Blind vertrau' ich jenem edlen Geist,
der mir Zeilen voller Wonne reicht,
deren Abbild aller Wahrheit gleicht,
meine Wahrheit, die mich schreiben heißt.
Still summieren Staben meines Buches
die Geschichte meiner Sinnessphäre,
die unendlich ärmer schließlich wäre,
gäb' es nicht Gedichte ihres Fluches,
ihres Segens, ihres Reichtums schlicht.
Eingeflüstert werden schönste Bilder,
feinste Wörter, härter mal, mal milder,
wortneuschöpfend scheue ich mich nicht,
alles, was empfunden, zu verdichten,
hoffend, dass es dicht und edel werde,
umso edler Lob, umso Beschwerde,
schließlich eifert nur, die Welt zu richten,
wer ihr Diener Zeit des Lebens ist,
Opfer bringt, ihr Kernstück zu entlarven,
mal mit Trommeln, mal mit Geigen, Harfen,
mal als Misanthrop, als Humanist,
mal als dies, als das, als allerlei,
Vielfalt erst bedingt die beiden Sachen:
Erstens, dichtend alles bildlich machen,
zweitens leben – voller Glück und frei.
Samstag, 28. April 2007
Freitag, 27. April 2007
Ewiger Lebensmonolog (Einzelkind)
Alle Wörter fließen stolz aus Dir
und scheinen nur dazu bestimmt zu sein,
in Deine Ohren eben wieder rein-
zukommen. Wozu sitze ich noch hier?
Du vollendest stilvoll schöne Sätze
und beschreibst, was Du doch eh schon weißt,
wozu Du sie mich also hören heißt,
wird mir nicht ganz klar, jedoch ich schätze:
Dein Problem und Dein Konflikt sind nicht
der Inhalt Deiner Sätze, die gemeinsam
wir entlarven könnten, gleich einem Gesicht,
des' Maske abgenommen ward' und sagt.
In Wahrheit fühlst Du Dich so ewig einsam,
dass stets nach Spiegeln jeder Trieb Dich fragt.
und scheinen nur dazu bestimmt zu sein,
in Deine Ohren eben wieder rein-
zukommen. Wozu sitze ich noch hier?
Du vollendest stilvoll schöne Sätze
und beschreibst, was Du doch eh schon weißt,
wozu Du sie mich also hören heißt,
wird mir nicht ganz klar, jedoch ich schätze:
Dein Problem und Dein Konflikt sind nicht
der Inhalt Deiner Sätze, die gemeinsam
wir entlarven könnten, gleich einem Gesicht,
des' Maske abgenommen ward' und sagt.
In Wahrheit fühlst Du Dich so ewig einsam,
dass stets nach Spiegeln jeder Trieb Dich fragt.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Sonette,
Trochäus,
Umarmender Reim
Donnerstag, 26. April 2007
Die Schönheit der Chance
In Ferne liegend wirkt sie unverbraucht,
ein starker Sog zieht meinen Sinn heran,
die Möglichkeit ist, was in Träumen taucht,
viel schöner wird es, weil man's haben kann.
Verlockend die Entbehrung, es zu kriegen
und zuckersüß ist der Optionen Duft,
sie scheint zu schweben, ich mit ihr zu fliegen
und unser Atem wird zu uns'rer Luft.
Nur: Könnt' ich sie nicht haben, frag ich, wie
empfände ich sie wohl, wie sah ich sie?
Ist Interesse ihrerseits denn nie
auch Grund für meine rege Phantasie?
Den Dingen liegen Möglichkeiten inne
und diese machen sie erst attraktiv.
In diesem etwas rationalen Sinne,
fürcht' ich, läuft im Herzen oft was schief.
ein starker Sog zieht meinen Sinn heran,
die Möglichkeit ist, was in Träumen taucht,
viel schöner wird es, weil man's haben kann.
Verlockend die Entbehrung, es zu kriegen
und zuckersüß ist der Optionen Duft,
sie scheint zu schweben, ich mit ihr zu fliegen
und unser Atem wird zu uns'rer Luft.
Nur: Könnt' ich sie nicht haben, frag ich, wie
empfände ich sie wohl, wie sah ich sie?
Ist Interesse ihrerseits denn nie
auch Grund für meine rege Phantasie?
Den Dingen liegen Möglichkeiten inne
und diese machen sie erst attraktiv.
In diesem etwas rationalen Sinne,
fürcht' ich, läuft im Herzen oft was schief.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Jambus
Mittwoch, 25. April 2007
Der Maulwurf
Blind erfassen seine Augen kaum
ein Stück von diesem Reich, das ihm so fremd,
er lugt hervor, ein kleiner Kopf im Saum
der Erde, die er doch so gern' durchkämmt.
Hilflos reckt er seine kleine Nase
in die Luft und schnuppert, um zu sehen,
wo er sich befindet. Diese Phase
kann auch schon mal länger vor sich gehen.
Angestrengt verdreht er seinen Kopf
um Zentimeter, kneift die Augen fest
zusammen und man meint, der kleine Schopf
vermochte nichts, braucht' Hilfe in dem Nest.
Schließlich hält er mit dem Schnuppern ein,
regungslos verharrt er den Moment,
und verschwindet schließlich dann in sein
verstecktes Reich – ein Reich, das er auch kennt.
ein Stück von diesem Reich, das ihm so fremd,
er lugt hervor, ein kleiner Kopf im Saum
der Erde, die er doch so gern' durchkämmt.
Hilflos reckt er seine kleine Nase
in die Luft und schnuppert, um zu sehen,
wo er sich befindet. Diese Phase
kann auch schon mal länger vor sich gehen.
Angestrengt verdreht er seinen Kopf
um Zentimeter, kneift die Augen fest
zusammen und man meint, der kleine Schopf
vermochte nichts, braucht' Hilfe in dem Nest.
Schließlich hält er mit dem Schnuppern ein,
regungslos verharrt er den Moment,
und verschwindet schließlich dann in sein
verstecktes Reich – ein Reich, das er auch kennt.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim,
Tiergedichte
Dienstag, 24. April 2007
Der Clown
Verzieh' Grimassen bis Unkenntlichkeit
und unkenntlich bin ich wohl fürwahr,
dennoch sieht ein jeder mich so klar,
wirke ich auch nicht gerad' gescheit,
schließlich ist, wer Gegenteile schafft,
ebenso ein weiser, wie das Pro,
und mit dem Kontrast die Leute froh
zu machen, gibt auch mir im Umkehrschluss dann Kraft.
Wenn' ich stolper' zeig' ich, dass ich laufen
kann viel besser und bewusster noch
als viele, die nicht stolpern können, doch
wird niemand dies recht ab mir kaufen.
Wenn ich mich für dumm verkaufe, zeigt
die Darstellung der Dummheit all mein Können,
mir die Klugheit, euch das Lachen gönnen,
ist, wozu ein wahrer Clown doch neigt.
Wenn ich dann mit Bällen hoch jongliere,
zeige ich ganz kurz, was ich vermag,
das Genie, es tritt kurz an den Tag,
alles staunt, ist überrascht, erst viere,
später fünf, dann sieben Bälle senken
sich in Hände, offenbaren schnell:
Dieses Wesen ist nicht dumm, ist hell,
kann zumindest etwas tüchtig lenken.
Mehr jedoch an Wahrheit kommt heut' nicht,
unbeachtet bleibt dies Spiegelbild,
das dem Menschen zeigt, wie ohne Schild,
ohne Maske er trägt sein Gesicht.
Später dann, wenn alle wieder Heim,
wird man sich erinnern: Lustig war's –
der Clown im Zirkus! Überseh'ne Farce,
Übergangen ward' des Menschen Keim.
und unkenntlich bin ich wohl fürwahr,
dennoch sieht ein jeder mich so klar,
wirke ich auch nicht gerad' gescheit,
schließlich ist, wer Gegenteile schafft,
ebenso ein weiser, wie das Pro,
und mit dem Kontrast die Leute froh
zu machen, gibt auch mir im Umkehrschluss dann Kraft.
Wenn' ich stolper' zeig' ich, dass ich laufen
kann viel besser und bewusster noch
als viele, die nicht stolpern können, doch
wird niemand dies recht ab mir kaufen.
Wenn ich mich für dumm verkaufe, zeigt
die Darstellung der Dummheit all mein Können,
mir die Klugheit, euch das Lachen gönnen,
ist, wozu ein wahrer Clown doch neigt.
Wenn ich dann mit Bällen hoch jongliere,
zeige ich ganz kurz, was ich vermag,
das Genie, es tritt kurz an den Tag,
alles staunt, ist überrascht, erst viere,
später fünf, dann sieben Bälle senken
sich in Hände, offenbaren schnell:
Dieses Wesen ist nicht dumm, ist hell,
kann zumindest etwas tüchtig lenken.
Mehr jedoch an Wahrheit kommt heut' nicht,
unbeachtet bleibt dies Spiegelbild,
das dem Menschen zeigt, wie ohne Schild,
ohne Maske er trägt sein Gesicht.
Später dann, wenn alle wieder Heim,
wird man sich erinnern: Lustig war's –
der Clown im Zirkus! Überseh'ne Farce,
Übergangen ward' des Menschen Keim.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Trochäus,
Umarmender Reim
Montag, 23. April 2007
Visionen
Verfluch' die dreisten Geister Deiner Zeit,
niemand geht den Weg des Seins für Dich,
niemand macht für Dich sich lächerlich,
niemand treibt es nur für Dich zu weit!
Oh, verfluch' doch alles, was Du siehst,
wenn Du schreitest, stolz wie Vogel Strauß,
merkst nicht: Du siehst gar nicht prächtig aus,
doch das ist egal, wenn Du Dich fliehst:
Tausend Impressionen, die Dich leiten,
tausend mal ein stolzer König, doch
tausend mal Armeen, die Dir schreiten,
tausend mal verfällst Du dieser Macht,
merkst, sie ist zu stark für Dich, nur noch
ist die Kontrolle schwer für was sie bracht'.
niemand geht den Weg des Seins für Dich,
niemand macht für Dich sich lächerlich,
niemand treibt es nur für Dich zu weit!
Oh, verfluch' doch alles, was Du siehst,
wenn Du schreitest, stolz wie Vogel Strauß,
merkst nicht: Du siehst gar nicht prächtig aus,
doch das ist egal, wenn Du Dich fliehst:
Tausend Impressionen, die Dich leiten,
tausend mal ein stolzer König, doch
tausend mal Armeen, die Dir schreiten,
tausend mal verfällst Du dieser Macht,
merkst, sie ist zu stark für Dich, nur noch
ist die Kontrolle schwer für was sie bracht'.
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Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Sonette,
Trochäus,
Umarmender Reim
Sonntag, 22. April 2007
Fragwürdige Hymne
Achtung: Ein Rätselgedicht!
Ich bin gespannt auf den Erfolg bei dieser dritten Rätselgedichtaufgabe, die letzten beiden konnten bislang nur von zwei Personen gelöst werden...die Auflösung wird allerdings auch zeitnah erfolgen, damit ich eure natürliche Neugierde nicht überstrapaziere ;)
Wer sich doch noch mal an den beiden älteren Rätselgedichte versuchen möchte, ist dazu herzlich eingeladen, einfach hier klicken!
Viel Erfolg!
Du bist, das kann ich ohne Vorbehalt
behaupten, wirklich wunderschön.
Sagen, einfach fies, frigid und kalt,
ist etwas, dass ich hier mit Dir verpöhn'.
In aller Welten Himmel find' im Nu
ich wahrhaft nichts, was Dir wohl gleicht, und träume
ich Dinge, vielfach besser noch als Du,
so reiße ich sie aus wie kahle Bäume.
Ich denk, wenn ich Dich nur von weitem seh':
„Schönheit! Pracht!“ Nur sage ich den Satz:
„Verschwinde doch aus meine Leben, geh'!“
Jedem Spötter Deiner Schönheit Schatz!
Es ist schon nicht mehr richtig auszuhalten,
was Du mit mir anstellst, was Du machst,
Dein Geruch, Dein Antlitz und Dein Lachen,
ja, das Schönste ist, wenn Du mir lachst!
Vernimm die Zeilen, die ich Dir vermacht,
und spei dem Gegner stolz in das Gesicht:
„Du bist hässlich wie die tiefste Nacht!“
Auf dass sie wissen: Du allein bist Licht.
Ich bin gespannt auf den Erfolg bei dieser dritten Rätselgedichtaufgabe, die letzten beiden konnten bislang nur von zwei Personen gelöst werden...die Auflösung wird allerdings auch zeitnah erfolgen, damit ich eure natürliche Neugierde nicht überstrapaziere ;)
Wer sich doch noch mal an den beiden älteren Rätselgedichte versuchen möchte, ist dazu herzlich eingeladen, einfach hier klicken!
Viel Erfolg!
Du bist, das kann ich ohne Vorbehalt
behaupten, wirklich wunderschön.
Sagen, einfach fies, frigid und kalt,
ist etwas, dass ich hier mit Dir verpöhn'.
In aller Welten Himmel find' im Nu
ich wahrhaft nichts, was Dir wohl gleicht, und träume
ich Dinge, vielfach besser noch als Du,
so reiße ich sie aus wie kahle Bäume.
Ich denk, wenn ich Dich nur von weitem seh':
„Schönheit! Pracht!“ Nur sage ich den Satz:
„Verschwinde doch aus meine Leben, geh'!“
Jedem Spötter Deiner Schönheit Schatz!
Es ist schon nicht mehr richtig auszuhalten,
was Du mit mir anstellst, was Du machst,
Dein Geruch, Dein Antlitz und Dein Lachen,
ja, das Schönste ist, wenn Du mir lachst!
Vernimm die Zeilen, die ich Dir vermacht,
und spei dem Gegner stolz in das Gesicht:
„Du bist hässlich wie die tiefste Nacht!“
Auf dass sie wissen: Du allein bist Licht.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim,
Rätselgedicht
Samstag, 21. April 2007
Zeitmetapher
Die Zeit entrinnt mir durch die Finger,
wie ein Strudel, schwindet sie im Schlund
des Lebens, hat doch selbst den größten Mund,
zaubert mir die schönsten Dinger.
Diese Sanduhr zählt die Körner,
die, verlaufend, Maßeinheit der Zeit,
Element des Lebens sind, nimmt weit
mich mit und auf die spitzen Hörner.
Richte Dein Bewusstsein nach:
Erweitere und schließe dieses Loch,
ein wenig kann man wenigstens dann doch
bestimmen – leg ihr Wesen brach!
Beschäftigt öffnest Du den Trichter,
genießend schmückst Du ihn verzierend aus,
erwartend wird der Trichter schnell zum Graus,
genau wie konzentriert wird’s dichter.
Verstehend man hat keine Macht,
wird man vielleicht noch ihr Freund, wer weiß.
Veränderung, zwar schön, hat ihren Preis,
besser, wenn man nie d'ran dacht'.
wie ein Strudel, schwindet sie im Schlund
des Lebens, hat doch selbst den größten Mund,
zaubert mir die schönsten Dinger.
Diese Sanduhr zählt die Körner,
die, verlaufend, Maßeinheit der Zeit,
Element des Lebens sind, nimmt weit
mich mit und auf die spitzen Hörner.
Richte Dein Bewusstsein nach:
Erweitere und schließe dieses Loch,
ein wenig kann man wenigstens dann doch
bestimmen – leg ihr Wesen brach!
Beschäftigt öffnest Du den Trichter,
genießend schmückst Du ihn verzierend aus,
erwartend wird der Trichter schnell zum Graus,
genau wie konzentriert wird’s dichter.
Verstehend man hat keine Macht,
wird man vielleicht noch ihr Freund, wer weiß.
Veränderung, zwar schön, hat ihren Preis,
besser, wenn man nie d'ran dacht'.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Umarmender Reim
Freitag, 20. April 2007
Irrlicht
Im reißenden Strom dieser tobenden Welt
vergelten wir Gutes mit Gleichgültigkeit
und Schlechtes mit Schlechtem und Liebe mit Geld
und kommen mit diesem Betragen recht weit.
Durch Automatismen im Leben gefangen,
erreichen wir Ziele, die wir so genannt
und die wir erschaffen, dorthin zu gelangen,
doch die uns im Wesen nicht echt, nicht bekannt.
Was sind das für Wege, auf denen wir schreiten,
was bringt uns der Fortschritt im Irrweg, so sag!
Was sind das für Ziele, um die wir uns streiten,
doch die man im Grunde des Herzens nicht mag?
vergelten wir Gutes mit Gleichgültigkeit
und Schlechtes mit Schlechtem und Liebe mit Geld
und kommen mit diesem Betragen recht weit.
Durch Automatismen im Leben gefangen,
erreichen wir Ziele, die wir so genannt
und die wir erschaffen, dorthin zu gelangen,
doch die uns im Wesen nicht echt, nicht bekannt.
Was sind das für Wege, auf denen wir schreiten,
was bringt uns der Fortschritt im Irrweg, so sag!
Was sind das für Ziele, um die wir uns streiten,
doch die man im Grunde des Herzens nicht mag?
etikettiert:
Daktylus,
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim
Donnerstag, 19. April 2007
Männliches. Allzu Männliches
Der Nacken wird breiter, die Schultern athletisch,
die Stoppeln von damals, sie wuchsen zum Bart,
der Kiefer ist strenger, der Blick wird oft hart,
betont seine Männlichkeit fast schon poetisch.
Die kräftigen Arme stets lässig beiseite,
so schreitet im Alltag er selbstbewusst fort,
auf's Leben gefragt, sagt er „Life is too short!“
und blickt dabei locker verträumt in die Weite.
Am Freitag jedoch, da fährt er nach Hause
und gönnt sich vom täglichen Stress eine Pause,
die Auszeit, zu der er zu selten sonst find't.
Und wenn er bei Vati und Mutti verweilt,
Geborgenheit früherer Tage ereilt,
dann ist dieser Kerl doch schon längst wieder Kind.
die Stoppeln von damals, sie wuchsen zum Bart,
der Kiefer ist strenger, der Blick wird oft hart,
betont seine Männlichkeit fast schon poetisch.
Die kräftigen Arme stets lässig beiseite,
so schreitet im Alltag er selbstbewusst fort,
auf's Leben gefragt, sagt er „Life is too short!“
und blickt dabei locker verträumt in die Weite.
Am Freitag jedoch, da fährt er nach Hause
und gönnt sich vom täglichen Stress eine Pause,
die Auszeit, zu der er zu selten sonst find't.
Und wenn er bei Vati und Mutti verweilt,
Geborgenheit früherer Tage ereilt,
dann ist dieser Kerl doch schon längst wieder Kind.
etikettiert:
Daktylus,
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Sonette,
Umarmender Reim
Mittwoch, 18. April 2007
Die Sonne fällt auf einen Baum
Ein warmer Schwall betörend gelber Sonne
vereinnahmt jedes Grün und jedes Blatt
des Baums, bis er sich zweigeteilt fast hat:
Rechts noch grün, doch links schon gelbe Wonne.
Licht und Schatten, grün und gelb, hell
und dunkel, kalt und warm erschafft der Baum
inzwischen aller Blüten Pracht, den Raum
erfüllend, das Kontrastespektrum schnell.
Ein Exemplar des Reichtums der Natur,
gelebte Lebendigkeit, offener Glanz,
Zentrum der Schönheit, Schönheiten Tanz.
Ein Kunstwerk der Schattierung, ewig pur,
ein Kunstwerk der Sonne und sie im Duett
mit Leben, Natur, dem Frieden ein Bett.
vereinnahmt jedes Grün und jedes Blatt
des Baums, bis er sich zweigeteilt fast hat:
Rechts noch grün, doch links schon gelbe Wonne.
Licht und Schatten, grün und gelb, hell
und dunkel, kalt und warm erschafft der Baum
inzwischen aller Blüten Pracht, den Raum
erfüllend, das Kontrastespektrum schnell.
Ein Exemplar des Reichtums der Natur,
gelebte Lebendigkeit, offener Glanz,
Zentrum der Schönheit, Schönheiten Tanz.
Ein Kunstwerk der Schattierung, ewig pur,
ein Kunstwerk der Sonne und sie im Duett
mit Leben, Natur, dem Frieden ein Bett.
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Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Jambus,
Sonette,
Umarmender Reim
Dienstag, 17. April 2007
Limerick V - Paris
Ein mieser Gendarm aus Paris,
der war zu den Kindern oft fies,
er schubste und bleckte
die Zähne und neckte,
bis er auf die Eltern mal stieß.
der war zu den Kindern oft fies,
er schubste und bleckte
die Zähne und neckte,
bis er auf die Eltern mal stieß.
Altbekanntes
Seit Jahren geh' ich täglich d'ran vorbei,
so wurde es ein fester Teil des Lebens,
durch das ich schreite, wie so mancherlei,
und immer meint man: Nichts besteht vergebens.
Dennoch, als ich heute Schuhe brauchte,
da betrat ich gar zum ersten Mal
durch die starke Holztür das erlauchte
Schuhgeschäft des Herren Erwin Stahl.
Was vorher nur Kulisse meiner Schritte,
was als Hausfront nur als Schmucke frei,
wurde heute echt durch meine Bitte,
ob hier denn ein Schuh zu finden sei.
Plötzlich stand ich hinter diesen Gläsern,
sah von innen draußen mich noch stehen,
sah den Weg, die Wiese mit den Gräsern,
konnte endlich wirklich alles sehen.
Und ich selbst – nun mitten in der Welt,
die, ebenso romantisch wie verklärt,
mir so neu und altbekannt gefällt,
dass sie sich als Teil von mir bewährt.
so wurde es ein fester Teil des Lebens,
durch das ich schreite, wie so mancherlei,
und immer meint man: Nichts besteht vergebens.
Dennoch, als ich heute Schuhe brauchte,
da betrat ich gar zum ersten Mal
durch die starke Holztür das erlauchte
Schuhgeschäft des Herren Erwin Stahl.
Was vorher nur Kulisse meiner Schritte,
was als Hausfront nur als Schmucke frei,
wurde heute echt durch meine Bitte,
ob hier denn ein Schuh zu finden sei.
Plötzlich stand ich hinter diesen Gläsern,
sah von innen draußen mich noch stehen,
sah den Weg, die Wiese mit den Gräsern,
konnte endlich wirklich alles sehen.
Und ich selbst – nun mitten in der Welt,
die, ebenso romantisch wie verklärt,
mir so neu und altbekannt gefällt,
dass sie sich als Teil von mir bewährt.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim,
Trochäus
Montag, 16. April 2007
Viertelstunde
In dunstverwob'ner Viertelstunde,
zart umhüllt, erfüllt es sich.
Er bei ihr, mehr Freund als Kunde,
sie versteht es königlich.
Munter auf die alte Weise
wird das Spiel dann zelebriert,
erst subtil, berauschend leise,
später eher ungeniert.
Draußen dämmert noch kein Licht,
keine Menschenseele ist
schon wach und selbst die Katzen nicht,
niemand wird im Dunst vermisst.
So versteckt er sich wie immer
dort bei ihr und alles geht
gewohnten Gang in ihrem Zimmer,
weil er still nach Freunden fleht.
zart umhüllt, erfüllt es sich.
Er bei ihr, mehr Freund als Kunde,
sie versteht es königlich.
Munter auf die alte Weise
wird das Spiel dann zelebriert,
erst subtil, berauschend leise,
später eher ungeniert.
Draußen dämmert noch kein Licht,
keine Menschenseele ist
schon wach und selbst die Katzen nicht,
niemand wird im Dunst vermisst.
So versteckt er sich wie immer
dort bei ihr und alles geht
gewohnten Gang in ihrem Zimmer,
weil er still nach Freunden fleht.
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Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim,
Trochäus
Sonntag, 15. April 2007
Es miteinander machen
Leidenschaftlich gibt sie sich ihm hin,
er sich ihr im eben gleichen Maß,
beiden steht nach Lust und Sex der Sinn,
beide wollen miteinander Spaß.
Alles wird probiert und nichts gelassen,
kein Tabu zensiert heut' das Gescheh'n,
beide können ihre Lust nicht fassen,
während sie sich selber dabei seh'n.
Dort im Spiegel tun sie's ebenso,
auf und ab und tiefer, weiter rein,
der Begierde wird’s gemacht und froh
empfängt sie sein Gemächt so tief hinein.
Jeder Teil des Körpers erogen,
alles lüstern, nichts bleibt heute trocken,
dieses Treiben kann niemand versteh'n,
das Einzige was stört, sind seine Socken...
er sich ihr im eben gleichen Maß,
beiden steht nach Lust und Sex der Sinn,
beide wollen miteinander Spaß.
Alles wird probiert und nichts gelassen,
kein Tabu zensiert heut' das Gescheh'n,
beide können ihre Lust nicht fassen,
während sie sich selber dabei seh'n.
Dort im Spiegel tun sie's ebenso,
auf und ab und tiefer, weiter rein,
der Begierde wird’s gemacht und froh
empfängt sie sein Gemächt so tief hinein.
Jeder Teil des Körpers erogen,
alles lüstern, nichts bleibt heute trocken,
dieses Treiben kann niemand versteh'n,
das Einzige was stört, sind seine Socken...
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Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim,
Satire,
Trochäus
Limerick IV
Man wollte sich lüstern verstecken,
im Walde so manches aushecken,
und während man's machte
(und nicht g'rade sachte),
da freuten erst recht sich die Zecken.
im Walde so manches aushecken,
und während man's machte
(und nicht g'rade sachte),
da freuten erst recht sich die Zecken.
Samstag, 14. April 2007
Konfrontation
Stumm ermessen wir des And'ren Wesen,
stumm verharrt sein scheuer Blick auf meinem,
fast, als würden wir einander lesen,
ist mein Geist im Dialog mit seinem.
Wache Augen, die der Mensch für sich
beansprucht, hat mein gegenüber auch
und richtet sie erkennend nur auf mich
und macht von seiner Wachsamkeit gebrauch.
Hinter dieser braunen Tiefe lauert
zwar ein tierisch', dennoch reger Sinn,
umso reger, da er duldend kauert,
untermauert, dass durchschaut ich bin.
Schließlich dreht es seinen Kopf beiseite,
denn das Buch ist schließlich ausgelesen,
und nur Wald bleibt, wenn ich weiterschreite
und nur Wald bleibt, wo es g'rad gewesen.
stumm verharrt sein scheuer Blick auf meinem,
fast, als würden wir einander lesen,
ist mein Geist im Dialog mit seinem.
Wache Augen, die der Mensch für sich
beansprucht, hat mein gegenüber auch
und richtet sie erkennend nur auf mich
und macht von seiner Wachsamkeit gebrauch.
Hinter dieser braunen Tiefe lauert
zwar ein tierisch', dennoch reger Sinn,
umso reger, da er duldend kauert,
untermauert, dass durchschaut ich bin.
Schließlich dreht es seinen Kopf beiseite,
denn das Buch ist schließlich ausgelesen,
und nur Wald bleibt, wenn ich weiterschreite
und nur Wald bleibt, wo es g'rad gewesen.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim,
Trochäus
Freitag, 13. April 2007
Der Heuchler
Achtung, ein Langes. Auch noch im leserunfreundlichen Block abgefasst, doch lässt sich das eben nicht verhindern, wenn es denn nun mal Sinn macht.
Es ist inspirierend, sich zu ärgern, noch inspirierender, sich zu sorgen, letztendlich unendlich befreiend, sich dichtend loszusagen vom Idiotischen.
Ganz frenetisch wird er, seine Wangen
leuchten und mit Leidenschaft verspricht
er allen dort im Raum, die ihm befangen
doch gerne zuhör'n, dass er diese Sicht
mit jeder Faser seines wohlgeformten
und so eloquenten Hirns erkennt,
es vertritt, es lebt, es ist als normten
seine Sinne alle Welt behänd
einzig und allein nach dieser Wahrheit,
dieser Konsequenz der Ratio,
wie auch jeder and're Teil der Klarheit,
die ihn stets befällt, wie lichterloh
entzündetes und viel zu lang verkanntes
logisch relevantes Kopfesgut,
Kultur des stolzen Wissens, doch er kannt' es
und erkannt es, dankt es seinem Mut
mit dessen Hilfe er sich fragend wagte,
nicht verzagte, sondern weitaus weiter
seinem Ich des Denkens tapfer sagte,
wie gescheit er, ferner hinten breiter,
schließlich, lernend, heiter wird, der Weg,
wie er größer sich entwickelt, endlich
über Wissenswasser wohl als Steg
funktioniert und niemals wieder schändlich
seinen Weg zurück in diese Öde
halben Wissens rostbefleckter Geister
führen wird, im Gegenteil, der schnöde
Mammon seines Hirns ist nun sein Meister.
Wie er dies palavernd zelebriert,
meint man gleich zu wissen: Dieser Mann
wird ein Großer, dieser Mann logiert
in der höchsten Klasse, was er kann
entbehrt doch dem Niveau auch der Gelehrten,
wie viel höher ist wohl nur sein Sinn?
Alle richten sich nach seinen Werten,
gehen erst Experten zu ihm hin.
Und ich? Ich sitze alleine und trinke
den Wein, den ich wählte, bevor ich dort saß.
Ich lausche verwegen ein wenig und sinke
ein bisschen gedanklich in's wägende Maß
und merke, dass alles, was dieser dort sagt
genau so gut anders rum hätte erklingen
gekonnt, doch da niemand genauer ihn fragt,
befriedigt sein allzu gekonntes umsingen
und Trällern von Floskeln, die, weil ideell
und gewöhnungsbedürftig nach Revolution
duften, doch später vergisst er sie schnell,
seine Seele vergessen, das hat er ja schon.
Es ist inspirierend, sich zu ärgern, noch inspirierender, sich zu sorgen, letztendlich unendlich befreiend, sich dichtend loszusagen vom Idiotischen.
Ganz frenetisch wird er, seine Wangen
leuchten und mit Leidenschaft verspricht
er allen dort im Raum, die ihm befangen
doch gerne zuhör'n, dass er diese Sicht
mit jeder Faser seines wohlgeformten
und so eloquenten Hirns erkennt,
es vertritt, es lebt, es ist als normten
seine Sinne alle Welt behänd
einzig und allein nach dieser Wahrheit,
dieser Konsequenz der Ratio,
wie auch jeder and're Teil der Klarheit,
die ihn stets befällt, wie lichterloh
entzündetes und viel zu lang verkanntes
logisch relevantes Kopfesgut,
Kultur des stolzen Wissens, doch er kannt' es
und erkannt es, dankt es seinem Mut
mit dessen Hilfe er sich fragend wagte,
nicht verzagte, sondern weitaus weiter
seinem Ich des Denkens tapfer sagte,
wie gescheit er, ferner hinten breiter,
schließlich, lernend, heiter wird, der Weg,
wie er größer sich entwickelt, endlich
über Wissenswasser wohl als Steg
funktioniert und niemals wieder schändlich
seinen Weg zurück in diese Öde
halben Wissens rostbefleckter Geister
führen wird, im Gegenteil, der schnöde
Mammon seines Hirns ist nun sein Meister.
Wie er dies palavernd zelebriert,
meint man gleich zu wissen: Dieser Mann
wird ein Großer, dieser Mann logiert
in der höchsten Klasse, was er kann
entbehrt doch dem Niveau auch der Gelehrten,
wie viel höher ist wohl nur sein Sinn?
Alle richten sich nach seinen Werten,
gehen erst Experten zu ihm hin.
Und ich? Ich sitze alleine und trinke
den Wein, den ich wählte, bevor ich dort saß.
Ich lausche verwegen ein wenig und sinke
ein bisschen gedanklich in's wägende Maß
und merke, dass alles, was dieser dort sagt
genau so gut anders rum hätte erklingen
gekonnt, doch da niemand genauer ihn fragt,
befriedigt sein allzu gekonntes umsingen
und Trällern von Floskeln, die, weil ideell
und gewöhnungsbedürftig nach Revolution
duften, doch später vergisst er sie schnell,
seine Seele vergessen, das hat er ja schon.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim,
Trochäus
Donnerstag, 12. April 2007
Besonders
Ein rotes Sandkorn unter tausend Gelben,
gleich in Art und Eigenschaft, jedoch
in and'rer Farbe fällt es auf und noch
ist es nicht als Gleiches unter Selben.
Es schimmert herrlich, ein Rubin der Sonne
wie ein edles Teilchen, schön und rar,
nur hilft all die Schönheit nicht, denn gar
zu einsam ist es, schön – doch ohne Wonne.
Dort im Wind verweht sich g'rad ein Blatt,
treibt umher als Frühlings bunter Schatten,
jedermann erkennt die Form, die's hat,
wie auch Formen, die schon Blätter hatten.
Jedermann erkennt auch: Dies ist nicht
wie andere, nicht typisch konstruiert.
Herrlich elegant erkennt man nicht,
wie es trotz der Eleganz erfriert.
Dann im Zoo, man sieht wohl tausend Tiere,
eines dort ist nicht wie Löwen, Stiere
oder Elefanten, es ist fast
wie ein Tier, das nirgendwo recht passt.
Lustig sieht es aus, gar keine Frage,
jedermann begehrt es dieser Tage,
nur es selbst, missachtet von den Zoo-
bewohnern, wird dabei nicht richtig froh.
Alles ist besonders, ist speziell,
umso besser, je verrückter's ist,
weil man doch ansonsten vielleicht schnell
vergisst, wie einzigartig diese Erde,
nur, wenn Du gar zu besonders bist,
wird es Fluch – vereinsamt in der Herde.
gleich in Art und Eigenschaft, jedoch
in and'rer Farbe fällt es auf und noch
ist es nicht als Gleiches unter Selben.
Es schimmert herrlich, ein Rubin der Sonne
wie ein edles Teilchen, schön und rar,
nur hilft all die Schönheit nicht, denn gar
zu einsam ist es, schön – doch ohne Wonne.
Dort im Wind verweht sich g'rad ein Blatt,
treibt umher als Frühlings bunter Schatten,
jedermann erkennt die Form, die's hat,
wie auch Formen, die schon Blätter hatten.
Jedermann erkennt auch: Dies ist nicht
wie andere, nicht typisch konstruiert.
Herrlich elegant erkennt man nicht,
wie es trotz der Eleganz erfriert.
Dann im Zoo, man sieht wohl tausend Tiere,
eines dort ist nicht wie Löwen, Stiere
oder Elefanten, es ist fast
wie ein Tier, das nirgendwo recht passt.
Lustig sieht es aus, gar keine Frage,
jedermann begehrt es dieser Tage,
nur es selbst, missachtet von den Zoo-
bewohnern, wird dabei nicht richtig froh.
Alles ist besonders, ist speziell,
umso besser, je verrückter's ist,
weil man doch ansonsten vielleicht schnell
vergisst, wie einzigartig diese Erde,
nur, wenn Du gar zu besonders bist,
wird es Fluch – vereinsamt in der Herde.
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Das tägliche Gedicht,
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Trochäus
Mittwoch, 11. April 2007
Limerick III
Man war g'rad noch Bierchen besorgen
und längst schon zum Tiere geworden,
man grunzte und lachte
und schnaufte und dachte
noch nicht an die Folgen am Morgen.
und längst schon zum Tiere geworden,
man grunzte und lachte
und schnaufte und dachte
noch nicht an die Folgen am Morgen.
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