Lass die alten Wesen wieder kochen!
Oh, wie endlos schön gewürzt es wird,
all die Düfte, die wir nicht mehr rochen,
seit wir die Bekanntschaft unterjochen,
kommen umso schöner angeschwirrt.
Nichts von dem versalzt der zweite Koch!
Diesmal irrt das Sprichwort, siegt das Leben!
Schließlich hat die Wahrheit immer noch
hier das sagen – Nase, die es roch,
für das Leben kann's nichts schöner geben!
Oh, wie triumphier'n die Endorphine,
tanzen alle Zellen jener Sinne,
deren gutes Spiel zu uns'rer Mine
kreativer als zuvor nun schiene,
und man fürchtet furchtsam, dass man spinne.
Zeit des Abstands, schwer zu überbrücken,
Zeit des Ungewiss, die Zeit der Frage.
Überwindet man jedoch die Tücken
jener Tage, schlägt aus Weisheit Brücken –
Umso schöner! Misserfolg der Klage!
Alte Freundschaft zu verleugnen geht nicht.
Jeder Bund, der einst solch Kraft besessen
wird besteh'n, denn niemals, nie!, verweht Licht,
niemals geht zuneige, niemals dreht Sicht
derart um. So schön, das nie-Vergessen!
Samstag, 4. August 2007
Freitag, 3. August 2007
Kleine Undiszipliniertheit
Ein kleiner Seufzer, hörbar kaum, doch da.
Ein wenig Luft nur, artig ausgelassen.
Niemand konnt' es hören, war ihr nah.
Ihr Gast ist Einsamkeit in rauen Massen.
Beschweren d'rüber würde sie sich nie.
Nur dieser Seufzer, klein und kaum zu hören,
der entwich in ihrer Lethargie.
War er wirklich da? Sie würd' nicht schwören.
Nur ein wenig Atem mit Geräusch,
lang nicht lang genug, sich zu entfalten.
Eines zeigt er – wenn ich mich nicht täusch' –
sie sehnt sich sehr nach Menschen, die sie halten.
Ein wenig Luft nur, artig ausgelassen.
Niemand konnt' es hören, war ihr nah.
Ihr Gast ist Einsamkeit in rauen Massen.
Beschweren d'rüber würde sie sich nie.
Nur dieser Seufzer, klein und kaum zu hören,
der entwich in ihrer Lethargie.
War er wirklich da? Sie würd' nicht schwören.
Nur ein wenig Atem mit Geräusch,
lang nicht lang genug, sich zu entfalten.
Eines zeigt er – wenn ich mich nicht täusch' –
sie sehnt sich sehr nach Menschen, die sie halten.
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Kreuzreim
Donnerstag, 2. August 2007
Trostlosigkeit
Manchmal ist man hilflos überlassen
jenen Tagen, deren Freund man nicht
zu sein vermag, solch Tage ohne Licht
und auch der Schatten droht schon, zu verblassen.
Verleugnet auch der Himmel jede Farbe,
kann die Welt im Ganzen nicht entsteh'n.
Man selbst, als Teil von ihr muss seh'n:
Die Stunden werden heute nur zur Narbe.
Und Grau und Grau umarmen sich recht herzlich.
Und kalter Wind pfeift spöttisch seinen Hohn.
Und nichts kann mir das Sein im Heute geben.
Die langen Stunden gehen kalt und schmerzlich,
man hofft zuletzt, die Nacht erwächst zum Lohn,
vielleicht gebärt die Dunkelheit mir Leben.
jenen Tagen, deren Freund man nicht
zu sein vermag, solch Tage ohne Licht
und auch der Schatten droht schon, zu verblassen.
Verleugnet auch der Himmel jede Farbe,
kann die Welt im Ganzen nicht entsteh'n.
Man selbst, als Teil von ihr muss seh'n:
Die Stunden werden heute nur zur Narbe.
Und Grau und Grau umarmen sich recht herzlich.
Und kalter Wind pfeift spöttisch seinen Hohn.
Und nichts kann mir das Sein im Heute geben.
Die langen Stunden gehen kalt und schmerzlich,
man hofft zuletzt, die Nacht erwächst zum Lohn,
vielleicht gebärt die Dunkelheit mir Leben.
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Trochäus
Mittwoch, 1. August 2007
Heute kein Gedicht
Heute kann ich kein Gedicht verfassen,
wie auch – dafür braucht man Geist und Sinn!
Geistig aber muss ich mich heut' hassen,
weil ich einfach unzufrieden bin.
Das alleine wär' nicht problematisch,
mein Verdruss jedoch ist ohne Grund.
Sinnlos starren, nahezu apathisch,
kommt mir vor wie schwerer Geistesschwund.
Tausendfach belästigen Gedanken
mich, als schlug ich selbst mir in's Gesicht.
Tausend Geister, die wie Ranken ranken,
kranken meinen Sinn, der sinnend bricht.
Oh, fragil, das Wortspiel, das erschaffen.
Noch fragiler scheint mir dieser Text.
Sinn und Geist – sie beide müssen gaffen,
dass auch ohne sie ein Spruch erwächst.
wie auch – dafür braucht man Geist und Sinn!
Geistig aber muss ich mich heut' hassen,
weil ich einfach unzufrieden bin.
Das alleine wär' nicht problematisch,
mein Verdruss jedoch ist ohne Grund.
Sinnlos starren, nahezu apathisch,
kommt mir vor wie schwerer Geistesschwund.
Tausendfach belästigen Gedanken
mich, als schlug ich selbst mir in's Gesicht.
Tausend Geister, die wie Ranken ranken,
kranken meinen Sinn, der sinnend bricht.
Oh, fragil, das Wortspiel, das erschaffen.
Noch fragiler scheint mir dieser Text.
Sinn und Geist – sie beide müssen gaffen,
dass auch ohne sie ein Spruch erwächst.
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Dienstag, 31. Juli 2007
Zugfahrt
Ich glaub mir birst die Nase gleich,
die Augen füllen Tränen.
Als wär die Luft Gestanks nicht reich,
muss neben mir der gähnen.
Ich drehe mich dezent beiseite,
setze mich ein wenig um,
greif in Kaugummi (das zweite),
schreiend rennen Kinder rum.
Techno schallt den Gang herunter,
irgendwer zersägt sein Ohr,
und die Bässe, hach wie munter,
steigen, rumms!, zu uns empor.
Etwas weiter futtert g'rade
irgendwer ein halbes Rind,
schön mit Knoblauchpromenade,
deren Opfer wir nun sind.
Auch der Schaffner, nicht geruchsblind,
wendet sich behände ab.
Plötzlich freut mich, dass die hier sind –
weil ich keine Karte hab'!
die Augen füllen Tränen.
Als wär die Luft Gestanks nicht reich,
muss neben mir der gähnen.
Ich drehe mich dezent beiseite,
setze mich ein wenig um,
greif in Kaugummi (das zweite),
schreiend rennen Kinder rum.
Techno schallt den Gang herunter,
irgendwer zersägt sein Ohr,
und die Bässe, hach wie munter,
steigen, rumms!, zu uns empor.
Etwas weiter futtert g'rade
irgendwer ein halbes Rind,
schön mit Knoblauchpromenade,
deren Opfer wir nun sind.
Auch der Schaffner, nicht geruchsblind,
wendet sich behände ab.
Plötzlich freut mich, dass die hier sind –
weil ich keine Karte hab'!
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Montag, 30. Juli 2007
Bitte mit guten Sitten
Dieser Mensch entbehrt der guten Sitten,
seine Sprache – flegelhaft und rau!
Diese Mängel stellt er stets zur Schau,
sagt, als wär' es ehrhaft „Schwanz“ und „Titten“!
Gestern war es, als ich ihn ersuchte,
bat ihn höflich, sein Vokabular
doch zu überdenken – nur, was war?
„Dumme Kuh!“, so sagte er, „Verfluchte!“
Manchmal möchte ich vor Wut ihm sagen,
was ich von ihm halte, sein Betragen
links und rechts ihm um die Ohren schlagen!
So auch eines Tages, er verhämte
meine Art, worüber ich mich grämte,
„Doofmann“ sagte, flüchtete, mich schämte.
seine Sprache – flegelhaft und rau!
Diese Mängel stellt er stets zur Schau,
sagt, als wär' es ehrhaft „Schwanz“ und „Titten“!
Gestern war es, als ich ihn ersuchte,
bat ihn höflich, sein Vokabular
doch zu überdenken – nur, was war?
„Dumme Kuh!“, so sagte er, „Verfluchte!“
Manchmal möchte ich vor Wut ihm sagen,
was ich von ihm halte, sein Betragen
links und rechts ihm um die Ohren schlagen!
So auch eines Tages, er verhämte
meine Art, worüber ich mich grämte,
„Doofmann“ sagte, flüchtete, mich schämte.
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Gedichte,
Sonette,
Trochäus
Sonntag, 29. Juli 2007
Alltagsschlachten
Es erscheint mir immer wieder:
Menschen tanzen nackt.
Und ich weine stille Lieder,
ringe so das Mitleid nieder,
singe diesen Pakt.
Gott verfluchte mich mit Sehen:
Ringend bloßgestellt.
Meinen Augen alles Flehen
offenbart, die Kranken gehen
in die zweite Welt.
Was in Schärfe meinen Sinnen:
Humpelnd voller Stolz.
Wie die Zeiten euch verrinnen,
seht doch: Sie steh'n auf und spinnen
Gold zu stumpfem Holz.
Grausam, was die Sicht erfülle:
Stell Dich, Übel, dar!
Ich jedoch in meiner Hülle,
zeige euch, was dieser Fülle
Fluch und Segen war.
Menschen tanzen nackt.
Und ich weine stille Lieder,
ringe so das Mitleid nieder,
singe diesen Pakt.
Gott verfluchte mich mit Sehen:
Ringend bloßgestellt.
Meinen Augen alles Flehen
offenbart, die Kranken gehen
in die zweite Welt.
Was in Schärfe meinen Sinnen:
Humpelnd voller Stolz.
Wie die Zeiten euch verrinnen,
seht doch: Sie steh'n auf und spinnen
Gold zu stumpfem Holz.
Grausam, was die Sicht erfülle:
Stell Dich, Übel, dar!
Ich jedoch in meiner Hülle,
zeige euch, was dieser Fülle
Fluch und Segen war.
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Samstag, 28. Juli 2007
Freund
Gute Menschen, oh, sie sind so selten!
Kaum getroffen, reisen sie schon weiter,
kurze Zeit nur froh, nur kurz so heiter,
schon verschwinden sie in and're Welten.
Niemand kann vergelten, welchen Wert
solch ein Mensch, mit dem man einfach sprechen,
einfach reden kann, nur hat, wir brechen
Konventionen – Kraft, die ewig währt.
Darum frage ich mich, wenn Du gehst:
Sollte ich Dich besser gar nicth schätzen?
Mache ich mich schwach, werd' ich verletzt?
Doch, wenn Du beim Abschied vor mir stehst,
weiß ich, dass von allen meinen Schätzen
Du der größte bist – Dich nichts ersetzt.
Kaum getroffen, reisen sie schon weiter,
kurze Zeit nur froh, nur kurz so heiter,
schon verschwinden sie in and're Welten.
Niemand kann vergelten, welchen Wert
solch ein Mensch, mit dem man einfach sprechen,
einfach reden kann, nur hat, wir brechen
Konventionen – Kraft, die ewig währt.
Darum frage ich mich, wenn Du gehst:
Sollte ich Dich besser gar nicth schätzen?
Mache ich mich schwach, werd' ich verletzt?
Doch, wenn Du beim Abschied vor mir stehst,
weiß ich, dass von allen meinen Schätzen
Du der größte bist – Dich nichts ersetzt.
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Sonette,
Trochäus
Freitag, 27. Juli 2007
Rückgratresonanz
Entschließe ich mich, euch mein Ich zu zeigen,
ist die Reaktion ein Witz auf meine
Kosten, denn ihr meint, dass ich alleine
handle, um zu präsentier'n mein Eigen.
Dabei – warum sollte ich verschweigen,
was in Wahrheit Freude ist und keine
Art der Darstellung, warum vereine
ich nur permanent das Leid mit Reigen?
Warum akzeptiert ihr denn mein Schweigen,
akzeptiert jedoch dann nicht das reine
Leben, wozu freie Menschen neigen?
Sagt mir: Warum denn in Rollen steigen,
nur damit es höflich ist – und scheine?
Verrufen lieber noch, als unter Feigen...
ist die Reaktion ein Witz auf meine
Kosten, denn ihr meint, dass ich alleine
handle, um zu präsentier'n mein Eigen.
Dabei – warum sollte ich verschweigen,
was in Wahrheit Freude ist und keine
Art der Darstellung, warum vereine
ich nur permanent das Leid mit Reigen?
Warum akzeptiert ihr denn mein Schweigen,
akzeptiert jedoch dann nicht das reine
Leben, wozu freie Menschen neigen?
Sagt mir: Warum denn in Rollen steigen,
nur damit es höflich ist – und scheine?
Verrufen lieber noch, als unter Feigen...
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Donnerstag, 26. Juli 2007
Hart geworden
Man sagt doch immer, Fortschritt sei so gut,
aber wenn ich mich mal gehen lasse,
wenn ich mir ein Herz mal endlich fasse,
nennt man diese Freiheit Übermut.
Man sagt doch immer, Fliegen – das sei frei.
Nur hebe ich auch nur ein Stückchen ab,
zeige mal von oben, was ich hab',
heißt es nur, es sei Angeberei.
Man sagt doch immer „Sei Du selbst, mehr nicht!“.
Nur bin ich nur ich selbst, kein bisschen mehr,
macht mir jeder gleich das Leben schwer,
meint, ich präsentierte mich im Licht.
Ich scheiße drauf, was andere mir sagen,
scheiße auf den Ausdruck, auf das Wort.
Hier – im Dichten habe ich den Ort,
der erlaubt, mich offen zu betragen.
aber wenn ich mich mal gehen lasse,
wenn ich mir ein Herz mal endlich fasse,
nennt man diese Freiheit Übermut.
Man sagt doch immer, Fliegen – das sei frei.
Nur hebe ich auch nur ein Stückchen ab,
zeige mal von oben, was ich hab',
heißt es nur, es sei Angeberei.
Man sagt doch immer „Sei Du selbst, mehr nicht!“.
Nur bin ich nur ich selbst, kein bisschen mehr,
macht mir jeder gleich das Leben schwer,
meint, ich präsentierte mich im Licht.
Ich scheiße drauf, was andere mir sagen,
scheiße auf den Ausdruck, auf das Wort.
Hier – im Dichten habe ich den Ort,
der erlaubt, mich offen zu betragen.
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Umarmender Reim
Mittwoch, 25. Juli 2007
Unbeantwortet
Herber Zauber, sag mir eine Lüge,
werde mir zum Dichter, sei mein Gott!
Lüg für mich, auf dass mein Blick mich trüge,
oh, verfiel ich nur dem tumben Trott!
Zeig statt Spiegeln mir nur schöne Bilder
und bestich die Amsel, dass sie singe,
so, als würd' mein Sehnen nicht mehr wilder,
immer, wenn ich mit ihr in mir ringe.
Bitte, Hirngespinst, erlaube Hoffen!
Lass mich hoffen, ich sei bald genesen.
Nur bis dahin bleibt der Wunsch mir offen,
dieses Lächeln sei für mich gewesen.
werde mir zum Dichter, sei mein Gott!
Lüg für mich, auf dass mein Blick mich trüge,
oh, verfiel ich nur dem tumben Trott!
Zeig statt Spiegeln mir nur schöne Bilder
und bestich die Amsel, dass sie singe,
so, als würd' mein Sehnen nicht mehr wilder,
immer, wenn ich mit ihr in mir ringe.
Bitte, Hirngespinst, erlaube Hoffen!
Lass mich hoffen, ich sei bald genesen.
Nur bis dahin bleibt der Wunsch mir offen,
dieses Lächeln sei für mich gewesen.
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Gedichte,
Kreuzreim,
Trochäus
Dienstag, 24. Juli 2007
Revolutionär
Verzeiht mir, oh Brüder, wenn alles beim Gleichen,
wenn alles beim Alten, Bewährten doch bleibt.
Ich tat wohl mein Bestes, ich stellte die Weichen,
ich habe die Revolution einverleibt.
Ich habe im Herzen die Stürme verspürt,
die all jene großen Veränderer sah'n.
Ich habe mein Tun nur mit Herzem geführt,
ich liebte die Dinge, die durch mich geschah'n.
Ich war egoistisch – im Sinne des Plans.
Ich war auch begeistert, war vollends dabei.
Ich sah all das Alte im Zuge des Wahns
schon wanken, ich dachte, wir wären bald frei.
Ich hoffte, das Große, Gesamte zu sehen,
ich meinte, es wäre nun schließlich die Zeit,
da ließen wir Neuen das Neue auch gehen,
ich sehe wohl heute: Es war nicht so weit.
Und dennoch vermochte ich letztlich das Gute,
den Konsens der Anderen nicht zu erheben
auf Höhen des Höchsten und auf jene Route,
von der aus die Götter uns Zwerge erleben.
wenn alles beim Alten, Bewährten doch bleibt.
Ich tat wohl mein Bestes, ich stellte die Weichen,
ich habe die Revolution einverleibt.
Ich habe im Herzen die Stürme verspürt,
die all jene großen Veränderer sah'n.
Ich habe mein Tun nur mit Herzem geführt,
ich liebte die Dinge, die durch mich geschah'n.
Ich war egoistisch – im Sinne des Plans.
Ich war auch begeistert, war vollends dabei.
Ich sah all das Alte im Zuge des Wahns
schon wanken, ich dachte, wir wären bald frei.
Ich hoffte, das Große, Gesamte zu sehen,
ich meinte, es wäre nun schließlich die Zeit,
da ließen wir Neuen das Neue auch gehen,
ich sehe wohl heute: Es war nicht so weit.
Und dennoch vermochte ich letztlich das Gute,
den Konsens der Anderen nicht zu erheben
auf Höhen des Höchsten und auf jene Route,
von der aus die Götter uns Zwerge erleben.
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Montag, 23. Juli 2007
Vogelmuttermord
Traurig schreit der Vogel schon seit Stunden,
mehr ein Fiepsen denn ein echtes Schrei'n.
Dieser Vogel ist noch Jung, ist klein,
umso schlimmer, was er muss bekunden.
Unten fläzt das Ungetüm lasziv,
streckt die langen Glieder von sich fort,
kein Gewissen, nicht ein Hauch von Mord,
nicht ein Blick zum Vogel, der dort rief.
Ewig gleich, wie monoton zum Troste,
fast, als klammerte das arme Wesen
sich an das Vertraute, bitter lesen
sich die Töne, die das Schicksal loste.
So zerbrechlich, nicht bereit zu leben,
nicht bereit, allein zu existieren,
lange nicht bereit, schon zu verlieren,
was das Sein als Einziges gegeben.
Tausend Rufe, tausend werden kommen,
aber nichts wird diese Tragik enden.
Irgendwann, vielleicht lässt er's bewenden,
wartet, bis auch ihm das Sein genommen.
mehr ein Fiepsen denn ein echtes Schrei'n.
Dieser Vogel ist noch Jung, ist klein,
umso schlimmer, was er muss bekunden.
Unten fläzt das Ungetüm lasziv,
streckt die langen Glieder von sich fort,
kein Gewissen, nicht ein Hauch von Mord,
nicht ein Blick zum Vogel, der dort rief.
Ewig gleich, wie monoton zum Troste,
fast, als klammerte das arme Wesen
sich an das Vertraute, bitter lesen
sich die Töne, die das Schicksal loste.
So zerbrechlich, nicht bereit zu leben,
nicht bereit, allein zu existieren,
lange nicht bereit, schon zu verlieren,
was das Sein als Einziges gegeben.
Tausend Rufe, tausend werden kommen,
aber nichts wird diese Tragik enden.
Irgendwann, vielleicht lässt er's bewenden,
wartet, bis auch ihm das Sein genommen.
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Sonntag, 22. Juli 2007
Die Liebe aus Sicht des Ungeliebten
Man sieht dieser Wochen so viel junges Glück,
Da wird man fast neidisch und etwas infam
verankert sich Häme ins Denken ein Stück,
genug, dass so mancher Gedanke mir kam:
Erst hält man noch Händchen, dann hält sich die Waage,
und wenn sie sich drauf stellt, dann wird’s bald schon mehr.
Dann fragt sie ihn, weshalb er ihr nie mal sage,
sie sehe so leicht aus – nur fällt ihm das schwer.
Und bald schon verwandeln sich Frühstücksgedecke
in fleckige Reste, gewöhnliches Essen.
Die Reizunterwäsche liegt in der Ecke,
doch nicht wild entrissen, sie wurd' nur vergessen.
Die Flaschen mit Wein, die noch g'rad stolz kredenzt
mit funkelnden Gläsern, die eifrig geputzt,
werden heut' auch getrunken, nur ist sie begrenzt,
die Freude am Blute, das's Sofa verschmutzt.
Und packt er sie nochmal mit inniger Hitze,
erwischt er sie kalt und sie bleibt nicht ganz cool
und sagt ihm, er solle das lassen, sie schwitze,
dann rettet sie, kopfhaltend, sich schnell zum Stuhl.
Ihr nennt mich sarkastisch? Meint, dass ich nur hasse?
Das ist nicht gerade sensibel, ich bin...
ich muss nur beweisen, dass ich nichts verpasse,
wenn ich alleine die Liebe ersinn'.
Da wird man fast neidisch und etwas infam
verankert sich Häme ins Denken ein Stück,
genug, dass so mancher Gedanke mir kam:
Erst hält man noch Händchen, dann hält sich die Waage,
und wenn sie sich drauf stellt, dann wird’s bald schon mehr.
Dann fragt sie ihn, weshalb er ihr nie mal sage,
sie sehe so leicht aus – nur fällt ihm das schwer.
Und bald schon verwandeln sich Frühstücksgedecke
in fleckige Reste, gewöhnliches Essen.
Die Reizunterwäsche liegt in der Ecke,
doch nicht wild entrissen, sie wurd' nur vergessen.
Die Flaschen mit Wein, die noch g'rad stolz kredenzt
mit funkelnden Gläsern, die eifrig geputzt,
werden heut' auch getrunken, nur ist sie begrenzt,
die Freude am Blute, das's Sofa verschmutzt.
Und packt er sie nochmal mit inniger Hitze,
erwischt er sie kalt und sie bleibt nicht ganz cool
und sagt ihm, er solle das lassen, sie schwitze,
dann rettet sie, kopfhaltend, sich schnell zum Stuhl.
Ihr nennt mich sarkastisch? Meint, dass ich nur hasse?
Das ist nicht gerade sensibel, ich bin...
ich muss nur beweisen, dass ich nichts verpasse,
wenn ich alleine die Liebe ersinn'.
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Kreuzreim
Samstag, 21. Juli 2007
Der kleine Mann
Es suchte einst ein kleiner Mann
die Frau, die zu ihm aufseh'n kann.
So streifte er von Land zu Land,
doch jede Frau, die er mal fand,
war immer etwas größer.
Er fing schon bald zu zweifeln an,
weil man nicht nur allein sein kann,
da sah er sie dort stehen:
Sie war perfekt, er sah es gleich,
an Schönheit voll, an Klugheit reich,
sie war für ihn geschaffen.
Noch heute schaut er zu ihr auf,
und freut sich d'ran und nimmt in Kauf,
dass Liebe keine Form hat.
die Frau, die zu ihm aufseh'n kann.
So streifte er von Land zu Land,
doch jede Frau, die er mal fand,
war immer etwas größer.
Er fing schon bald zu zweifeln an,
weil man nicht nur allein sein kann,
da sah er sie dort stehen:
Sie war perfekt, er sah es gleich,
an Schönheit voll, an Klugheit reich,
sie war für ihn geschaffen.
Noch heute schaut er zu ihr auf,
und freut sich d'ran und nimmt in Kauf,
dass Liebe keine Form hat.
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Freitag, 20. Juli 2007
Schall
Der Wind trägt das Klirren durch zahlreiche Nächte,
singt Lieder, berichtet den wenigen Ohren
die wach sind, von Menschen, an die man nie dächte,
vernahm man nicht g'rade das fremdliche Rohren.
Ich blicke vom Schreibtisch und sehe nur Dunkel,
kein Hinweis auf Leben, hier lebe nur ich.
Und doch ist der Schall wie ein stilles Gemunkel
von Menschen, die kurze Präsenz wie ein Stich.
Das Echo der Seelen, der Klang der Getriebe
verraucht nach Momenten voll inniger Frage.
Ich frage ins Ungewiss: Wenn ich nicht bliebe,
wäre auch ich nur ein Schall, ferner Tage?
singt Lieder, berichtet den wenigen Ohren
die wach sind, von Menschen, an die man nie dächte,
vernahm man nicht g'rade das fremdliche Rohren.
Ich blicke vom Schreibtisch und sehe nur Dunkel,
kein Hinweis auf Leben, hier lebe nur ich.
Und doch ist der Schall wie ein stilles Gemunkel
von Menschen, die kurze Präsenz wie ein Stich.
Das Echo der Seelen, der Klang der Getriebe
verraucht nach Momenten voll inniger Frage.
Ich frage ins Ungewiss: Wenn ich nicht bliebe,
wäre auch ich nur ein Schall, ferner Tage?
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Kreuzreim
Donnerstag, 19. Juli 2007
Reime für die Ewigkeit
Schau kurz in ein helles Licht,
senk den Blick und schweige.
Das verschwindet so schnell nicht,
mach die Augen zu – es sticht
noch durch, geht nicht zuneige.
Denk Dir eine Melodie,
sing sie Dir im Stillen.
Und schon meinst Du, dass sie nie
wieder geht, bleibt in Dir wie
ein Freund, auch wider Willen.
Sprich mal zwei, drei Reime laut
sprich sie auch im Zimmer.
Hast Du's oft genug gekaut,
hör mit auf – was Du gebaut
an Sprache bleibt für immer.
senk den Blick und schweige.
Das verschwindet so schnell nicht,
mach die Augen zu – es sticht
noch durch, geht nicht zuneige.
Denk Dir eine Melodie,
sing sie Dir im Stillen.
Und schon meinst Du, dass sie nie
wieder geht, bleibt in Dir wie
ein Freund, auch wider Willen.
Sprich mal zwei, drei Reime laut
sprich sie auch im Zimmer.
Hast Du's oft genug gekaut,
hör mit auf – was Du gebaut
an Sprache bleibt für immer.
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Trochäus
Mittwoch, 18. Juli 2007
Nachttraum
Ein Vorhang aus Samt überfällt meine Sinne
und schwärzer als schwarz und mit Sternen behaucht,
ein schleichendes Knistern – ich halte kurz inne,
bemerke: Ich bin in die Nacht eingetaucht.
Und alles verbindet sich: Tausende Formen
wie choreographisch versammelt im Fluss
und Bilder aus Lichtern, verschwiegene Normen
vereinen sich, edel entbietend den Kuss.
Kein Muss ist dahinter, der Tanz folgt den Schritten,
die Götter der Ewigkeit einst schon so kannten.
Wie zwanglos grazil diese Schönheit inmitten
der Tiefen der Sphären, die „Weltall“ wir nannten.
Und All ist es wirklich, denn alles begegnet
der schwungvoll gebärdenen höheren Kraft.
Und was man nicht sieht, existiert nicht, gesegnet
sei jener, der all diese Welten erschafft.
Gerade verbinden sich neuerdings Strahlen
und malen die denkbar unglaublichsten Dinge,
bestücken Gebilde mit kostbaren Schalen,
da merke ich, wie ich dem Schlafe entringe...
und schwärzer als schwarz und mit Sternen behaucht,
ein schleichendes Knistern – ich halte kurz inne,
bemerke: Ich bin in die Nacht eingetaucht.
Und alles verbindet sich: Tausende Formen
wie choreographisch versammelt im Fluss
und Bilder aus Lichtern, verschwiegene Normen
vereinen sich, edel entbietend den Kuss.
Kein Muss ist dahinter, der Tanz folgt den Schritten,
die Götter der Ewigkeit einst schon so kannten.
Wie zwanglos grazil diese Schönheit inmitten
der Tiefen der Sphären, die „Weltall“ wir nannten.
Und All ist es wirklich, denn alles begegnet
der schwungvoll gebärdenen höheren Kraft.
Und was man nicht sieht, existiert nicht, gesegnet
sei jener, der all diese Welten erschafft.
Gerade verbinden sich neuerdings Strahlen
und malen die denkbar unglaublichsten Dinge,
bestücken Gebilde mit kostbaren Schalen,
da merke ich, wie ich dem Schlafe entringe...
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Limerick IX - Flieder
Sie trug dieses Kleid - es war flieder -,
nur war es dem Gärtner zuwider,
d'rum schloss man den Pakt:
Sie machte sich nackt,
jetzt trägt sie das Kleid immer wieder.
nur war es dem Gärtner zuwider,
d'rum schloss man den Pakt:
Sie machte sich nackt,
jetzt trägt sie das Kleid immer wieder.
Dienstag, 17. Juli 2007
Ewige Treue
Wenn Menschen sich die Treue schwören,
ist viel Unglück stets im Spiel.
Erst kann nichts die Liebe stören,
erst gelobt man sich noch viel,
dann verlobt man sich, bekennt,
dass man sich in Ewigkeit
hoch verschuldet, denn man nennt
alles namentlich und weit
und breit sei nirgendwo ein Makel,
Logik, dass dies' brechen muss,
schon das Pergamentgekrakel
scheint Indiz – und dann der Kuss,
dann der Kuss, der stolz besiegelt,
fast, als Schlösse eine Tür,
früher Zunge, heut' geschniegelt,
nur – wo, bitte, ist das für?
ist viel Unglück stets im Spiel.
Erst kann nichts die Liebe stören,
erst gelobt man sich noch viel,
dann verlobt man sich, bekennt,
dass man sich in Ewigkeit
hoch verschuldet, denn man nennt
alles namentlich und weit
und breit sei nirgendwo ein Makel,
Logik, dass dies' brechen muss,
schon das Pergamentgekrakel
scheint Indiz – und dann der Kuss,
dann der Kuss, der stolz besiegelt,
fast, als Schlösse eine Tür,
früher Zunge, heut' geschniegelt,
nur – wo, bitte, ist das für?
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