ich noch so lauschend inne,
schon hab' ich vergessen, was dort war.
Müdigkeit zerstört mir meine Lieder.
Oft genug erdrosselte sie mich.
Eben sang ich Schönes immer wieder,
plötzlich, dann, verstumm' ich innerlich.
Müdigkeit zerstört mir meine Liebe.
Tumb und plump verspür' ich noch den Rest.
Eben noch geleiteten mich Triebe,
jetzt verleitet mich der Schlaf zum Fest.
Müdigkeit zerstört mir meine Dichtung.
Mancher Reim von ihr zunicht' gemacht.
Eben weiß ich noch genau die Richtung,
wenig später ist mir tiefste Nacht.
Müdigkeit zerstört an schlechten Tagen
allerdings den Bann der schlechten Zeit.
Eben war mein Tag noch voller Klagen,
in der Nacht darauf schlaf' ich befreit.
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Freitag, 17. August 2007
Flüchtigkeit
Spürst Du, wie die Zeit so schlicht verfließt?
Als wäre nichts Besonderes dabei.
Als wären uns're Leben einerlei.
Ein Umstand, der mich ebenso verdrießt,
wie er mich auch dünkt, ich sei so frei.
Sekunden werden Stunden, werden Tage,
bald schon ist ein Monat rasch vorbei,
und alles, was getan, scheint einerlei,
ich stelle mir die ewig gleiche Frage:
Ob es, wenn so flüchtig, wichtig sei.
Es scheint, als wären alle Sorgen nichtig,
alles, was gedacht, ist ohne Sinn,
weil ich eh schon lange weiter bin,
alles schon im Gestern – nicht mehr wichtig,
alles sagt mir, dass auch ich verrinn'.
Letztlich aber, sehe ich die Lieben,
sehe Freunde, sehe meinen Weg.
Ganz egal, wie sehr ich Sorgen heg',
dieses Schätzen ist nicht übertrieben,
denn ich lebe nur, wenn ich erwäg'.
Als wäre nichts Besonderes dabei.
Als wären uns're Leben einerlei.
Ein Umstand, der mich ebenso verdrießt,
wie er mich auch dünkt, ich sei so frei.
Sekunden werden Stunden, werden Tage,
bald schon ist ein Monat rasch vorbei,
und alles, was getan, scheint einerlei,
ich stelle mir die ewig gleiche Frage:
Ob es, wenn so flüchtig, wichtig sei.
Es scheint, als wären alle Sorgen nichtig,
alles, was gedacht, ist ohne Sinn,
weil ich eh schon lange weiter bin,
alles schon im Gestern – nicht mehr wichtig,
alles sagt mir, dass auch ich verrinn'.
Letztlich aber, sehe ich die Lieben,
sehe Freunde, sehe meinen Weg.
Ganz egal, wie sehr ich Sorgen heg',
dieses Schätzen ist nicht übertrieben,
denn ich lebe nur, wenn ich erwäg'.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Trochäus
Donnerstag, 16. August 2007
Der unglücklich Mimende
Ein Tier, das wohlbehütet in Dir schlummert,
ein Schlaf, der nur durch Disziplin geschieht.
Gesellschaft, die Dir Disziplin anriet.
Doch bist Du wohl beraten, wenn's Dich kummert?
Ein Tier, von dem Du weißt, wie sehr es wild ist,
von dem Du weißt, wie schnell es Dich zerfrisst.
Doch fütterst Du es nicht, weil Du vergisst,
wie sehr es Dir doch letztlich Ebenbild ist.
Du weigerst Dich tagsüber, es zu sehen,
lässt es auch des Nachtens niemals frei.
Weigerst Dich zu aller Zeit dabei
in Ehrlichkeit zu fallen und zu flehen.
Benehmen kannst Du Dich, ganz ohne Frage.
Alles, was man heute wirklich braucht.
Nur zu Haus' im Spiegel ist verraucht,
was Du verdrängt, es lebe froh die Klage!
Dann siehst Du durch Dich durch und siehst die Knochen,
siehst die Seele, siehst in Deinen Geist,
was Dich schreckt – und kurz verweilen heißt,
bist Du schon am Ende der Epochen?
Und welch Gefühl, welch Hoheit allen Spürens!
Oh, welch Wahrheit, endlich weißt Du doch,
dass Du lebst, ein wenig zittrig noch,
doch wenigstens noch Herr des Lebenführens!
In wenigen Momenten des Intimen
bricht Dein Tier ein kleines Wenig aus.
Du träumst von Freiheit, aus dem Käfig raus,
fühlst die Luft, empfindest sie als Schmaus,
die Du, fein genießend, wissend kaust,
während Du im Grunde eines weißt:
Morgen musst Du wieder Braves mimen.
ein Schlaf, der nur durch Disziplin geschieht.
Gesellschaft, die Dir Disziplin anriet.
Doch bist Du wohl beraten, wenn's Dich kummert?
Ein Tier, von dem Du weißt, wie sehr es wild ist,
von dem Du weißt, wie schnell es Dich zerfrisst.
Doch fütterst Du es nicht, weil Du vergisst,
wie sehr es Dir doch letztlich Ebenbild ist.
Du weigerst Dich tagsüber, es zu sehen,
lässt es auch des Nachtens niemals frei.
Weigerst Dich zu aller Zeit dabei
in Ehrlichkeit zu fallen und zu flehen.
Benehmen kannst Du Dich, ganz ohne Frage.
Alles, was man heute wirklich braucht.
Nur zu Haus' im Spiegel ist verraucht,
was Du verdrängt, es lebe froh die Klage!
Dann siehst Du durch Dich durch und siehst die Knochen,
siehst die Seele, siehst in Deinen Geist,
was Dich schreckt – und kurz verweilen heißt,
bist Du schon am Ende der Epochen?
Und welch Gefühl, welch Hoheit allen Spürens!
Oh, welch Wahrheit, endlich weißt Du doch,
dass Du lebst, ein wenig zittrig noch,
doch wenigstens noch Herr des Lebenführens!
In wenigen Momenten des Intimen
bricht Dein Tier ein kleines Wenig aus.
Du träumst von Freiheit, aus dem Käfig raus,
fühlst die Luft, empfindest sie als Schmaus,
die Du, fein genießend, wissend kaust,
während Du im Grunde eines weißt:
Morgen musst Du wieder Braves mimen.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Umarmender Reim
Mittwoch, 15. August 2007
Aus
Wie kann es sein, dass niemand mich bemerkt,
wo ich doch solch ein Epizentrum bin!
Mein Leben explodiert, verliert den Sinn
und niemand sieht mich, was mein Leid verstärkt.
Ich laufe durch die Straßen wie ein Blinder,
laufe wie betrunken, Trunkenheit
verursacht von zu viel in wenig Zeit,
Gefühle wie Geschosse – und nicht minder!
Ein Fuß kommt automatisch vor den Ander'n,
als schlenderte ich, hätte kein Problem
und keinen Hass, der mich zerfrisst und dem
ich zu gefügig bin in meinem Wandern.
Wie kann es sein, dass alle diese Leute
nichts von meinem Leiden spüren können?
Sind sie blind? Ich würd' es ihnen gönnen,
sonst wären sie nicht glücklich, g'rade heute.
Ich fühle mich dem Leben weggerissen,
fühle mich dem Schönen schlicht genommen.
Und nie und nimmer werd' zurück ich kommen,
denn ewig werde ich um's Unglück wissen.
Und, glaubt mir, wenn man einmal es gesehen,
einmal nur begriffen, dass sie schlecht,
dann will man diese Welt nie wieder recht
und schön begreifen, in ihr gehen.
Sind nur drei Worte, alles ist vorbei.
Drei mal nebenbei die Seele morden.
Einmal nebenbei verlassen worden.
„Es ist aus!“ Nur sag: Bist Du jetzt frei?
wo ich doch solch ein Epizentrum bin!
Mein Leben explodiert, verliert den Sinn
und niemand sieht mich, was mein Leid verstärkt.
Ich laufe durch die Straßen wie ein Blinder,
laufe wie betrunken, Trunkenheit
verursacht von zu viel in wenig Zeit,
Gefühle wie Geschosse – und nicht minder!
Ein Fuß kommt automatisch vor den Ander'n,
als schlenderte ich, hätte kein Problem
und keinen Hass, der mich zerfrisst und dem
ich zu gefügig bin in meinem Wandern.
Wie kann es sein, dass alle diese Leute
nichts von meinem Leiden spüren können?
Sind sie blind? Ich würd' es ihnen gönnen,
sonst wären sie nicht glücklich, g'rade heute.
Ich fühle mich dem Leben weggerissen,
fühle mich dem Schönen schlicht genommen.
Und nie und nimmer werd' zurück ich kommen,
denn ewig werde ich um's Unglück wissen.
Und, glaubt mir, wenn man einmal es gesehen,
einmal nur begriffen, dass sie schlecht,
dann will man diese Welt nie wieder recht
und schön begreifen, in ihr gehen.
Sind nur drei Worte, alles ist vorbei.
Drei mal nebenbei die Seele morden.
Einmal nebenbei verlassen worden.
„Es ist aus!“ Nur sag: Bist Du jetzt frei?
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Jambus,
Umarmender Reim
Dienstag, 14. August 2007
Es gibt so Reime...
Man reimt meist furchtbar Kitschiges auf „Schmerz“
und sagt sowas wie „Du brichst mir das Herz!“
und könnte man das g'rade noch verschmerzen,
da reimt man noch ein zweites mal mit „Herzen“.
Und dabei gibt es so viel Reim mit Scherz,
so viele Reime, die fast himmelwärts
das Schöne zeigen, Hässliches ausmerzen,
und dabei singen, wunderschöne Terzen.
Und findest Du auch dieses konstruiert,
so wisse: Besser, dass man ungeniert
und frei erprobt, was Neues zu verreimen,
als dass man ewig gleiche Enden schreibt,
jeden Spaß am Lesen so vertreibt –
da lieber lass die Sprache komisch keimen.
und sagt sowas wie „Du brichst mir das Herz!“
und könnte man das g'rade noch verschmerzen,
da reimt man noch ein zweites mal mit „Herzen“.
Und dabei gibt es so viel Reim mit Scherz,
so viele Reime, die fast himmelwärts
das Schöne zeigen, Hässliches ausmerzen,
und dabei singen, wunderschöne Terzen.
Und findest Du auch dieses konstruiert,
so wisse: Besser, dass man ungeniert
und frei erprobt, was Neues zu verreimen,
als dass man ewig gleiche Enden schreibt,
jeden Spaß am Lesen so vertreibt –
da lieber lass die Sprache komisch keimen.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Jambus,
Sonette
Montag, 13. August 2007
Neue Kategorie: Spruchspiele
Ich eröffne heute eine Kategorie, die eigentlich Schwächen meinerseits entblößt.
Sie wird "Spruchspiele" heißen, was eine sehr euphemistische Überschrift für kleine Wortspiele ist, die ich in Gedichte zu verpacken nicht in der Lage war - sei es, weil sie inhaltlich einfach derart sinnfrei sind, dass es unmöglich und stets konstruiert wäre, ihnen in irgendeiner Form einen Inhalt anzudichten, sei es, weil ihr Aufbau derart raffiniert und verstrickt ist, dass ich dem Anspruch dieses Miniaturwerkes nie über ein komplettes Gedicht gerecht werden könnte.
Ich halte diese Wortspiele dennoch für lesenswert, sie werden vielleicht und im günstigsten Falle in nur zwei Zeilen ein Lächeln bewirken.
In der Hoffnung, zumindest diesen Anspruch erfüllen zu können,
Aron
Sie wird "Spruchspiele" heißen, was eine sehr euphemistische Überschrift für kleine Wortspiele ist, die ich in Gedichte zu verpacken nicht in der Lage war - sei es, weil sie inhaltlich einfach derart sinnfrei sind, dass es unmöglich und stets konstruiert wäre, ihnen in irgendeiner Form einen Inhalt anzudichten, sei es, weil ihr Aufbau derart raffiniert und verstrickt ist, dass ich dem Anspruch dieses Miniaturwerkes nie über ein komplettes Gedicht gerecht werden könnte.
Ich halte diese Wortspiele dennoch für lesenswert, sie werden vielleicht und im günstigsten Falle in nur zwei Zeilen ein Lächeln bewirken.
In der Hoffnung, zumindest diesen Anspruch erfüllen zu können,
Aron
Natur erlebt
Frieden kommentiert die stumme Welt,
legt sich über sie, ein feiner Schleier,
ein kleiner Unterschied, ein wenig freier
fühlt man sich im freien Weltenzelt.
Solch ein Universum voller Raum.
Solch ein Platz zum Atmen, Platz zum Gehen.
Solch ein Werk der Götter, Weltentraum
dieser Erde – Wälder, die verstehen.
Wälder, die vergehen, gibt es viele,
diese aber sind der Ewigkeit.
Sauerstoff als höchstes aller Ziele,
atmend ist man sonderbar befreit.
Und die Sonne malt und schließlich Bilder
voller Einheit, voll versteckten Klanges,
voller roter Schönheit, wie ein Wilder,
welcher sich ergibt der Macht des Sanges.
Und man wünschte sich devot ergeben
tausend Orte solcher Reinheit pur.
Traut sich kaum, es wieder zu erleben,
sich erinnernd, kleiner Liebesschwur.
legt sich über sie, ein feiner Schleier,
ein kleiner Unterschied, ein wenig freier
fühlt man sich im freien Weltenzelt.
Solch ein Universum voller Raum.
Solch ein Platz zum Atmen, Platz zum Gehen.
Solch ein Werk der Götter, Weltentraum
dieser Erde – Wälder, die verstehen.
Wälder, die vergehen, gibt es viele,
diese aber sind der Ewigkeit.
Sauerstoff als höchstes aller Ziele,
atmend ist man sonderbar befreit.
Und die Sonne malt und schließlich Bilder
voller Einheit, voll versteckten Klanges,
voller roter Schönheit, wie ein Wilder,
welcher sich ergibt der Macht des Sanges.
Und man wünschte sich devot ergeben
tausend Orte solcher Reinheit pur.
Traut sich kaum, es wieder zu erleben,
sich erinnernd, kleiner Liebesschwur.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim,
Trochäus
Sonntag, 12. August 2007
Polizei
Ist euch schon mal aufgefallen,
dass die Polizeisirenen
wie ein Wolfsgeheul erschallen,
wie sie sich in Länge dehnen.
Habt ihr nicht schon mal bemerken
müssen, wie sie ähnlich sind:
Wölfe, die im Rudel werken
und das Polizistenrind?
Manchmal „Bulle“ gern genannt,
nun: So ganz abstrus ist's nicht.
Wie mit Hörnern wird bekannt
gemacht: Du stehst in hellem Licht.
Und so ist es, jede Deiner
Tätigkeiten wird geseh'n.
Daher, Wurm, werd' immer kleiner,
tu, als wäre nichts gescheh'n!
War's auch gar nicht unrecht – schweige,
denn Du wirst beobachtet.
Geht Dein Frommes mal zuneige,
nageln wir Dich froh ans Brett!
So mag man sich manchmal fühlen,
dabei soll sie Helfer sein!
Polizei mit so Kalkülen
macht mich ängstlich – und nicht rein!
dass die Polizeisirenen
wie ein Wolfsgeheul erschallen,
wie sie sich in Länge dehnen.
Habt ihr nicht schon mal bemerken
müssen, wie sie ähnlich sind:
Wölfe, die im Rudel werken
und das Polizistenrind?
Manchmal „Bulle“ gern genannt,
nun: So ganz abstrus ist's nicht.
Wie mit Hörnern wird bekannt
gemacht: Du stehst in hellem Licht.
Und so ist es, jede Deiner
Tätigkeiten wird geseh'n.
Daher, Wurm, werd' immer kleiner,
tu, als wäre nichts gescheh'n!
War's auch gar nicht unrecht – schweige,
denn Du wirst beobachtet.
Geht Dein Frommes mal zuneige,
nageln wir Dich froh ans Brett!
So mag man sich manchmal fühlen,
dabei soll sie Helfer sein!
Polizei mit so Kalkülen
macht mich ängstlich – und nicht rein!
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Samstag, 11. August 2007
Bionade (Marketing)
Komm, wir trinken Bionade,
denn die ist ja so gesund!
Ist um's Geld zwar etwas schade,
dafür werden wir nicht rund!
Ja, das ist schon wirklich herrlich,
so ein wenig Schorlensaft.
Schon nach Kurzem unentbehrlich:
Bionade gibt mir Kraft!
Ist bestimmt auch isotonisch –
isotonisch ist jetzt in!
Nein, ich mein das nicht ironisch,
seht, wie glücklich ich jetzt bin!
Endorphine purzeln munter,
weil man Bionade trinkt,
und das Leben wird gleich bunter,
wenn der Fettgehalt mir sinkt.
Alles mit ein wenig Wasser,
dünn mit etwas Saft vermengt.
Neuer Name – fertig! Krasser
als zuvor, den Markt gesprengt!
Hätt ich's nicht, dann müsst' ich leiden,
wenn ich Saft und Wasser sauf'.
Ersterer ist zu vermeiden –
Vitamine (pfui!) zuhauf!
Außerdem ist Saft zu billig,
kann ja gar nicht besser sein!
Darum kauf' ich allzu willig
nur noch Bionade ein.
Toll, was wir heut' alles haben!
Heute geht’s uns endlich gut!
Früher krankten wir wie Schaben,
doch dank „Bio“ kommt der Mut!
Marketingstrategen freuen
sich die fetten Ärsche ab,
weil die Scheiße klappt! Die scheuen
echt vor nichts. Und wir,
wir schlucken alles, nicht zu knapp...
Ich äußere mich selten so plump und ungeschickt zu Themen, wie es im heutigen Gedicht der Fall ist, aber ich darf bezeugen: Mein Hass auf die dort erwähnte Bionade (oder auf diejenigen, die auf den sie-begleitenden Marketingzug hereinfallen?) ist intensiv und aufrichtig. Vermutlich ist es vielmehr die schiere Erkenntnis, dass es immer wieder funktioniert, einen Trend künstlich zu erschaffen und alle demselben folgen zu lassen. Was mich ängstigt: Wenn es mit Artikeln funktioniert, funktioniert es auch mit Musik? Funktioniert es mit Filmen? Funktioniert es mit Büchern? Mit Gedanken?
Dieser Klimax folgend kann man vielleicht die Gefahr erkennen, die ich sehe: Man lässt sich zu leicht abnehmen, was man selbst entscheiden sollte. Entscheiden kann.
Wer die Namen EMI, Hollywood, Cecilia Ahern kennt, weiß, dass die ersten Gebiete nicht allzu schwer zu bejahen sind. Wie weit geht es?
Ist Johannisbeersaft nicht günstiger als eine Flasche Bionade? Bekommt man Wasser Medium nicht fast umsonst dazu? Kann man das nicht einfasch mischen und hat exakt das gleiche Getränk, welches den Inhalt dieser stilistisch formschönen Flasche mit Trendaufschrift ausmacht?
Wobei man schon zugeben muss: Der Feldzug war genial.
"Bio" genießt die denkbar größte Beliebtheit einer Lebensmitteletikette aller Zeiten, alle Lebensmittelgroßhändler (nein, nicht "Diskounter"!) bemühen sich, authentisch für irgendeine Biosparte zu werben, die dann zwei derer Stoffe weniger beinhaltet, die man eh schon sein Leben lang und auch weiterhin zu sich nehmen wird, ohne dass man schwer erkrankt - das Ganze dann für den doppelten Preis, versteht sich.
Dann das Wort in den Titel zu nehmen, gleichsam ergänzend durch den Anhang "-nade", welcher nahezu für eine Renaissance der guten alten LIMOnade sorgen könnte - genial!
Ferner das Etikett: Schlicht, modern, zeitlos, anknüpfend an den Vektorgrafik-/Lounge-Stil, welcher sich so gewaltiger Resonanz allerorts erfreut. Einfach und gut.
Und natürlich nicht zu viel in die Flaschen machen - das lässt sie, gemeinsam mit dem exorbitanten Preis, edel wirken. Man gewinnt, kurzum, den Eindruck, alles richig zu machen.
Da sind ein paar Herren sehr reich geworden.
Ich finde das sehr arm.
denn die ist ja so gesund!
Ist um's Geld zwar etwas schade,
dafür werden wir nicht rund!
Ja, das ist schon wirklich herrlich,
so ein wenig Schorlensaft.
Schon nach Kurzem unentbehrlich:
Bionade gibt mir Kraft!
Ist bestimmt auch isotonisch –
isotonisch ist jetzt in!
Nein, ich mein das nicht ironisch,
seht, wie glücklich ich jetzt bin!
Endorphine purzeln munter,
weil man Bionade trinkt,
und das Leben wird gleich bunter,
wenn der Fettgehalt mir sinkt.
Alles mit ein wenig Wasser,
dünn mit etwas Saft vermengt.
Neuer Name – fertig! Krasser
als zuvor, den Markt gesprengt!
Hätt ich's nicht, dann müsst' ich leiden,
wenn ich Saft und Wasser sauf'.
Ersterer ist zu vermeiden –
Vitamine (pfui!) zuhauf!
Außerdem ist Saft zu billig,
kann ja gar nicht besser sein!
Darum kauf' ich allzu willig
nur noch Bionade ein.
Toll, was wir heut' alles haben!
Heute geht’s uns endlich gut!
Früher krankten wir wie Schaben,
doch dank „Bio“ kommt der Mut!
Marketingstrategen freuen
sich die fetten Ärsche ab,
weil die Scheiße klappt! Die scheuen
echt vor nichts. Und wir,
wir schlucken alles, nicht zu knapp...
Ich äußere mich selten so plump und ungeschickt zu Themen, wie es im heutigen Gedicht der Fall ist, aber ich darf bezeugen: Mein Hass auf die dort erwähnte Bionade (oder auf diejenigen, die auf den sie-begleitenden Marketingzug hereinfallen?) ist intensiv und aufrichtig. Vermutlich ist es vielmehr die schiere Erkenntnis, dass es immer wieder funktioniert, einen Trend künstlich zu erschaffen und alle demselben folgen zu lassen. Was mich ängstigt: Wenn es mit Artikeln funktioniert, funktioniert es auch mit Musik? Funktioniert es mit Filmen? Funktioniert es mit Büchern? Mit Gedanken?
Dieser Klimax folgend kann man vielleicht die Gefahr erkennen, die ich sehe: Man lässt sich zu leicht abnehmen, was man selbst entscheiden sollte. Entscheiden kann.
Wer die Namen EMI, Hollywood, Cecilia Ahern kennt, weiß, dass die ersten Gebiete nicht allzu schwer zu bejahen sind. Wie weit geht es?
Ist Johannisbeersaft nicht günstiger als eine Flasche Bionade? Bekommt man Wasser Medium nicht fast umsonst dazu? Kann man das nicht einfasch mischen und hat exakt das gleiche Getränk, welches den Inhalt dieser stilistisch formschönen Flasche mit Trendaufschrift ausmacht?
Wobei man schon zugeben muss: Der Feldzug war genial.
"Bio" genießt die denkbar größte Beliebtheit einer Lebensmitteletikette aller Zeiten, alle Lebensmittelgroßhändler (nein, nicht "Diskounter"!) bemühen sich, authentisch für irgendeine Biosparte zu werben, die dann zwei derer Stoffe weniger beinhaltet, die man eh schon sein Leben lang und auch weiterhin zu sich nehmen wird, ohne dass man schwer erkrankt - das Ganze dann für den doppelten Preis, versteht sich.
Dann das Wort in den Titel zu nehmen, gleichsam ergänzend durch den Anhang "-nade", welcher nahezu für eine Renaissance der guten alten LIMOnade sorgen könnte - genial!
Ferner das Etikett: Schlicht, modern, zeitlos, anknüpfend an den Vektorgrafik-/Lounge-Stil, welcher sich so gewaltiger Resonanz allerorts erfreut. Einfach und gut.
Und natürlich nicht zu viel in die Flaschen machen - das lässt sie, gemeinsam mit dem exorbitanten Preis, edel wirken. Man gewinnt, kurzum, den Eindruck, alles richig zu machen.
Da sind ein paar Herren sehr reich geworden.
Ich finde das sehr arm.
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Freitag, 10. August 2007
Ein Augenblick voll...
Erst zum zweiten Male im Verlaufe dieses Blogs gelingt es mir, mein Pensum zu überschreiten und ein weiteres Gedicht zusätzlich zu den täglichen Gedichten hinzuzufügen. Die Kreativität erlangt die Flügel, mit denen man auf Sphären fliegt, die niemals ohne freien Geist je zu erreichen wären. Gute Zeiten. Freie Zeiten.
Breitet die Flügel aus!
Ein schwacher Herzschlag nur, nur die Sekunde,
nur ein Augenblick, nur ein Moment.
Nur ein kurzer Zeitraum, den man nennt,
der jedoch in Wirklichkeit nicht sichtbar,
nicht im Eigentlichen existent,
niemals wirklich da war, seine Kunde
war so lang verbreitet, wie das Licht war.
Dennoch ruft man wieder jedes Teilchen,
jedes Element und das Atom,
alles ab, Gedanken unter Strom,
ständig auf der Angst, dass man verschwendet,
was geschenkt – die Wege führ'n nach Rom,
nur: Wer weiß schon, wo man ist? Ein Weilchen
steht man so, Erinnerung, die blendet.
Alles glüht im Lichte jenes Denkens,
der vergang'nen, lichten Atmosphäre.
Und man fragt vergebens, was wohl wäre,
hätte man mehr Zeit und so noch Chance,
zu ergreifen, was die Liebe nähre,
was zum Dreh- und Angelpunkt des Lenkens
jeder Lage würde, zur Balance.
Breitet die Flügel aus!
Ein schwacher Herzschlag nur, nur die Sekunde,
nur ein Augenblick, nur ein Moment.
Nur ein kurzer Zeitraum, den man nennt,
der jedoch in Wirklichkeit nicht sichtbar,
nicht im Eigentlichen existent,
niemals wirklich da war, seine Kunde
war so lang verbreitet, wie das Licht war.
Dennoch ruft man wieder jedes Teilchen,
jedes Element und das Atom,
alles ab, Gedanken unter Strom,
ständig auf der Angst, dass man verschwendet,
was geschenkt – die Wege führ'n nach Rom,
nur: Wer weiß schon, wo man ist? Ein Weilchen
steht man so, Erinnerung, die blendet.
Alles glüht im Lichte jenes Denkens,
der vergang'nen, lichten Atmosphäre.
Und man fragt vergebens, was wohl wäre,
hätte man mehr Zeit und so noch Chance,
zu ergreifen, was die Liebe nähre,
was zum Dreh- und Angelpunkt des Lenkens
jeder Lage würde, zur Balance.
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Gedichte,
Intermission,
Trochäus
Angst des Künstlers
Bitte, schmeißt die Texte noch nicht weg,
legt noch nicht beiseite, ungelesen.
Rügt noch nicht die Worte, nicht den Fleck,
den ich Tölpel dort noch nicht genesen.
Bitte, oh, erinnert euch an Worte,
nur an eines – das allein wär' gut.
Flucht nicht, diese Zeilen sei'n Retorte,
kühlt ein wenig ab die frische Glut.
Bitte, gerne, sagt, was nicht gefällt.
Ja, natürlich könnt ihr kritisieren
und ich bitte d'rum, dass nichts euch hält,
wenn ihr anfangt, mich zu exzerpieren.
Nur, ich hoffe, dies ist nicht zu dämlich:
Bitte seid bedacht auf einen Fakt:
Diese Texte zeigen viel, sind nämlich
all mein Wesen – ich steh' vor euch. Nackt.
legt noch nicht beiseite, ungelesen.
Rügt noch nicht die Worte, nicht den Fleck,
den ich Tölpel dort noch nicht genesen.
Bitte, oh, erinnert euch an Worte,
nur an eines – das allein wär' gut.
Flucht nicht, diese Zeilen sei'n Retorte,
kühlt ein wenig ab die frische Glut.
Bitte, gerne, sagt, was nicht gefällt.
Ja, natürlich könnt ihr kritisieren
und ich bitte d'rum, dass nichts euch hält,
wenn ihr anfangt, mich zu exzerpieren.
Nur, ich hoffe, dies ist nicht zu dämlich:
Bitte seid bedacht auf einen Fakt:
Diese Texte zeigen viel, sind nämlich
all mein Wesen – ich steh' vor euch. Nackt.
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Donnerstag, 9. August 2007
Tapferer Abschied der vertanen Chance
Da meinte ich g'rade, schon alles gewonnen
zu haben und sonnte mich pfleglich im Haben,
da kam die Erleuchtung des Dunklen: Mein Laben
war kaum mir gekommen, da war es verronnen.
Wie oft ich entsonnen, zu lieben, was herrlich,
was einzig und liebenswert, lebhaft und nett!
Ich wünschte so oft schon, wie dieses Sonett,
ein Teil von dem Menschen zu sein, unentbehrlich!
Nur leider, als g'rade die Chance gefunden,
entdecke ich bitter, dass' Schicksal gespielt.
Es macht' einen Narr aus mir, hat mich entbunden
von jeglicher Ratio, kannte den Mut,
der ewiglich schmerzte, die Seele voll Schwielen,
doch machst Du mich selbstlos: Ich hoff', Dir geht’s gut!
zu haben und sonnte mich pfleglich im Haben,
da kam die Erleuchtung des Dunklen: Mein Laben
war kaum mir gekommen, da war es verronnen.
Wie oft ich entsonnen, zu lieben, was herrlich,
was einzig und liebenswert, lebhaft und nett!
Ich wünschte so oft schon, wie dieses Sonett,
ein Teil von dem Menschen zu sein, unentbehrlich!
Nur leider, als g'rade die Chance gefunden,
entdecke ich bitter, dass' Schicksal gespielt.
Es macht' einen Narr aus mir, hat mich entbunden
von jeglicher Ratio, kannte den Mut,
der ewiglich schmerzte, die Seele voll Schwielen,
doch machst Du mich selbstlos: Ich hoff', Dir geht’s gut!
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Daktylus,
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Gedichte,
Sonette
Mittwoch, 8. August 2007
Ein Gedicht über einen Mann mit Richtlinienkompetenzen, der gerne Auto fahren wollte und nur existiert, damit lustige Reime entstehen konnten
Ich mache schon seit Jahren Führerschein,
leider ist es einfach nicht zu schaffen!
Darum ist es, dass ich Führer wein',
welch ein armes, kleines Führerschwein,
keiner folgt ihm – alle müssen gaffen!
Später fühl' ich mich als Führer klein,
rafft denn niemand von den dummen Pfaffen,
wie beschwerlich's ist, das Führer-Sein?
Schließlich habe ich als Führer kein
Feeling – vielleicht kommt's durch viele Paffen.
Letztlich habe ich als Führer mein
Befugnis überzogen, um zu fahren!
Endlich kann ich stolzer Führer rein
in's Auto, freue mir ein Führerbein
aus und fahre, endlich froh, nach Waren!
leider ist es einfach nicht zu schaffen!
Darum ist es, dass ich Führer wein',
welch ein armes, kleines Führerschwein,
keiner folgt ihm – alle müssen gaffen!
Später fühl' ich mich als Führer klein,
rafft denn niemand von den dummen Pfaffen,
wie beschwerlich's ist, das Führer-Sein?
Schließlich habe ich als Führer kein
Feeling – vielleicht kommt's durch viele Paffen.
Letztlich habe ich als Führer mein
Befugnis überzogen, um zu fahren!
Endlich kann ich stolzer Führer rein
in's Auto, freue mir ein Führerbein
aus und fahre, endlich froh, nach Waren!
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Das tägliche Gedicht,
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Satire,
Trochäus
Dienstag, 7. August 2007
Meerszenerie
Die Luft ist feucht und salzig, teils vom Regen,
dessen Tropfen schwer zu Erden liegen,
teils vom Mehr, des Macht die Luft bewegen
kann; und Salzkristalle fliegen.
Und vom Ufer nur ein Stückchen weiter
wippt noch eine Schaukel still im Wind.
Und der Sand ist nass und schwer, die Leiter
rutschig noch vom Regen, der ihr rinnt.
Langsam fegen Böen kleine Teile
feinen Sands vom Spielplatz auf den Weg,
wasserschwer in luftverzerrter Eile
über Strand, auf Wasser, auf den Steg.
Allzu still und ewig monoton
trägt die Schaukel Lieder ferner Stärken
vor und jeder Mensch auf ihr wär' Hohn,
zynisch wirkt der Mensch auf seinen Werken.
dessen Tropfen schwer zu Erden liegen,
teils vom Mehr, des Macht die Luft bewegen
kann; und Salzkristalle fliegen.
Und vom Ufer nur ein Stückchen weiter
wippt noch eine Schaukel still im Wind.
Und der Sand ist nass und schwer, die Leiter
rutschig noch vom Regen, der ihr rinnt.
Langsam fegen Böen kleine Teile
feinen Sands vom Spielplatz auf den Weg,
wasserschwer in luftverzerrter Eile
über Strand, auf Wasser, auf den Steg.
Allzu still und ewig monoton
trägt die Schaukel Lieder ferner Stärken
vor und jeder Mensch auf ihr wär' Hohn,
zynisch wirkt der Mensch auf seinen Werken.
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Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim,
Trochäus
Montag, 6. August 2007
Lebenskünstler oder: Nach außen - Nach innen
Den starken Mann markieren: Das ist nett.
Und Selbstbewusstsein zeigen: Das ist gut.
Und frei zu sein im Leben: Das ist Spaß.
Und alles selber schaffen: Das ist groß.
Und unempfindlich sein: Das ist stark.
Nur:
Alleine sein im viel zu großen Bett,
verlassen sein von Leidenschaft und Mut,
und keine Schulter, wenn man einsam saß,
und nackt und frierend stellt man sich so bloß,
dann muss man wissen, dass so vieles fehlt...
Und Selbstbewusstsein zeigen: Das ist gut.
Und frei zu sein im Leben: Das ist Spaß.
Und alles selber schaffen: Das ist groß.
Und unempfindlich sein: Das ist stark.
Nur:
Alleine sein im viel zu großen Bett,
verlassen sein von Leidenschaft und Mut,
und keine Schulter, wenn man einsam saß,
und nackt und frierend stellt man sich so bloß,
dann muss man wissen, dass so vieles fehlt...
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Gedichte,
Trochäus
Sonntag, 5. August 2007
Ein Gedicht über Liebe
Man schreibt als Dichter ungern über Liebe,
denn jedes Wort erscheint umsonst, scheint dumm,
man sagt nichts Neues, druckst nur ewig rum,
und nichts reicht aus, kein Wort ist schon genug,
man mag perfekt wohl sprechen – untertriebe
doch noch maßlos. Sprachlicher Betrug.
Man schreibt als Dichter immer über Liebe,
denn jedes Wort erscheint umsonst, scheint fehl
am Platze, macht man sich nicht einen Hehl
aus uns'rem Zentrum, uns'rer Welten Licht,
und alles, was der Dichter eifrig schriebe –
es träfe doch den Menschen letztlich nicht.
denn jedes Wort erscheint umsonst, scheint dumm,
man sagt nichts Neues, druckst nur ewig rum,
und nichts reicht aus, kein Wort ist schon genug,
man mag perfekt wohl sprechen – untertriebe
doch noch maßlos. Sprachlicher Betrug.
Man schreibt als Dichter immer über Liebe,
denn jedes Wort erscheint umsonst, scheint fehl
am Platze, macht man sich nicht einen Hehl
aus uns'rem Zentrum, uns'rer Welten Licht,
und alles, was der Dichter eifrig schriebe –
es träfe doch den Menschen letztlich nicht.
Samstag, 4. August 2007
Alte Freundschaft
Lass die alten Wesen wieder kochen!
Oh, wie endlos schön gewürzt es wird,
all die Düfte, die wir nicht mehr rochen,
seit wir die Bekanntschaft unterjochen,
kommen umso schöner angeschwirrt.
Nichts von dem versalzt der zweite Koch!
Diesmal irrt das Sprichwort, siegt das Leben!
Schließlich hat die Wahrheit immer noch
hier das sagen – Nase, die es roch,
für das Leben kann's nichts schöner geben!
Oh, wie triumphier'n die Endorphine,
tanzen alle Zellen jener Sinne,
deren gutes Spiel zu uns'rer Mine
kreativer als zuvor nun schiene,
und man fürchtet furchtsam, dass man spinne.
Zeit des Abstands, schwer zu überbrücken,
Zeit des Ungewiss, die Zeit der Frage.
Überwindet man jedoch die Tücken
jener Tage, schlägt aus Weisheit Brücken –
Umso schöner! Misserfolg der Klage!
Alte Freundschaft zu verleugnen geht nicht.
Jeder Bund, der einst solch Kraft besessen
wird besteh'n, denn niemals, nie!, verweht Licht,
niemals geht zuneige, niemals dreht Sicht
derart um. So schön, das nie-Vergessen!
Oh, wie endlos schön gewürzt es wird,
all die Düfte, die wir nicht mehr rochen,
seit wir die Bekanntschaft unterjochen,
kommen umso schöner angeschwirrt.
Nichts von dem versalzt der zweite Koch!
Diesmal irrt das Sprichwort, siegt das Leben!
Schließlich hat die Wahrheit immer noch
hier das sagen – Nase, die es roch,
für das Leben kann's nichts schöner geben!
Oh, wie triumphier'n die Endorphine,
tanzen alle Zellen jener Sinne,
deren gutes Spiel zu uns'rer Mine
kreativer als zuvor nun schiene,
und man fürchtet furchtsam, dass man spinne.
Zeit des Abstands, schwer zu überbrücken,
Zeit des Ungewiss, die Zeit der Frage.
Überwindet man jedoch die Tücken
jener Tage, schlägt aus Weisheit Brücken –
Umso schöner! Misserfolg der Klage!
Alte Freundschaft zu verleugnen geht nicht.
Jeder Bund, der einst solch Kraft besessen
wird besteh'n, denn niemals, nie!, verweht Licht,
niemals geht zuneige, niemals dreht Sicht
derart um. So schön, das nie-Vergessen!
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Freitag, 3. August 2007
Kleine Undiszipliniertheit
Ein kleiner Seufzer, hörbar kaum, doch da.
Ein wenig Luft nur, artig ausgelassen.
Niemand konnt' es hören, war ihr nah.
Ihr Gast ist Einsamkeit in rauen Massen.
Beschweren d'rüber würde sie sich nie.
Nur dieser Seufzer, klein und kaum zu hören,
der entwich in ihrer Lethargie.
War er wirklich da? Sie würd' nicht schwören.
Nur ein wenig Atem mit Geräusch,
lang nicht lang genug, sich zu entfalten.
Eines zeigt er – wenn ich mich nicht täusch' –
sie sehnt sich sehr nach Menschen, die sie halten.
Ein wenig Luft nur, artig ausgelassen.
Niemand konnt' es hören, war ihr nah.
Ihr Gast ist Einsamkeit in rauen Massen.
Beschweren d'rüber würde sie sich nie.
Nur dieser Seufzer, klein und kaum zu hören,
der entwich in ihrer Lethargie.
War er wirklich da? Sie würd' nicht schwören.
Nur ein wenig Atem mit Geräusch,
lang nicht lang genug, sich zu entfalten.
Eines zeigt er – wenn ich mich nicht täusch' –
sie sehnt sich sehr nach Menschen, die sie halten.
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Kreuzreim
Donnerstag, 2. August 2007
Trostlosigkeit
Manchmal ist man hilflos überlassen
jenen Tagen, deren Freund man nicht
zu sein vermag, solch Tage ohne Licht
und auch der Schatten droht schon, zu verblassen.
Verleugnet auch der Himmel jede Farbe,
kann die Welt im Ganzen nicht entsteh'n.
Man selbst, als Teil von ihr muss seh'n:
Die Stunden werden heute nur zur Narbe.
Und Grau und Grau umarmen sich recht herzlich.
Und kalter Wind pfeift spöttisch seinen Hohn.
Und nichts kann mir das Sein im Heute geben.
Die langen Stunden gehen kalt und schmerzlich,
man hofft zuletzt, die Nacht erwächst zum Lohn,
vielleicht gebärt die Dunkelheit mir Leben.
jenen Tagen, deren Freund man nicht
zu sein vermag, solch Tage ohne Licht
und auch der Schatten droht schon, zu verblassen.
Verleugnet auch der Himmel jede Farbe,
kann die Welt im Ganzen nicht entsteh'n.
Man selbst, als Teil von ihr muss seh'n:
Die Stunden werden heute nur zur Narbe.
Und Grau und Grau umarmen sich recht herzlich.
Und kalter Wind pfeift spöttisch seinen Hohn.
Und nichts kann mir das Sein im Heute geben.
Die langen Stunden gehen kalt und schmerzlich,
man hofft zuletzt, die Nacht erwächst zum Lohn,
vielleicht gebärt die Dunkelheit mir Leben.
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Gedichte,
Sonette,
Trochäus
Mittwoch, 1. August 2007
Heute kein Gedicht
Heute kann ich kein Gedicht verfassen,
wie auch – dafür braucht man Geist und Sinn!
Geistig aber muss ich mich heut' hassen,
weil ich einfach unzufrieden bin.
Das alleine wär' nicht problematisch,
mein Verdruss jedoch ist ohne Grund.
Sinnlos starren, nahezu apathisch,
kommt mir vor wie schwerer Geistesschwund.
Tausendfach belästigen Gedanken
mich, als schlug ich selbst mir in's Gesicht.
Tausend Geister, die wie Ranken ranken,
kranken meinen Sinn, der sinnend bricht.
Oh, fragil, das Wortspiel, das erschaffen.
Noch fragiler scheint mir dieser Text.
Sinn und Geist – sie beide müssen gaffen,
dass auch ohne sie ein Spruch erwächst.
wie auch – dafür braucht man Geist und Sinn!
Geistig aber muss ich mich heut' hassen,
weil ich einfach unzufrieden bin.
Das alleine wär' nicht problematisch,
mein Verdruss jedoch ist ohne Grund.
Sinnlos starren, nahezu apathisch,
kommt mir vor wie schwerer Geistesschwund.
Tausendfach belästigen Gedanken
mich, als schlug ich selbst mir in's Gesicht.
Tausend Geister, die wie Ranken ranken,
kranken meinen Sinn, der sinnend bricht.
Oh, fragil, das Wortspiel, das erschaffen.
Noch fragiler scheint mir dieser Text.
Sinn und Geist – sie beide müssen gaffen,
dass auch ohne sie ein Spruch erwächst.
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Kreuzreim,
Trochäus
Dienstag, 31. Juli 2007
Zugfahrt
Ich glaub mir birst die Nase gleich,
die Augen füllen Tränen.
Als wär die Luft Gestanks nicht reich,
muss neben mir der gähnen.
Ich drehe mich dezent beiseite,
setze mich ein wenig um,
greif in Kaugummi (das zweite),
schreiend rennen Kinder rum.
Techno schallt den Gang herunter,
irgendwer zersägt sein Ohr,
und die Bässe, hach wie munter,
steigen, rumms!, zu uns empor.
Etwas weiter futtert g'rade
irgendwer ein halbes Rind,
schön mit Knoblauchpromenade,
deren Opfer wir nun sind.
Auch der Schaffner, nicht geruchsblind,
wendet sich behände ab.
Plötzlich freut mich, dass die hier sind –
weil ich keine Karte hab'!
die Augen füllen Tränen.
Als wär die Luft Gestanks nicht reich,
muss neben mir der gähnen.
Ich drehe mich dezent beiseite,
setze mich ein wenig um,
greif in Kaugummi (das zweite),
schreiend rennen Kinder rum.
Techno schallt den Gang herunter,
irgendwer zersägt sein Ohr,
und die Bässe, hach wie munter,
steigen, rumms!, zu uns empor.
Etwas weiter futtert g'rade
irgendwer ein halbes Rind,
schön mit Knoblauchpromenade,
deren Opfer wir nun sind.
Auch der Schaffner, nicht geruchsblind,
wendet sich behände ab.
Plötzlich freut mich, dass die hier sind –
weil ich keine Karte hab'!
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Gedichte,
Kreuzreim,
Trochäus
Montag, 30. Juli 2007
Bitte mit guten Sitten
Dieser Mensch entbehrt der guten Sitten,
seine Sprache – flegelhaft und rau!
Diese Mängel stellt er stets zur Schau,
sagt, als wär' es ehrhaft „Schwanz“ und „Titten“!
Gestern war es, als ich ihn ersuchte,
bat ihn höflich, sein Vokabular
doch zu überdenken – nur, was war?
„Dumme Kuh!“, so sagte er, „Verfluchte!“
Manchmal möchte ich vor Wut ihm sagen,
was ich von ihm halte, sein Betragen
links und rechts ihm um die Ohren schlagen!
So auch eines Tages, er verhämte
meine Art, worüber ich mich grämte,
„Doofmann“ sagte, flüchtete, mich schämte.
seine Sprache – flegelhaft und rau!
Diese Mängel stellt er stets zur Schau,
sagt, als wär' es ehrhaft „Schwanz“ und „Titten“!
Gestern war es, als ich ihn ersuchte,
bat ihn höflich, sein Vokabular
doch zu überdenken – nur, was war?
„Dumme Kuh!“, so sagte er, „Verfluchte!“
Manchmal möchte ich vor Wut ihm sagen,
was ich von ihm halte, sein Betragen
links und rechts ihm um die Ohren schlagen!
So auch eines Tages, er verhämte
meine Art, worüber ich mich grämte,
„Doofmann“ sagte, flüchtete, mich schämte.
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Sonntag, 29. Juli 2007
Alltagsschlachten
Es erscheint mir immer wieder:
Menschen tanzen nackt.
Und ich weine stille Lieder,
ringe so das Mitleid nieder,
singe diesen Pakt.
Gott verfluchte mich mit Sehen:
Ringend bloßgestellt.
Meinen Augen alles Flehen
offenbart, die Kranken gehen
in die zweite Welt.
Was in Schärfe meinen Sinnen:
Humpelnd voller Stolz.
Wie die Zeiten euch verrinnen,
seht doch: Sie steh'n auf und spinnen
Gold zu stumpfem Holz.
Grausam, was die Sicht erfülle:
Stell Dich, Übel, dar!
Ich jedoch in meiner Hülle,
zeige euch, was dieser Fülle
Fluch und Segen war.
Menschen tanzen nackt.
Und ich weine stille Lieder,
ringe so das Mitleid nieder,
singe diesen Pakt.
Gott verfluchte mich mit Sehen:
Ringend bloßgestellt.
Meinen Augen alles Flehen
offenbart, die Kranken gehen
in die zweite Welt.
Was in Schärfe meinen Sinnen:
Humpelnd voller Stolz.
Wie die Zeiten euch verrinnen,
seht doch: Sie steh'n auf und spinnen
Gold zu stumpfem Holz.
Grausam, was die Sicht erfülle:
Stell Dich, Übel, dar!
Ich jedoch in meiner Hülle,
zeige euch, was dieser Fülle
Fluch und Segen war.
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Samstag, 28. Juli 2007
Freund
Gute Menschen, oh, sie sind so selten!
Kaum getroffen, reisen sie schon weiter,
kurze Zeit nur froh, nur kurz so heiter,
schon verschwinden sie in and're Welten.
Niemand kann vergelten, welchen Wert
solch ein Mensch, mit dem man einfach sprechen,
einfach reden kann, nur hat, wir brechen
Konventionen – Kraft, die ewig währt.
Darum frage ich mich, wenn Du gehst:
Sollte ich Dich besser gar nicth schätzen?
Mache ich mich schwach, werd' ich verletzt?
Doch, wenn Du beim Abschied vor mir stehst,
weiß ich, dass von allen meinen Schätzen
Du der größte bist – Dich nichts ersetzt.
Kaum getroffen, reisen sie schon weiter,
kurze Zeit nur froh, nur kurz so heiter,
schon verschwinden sie in and're Welten.
Niemand kann vergelten, welchen Wert
solch ein Mensch, mit dem man einfach sprechen,
einfach reden kann, nur hat, wir brechen
Konventionen – Kraft, die ewig währt.
Darum frage ich mich, wenn Du gehst:
Sollte ich Dich besser gar nicth schätzen?
Mache ich mich schwach, werd' ich verletzt?
Doch, wenn Du beim Abschied vor mir stehst,
weiß ich, dass von allen meinen Schätzen
Du der größte bist – Dich nichts ersetzt.
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Freitag, 27. Juli 2007
Rückgratresonanz
Entschließe ich mich, euch mein Ich zu zeigen,
ist die Reaktion ein Witz auf meine
Kosten, denn ihr meint, dass ich alleine
handle, um zu präsentier'n mein Eigen.
Dabei – warum sollte ich verschweigen,
was in Wahrheit Freude ist und keine
Art der Darstellung, warum vereine
ich nur permanent das Leid mit Reigen?
Warum akzeptiert ihr denn mein Schweigen,
akzeptiert jedoch dann nicht das reine
Leben, wozu freie Menschen neigen?
Sagt mir: Warum denn in Rollen steigen,
nur damit es höflich ist – und scheine?
Verrufen lieber noch, als unter Feigen...
ist die Reaktion ein Witz auf meine
Kosten, denn ihr meint, dass ich alleine
handle, um zu präsentier'n mein Eigen.
Dabei – warum sollte ich verschweigen,
was in Wahrheit Freude ist und keine
Art der Darstellung, warum vereine
ich nur permanent das Leid mit Reigen?
Warum akzeptiert ihr denn mein Schweigen,
akzeptiert jedoch dann nicht das reine
Leben, wozu freie Menschen neigen?
Sagt mir: Warum denn in Rollen steigen,
nur damit es höflich ist – und scheine?
Verrufen lieber noch, als unter Feigen...
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Donnerstag, 26. Juli 2007
Hart geworden
Man sagt doch immer, Fortschritt sei so gut,
aber wenn ich mich mal gehen lasse,
wenn ich mir ein Herz mal endlich fasse,
nennt man diese Freiheit Übermut.
Man sagt doch immer, Fliegen – das sei frei.
Nur hebe ich auch nur ein Stückchen ab,
zeige mal von oben, was ich hab',
heißt es nur, es sei Angeberei.
Man sagt doch immer „Sei Du selbst, mehr nicht!“.
Nur bin ich nur ich selbst, kein bisschen mehr,
macht mir jeder gleich das Leben schwer,
meint, ich präsentierte mich im Licht.
Ich scheiße drauf, was andere mir sagen,
scheiße auf den Ausdruck, auf das Wort.
Hier – im Dichten habe ich den Ort,
der erlaubt, mich offen zu betragen.
aber wenn ich mich mal gehen lasse,
wenn ich mir ein Herz mal endlich fasse,
nennt man diese Freiheit Übermut.
Man sagt doch immer, Fliegen – das sei frei.
Nur hebe ich auch nur ein Stückchen ab,
zeige mal von oben, was ich hab',
heißt es nur, es sei Angeberei.
Man sagt doch immer „Sei Du selbst, mehr nicht!“.
Nur bin ich nur ich selbst, kein bisschen mehr,
macht mir jeder gleich das Leben schwer,
meint, ich präsentierte mich im Licht.
Ich scheiße drauf, was andere mir sagen,
scheiße auf den Ausdruck, auf das Wort.
Hier – im Dichten habe ich den Ort,
der erlaubt, mich offen zu betragen.
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Umarmender Reim
Mittwoch, 25. Juli 2007
Unbeantwortet
Herber Zauber, sag mir eine Lüge,
werde mir zum Dichter, sei mein Gott!
Lüg für mich, auf dass mein Blick mich trüge,
oh, verfiel ich nur dem tumben Trott!
Zeig statt Spiegeln mir nur schöne Bilder
und bestich die Amsel, dass sie singe,
so, als würd' mein Sehnen nicht mehr wilder,
immer, wenn ich mit ihr in mir ringe.
Bitte, Hirngespinst, erlaube Hoffen!
Lass mich hoffen, ich sei bald genesen.
Nur bis dahin bleibt der Wunsch mir offen,
dieses Lächeln sei für mich gewesen.
werde mir zum Dichter, sei mein Gott!
Lüg für mich, auf dass mein Blick mich trüge,
oh, verfiel ich nur dem tumben Trott!
Zeig statt Spiegeln mir nur schöne Bilder
und bestich die Amsel, dass sie singe,
so, als würd' mein Sehnen nicht mehr wilder,
immer, wenn ich mit ihr in mir ringe.
Bitte, Hirngespinst, erlaube Hoffen!
Lass mich hoffen, ich sei bald genesen.
Nur bis dahin bleibt der Wunsch mir offen,
dieses Lächeln sei für mich gewesen.
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Dienstag, 24. Juli 2007
Revolutionär
Verzeiht mir, oh Brüder, wenn alles beim Gleichen,
wenn alles beim Alten, Bewährten doch bleibt.
Ich tat wohl mein Bestes, ich stellte die Weichen,
ich habe die Revolution einverleibt.
Ich habe im Herzen die Stürme verspürt,
die all jene großen Veränderer sah'n.
Ich habe mein Tun nur mit Herzem geführt,
ich liebte die Dinge, die durch mich geschah'n.
Ich war egoistisch – im Sinne des Plans.
Ich war auch begeistert, war vollends dabei.
Ich sah all das Alte im Zuge des Wahns
schon wanken, ich dachte, wir wären bald frei.
Ich hoffte, das Große, Gesamte zu sehen,
ich meinte, es wäre nun schließlich die Zeit,
da ließen wir Neuen das Neue auch gehen,
ich sehe wohl heute: Es war nicht so weit.
Und dennoch vermochte ich letztlich das Gute,
den Konsens der Anderen nicht zu erheben
auf Höhen des Höchsten und auf jene Route,
von der aus die Götter uns Zwerge erleben.
wenn alles beim Alten, Bewährten doch bleibt.
Ich tat wohl mein Bestes, ich stellte die Weichen,
ich habe die Revolution einverleibt.
Ich habe im Herzen die Stürme verspürt,
die all jene großen Veränderer sah'n.
Ich habe mein Tun nur mit Herzem geführt,
ich liebte die Dinge, die durch mich geschah'n.
Ich war egoistisch – im Sinne des Plans.
Ich war auch begeistert, war vollends dabei.
Ich sah all das Alte im Zuge des Wahns
schon wanken, ich dachte, wir wären bald frei.
Ich hoffte, das Große, Gesamte zu sehen,
ich meinte, es wäre nun schließlich die Zeit,
da ließen wir Neuen das Neue auch gehen,
ich sehe wohl heute: Es war nicht so weit.
Und dennoch vermochte ich letztlich das Gute,
den Konsens der Anderen nicht zu erheben
auf Höhen des Höchsten und auf jene Route,
von der aus die Götter uns Zwerge erleben.
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Kreuzreim
Montag, 23. Juli 2007
Vogelmuttermord
Traurig schreit der Vogel schon seit Stunden,
mehr ein Fiepsen denn ein echtes Schrei'n.
Dieser Vogel ist noch Jung, ist klein,
umso schlimmer, was er muss bekunden.
Unten fläzt das Ungetüm lasziv,
streckt die langen Glieder von sich fort,
kein Gewissen, nicht ein Hauch von Mord,
nicht ein Blick zum Vogel, der dort rief.
Ewig gleich, wie monoton zum Troste,
fast, als klammerte das arme Wesen
sich an das Vertraute, bitter lesen
sich die Töne, die das Schicksal loste.
So zerbrechlich, nicht bereit zu leben,
nicht bereit, allein zu existieren,
lange nicht bereit, schon zu verlieren,
was das Sein als Einziges gegeben.
Tausend Rufe, tausend werden kommen,
aber nichts wird diese Tragik enden.
Irgendwann, vielleicht lässt er's bewenden,
wartet, bis auch ihm das Sein genommen.
mehr ein Fiepsen denn ein echtes Schrei'n.
Dieser Vogel ist noch Jung, ist klein,
umso schlimmer, was er muss bekunden.
Unten fläzt das Ungetüm lasziv,
streckt die langen Glieder von sich fort,
kein Gewissen, nicht ein Hauch von Mord,
nicht ein Blick zum Vogel, der dort rief.
Ewig gleich, wie monoton zum Troste,
fast, als klammerte das arme Wesen
sich an das Vertraute, bitter lesen
sich die Töne, die das Schicksal loste.
So zerbrechlich, nicht bereit zu leben,
nicht bereit, allein zu existieren,
lange nicht bereit, schon zu verlieren,
was das Sein als Einziges gegeben.
Tausend Rufe, tausend werden kommen,
aber nichts wird diese Tragik enden.
Irgendwann, vielleicht lässt er's bewenden,
wartet, bis auch ihm das Sein genommen.
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Sonntag, 22. Juli 2007
Die Liebe aus Sicht des Ungeliebten
Man sieht dieser Wochen so viel junges Glück,
Da wird man fast neidisch und etwas infam
verankert sich Häme ins Denken ein Stück,
genug, dass so mancher Gedanke mir kam:
Erst hält man noch Händchen, dann hält sich die Waage,
und wenn sie sich drauf stellt, dann wird’s bald schon mehr.
Dann fragt sie ihn, weshalb er ihr nie mal sage,
sie sehe so leicht aus – nur fällt ihm das schwer.
Und bald schon verwandeln sich Frühstücksgedecke
in fleckige Reste, gewöhnliches Essen.
Die Reizunterwäsche liegt in der Ecke,
doch nicht wild entrissen, sie wurd' nur vergessen.
Die Flaschen mit Wein, die noch g'rad stolz kredenzt
mit funkelnden Gläsern, die eifrig geputzt,
werden heut' auch getrunken, nur ist sie begrenzt,
die Freude am Blute, das's Sofa verschmutzt.
Und packt er sie nochmal mit inniger Hitze,
erwischt er sie kalt und sie bleibt nicht ganz cool
und sagt ihm, er solle das lassen, sie schwitze,
dann rettet sie, kopfhaltend, sich schnell zum Stuhl.
Ihr nennt mich sarkastisch? Meint, dass ich nur hasse?
Das ist nicht gerade sensibel, ich bin...
ich muss nur beweisen, dass ich nichts verpasse,
wenn ich alleine die Liebe ersinn'.
Da wird man fast neidisch und etwas infam
verankert sich Häme ins Denken ein Stück,
genug, dass so mancher Gedanke mir kam:
Erst hält man noch Händchen, dann hält sich die Waage,
und wenn sie sich drauf stellt, dann wird’s bald schon mehr.
Dann fragt sie ihn, weshalb er ihr nie mal sage,
sie sehe so leicht aus – nur fällt ihm das schwer.
Und bald schon verwandeln sich Frühstücksgedecke
in fleckige Reste, gewöhnliches Essen.
Die Reizunterwäsche liegt in der Ecke,
doch nicht wild entrissen, sie wurd' nur vergessen.
Die Flaschen mit Wein, die noch g'rad stolz kredenzt
mit funkelnden Gläsern, die eifrig geputzt,
werden heut' auch getrunken, nur ist sie begrenzt,
die Freude am Blute, das's Sofa verschmutzt.
Und packt er sie nochmal mit inniger Hitze,
erwischt er sie kalt und sie bleibt nicht ganz cool
und sagt ihm, er solle das lassen, sie schwitze,
dann rettet sie, kopfhaltend, sich schnell zum Stuhl.
Ihr nennt mich sarkastisch? Meint, dass ich nur hasse?
Das ist nicht gerade sensibel, ich bin...
ich muss nur beweisen, dass ich nichts verpasse,
wenn ich alleine die Liebe ersinn'.
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Gedichte,
Kreuzreim
Samstag, 21. Juli 2007
Der kleine Mann
Es suchte einst ein kleiner Mann
die Frau, die zu ihm aufseh'n kann.
So streifte er von Land zu Land,
doch jede Frau, die er mal fand,
war immer etwas größer.
Er fing schon bald zu zweifeln an,
weil man nicht nur allein sein kann,
da sah er sie dort stehen:
Sie war perfekt, er sah es gleich,
an Schönheit voll, an Klugheit reich,
sie war für ihn geschaffen.
Noch heute schaut er zu ihr auf,
und freut sich d'ran und nimmt in Kauf,
dass Liebe keine Form hat.
die Frau, die zu ihm aufseh'n kann.
So streifte er von Land zu Land,
doch jede Frau, die er mal fand,
war immer etwas größer.
Er fing schon bald zu zweifeln an,
weil man nicht nur allein sein kann,
da sah er sie dort stehen:
Sie war perfekt, er sah es gleich,
an Schönheit voll, an Klugheit reich,
sie war für ihn geschaffen.
Noch heute schaut er zu ihr auf,
und freut sich d'ran und nimmt in Kauf,
dass Liebe keine Form hat.
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Freitag, 20. Juli 2007
Schall
Der Wind trägt das Klirren durch zahlreiche Nächte,
singt Lieder, berichtet den wenigen Ohren
die wach sind, von Menschen, an die man nie dächte,
vernahm man nicht g'rade das fremdliche Rohren.
Ich blicke vom Schreibtisch und sehe nur Dunkel,
kein Hinweis auf Leben, hier lebe nur ich.
Und doch ist der Schall wie ein stilles Gemunkel
von Menschen, die kurze Präsenz wie ein Stich.
Das Echo der Seelen, der Klang der Getriebe
verraucht nach Momenten voll inniger Frage.
Ich frage ins Ungewiss: Wenn ich nicht bliebe,
wäre auch ich nur ein Schall, ferner Tage?
singt Lieder, berichtet den wenigen Ohren
die wach sind, von Menschen, an die man nie dächte,
vernahm man nicht g'rade das fremdliche Rohren.
Ich blicke vom Schreibtisch und sehe nur Dunkel,
kein Hinweis auf Leben, hier lebe nur ich.
Und doch ist der Schall wie ein stilles Gemunkel
von Menschen, die kurze Präsenz wie ein Stich.
Das Echo der Seelen, der Klang der Getriebe
verraucht nach Momenten voll inniger Frage.
Ich frage ins Ungewiss: Wenn ich nicht bliebe,
wäre auch ich nur ein Schall, ferner Tage?
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Kreuzreim
Donnerstag, 19. Juli 2007
Reime für die Ewigkeit
Schau kurz in ein helles Licht,
senk den Blick und schweige.
Das verschwindet so schnell nicht,
mach die Augen zu – es sticht
noch durch, geht nicht zuneige.
Denk Dir eine Melodie,
sing sie Dir im Stillen.
Und schon meinst Du, dass sie nie
wieder geht, bleibt in Dir wie
ein Freund, auch wider Willen.
Sprich mal zwei, drei Reime laut
sprich sie auch im Zimmer.
Hast Du's oft genug gekaut,
hör mit auf – was Du gebaut
an Sprache bleibt für immer.
senk den Blick und schweige.
Das verschwindet so schnell nicht,
mach die Augen zu – es sticht
noch durch, geht nicht zuneige.
Denk Dir eine Melodie,
sing sie Dir im Stillen.
Und schon meinst Du, dass sie nie
wieder geht, bleibt in Dir wie
ein Freund, auch wider Willen.
Sprich mal zwei, drei Reime laut
sprich sie auch im Zimmer.
Hast Du's oft genug gekaut,
hör mit auf – was Du gebaut
an Sprache bleibt für immer.
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Trochäus
Mittwoch, 18. Juli 2007
Nachttraum
Ein Vorhang aus Samt überfällt meine Sinne
und schwärzer als schwarz und mit Sternen behaucht,
ein schleichendes Knistern – ich halte kurz inne,
bemerke: Ich bin in die Nacht eingetaucht.
Und alles verbindet sich: Tausende Formen
wie choreographisch versammelt im Fluss
und Bilder aus Lichtern, verschwiegene Normen
vereinen sich, edel entbietend den Kuss.
Kein Muss ist dahinter, der Tanz folgt den Schritten,
die Götter der Ewigkeit einst schon so kannten.
Wie zwanglos grazil diese Schönheit inmitten
der Tiefen der Sphären, die „Weltall“ wir nannten.
Und All ist es wirklich, denn alles begegnet
der schwungvoll gebärdenen höheren Kraft.
Und was man nicht sieht, existiert nicht, gesegnet
sei jener, der all diese Welten erschafft.
Gerade verbinden sich neuerdings Strahlen
und malen die denkbar unglaublichsten Dinge,
bestücken Gebilde mit kostbaren Schalen,
da merke ich, wie ich dem Schlafe entringe...
und schwärzer als schwarz und mit Sternen behaucht,
ein schleichendes Knistern – ich halte kurz inne,
bemerke: Ich bin in die Nacht eingetaucht.
Und alles verbindet sich: Tausende Formen
wie choreographisch versammelt im Fluss
und Bilder aus Lichtern, verschwiegene Normen
vereinen sich, edel entbietend den Kuss.
Kein Muss ist dahinter, der Tanz folgt den Schritten,
die Götter der Ewigkeit einst schon so kannten.
Wie zwanglos grazil diese Schönheit inmitten
der Tiefen der Sphären, die „Weltall“ wir nannten.
Und All ist es wirklich, denn alles begegnet
der schwungvoll gebärdenen höheren Kraft.
Und was man nicht sieht, existiert nicht, gesegnet
sei jener, der all diese Welten erschafft.
Gerade verbinden sich neuerdings Strahlen
und malen die denkbar unglaublichsten Dinge,
bestücken Gebilde mit kostbaren Schalen,
da merke ich, wie ich dem Schlafe entringe...
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Kreuzreim
Limerick IX - Flieder
Sie trug dieses Kleid - es war flieder -,
nur war es dem Gärtner zuwider,
d'rum schloss man den Pakt:
Sie machte sich nackt,
jetzt trägt sie das Kleid immer wieder.
nur war es dem Gärtner zuwider,
d'rum schloss man den Pakt:
Sie machte sich nackt,
jetzt trägt sie das Kleid immer wieder.
Dienstag, 17. Juli 2007
Ewige Treue
Wenn Menschen sich die Treue schwören,
ist viel Unglück stets im Spiel.
Erst kann nichts die Liebe stören,
erst gelobt man sich noch viel,
dann verlobt man sich, bekennt,
dass man sich in Ewigkeit
hoch verschuldet, denn man nennt
alles namentlich und weit
und breit sei nirgendwo ein Makel,
Logik, dass dies' brechen muss,
schon das Pergamentgekrakel
scheint Indiz – und dann der Kuss,
dann der Kuss, der stolz besiegelt,
fast, als Schlösse eine Tür,
früher Zunge, heut' geschniegelt,
nur – wo, bitte, ist das für?
ist viel Unglück stets im Spiel.
Erst kann nichts die Liebe stören,
erst gelobt man sich noch viel,
dann verlobt man sich, bekennt,
dass man sich in Ewigkeit
hoch verschuldet, denn man nennt
alles namentlich und weit
und breit sei nirgendwo ein Makel,
Logik, dass dies' brechen muss,
schon das Pergamentgekrakel
scheint Indiz – und dann der Kuss,
dann der Kuss, der stolz besiegelt,
fast, als Schlösse eine Tür,
früher Zunge, heut' geschniegelt,
nur – wo, bitte, ist das für?
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Montag, 16. Juli 2007
Verborgen, verborgen
Lass mich Dir Gedichte schreiben,
dichtend bin ich Dir so nah,
Dich mit Worten einverleiben,
ist, was dichtend mir geschah.
Solchermaßen bei Dir seiend
fühle ich viel mehr von Dir,
dieser Ahnung Wort verleihend,
spür', dank Dir, ich mehr von mir!
Eines Tages wirst Du lesen,
was ich heute für Dich schrieb,
doch bis dahin, schönes Wesen,
weißt Du nicht, dass ich Dich lieb'.
dichtend bin ich Dir so nah,
Dich mit Worten einverleiben,
ist, was dichtend mir geschah.
Solchermaßen bei Dir seiend
fühle ich viel mehr von Dir,
dieser Ahnung Wort verleihend,
spür', dank Dir, ich mehr von mir!
Eines Tages wirst Du lesen,
was ich heute für Dich schrieb,
doch bis dahin, schönes Wesen,
weißt Du nicht, dass ich Dich lieb'.
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Sonntag, 15. Juli 2007
Jugendliebe (Pforte)
Dauernd seh' ich traurig noch die Schatten,
sehe vor mir all das helle Licht,
wie Du allen Glanz, den je wir hatten,
einfach durch dein Lächeln in die Welt
trägst, und voller Schönheit Dein Gesicht,
oh, die Einzigartigkeit gefällt...
Denke ich an diese Silhouette,
bricht mein Herz vor Glück und weinen Augen,
danke, dass Du bei mir warst, ich hätte
keinen der Momente missen wollen,
die nur Deinetwegen etwas taugen,
Deiner Schönheit wegen in mir tollen.
So wertvoll, dass man es sich gerne spart,
sangen welche – und sie hatten recht...
Heute wünscht ich, meine Wesensart
wäre etwas weniger bescheiden,
wäre voller Raffgier, nicht gerecht,
gewesen, wollte ich mich an Dir weiden.
Du wusstest alles vorher, warst schon weise,
während ich, das Kind, dich faszinierte,
ich nur meinerseits den Wert der leise
durch Dein Wesen sanft enthüllten Klasse
nie begriff. Begreifen konnte. Stierte
ich doch dumpf, wofür ich mich heut' hasse.
Entschuldigen sollst Du den Makel nun nicht,
denn dafür, so fürchte ich, ist es zu spät.
Nur wisse, oh bitte, nur wisse, wenn's geht,
wie unendlich wichtig für mich, dies Gedicht!
sehe vor mir all das helle Licht,
wie Du allen Glanz, den je wir hatten,
einfach durch dein Lächeln in die Welt
trägst, und voller Schönheit Dein Gesicht,
oh, die Einzigartigkeit gefällt...
Denke ich an diese Silhouette,
bricht mein Herz vor Glück und weinen Augen,
danke, dass Du bei mir warst, ich hätte
keinen der Momente missen wollen,
die nur Deinetwegen etwas taugen,
Deiner Schönheit wegen in mir tollen.
So wertvoll, dass man es sich gerne spart,
sangen welche – und sie hatten recht...
Heute wünscht ich, meine Wesensart
wäre etwas weniger bescheiden,
wäre voller Raffgier, nicht gerecht,
gewesen, wollte ich mich an Dir weiden.
Du wusstest alles vorher, warst schon weise,
während ich, das Kind, dich faszinierte,
ich nur meinerseits den Wert der leise
durch Dein Wesen sanft enthüllten Klasse
nie begriff. Begreifen konnte. Stierte
ich doch dumpf, wofür ich mich heut' hasse.
Entschuldigen sollst Du den Makel nun nicht,
denn dafür, so fürchte ich, ist es zu spät.
Nur wisse, oh bitte, nur wisse, wenn's geht,
wie unendlich wichtig für mich, dies Gedicht!
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Trochäus
Samstag, 14. Juli 2007
Die schwierige Dreieinigkeit
Leben, Liebe, schließt euch nur zusammen,
streckt mir lüstern eure feuchte Zunge
raus und zwingt mich, beide zu verdammen,
dabei kenne ich euch, seit ich Junge.
Niemals jedoch meinte ich zu wissen,
wie genau ihr wirklich funktioniert.
Bald will ich die weiße Fahne hissen,
da habt ihr mal wieder intrigiert.
Leidig ist das alte Spielchen, lachen
würde ich, nur seid ihr leider mächtig,
denn entscheidet ihr euch, wohl zu wachen
über mein Geschick, wird alles prächtig.
Nur beschließt ihr wieder, mich zu necken,
weil die Langeweile euch gepackt,
wünscht' ich mir, ihr würdet glatt verrecken,
ich, als kalter Held, im fünften Akt!
Doch dann überlege ich vernünftig,
weiß, dass euch die Energie, der Drang
nach Taten, treibt (und wird es auch noch künftig),
und mein Übel wird zu neuem Klang.
Solchermaßen zwischen beiden Fronten
weiß ich manchmal auch nicht, wer ihr seid.
Bin ich ihr? Ihr ich? Und warum konnten
wir nicht einfach friedlich sein, kein Streit?
streckt mir lüstern eure feuchte Zunge
raus und zwingt mich, beide zu verdammen,
dabei kenne ich euch, seit ich Junge.
Niemals jedoch meinte ich zu wissen,
wie genau ihr wirklich funktioniert.
Bald will ich die weiße Fahne hissen,
da habt ihr mal wieder intrigiert.
Leidig ist das alte Spielchen, lachen
würde ich, nur seid ihr leider mächtig,
denn entscheidet ihr euch, wohl zu wachen
über mein Geschick, wird alles prächtig.
Nur beschließt ihr wieder, mich zu necken,
weil die Langeweile euch gepackt,
wünscht' ich mir, ihr würdet glatt verrecken,
ich, als kalter Held, im fünften Akt!
Doch dann überlege ich vernünftig,
weiß, dass euch die Energie, der Drang
nach Taten, treibt (und wird es auch noch künftig),
und mein Übel wird zu neuem Klang.
Solchermaßen zwischen beiden Fronten
weiß ich manchmal auch nicht, wer ihr seid.
Bin ich ihr? Ihr ich? Und warum konnten
wir nicht einfach friedlich sein, kein Streit?
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Freitag, 13. Juli 2007
Der Bewundernde
Derart bewundernd und Worte für findend,
erhellst Du mein Herz, motivierst mich zu mehr,
bewundert zu werden ist nobel, ist schwer;
den Selbstwert erhebend, die Frömmigkeit schwindend.
Und wirkt man nicht letztlich für diesen Effekt,
dass Menschen gestehen, man sei ihnen über?
Die Selbstsicht scheint klarer, doch wird sie stets trüber,
im Lobe sind vielerlei Tücken versteckt.
Denn wenn man sich fragte: Was leistet für sich
der Lobende? Und man bemerkt, er versucht
sich nicht mal an Großem, gefällt sich im Loben,
erkennt man rapide: Was lobest Du mich,
statt selber zu streben, sei selber betucht!
Doch faule Bewunderung ist mir ein Kloben!
erhellst Du mein Herz, motivierst mich zu mehr,
bewundert zu werden ist nobel, ist schwer;
den Selbstwert erhebend, die Frömmigkeit schwindend.
Und wirkt man nicht letztlich für diesen Effekt,
dass Menschen gestehen, man sei ihnen über?
Die Selbstsicht scheint klarer, doch wird sie stets trüber,
im Lobe sind vielerlei Tücken versteckt.
Denn wenn man sich fragte: Was leistet für sich
der Lobende? Und man bemerkt, er versucht
sich nicht mal an Großem, gefällt sich im Loben,
erkennt man rapide: Was lobest Du mich,
statt selber zu streben, sei selber betucht!
Doch faule Bewunderung ist mir ein Kloben!
etikettiert:
Daktylus,
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Donnerstag, 12. Juli 2007
Geschwafel?
Verschwende Deine Zeit mit Plattitüden,
unterhalte Dich noch stundenlang,
folge Deinem primitiven Drang,
niemals durch Gespräche zu ermüden.
Oberflächlichkeiten diskutieren,
oh, „sozial“ bezeichnest Du das noch?
Transformier den Mund zu dem Moloch,
dessen Triebe Dich doch inspirieren.
Dennoch sehe ich Dich glücklich lachen,
frage mich: Wie kann das bitte sein?
Wie kann das Verdammte glücklich machen?
Wenn ich einsam in den Spiegel sehe,
wird mir klar: Ich fluche stets allein,
fluche nur, weil ich alleine stehe...
unterhalte Dich noch stundenlang,
folge Deinem primitiven Drang,
niemals durch Gespräche zu ermüden.
Oberflächlichkeiten diskutieren,
oh, „sozial“ bezeichnest Du das noch?
Transformier den Mund zu dem Moloch,
dessen Triebe Dich doch inspirieren.
Dennoch sehe ich Dich glücklich lachen,
frage mich: Wie kann das bitte sein?
Wie kann das Verdammte glücklich machen?
Wenn ich einsam in den Spiegel sehe,
wird mir klar: Ich fluche stets allein,
fluche nur, weil ich alleine stehe...
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Sonette,
Trochäus
Mittwoch, 11. Juli 2007
Leuchtturm
Heftig prallen Wellen drall und knallen
zischend zwischen Steine, deren Krallen
schon seit Jahren stolz im Stein verweilen,
während raue Kräfte sie ereilen.
Wie die Wasser ihre Kräfte ballen,
voll Gewalt erst steigen, sich dann fallen
lassen, und polieren Fels und keilen
sich mit dem Gestein in tausend Zeilen.
Etwas weiter oben wacht das Runde,
lange Zeiten schon im treuen Bunde
mit der Insel, fast zu eins verflossen,
während Wind und Wetter sie begossen.
Jahr und Tag nun geht die weise Kunde
raus an jeden Seemann, dessen Stunde
voller Sturm und Regen wüst beschlossen,
dank des Turmes Licht denn noch genossen.
Drehend blickt das Auge voller Wissen
durch den Regen, durch den Nebel, missen
wird man ihn nie müssen, er ist immer,
Ewigkeit umrankt des Leuchtturms Zimmer.
Unersetzlich, das Signal beflissen,
welches oft genug den Tod gebissen,
sein Gewissen reinigte und schlimmer:
Treues Licht in dunkler Nacht Gewimmer.
zischend zwischen Steine, deren Krallen
schon seit Jahren stolz im Stein verweilen,
während raue Kräfte sie ereilen.
Wie die Wasser ihre Kräfte ballen,
voll Gewalt erst steigen, sich dann fallen
lassen, und polieren Fels und keilen
sich mit dem Gestein in tausend Zeilen.
Etwas weiter oben wacht das Runde,
lange Zeiten schon im treuen Bunde
mit der Insel, fast zu eins verflossen,
während Wind und Wetter sie begossen.
Jahr und Tag nun geht die weise Kunde
raus an jeden Seemann, dessen Stunde
voller Sturm und Regen wüst beschlossen,
dank des Turmes Licht denn noch genossen.
Drehend blickt das Auge voller Wissen
durch den Regen, durch den Nebel, missen
wird man ihn nie müssen, er ist immer,
Ewigkeit umrankt des Leuchtturms Zimmer.
Unersetzlich, das Signal beflissen,
welches oft genug den Tod gebissen,
sein Gewissen reinigte und schlimmer:
Treues Licht in dunkler Nacht Gewimmer.
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Trochäus
Dienstag, 10. Juli 2007
Sie werden zu viel
Taumelnd verliere ich jeglichen Halt,
sehe mich fallen, doch kann nicht agieren,
Gelähmter im Stürzen, der Sturz als Verlieren,
ich strebte nach Wärme, mein Zeugnis ist kalt.
Lachend erbreche ich jegliches Wissen,
und jegliche Weisheit verwerfe ich stolz.
Und dann wieder schreie ich, beiße in Holz,
zerberst' in Verzweiflung, so peinvoll zerrissen.
Dann scheint mir das Atmen ein nutzloses Zwingen,
das Leben als Stimmen, die Requiem singen,
ich rolle, verstecke mich, einsam, allein.
Oh, labend des grausamen Fühlens ergeben,
Gefühle als Todfeind, die Taubheit erstreben,
nein – das ist kein Leben, es wird nie eins sein.
sehe mich fallen, doch kann nicht agieren,
Gelähmter im Stürzen, der Sturz als Verlieren,
ich strebte nach Wärme, mein Zeugnis ist kalt.
Lachend erbreche ich jegliches Wissen,
und jegliche Weisheit verwerfe ich stolz.
Und dann wieder schreie ich, beiße in Holz,
zerberst' in Verzweiflung, so peinvoll zerrissen.
Dann scheint mir das Atmen ein nutzloses Zwingen,
das Leben als Stimmen, die Requiem singen,
ich rolle, verstecke mich, einsam, allein.
Oh, labend des grausamen Fühlens ergeben,
Gefühle als Todfeind, die Taubheit erstreben,
nein – das ist kein Leben, es wird nie eins sein.
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Sonette
Montag, 9. Juli 2007
Ritzen
Ein wenig an der Klinge noch zu streichen,
wie die Luft die Haut ganz außen schneidet.
Kurz vor tiefstem Rot wird wohl erbleichen,
was so stolz und tapfer still erleidet.
Bald verkleidet sich in grellster Farbe,
was das Grau des Alltags längst schon leid.
Und zurück bleibt höchstens eine Narbe,
und Erinnerungen schönstes Kleid.
Schließlich sticht bewusstseinsnahe Pein
unerwartet heftig in die Sinne,
unerwartet heftig soll sie sein,
hält den Status allen Lebens inne.
Das makab're Ritual enthülle,
was man für ein Nehmen und ein Geben
halten mag, doch all die ganze Fülle
ist nur ihm – doch eigentlich kein Leben.
wie die Luft die Haut ganz außen schneidet.
Kurz vor tiefstem Rot wird wohl erbleichen,
was so stolz und tapfer still erleidet.
Bald verkleidet sich in grellster Farbe,
was das Grau des Alltags längst schon leid.
Und zurück bleibt höchstens eine Narbe,
und Erinnerungen schönstes Kleid.
Schließlich sticht bewusstseinsnahe Pein
unerwartet heftig in die Sinne,
unerwartet heftig soll sie sein,
hält den Status allen Lebens inne.
Das makab're Ritual enthülle,
was man für ein Nehmen und ein Geben
halten mag, doch all die ganze Fülle
ist nur ihm – doch eigentlich kein Leben.
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Trochäus
Sonntag, 8. Juli 2007
Zuhause
Es gibt so Tage, da vermiss' ich Dich
zu finden ist schon manchmal ziemlich schwer.
Und ich frage, schließlich, öfter mich
zu lieben – strengt das wirklich an? So sehr?
Es scheint, als schliefst Du manchmal einfach ein
Grund ist dabei nicht für mich zu sehen.
Ich wecke Dich, so sanft ich kann, dann auf
mich kannst Du vertrauen, mit mir gehen!
Und brauchst Du mich, dann komm' ich schnellstens hin
und wieder aber braucht man eine Pause.
Dann fragst Du mich, ob ich auch glücklich bin
ich glücklich? Nun – bei Dir bin ich zuhause!
zu finden ist schon manchmal ziemlich schwer.
Und ich frage, schließlich, öfter mich
zu lieben – strengt das wirklich an? So sehr?
Es scheint, als schliefst Du manchmal einfach ein
Grund ist dabei nicht für mich zu sehen.
Ich wecke Dich, so sanft ich kann, dann auf
mich kannst Du vertrauen, mit mir gehen!
Und brauchst Du mich, dann komm' ich schnellstens hin
und wieder aber braucht man eine Pause.
Dann fragst Du mich, ob ich auch glücklich bin
ich glücklich? Nun – bei Dir bin ich zuhause!
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Kreuzreim
Samstag, 7. Juli 2007
Zuneigung im Spiegel der Sprache
Es ist schon faszinierend, wie Gedanken,
die alle nur um eines kreisen können,
beim Kreisen um das Eine letztlich wanken,
und mir beim Kreisen keine Ruhe gönnen.
Und halt ich es für albern, seh' ich gleich:
So albern ich es finde, es beschäftigt
mein Wesen, macht mich arm und macht mich reich
und bin durch diesen Wechsel nur bekräftigt.
Ich fühle mich, als wär' es mir verboten,
zu allem, was mich rührt, ein Wort zu sagen.
Doch ist es zwar erlaubt, jedoch beim Loten
der Wörter lach' ich über mein Betragen.
Ich habe wohl inzwischen eins verstanden:
So eloquent ich bin, so reich mein Schatz
an Wörtern, hier muss auch mein Wortschatz stranden:
Für Zuneigung fehlt Sprache schlicht der Platz.
die alle nur um eines kreisen können,
beim Kreisen um das Eine letztlich wanken,
und mir beim Kreisen keine Ruhe gönnen.
Und halt ich es für albern, seh' ich gleich:
So albern ich es finde, es beschäftigt
mein Wesen, macht mich arm und macht mich reich
und bin durch diesen Wechsel nur bekräftigt.
Ich fühle mich, als wär' es mir verboten,
zu allem, was mich rührt, ein Wort zu sagen.
Doch ist es zwar erlaubt, jedoch beim Loten
der Wörter lach' ich über mein Betragen.
Ich habe wohl inzwischen eins verstanden:
So eloquent ich bin, so reich mein Schatz
an Wörtern, hier muss auch mein Wortschatz stranden:
Für Zuneigung fehlt Sprache schlicht der Platz.
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Kreuzreim
Freitag, 6. Juli 2007
Liebeslast
Und es scheint, als würden alle Lüfte Schweigen,
nicht ein Staubkorn, dass noch Klang erregt,
diese Welt steht still für mich, sie wird mein Eigen,
weil sich nur mein Auge noch bewegt.
Tausend Vögel schweben ohne Flügelschläge,
tausend Halme Gras, die ohne Wind
sich neigen, nichts ist mehr dynamisch, nichts ist träge,
einzig meine Blicke sind geschwind.
Wie ein stilles Leben auf der rauen Leinwand,
dessen Licht der Künstler fein geschönt,
dass subtil Kontrast und Kraft sich einfand,
wird durch diese Welt mein Seh'n verwöhnt.
Wenn ich sie allein vor'm geistig Auge sehe,
ist es wie im Film, ist wie im Bild:
Dort ist sie. Sonst nichts. Und ich, betrachtend, stehe
selbst nicht im erfundenen Gefild'
meines Geistes, sie allein vereint die Welt
welche durch Erinnerung und Denken
ich mir schaffe, ihretwegen, mir gefällt
es nur zu gut, mir diesen Traum zu schenken.
Und bin ich einmal töricht, greife ich mit Händen,
deren Grobheit hässlich im Kontrast,
weiß ich gleich: Ich lasse es dabei bewenden,
nur passiv verehren, Liebeslast.
nicht ein Staubkorn, dass noch Klang erregt,
diese Welt steht still für mich, sie wird mein Eigen,
weil sich nur mein Auge noch bewegt.
Tausend Vögel schweben ohne Flügelschläge,
tausend Halme Gras, die ohne Wind
sich neigen, nichts ist mehr dynamisch, nichts ist träge,
einzig meine Blicke sind geschwind.
Wie ein stilles Leben auf der rauen Leinwand,
dessen Licht der Künstler fein geschönt,
dass subtil Kontrast und Kraft sich einfand,
wird durch diese Welt mein Seh'n verwöhnt.
Wenn ich sie allein vor'm geistig Auge sehe,
ist es wie im Film, ist wie im Bild:
Dort ist sie. Sonst nichts. Und ich, betrachtend, stehe
selbst nicht im erfundenen Gefild'
meines Geistes, sie allein vereint die Welt
welche durch Erinnerung und Denken
ich mir schaffe, ihretwegen, mir gefällt
es nur zu gut, mir diesen Traum zu schenken.
Und bin ich einmal töricht, greife ich mit Händen,
deren Grobheit hässlich im Kontrast,
weiß ich gleich: Ich lasse es dabei bewenden,
nur passiv verehren, Liebeslast.
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Trochäus
Donnerstag, 5. Juli 2007
Imperium
Glas erstreckt in seiner vollen Gänze
sich an Balken, eisern und solid,
dass dem Auge dies Gebäude glänze,
wenn es voller Ehrfurcht um sich sieht.
Tore dieser Schönheit, sanftes Schwingen,
edel gleiten Pforten, deren Größe
unnütz, auseinander, und sie singen,
bringen Gold, geh'n leer und füllen Schöße.
Darbt die Pracht im Inneren an Seele,
umso größer nur der Überfluss,
den man durch die Schönheit nie verhehle,
nie erklärt man seinen Überdruss.
Darum wundern Menschen, wenn ich lache,
sich und fragen mich nach meiner Not.
Und ich sag: "Die Not an dieser Sache
ist nicht meine – dieser Klotz ist tot!"
sich an Balken, eisern und solid,
dass dem Auge dies Gebäude glänze,
wenn es voller Ehrfurcht um sich sieht.
Tore dieser Schönheit, sanftes Schwingen,
edel gleiten Pforten, deren Größe
unnütz, auseinander, und sie singen,
bringen Gold, geh'n leer und füllen Schöße.
Darbt die Pracht im Inneren an Seele,
umso größer nur der Überfluss,
den man durch die Schönheit nie verhehle,
nie erklärt man seinen Überdruss.
Darum wundern Menschen, wenn ich lache,
sich und fragen mich nach meiner Not.
Und ich sag: "Die Not an dieser Sache
ist nicht meine – dieser Klotz ist tot!"
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Trochäus
Mittwoch, 4. Juli 2007
Körpersinne
Sanft erforschen kleine Zärtlichkeiten
jede Prägung, jedes Element,
alles Große, alle Kleinigkeiten,
die ein Wesen fühlend einem nennt.
Fast als trügen sie die größte Sorge
manövrieren Fingerspitzen fort,
hoffend, dass die Haut solch Wärme borge,
welche mehr besagt denn jedes Wort.
Kommunikation im ewig Kleinen,
wie subtil nur kann Gespür denn sein?
Stimmungen, als würden Sonnen weinen,
sie vereinen, laden spürend ein.
Jeder winzige Impuls entfachend
Feuerwerke innerer Substanz,
und ein Sinn, der vorsichtig, doch lachend
sich bedient des tiefgründigen Tanz.
Jede Regung wird erneut empfunden,
als empfände man ein erstes Mal,
jeder Klang ist noch nicht überwunden,
wenn der neue wallt im Reigental.
Solchermaßen explodierend tastend
geht das Schauspiel fast unendlich fort,
keine Zeit, die mahnend oder hastend
dieses Sein so sterblich macht, kein Wort.
jede Prägung, jedes Element,
alles Große, alle Kleinigkeiten,
die ein Wesen fühlend einem nennt.
Fast als trügen sie die größte Sorge
manövrieren Fingerspitzen fort,
hoffend, dass die Haut solch Wärme borge,
welche mehr besagt denn jedes Wort.
Kommunikation im ewig Kleinen,
wie subtil nur kann Gespür denn sein?
Stimmungen, als würden Sonnen weinen,
sie vereinen, laden spürend ein.
Jeder winzige Impuls entfachend
Feuerwerke innerer Substanz,
und ein Sinn, der vorsichtig, doch lachend
sich bedient des tiefgründigen Tanz.
Jede Regung wird erneut empfunden,
als empfände man ein erstes Mal,
jeder Klang ist noch nicht überwunden,
wenn der neue wallt im Reigental.
Solchermaßen explodierend tastend
geht das Schauspiel fast unendlich fort,
keine Zeit, die mahnend oder hastend
dieses Sein so sterblich macht, kein Wort.
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Trochäus
Dienstag, 3. Juli 2007
Intolerable Toleranz
Verweigert eure ewig schmalen Kanten,
seid nicht tolerant, nein: Schwingt das Schwert,
denn alles, was nur halbwegs lange währt,
entbehrt den Sinnen, die mich übermannten.
Gerade, als ich dachte, dass mein Wert
den Durchschnitt bald erreicht, bald übersteigt,
da hat das Schicksal unsubtil gezeigt,
wie schnell das Unglück umschlägt und sich kehrt.
Darum, Menschen, wartet nicht erst lang,
zeigt nicht euren Teil der wahren Güte,
singt nicht der „Gerechten“ Hochgesang!
Darum, um euch selber willen, sagt
jede Phrase, sei sie auch verfrühte,
wenn es denn der Stärke nur behagt!
seid nicht tolerant, nein: Schwingt das Schwert,
denn alles, was nur halbwegs lange währt,
entbehrt den Sinnen, die mich übermannten.
Gerade, als ich dachte, dass mein Wert
den Durchschnitt bald erreicht, bald übersteigt,
da hat das Schicksal unsubtil gezeigt,
wie schnell das Unglück umschlägt und sich kehrt.
Darum, Menschen, wartet nicht erst lang,
zeigt nicht euren Teil der wahren Güte,
singt nicht der „Gerechten“ Hochgesang!
Darum, um euch selber willen, sagt
jede Phrase, sei sie auch verfrühte,
wenn es denn der Stärke nur behagt!
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Montag, 2. Juli 2007
Inadäquat-nonverbale Indifferenz bei der Antwort
Danke auch für das beredte Schweigen,
nein, im Ernst: Wer braucht schon Reaktionen
auf Fragen, die nicht g'rade dazu neigen,
Gefragte vor der Antwort zu verschonen.
Allerdings frag' ich euch hiermit alle:
Welchen Sinn hat bitte noch das Fragen,
wenn man nicht im ordentlichen Falle
zu rechnen mit der Antwort sich darf wagen?
Da ihr allerdings zu schwer euch tut,
ganz generell für Klarheit mal zu sorgen,
werde ich aus Vorsicht nicht den Mut
zur Antwort darf erwarten noch vor morgen.
Daher, Freunde, haltet lieber gleich
den Rand und müht euch nicht mit dummer Mühe
und an blöden Witzen endlos reich
einer falschen Antwort dieser Frühe.
Dann, wenn ihr euch nichts zu sagen traut,
dann seid doch bitte wenigstens loyal
und sagt mir „nein“, was mich doch schon erbaut,
weil Klarheit herrscht – der Rest ist mir egal!
nein, im Ernst: Wer braucht schon Reaktionen
auf Fragen, die nicht g'rade dazu neigen,
Gefragte vor der Antwort zu verschonen.
Allerdings frag' ich euch hiermit alle:
Welchen Sinn hat bitte noch das Fragen,
wenn man nicht im ordentlichen Falle
zu rechnen mit der Antwort sich darf wagen?
Da ihr allerdings zu schwer euch tut,
ganz generell für Klarheit mal zu sorgen,
werde ich aus Vorsicht nicht den Mut
zur Antwort darf erwarten noch vor morgen.
Daher, Freunde, haltet lieber gleich
den Rand und müht euch nicht mit dummer Mühe
und an blöden Witzen endlos reich
einer falschen Antwort dieser Frühe.
Dann, wenn ihr euch nichts zu sagen traut,
dann seid doch bitte wenigstens loyal
und sagt mir „nein“, was mich doch schon erbaut,
weil Klarheit herrscht – der Rest ist mir egal!
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Sonntag, 1. Juli 2007
Unter den Blinden ist...
Es beginnt zu regnen, alle flüchten unter
irgendeinen Unterstand, der in der Nähe
stand, und hoffen wie der Hund, wie jede Krähe,
auf das Ende. Doch der Regen klopft recht munter
auf die Dächer, die, gebietend Zuflucht, Schutz
verheißen. Gleißend reißen Blitze grelle Schlitze
in den Himmel und aus Angst versucht man Witze;
diese als Versteck vor Furcht, das Dach vor Schmutz.
Und konzentriert und komprimiert erwartet jeder
nur den Frieden, den die Sonne uns beschied,
damals war's gepfiffen, jetzo summt man's Lied.
Und gar nichts hilft: Kein Pelz, kein Nylon, auch kein Leder.
Und jede Brise, nur ein wenig Regen bringend
in die Richtung derer, die sich unterstellten,
unterstellt subtil denen, die gesellten,
wie fragil die Laune, die sie vorhin, singend
hatten, ist, und wie zerbrechlich jedes Glück,
wie ein jeder Mensch nicht unabhängig, frei
sich macht, indem er, kommt ein wenig Nass vorbei,
schon schreit – sich selbst begrenzt, sich Grenzen setzt ein Stück
irgendeinen Unterstand, der in der Nähe
stand, und hoffen wie der Hund, wie jede Krähe,
auf das Ende. Doch der Regen klopft recht munter
auf die Dächer, die, gebietend Zuflucht, Schutz
verheißen. Gleißend reißen Blitze grelle Schlitze
in den Himmel und aus Angst versucht man Witze;
diese als Versteck vor Furcht, das Dach vor Schmutz.
Und konzentriert und komprimiert erwartet jeder
nur den Frieden, den die Sonne uns beschied,
damals war's gepfiffen, jetzo summt man's Lied.
Und gar nichts hilft: Kein Pelz, kein Nylon, auch kein Leder.
Und jede Brise, nur ein wenig Regen bringend
in die Richtung derer, die sich unterstellten,
unterstellt subtil denen, die gesellten,
wie fragil die Laune, die sie vorhin, singend
hatten, ist, und wie zerbrechlich jedes Glück,
wie ein jeder Mensch nicht unabhängig, frei
sich macht, indem er, kommt ein wenig Nass vorbei,
schon schreit – sich selbst begrenzt, sich Grenzen setzt ein Stück
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Umarmender Reim
Samstag, 30. Juni 2007
Generischer Maskulinum
Liebe Lehrerinnen, liebe Lehrer,
haben sie die Schülerinnen und
die Schüler schon gewarnt, dass jeder Hund
und jede Hündin, wenn man füttert, schwerer
werden kann, weil jedes bisschen Fressen,
wie auch jede Fressin Kalorien
sowie Kalorieinnen beziehen,
und die Tiere gerne davon essen,
wie die Tierinnen natürlich auch,
die den Männchen und den Männcheninnen
wahrlich ähnlich sind, sie sinnen
wohl danach, zu sein nach gleichem Brauch?
Daher sage ich, die Direktorin,
der Direktor gleichsam noch dazu:
Lassen Sie die Wesinnen in Ruh',
diese Wesen machen kaum noch Sinn.
haben sie die Schülerinnen und
die Schüler schon gewarnt, dass jeder Hund
und jede Hündin, wenn man füttert, schwerer
werden kann, weil jedes bisschen Fressen,
wie auch jede Fressin Kalorien
sowie Kalorieinnen beziehen,
und die Tiere gerne davon essen,
wie die Tierinnen natürlich auch,
die den Männchen und den Männcheninnen
wahrlich ähnlich sind, sie sinnen
wohl danach, zu sein nach gleichem Brauch?
Daher sage ich, die Direktorin,
der Direktor gleichsam noch dazu:
Lassen Sie die Wesinnen in Ruh',
diese Wesen machen kaum noch Sinn.
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Umarmender Reim
Freitag, 29. Juni 2007
Arbeiter
Freunde, lasst die Gelder fließen!
Heute wird gefeiert und
alles wollen wir begießen,
edler Wein füllt uns'ren Schlund,
urgesund und kräftig fühlen
wir uns heut' am Ehrentag,
da wir nun im Munde spülen,
was man sonst verehren mag.
Ach, wie haben wir geschuftet,
ach, was war das Leben schwer!
Doch wenn heut' das Glase duftet,
fühl'n wir keine Schwere mehr!
Der Triumph der langen Stunden
offenbart den schönsten Lohn,
der uns müßigt, zu bekunden,
dass die Stunden uns nun Hohn!
Jedoch morgen, wenn wir wachen,
dann beginnt die neue Qual,
wieder Stunden, bis wir lachen,
doch wir haben keine Wahl...
Heute wird gefeiert und
alles wollen wir begießen,
edler Wein füllt uns'ren Schlund,
urgesund und kräftig fühlen
wir uns heut' am Ehrentag,
da wir nun im Munde spülen,
was man sonst verehren mag.
Ach, wie haben wir geschuftet,
ach, was war das Leben schwer!
Doch wenn heut' das Glase duftet,
fühl'n wir keine Schwere mehr!
Der Triumph der langen Stunden
offenbart den schönsten Lohn,
der uns müßigt, zu bekunden,
dass die Stunden uns nun Hohn!
Jedoch morgen, wenn wir wachen,
dann beginnt die neue Qual,
wieder Stunden, bis wir lachen,
doch wir haben keine Wahl...
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Kreuzreim,
Trochäus
Limerick VIII - Schneewittchen
Es biss einst das junge Schneewittchen
recht herzhaft in ein schönes Schnittchen.
Doch nach einem Bissen
hat sie's weggeschmissen,
da nannte das Brot sie ein Flittchen.
recht herzhaft in ein schönes Schnittchen.
Doch nach einem Bissen
hat sie's weggeschmissen,
da nannte das Brot sie ein Flittchen.
Donnerstag, 28. Juni 2007
Gebildete Gefühle
Alles scheint mir heute obsolet,
keine eurer Regeln ist valide,
wenn man Bagatellen dann versteht,
werden sie zu einer Farce rapide.
Wie frigide kann ein Geist nur sein?
Und welch labile Kontinuität
veranlasst diesen stolz agiern'den Schein,
zu einer Liaison, die Kummer säht?
Darum isoliere ich Malheur,
kontrahiere opportun Kalkül,
Glück als Antonym, wenn ich Dich hör',
weil im Nukleus konträr ich fühl'.
keine eurer Regeln ist valide,
wenn man Bagatellen dann versteht,
werden sie zu einer Farce rapide.
Wie frigide kann ein Geist nur sein?
Und welch labile Kontinuität
veranlasst diesen stolz agiern'den Schein,
zu einer Liaison, die Kummer säht?
Darum isoliere ich Malheur,
kontrahiere opportun Kalkül,
Glück als Antonym, wenn ich Dich hör',
weil im Nukleus konträr ich fühl'.
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Kreuzreim
Mittwoch, 27. Juni 2007
Drogen
Alle Rezeptoren tanzen Tänze,
alle Pracht entblößt sich dort im Blut.
Und in seiner wunderbaren Gänze
tut die Kraft der Wirkung wirklich gut.
Tausend Schmetterlinge schönster Farben
spielen Ringelreihen froh im Kreis,
geben sich ein Stelldichein und darben
muss hier niemand, welch perfekter Preis!
Doch wenn erste Schleier blassen Graus
über diese Szenerie sich legen,
ist die Ahnung einer Kehrt hinaus.
Elend, bis das nächste Mal begonnen,
das macht diese Drogen so verwegen:
Niemals hat man wirklich was gewonnen.
alle Pracht entblößt sich dort im Blut.
Und in seiner wunderbaren Gänze
tut die Kraft der Wirkung wirklich gut.
Tausend Schmetterlinge schönster Farben
spielen Ringelreihen froh im Kreis,
geben sich ein Stelldichein und darben
muss hier niemand, welch perfekter Preis!
Doch wenn erste Schleier blassen Graus
über diese Szenerie sich legen,
ist die Ahnung einer Kehrt hinaus.
Elend, bis das nächste Mal begonnen,
das macht diese Drogen so verwegen:
Niemals hat man wirklich was gewonnen.
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Trochäus
Dienstag, 26. Juni 2007
Wollen wir nochmal...?
Ein Abend, den man so zu zweit genoss,
Wein und Brot und Film und noch mehr Wein,
dabei nicht besinnungslos – oh nein!
...zumindest nicht durch das Getränk, das floss.
Doch, wenn man reflektiert und ehrlich ist,
war viel Besinnung wahrlich nicht mehr da.
Umso mehr, da sinnlich viel geschah,
solcher Art, was niemand je vergisst.
Da schmiegten in des müden Lichtes Wärme
heiße Körperglieder sich entgegen,
zelebrierten Tänze, die verwegen,
die verboten schienen, tausend Schwärme
aller denkbar unerlaubten Träume
schwirrten, während man einander nahm
und völlig nahm, ohn' Rücksicht, ohne Grahm,
in die durch bloßen Sex erfüllten Räume.
Alle Welt hört auf zu existieren,
alles wird entladen durch den wilden
ungehemmten Beischlaf in Gefilden,
Lust und Fleisch und Wollen sie verzieren.
Schließlich bleibt ein Rest der freien Stunde,
und ein Rest Erotik, man ist nackt,
auch nach dem Erguss, der einem Pakt
der Willigen entspricht, geheime Kunde.
Nur erklärt sich eines wahrlich schwer:
Warum, wenn intimer man nicht werden
kann, warum dann ewig die Beschwerden,
wenn man meint, man wolle es doch sehr
und nur zu gerne nochmal wiederholen?
Warum es nicht einfach wieder machen,
wieder ineinander gleiten, Sachen,
die verboten, und Symbolen
fröhnen, die man nur beim Sex erkennt?
Warum dann nicht wieder alles geben,
sich in purer Lust nochmals entleben,
wenn man, was gescheh'n, sein Eigen nennt?
Wein und Brot und Film und noch mehr Wein,
dabei nicht besinnungslos – oh nein!
...zumindest nicht durch das Getränk, das floss.
Doch, wenn man reflektiert und ehrlich ist,
war viel Besinnung wahrlich nicht mehr da.
Umso mehr, da sinnlich viel geschah,
solcher Art, was niemand je vergisst.
Da schmiegten in des müden Lichtes Wärme
heiße Körperglieder sich entgegen,
zelebrierten Tänze, die verwegen,
die verboten schienen, tausend Schwärme
aller denkbar unerlaubten Träume
schwirrten, während man einander nahm
und völlig nahm, ohn' Rücksicht, ohne Grahm,
in die durch bloßen Sex erfüllten Räume.
Alle Welt hört auf zu existieren,
alles wird entladen durch den wilden
ungehemmten Beischlaf in Gefilden,
Lust und Fleisch und Wollen sie verzieren.
Schließlich bleibt ein Rest der freien Stunde,
und ein Rest Erotik, man ist nackt,
auch nach dem Erguss, der einem Pakt
der Willigen entspricht, geheime Kunde.
Nur erklärt sich eines wahrlich schwer:
Warum, wenn intimer man nicht werden
kann, warum dann ewig die Beschwerden,
wenn man meint, man wolle es doch sehr
und nur zu gerne nochmal wiederholen?
Warum es nicht einfach wieder machen,
wieder ineinander gleiten, Sachen,
die verboten, und Symbolen
fröhnen, die man nur beim Sex erkennt?
Warum dann nicht wieder alles geben,
sich in purer Lust nochmals entleben,
wenn man, was gescheh'n, sein Eigen nennt?
etikettiert:
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Umarmender Reim
Montag, 25. Juni 2007
Ehrlich lachen (Humor)
Und ist es alles Leid und dumpfe Pein,
was Dein Gemüt empfindet, wenn es lacht,
dann lass das dumme Lachen doch mal sein,
Du glaubst doch nicht, dass uns das etwas macht!?
Im Gegenteil: Dann sei doch mannsgenug
und steh zu Deinem Kontra, Deinem Nein!
Versteh doch: Besser üb' nicht den Betrug
am eign'nen Wesen, besser sei uns klein
für den Moment als ewig ohne Größe
in Deinen Augen, weil Du Dich versteckst!
Dann besser gib vor Freunden Dir die Blöße,
als dass Du Dir Dein Spiegelbild verdeckst!
was Dein Gemüt empfindet, wenn es lacht,
dann lass das dumme Lachen doch mal sein,
Du glaubst doch nicht, dass uns das etwas macht!?
Im Gegenteil: Dann sei doch mannsgenug
und steh zu Deinem Kontra, Deinem Nein!
Versteh doch: Besser üb' nicht den Betrug
am eign'nen Wesen, besser sei uns klein
für den Moment als ewig ohne Größe
in Deinen Augen, weil Du Dich versteckst!
Dann besser gib vor Freunden Dir die Blöße,
als dass Du Dir Dein Spiegelbild verdeckst!
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Jambus,
Kreuzreim
Sonntag, 24. Juni 2007
Erziehung
Aus Liebe gewaltsam, welch grausamer Krieg,
so liebend enthaltsam, welch trauriger Sieg.
Mit Worten wie Peitschen, Belohnungen fast
wie Zuckerbrot, welch seiden Bett dort im Knast.
Erschaffen wir Normen, erschaffen wir Werte
und alles, was währte, ist gut und Gelehrte
vermitteln die Lehren, die's Leben beschweren,
um gleichsam zu lernen, wie wichtig sie wären.
Gebären wir Ordnung, verwehren wir Trauer,
entgegen der Schwere der menschlichen Mauer
belauern die Geister der Freude den Wall,
wie Bauern im Schach: Kurze Freude, dann Fall.
Und während Dämonen der höheren Weise
die Unschuld beflecken, erst heimlich und leise,
wird Greise manch' Kind und man pflegt ihm zu sagen:
„Dies Laster, mein Junge, musst selber Du tragen!“
so liebend enthaltsam, welch trauriger Sieg.
Mit Worten wie Peitschen, Belohnungen fast
wie Zuckerbrot, welch seiden Bett dort im Knast.
Erschaffen wir Normen, erschaffen wir Werte
und alles, was währte, ist gut und Gelehrte
vermitteln die Lehren, die's Leben beschweren,
um gleichsam zu lernen, wie wichtig sie wären.
Gebären wir Ordnung, verwehren wir Trauer,
entgegen der Schwere der menschlichen Mauer
belauern die Geister der Freude den Wall,
wie Bauern im Schach: Kurze Freude, dann Fall.
Und während Dämonen der höheren Weise
die Unschuld beflecken, erst heimlich und leise,
wird Greise manch' Kind und man pflegt ihm zu sagen:
„Dies Laster, mein Junge, musst selber Du tragen!“
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