Die Tage werden früher dunkel,
die Welt beseitigt den Kontrast
und schafft ihn neu durch das Gemunkel,
das abends durch die Straßen schasst.
Die Winde wehen wieder wilder,
sie tragen halbe Bäume fort
und schaffen so die schönsten Bilder
von Blättern, denen Luft ihr Hort.
So kommt es, dass man g’rad spazierte,
im Stillen den Geruch genoss,
und wenig später schon, da zierte
den Körper reich ein Blättertross.
Ein güld’nes Ross fliegt durch die Lüfte,
die Fantasie auf ihrem Ritt,
der aller Leben schweren Klüfte
zärtlich durch die Kehle schnitt.
Die Himmel sind an Wolken reicher,
denn rascher ziehen sie hinauf,
doch rascher werden sie auch bleicher,
aufgrund des Windes raschen Lauf.
Er zwickt auch hier und dort Gesichter,
verschmückt sie frech mit Fransenschals,
und lächelnd glänzen Augenlichter,
sie riechen Laubwerk allemals.
Und Füße treffen Pflastersteine,
schlendern an der frischen Luft,
und jeder Schritt ist eine kleine
Erfrischung voller reinem Duft.
Und nie verbrüdern Mensch und Umwelt
einander so vollendet froh,
wie dann, wenn uns’re Erde stumm schnellt,
so voll Geräusch und lichterloh.
Vor Übereifer mischt der Maler
den Bäumen noch ein Rot mit an,
es strahlen leuchtend Leuchtestrahler
aus Rot und Blättern – welch ein Bann!
Vollkommen ist die Symbiose:
Natur und wir und sie und ich.
Ich schreite, jedem Alltag lose –
Die Kunst des Herbsts entfesselt mich.
Samstag, 15. September 2007
Freitag, 14. September 2007
Träume, die der Einsamkeit entspringen
Wie sie ihren Blick voll Anmut senkt,
still und schön den schwarzen Augenbrauen
Schwung verleiht, voll Ausdruck ihre schlauen
Augen auf mich richtet – mich beschenkt,
wie sie ohne Vorsatz mich erreicht,
meinem Tiefsten das Gespräch erbietet,
mich bewohnt, mein Seelenleben mietet,
ist so wundervoll, dass nichts ihm gleicht.
Einzig eine Sache trübt das Laben,
nur ein Makel, sonst ist sie perfekt,
zu perfekt, um wirklich wahr zu sein:
Wollte ich sie wahrhaft bei mir haben,
hier in meinem Arm, bei mir versteckt,
müsste sich der Traum in’s Leben frei’n.
still und schön den schwarzen Augenbrauen
Schwung verleiht, voll Ausdruck ihre schlauen
Augen auf mich richtet – mich beschenkt,
wie sie ohne Vorsatz mich erreicht,
meinem Tiefsten das Gespräch erbietet,
mich bewohnt, mein Seelenleben mietet,
ist so wundervoll, dass nichts ihm gleicht.
Einzig eine Sache trübt das Laben,
nur ein Makel, sonst ist sie perfekt,
zu perfekt, um wirklich wahr zu sein:
Wollte ich sie wahrhaft bei mir haben,
hier in meinem Arm, bei mir versteckt,
müsste sich der Traum in’s Leben frei’n.
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Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Sonette,
Trochäus
Donnerstag, 13. September 2007
Urkräfte
Es stehen die Mächte sich schweigend entgegen
und wägen beflissen im Strahle der Sterne
die Kräfte des Anderen achtungsvoll ab.
Erhaben erklären die Blicke im Regen
respektvoll des anderen Größe im Kerne,
ein ehrsames Wägen Elias’, Ahab.
Und wenn sie sich regen, verbergen die Schatten
in Falten des Dunkel das winzige Rühren,
zu hören ist einzig der ahnende Wind.
Und alle Geschichten, die Welten schon hatten,
verschwinden in zukunftsbezeugenden Schwüren
von kommenden Prächten der Zeuge wir sind.
Giganten entstehen durch solcherlei Geste,
erhaben betrachten sie einfach die Lage
und handeln gewissenhaft, stets überlegt.
Mit Augenmaß gleich einer göttlichen Meste
erkennen sie gleichsam den Mond auch am Tage,
erleben in Klarheit, was Herzen bewegt.
Die Spannung bleibt steigend, man spürt sie fast zerren,
die Winde erscheinen als Werke der beiden,
ersetzen die Urkraft der Umwelt im Krieg.
Dann endlich Bewegung: Synchron sind die Herren
zur Umkehr bewogen. Und somit vermeiden
sie weise das tierische Ringen um Sieg.
und wägen beflissen im Strahle der Sterne
die Kräfte des Anderen achtungsvoll ab.
Erhaben erklären die Blicke im Regen
respektvoll des anderen Größe im Kerne,
ein ehrsames Wägen Elias’, Ahab.
Und wenn sie sich regen, verbergen die Schatten
in Falten des Dunkel das winzige Rühren,
zu hören ist einzig der ahnende Wind.
Und alle Geschichten, die Welten schon hatten,
verschwinden in zukunftsbezeugenden Schwüren
von kommenden Prächten der Zeuge wir sind.
Giganten entstehen durch solcherlei Geste,
erhaben betrachten sie einfach die Lage
und handeln gewissenhaft, stets überlegt.
Mit Augenmaß gleich einer göttlichen Meste
erkennen sie gleichsam den Mond auch am Tage,
erleben in Klarheit, was Herzen bewegt.
Die Spannung bleibt steigend, man spürt sie fast zerren,
die Winde erscheinen als Werke der beiden,
ersetzen die Urkraft der Umwelt im Krieg.
Dann endlich Bewegung: Synchron sind die Herren
zur Umkehr bewogen. Und somit vermeiden
sie weise das tierische Ringen um Sieg.
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Daktylus,
Das tägliche Gedicht,
Gedichte
Mittwoch, 12. September 2007
Erinnerung. Bedauert.
Ich blicke in's Dunkel, die Iris weit offen,
versuch' das Verborgene doch zu erkennen.
Mein Blick ist die Suche und Blinzeln das Hoffen,
es möge das Wesen sich endlich benennen.
Ich ahne das Schlimme und wünschte, es lindert,
doch weiß ich mit Sicherheit: Nichts ist hier gut.
Ich kenn' die Umgebung aus Jahren, mich hindert
am wirklichen Sehen doch letztlich mein Mut.
Es scheiterten viele am dunkelsten Wege,
Erinnerung ist unser härterster Feind.
Er zetert und kratzt noch bei zärtlichster Pflege -
ein einziger Fehler, für immer beweint.
versuch' das Verborgene doch zu erkennen.
Mein Blick ist die Suche und Blinzeln das Hoffen,
es möge das Wesen sich endlich benennen.
Ich ahne das Schlimme und wünschte, es lindert,
doch weiß ich mit Sicherheit: Nichts ist hier gut.
Ich kenn' die Umgebung aus Jahren, mich hindert
am wirklichen Sehen doch letztlich mein Mut.
Es scheiterten viele am dunkelsten Wege,
Erinnerung ist unser härterster Feind.
Er zetert und kratzt noch bei zärtlichster Pflege -
ein einziger Fehler, für immer beweint.
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Daktylus,
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim
Dienstag, 11. September 2007
Grundfrage
Ich werde Asche sein, ich werde sterben.
Egal wie viel ich leiste hier auf Erden.
Vergänglichkeit. Ich werde sie vererben
und nicht mehr seh'n, wie sie ihr Opfer werden.
Und all mein Schaffen mit mir annuliert.
Zwar zehren, wenn ich glücklich bin, noch Jahre
die Menschen von den Werken, die kreiert -
doch werd' ich es kaum sehen von der Bahre.
Was bringt der fromme Wunsch, es möge weiter
das Leben meiner Lieben Glück verstärken,
wenn ich im Tode kläglich daran scheiter',
die Früchte dieses Wunsches zu bemerken?
Was bringt der Status, den ich mir erstreiten
und hart verdienen musste unter Schweiß,
wenn alles doch verschwindet und bezeiten
gelöscht wird, gleich mit allem, das ich weiß?
Man mag sich solchermaßen ernsthaft fragen:
Warum noch leben, wenn der Tod doch siegt?
Nur fragt man sich an allein seinen Tagen,
dann wird man seinem Leben so entsagen,
dass dieses dann erst recht schon nichts mehr wiegt.
Egal wie viel ich leiste hier auf Erden.
Vergänglichkeit. Ich werde sie vererben
und nicht mehr seh'n, wie sie ihr Opfer werden.
Und all mein Schaffen mit mir annuliert.
Zwar zehren, wenn ich glücklich bin, noch Jahre
die Menschen von den Werken, die kreiert -
doch werd' ich es kaum sehen von der Bahre.
Was bringt der fromme Wunsch, es möge weiter
das Leben meiner Lieben Glück verstärken,
wenn ich im Tode kläglich daran scheiter',
die Früchte dieses Wunsches zu bemerken?
Was bringt der Status, den ich mir erstreiten
und hart verdienen musste unter Schweiß,
wenn alles doch verschwindet und bezeiten
gelöscht wird, gleich mit allem, das ich weiß?
Man mag sich solchermaßen ernsthaft fragen:
Warum noch leben, wenn der Tod doch siegt?
Nur fragt man sich an allein seinen Tagen,
dann wird man seinem Leben so entsagen,
dass dieses dann erst recht schon nichts mehr wiegt.
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Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Jambus,
Kreuzreim
Montag, 10. September 2007
Muse
Ein Leben als Inspiration für das Große,
stets Atmen für And're, posieren für sie.
Ich kann nichts, doch sieht er bei mir dort im Schoße
den Quell seiner Größe - ich sehe ihn nie.
Ich läch'le zu allem - er findet gefallen,
doch liegt's nicht am Lächeln, liegt nicht mal am Tun.
Und doch - nur von mir scheinen Töne zu schallen,
die einzig für ihn auf Akkorden beruh'n.
Ich schweife im Fernen bei ihm in der Nähe,
er nähert sich seiner entfernten Passion.
Und wenn ich die Körner des Könnens so sähe,
indem ich nur schweife, genügt das längst schon.
Auf einmal beginnt ihm ein Feuer zu sengen,
egal, welche Kühle ich vorher entsandt.
Erhitzt brennt er Kunstwerke in rauen Menge
auf Leinwand, mit triumphal lodernder Hand.
Dann tat ich, wofür ich ihm lange schon diene
und weiß auch nach Jahren noch lange nicht, was.
Bewirke zwar etwas, doch bin ihm nur Schiene
und mache nichts, bin weder trocken, noch nass.
Nur warum verehrt mich das große Genie?
Verlieben sich Mannequins auch in den Spiegel?
Ich traue mich nicht, eine Philosophie
zu erschaffen, befürchte, das wär' mir ein Siegel.
stets Atmen für And're, posieren für sie.
Ich kann nichts, doch sieht er bei mir dort im Schoße
den Quell seiner Größe - ich sehe ihn nie.
Ich läch'le zu allem - er findet gefallen,
doch liegt's nicht am Lächeln, liegt nicht mal am Tun.
Und doch - nur von mir scheinen Töne zu schallen,
die einzig für ihn auf Akkorden beruh'n.
Ich schweife im Fernen bei ihm in der Nähe,
er nähert sich seiner entfernten Passion.
Und wenn ich die Körner des Könnens so sähe,
indem ich nur schweife, genügt das längst schon.
Auf einmal beginnt ihm ein Feuer zu sengen,
egal, welche Kühle ich vorher entsandt.
Erhitzt brennt er Kunstwerke in rauen Menge
auf Leinwand, mit triumphal lodernder Hand.
Dann tat ich, wofür ich ihm lange schon diene
und weiß auch nach Jahren noch lange nicht, was.
Bewirke zwar etwas, doch bin ihm nur Schiene
und mache nichts, bin weder trocken, noch nass.
Nur warum verehrt mich das große Genie?
Verlieben sich Mannequins auch in den Spiegel?
Ich traue mich nicht, eine Philosophie
zu erschaffen, befürchte, das wär' mir ein Siegel.
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Das tägliche Gedicht,
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Kreuzreim
Sonntag, 9. September 2007
Raffael
Mit einer simplen Geste Deiner Hand,
mit einer schlichten Pose, reich an Worten
voller Poesie, die nur entstand,
um wortreich diesen Zauber zu beschreiben,
schaffst Du, jene Grazie zu horten,
die unmöglich ist, einzuverleiben.
Sekunden huldigend verstreichen Zeiten,
derer man sich niemals recht gewahr
geworden wäre, kämst nicht Du zu leiten,
nur mit Anmut sie zu dirigieren -
Taktstock der Natur stellt Großes bar
und bloß im Kleinen dar, Moment erfrieren.
Ein sanftes Licht betont galant die Wärme
jener Finger, deren Krümmung zart
und zwischen stark und fernab aller Lärme
nahezu perfekte Symmetrie
kreiert, derweil der Rest des Armes ward
von feiner Müdigkeit gelegt durch sie.
Die Schönheit dieser Geste ist nicht prall,
sie sticht nicht in die Augen wie der Glanze
vielen Goldes, nein, sie ist wie Schall -
unaufdringlich nimmt sie mich beiseite,
hüllt mich nur mit Aura in Romanze,
deren Worte ich zum Blatte leite.
mit einer schlichten Pose, reich an Worten
voller Poesie, die nur entstand,
um wortreich diesen Zauber zu beschreiben,
schaffst Du, jene Grazie zu horten,
die unmöglich ist, einzuverleiben.
Sekunden huldigend verstreichen Zeiten,
derer man sich niemals recht gewahr
geworden wäre, kämst nicht Du zu leiten,
nur mit Anmut sie zu dirigieren -
Taktstock der Natur stellt Großes bar
und bloß im Kleinen dar, Moment erfrieren.
Ein sanftes Licht betont galant die Wärme
jener Finger, deren Krümmung zart
und zwischen stark und fernab aller Lärme
nahezu perfekte Symmetrie
kreiert, derweil der Rest des Armes ward
von feiner Müdigkeit gelegt durch sie.
Die Schönheit dieser Geste ist nicht prall,
sie sticht nicht in die Augen wie der Glanze
vielen Goldes, nein, sie ist wie Schall -
unaufdringlich nimmt sie mich beiseite,
hüllt mich nur mit Aura in Romanze,
deren Worte ich zum Blatte leite.
Samstag, 8. September 2007
Perspektive
Die Welt dringt durch mein Atmen in mich ein,
durchflutet meiner Lungen ganze Fülle,
veredelt meine Brust zu ihrer Hülle,
macht durch ihre Purheit auch mich rein.
Die Augen werden Fenster jenen Farben,
sie fangen alles Licht der Erde auf,
behalten es, bejubelnd diesen Kauf;
ein niemand muss der Mattheit jemals darben.
Wie Wellen gleiten flüchtig Melodien
zur Ewigkeit verdammt in meine Ohren,
die einst Musik des Seins zum Schatz erkoren,
dann sich erinnernd oft in Klänge fliehen.
Schließlich hebt die laue Brise streichelnd
die feinen Härchen, stimuliert den Sinn.
Und warum durchflutet denkend schließlich bin
ich sicher: Wenn man will, ist Leben schmeichelnd.
durchflutet meiner Lungen ganze Fülle,
veredelt meine Brust zu ihrer Hülle,
macht durch ihre Purheit auch mich rein.
Die Augen werden Fenster jenen Farben,
sie fangen alles Licht der Erde auf,
behalten es, bejubelnd diesen Kauf;
ein niemand muss der Mattheit jemals darben.
Wie Wellen gleiten flüchtig Melodien
zur Ewigkeit verdammt in meine Ohren,
die einst Musik des Seins zum Schatz erkoren,
dann sich erinnernd oft in Klänge fliehen.
Schließlich hebt die laue Brise streichelnd
die feinen Härchen, stimuliert den Sinn.
Und warum durchflutet denkend schließlich bin
ich sicher: Wenn man will, ist Leben schmeichelnd.
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Jambus,
Umarmender Reim
Freitag, 7. September 2007
Faltenwerk
Die Zeit grub ihre Furchen in die Haut,
gleich Ringen eines Stammes zeugen sie
von Alter, Leben, von Erfahrung, die
bekennend auf ein Menschenleben schaut.
Die Jahre brennen Falten in's Gesicht,
ein ehrenhafter Spiegel der Idee
die Tage zu bestreiten - Resumée,
das Launen aller Jahre wahr entspricht.
Nur selten irrt das schöne Alterszeichen,
selten nur verändert sich ein Mann
in solchem Maße, dass die Narben bleichen.
Jedoch in manchen raren Fällen wandelt
sich ein Mensch nach Jahren noch und dann
gehört das Werk als reine Kunst behandelt.
gleich Ringen eines Stammes zeugen sie
von Alter, Leben, von Erfahrung, die
bekennend auf ein Menschenleben schaut.
Die Jahre brennen Falten in's Gesicht,
ein ehrenhafter Spiegel der Idee
die Tage zu bestreiten - Resumée,
das Launen aller Jahre wahr entspricht.
Nur selten irrt das schöne Alterszeichen,
selten nur verändert sich ein Mann
in solchem Maße, dass die Narben bleichen.
Jedoch in manchen raren Fällen wandelt
sich ein Mensch nach Jahren noch und dann
gehört das Werk als reine Kunst behandelt.
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Jambus,
Sonette
Donnerstag, 6. September 2007
Superheld. Eine Überzeichnung.
Die Welt bedroht von einem Bösewicht:
der Fiesling legt die Stadt in Schutt und Asche!
Skrupel kennt dabei der Böse nicht,
steckt sich seine Beute in die Tasche.
Doch schon kommt der Superheld geflogen,
rettet eine Frau aus tiefem Sturz,
küsst sie und sagt: "Ma'am, ungelogen,
heute Abend Drinks bei mir, nur kurz?"
Lässig hebt er eine Augenbraue
unter dem perfekt frisierten Haar,
kündigt dem Halunken schlimme Haue
an - Ist dieser Mann nicht wunderbar?
Plötzlich hat der Gegner eine Waffe -
Alles keucht beängstigt tief nach Luft,
während der Ganove wie ein Affe
lacht und auf den Helden zielt, der Schuft!
Letzterer jedoch grinst locker lässig,
weicht dem Angriff aus, als wär's ein Spiel,
fliegt zum fiesen Lachen, das gehässig
klingt, zu lachen hat der nicht mehr viel:
Schon ein Schlag reicht aus, der Held ist Sieger
und der Erzfeind wirkt ein wenig fahl.
Zeitungsfotos noch vom Überflieger
und weg ist er - bis zum nächsten Mal.
der Fiesling legt die Stadt in Schutt und Asche!
Skrupel kennt dabei der Böse nicht,
steckt sich seine Beute in die Tasche.
Doch schon kommt der Superheld geflogen,
rettet eine Frau aus tiefem Sturz,
küsst sie und sagt: "Ma'am, ungelogen,
heute Abend Drinks bei mir, nur kurz?"
Lässig hebt er eine Augenbraue
unter dem perfekt frisierten Haar,
kündigt dem Halunken schlimme Haue
an - Ist dieser Mann nicht wunderbar?
Plötzlich hat der Gegner eine Waffe -
Alles keucht beängstigt tief nach Luft,
während der Ganove wie ein Affe
lacht und auf den Helden zielt, der Schuft!
Letzterer jedoch grinst locker lässig,
weicht dem Angriff aus, als wär's ein Spiel,
fliegt zum fiesen Lachen, das gehässig
klingt, zu lachen hat der nicht mehr viel:
Schon ein Schlag reicht aus, der Held ist Sieger
und der Erzfeind wirkt ein wenig fahl.
Zeitungsfotos noch vom Überflieger
und weg ist er - bis zum nächsten Mal.
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Kreuzreim,
Trochäus
Mittwoch, 5. September 2007
Ein unerwünschtes Szenario
Meine Schreie bluten im Falsett,
Frieden vergewaltigt mein Gehirn.
Stille schneidet Adern so adrett,
Leben spritzt ein Rot auf feinen Zwirn.
Das Radio im Zimmer nebenan
vertont der Welt den kollektiven Traum.
Es weiß von meinem Scheitern nichts, man kann
fast glauben es sei alles schöner Saum.
Erzürnt empört sich meien ganze Hand,
beginnt zu zittern, stürzt wie ein Komet,
splittert an die vorher weiße Wand,
wo sie, rote Bilder malend, fleht.
Und pünktlich zum Refrain (es geht um Liebe)
fällt die Klinge aus der Hand, die schwach
zu Boden hängt, als ob sie nichts mehr triebe.
Als träumte ich: Ein letztes Mal noch wach.
Frieden vergewaltigt mein Gehirn.
Stille schneidet Adern so adrett,
Leben spritzt ein Rot auf feinen Zwirn.
Das Radio im Zimmer nebenan
vertont der Welt den kollektiven Traum.
Es weiß von meinem Scheitern nichts, man kann
fast glauben es sei alles schöner Saum.
Erzürnt empört sich meien ganze Hand,
beginnt zu zittern, stürzt wie ein Komet,
splittert an die vorher weiße Wand,
wo sie, rote Bilder malend, fleht.
Und pünktlich zum Refrain (es geht um Liebe)
fällt die Klinge aus der Hand, die schwach
zu Boden hängt, als ob sie nichts mehr triebe.
Als träumte ich: Ein letztes Mal noch wach.
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Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim,
Trochäus
Dienstag, 4. September 2007
Der Maler
Ein einfacher Pinsel verkörpert sein Leben,
sein Wesen auf Borsten und Holz reduziert.
Aus Schaffen von Welten besteht nur sein Streben,
als längerer göttlicher Arm produziert
er sein Bildnis der Erde, wie er sie verziert.
Der Schwung wird zum Tanze und bald schon, im Glanze
des kunstvollen Schaffens in ihrer Ästhetik
wird Farbe zu Atem, zu Ader, die ganze
gezeichnete Erde riecht frisch nach Pathetik,
nach Laub und der Schwere der höheren Ethik.
Ein Fiebertraum später erschafft die Nuancen,
die Spreu und den Weizen und trennt sie behänd.
Die Hand rennt von Torso zu Wipfel zu Bronzen,
erheischt die Schattierung und Wirklichkeit nennt
sich und stürzt un die Szene, vor Eifer sie brennt.
Nun ejakulieren die geistigen Güsse
die Abart der Großartigkeit auf das Bild.
Genie wird zu Wahnsinn, sie geben sich Küsse,
das Große bedarf solcher Meister, die wild
gar Welten erschaffen - nur Fades ist mild!
Die Borsten erbitten Distanz zu der Schöpfung,
der Abstand zum Meisterwerk fordert Respekt
und Tribut, auch Giganten erleben die Köpfung,
wenn ihnen ihr Größtes begegnet, befleckt
ward das göttliche Werk durch den Mann, der's erweckt.
sein Wesen auf Borsten und Holz reduziert.
Aus Schaffen von Welten besteht nur sein Streben,
als längerer göttlicher Arm produziert
er sein Bildnis der Erde, wie er sie verziert.
Der Schwung wird zum Tanze und bald schon, im Glanze
des kunstvollen Schaffens in ihrer Ästhetik
wird Farbe zu Atem, zu Ader, die ganze
gezeichnete Erde riecht frisch nach Pathetik,
nach Laub und der Schwere der höheren Ethik.
Ein Fiebertraum später erschafft die Nuancen,
die Spreu und den Weizen und trennt sie behänd.
Die Hand rennt von Torso zu Wipfel zu Bronzen,
erheischt die Schattierung und Wirklichkeit nennt
sich und stürzt un die Szene, vor Eifer sie brennt.
Nun ejakulieren die geistigen Güsse
die Abart der Großartigkeit auf das Bild.
Genie wird zu Wahnsinn, sie geben sich Küsse,
das Große bedarf solcher Meister, die wild
gar Welten erschaffen - nur Fades ist mild!
Die Borsten erbitten Distanz zu der Schöpfung,
der Abstand zum Meisterwerk fordert Respekt
und Tribut, auch Giganten erleben die Köpfung,
wenn ihnen ihr Größtes begegnet, befleckt
ward das göttliche Werk durch den Mann, der's erweckt.
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Daktylus,
Das tägliche Gedicht,
Gedichte
Montag, 3. September 2007
Dem Himmel so nah
Entbietend jenen Gruß an Gottes Größe,
den nur ein aufrecht Grüßender devot
entbietet, gibt sich selber schwach die Blöße
vor Seinem Richten jener Mann in Not.
Das Haupt gesenkt, die Lieder hindern Tränen
dabei, die Wangen zierlich zu benetzen.
Der Geist verfolgt das ungefähre Wähnen,
verdrängt mit Seiner Ahnung das Entsetzen.
Der Körper scheint die Welt nur nebenbei
zu streifen, als passierte er allein
durch bloßen Zufall jenes Konterfei
der Erde, würde gleich schon nicht mehr sein.
Ein Hauch von Nostalgie durchzuckt die Züge,
Vergangenheit erhellt das Antlitz, strahlt
als ob die Perfektion als Teil der Lüge,
die nur Erinnerung erspinnt, sich malt.
Im Nu danach schon reißt die schwache Seele
und Fetzen jener Bilder explodieren -
Gott! Verstehst Du, wie ich mich hier quäle?
Kannst Du mir verzeihen? Mich verlieren?
Kannst Du mich nicht hassen? Mich nicht strafen?
Kannst Du mich nicht töten, oh mein Gott? -
Und Falten unter Augen, die nicht schlafen,
nie mehr schlafen, werden feucht im Trott.
Die Sünde jenes Mannes bleibt Geheimnis,
wir wurden Zeuge seiner letzten Nacht.
Doch ob er selbst, ob Gott des Todes Keim ist -
wer weiß. Ein Mönch, heißt's, hat sich umgebracht.
den nur ein aufrecht Grüßender devot
entbietet, gibt sich selber schwach die Blöße
vor Seinem Richten jener Mann in Not.
Das Haupt gesenkt, die Lieder hindern Tränen
dabei, die Wangen zierlich zu benetzen.
Der Geist verfolgt das ungefähre Wähnen,
verdrängt mit Seiner Ahnung das Entsetzen.
Der Körper scheint die Welt nur nebenbei
zu streifen, als passierte er allein
durch bloßen Zufall jenes Konterfei
der Erde, würde gleich schon nicht mehr sein.
Ein Hauch von Nostalgie durchzuckt die Züge,
Vergangenheit erhellt das Antlitz, strahlt
als ob die Perfektion als Teil der Lüge,
die nur Erinnerung erspinnt, sich malt.
Im Nu danach schon reißt die schwache Seele
und Fetzen jener Bilder explodieren -
Gott! Verstehst Du, wie ich mich hier quäle?
Kannst Du mir verzeihen? Mich verlieren?
Kannst Du mich nicht hassen? Mich nicht strafen?
Kannst Du mich nicht töten, oh mein Gott? -
Und Falten unter Augen, die nicht schlafen,
nie mehr schlafen, werden feucht im Trott.
Die Sünde jenes Mannes bleibt Geheimnis,
wir wurden Zeuge seiner letzten Nacht.
Doch ob er selbst, ob Gott des Todes Keim ist -
wer weiß. Ein Mönch, heißt's, hat sich umgebracht.
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Das tägliche Gedicht,
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Kreuzreim
Sonntag, 2. September 2007
Die Mütter der Kriege
Verzeiht, doch kenne ich nicht Ihren Namen,
nur ist mir Ihre Geste wohlbekannt -
ihr Stolz entsprang auch einst aus meinem Samen,
scheint mit meinem Fleisch und Blut verwandt.
Das Spreizen jenes Fingers dort beim Denken,
der wache Blick, durch Klugheit wohl maskiert,
Sie scheinen Ihr Betragen so zu lenken,
dass es meinen Sohn perfekt skizziert.
Der feine Schwung der Nase, diese Augen,
in deren Klarheit alles deutlich scheint,
die gleichwohl die Umgebung aufzusaugen
scheinen, ist, was Sie mit ihm vereint.
Ich hab' gemeint, er wär' noch etwas kleiner,
doch überdenk' ich's recht, war er recht groß.
Und auch Ihr Leberfleck sieht aus wie seiner,
wie kann's sein? Das Schicksal stellt mich bloß!
Wie kommt es nur, dass Sie hier vor mir stehen,
als wär'n Sie er, er Sie - Sie beide gleich?
Ich muss nur schnell ein Foto holen gehen,
beschenkt mich denn der Zufall derart reich?
...ich...muss Sie um Verzeihung höflichst fragen -
Ihr Bart ist, freilich, eine and're Welt.
Zu jung noch, viel zu jung, um Bart zu tragen,
starb mein Sohn im Krieg...als Landesheld.
nur ist mir Ihre Geste wohlbekannt -
ihr Stolz entsprang auch einst aus meinem Samen,
scheint mit meinem Fleisch und Blut verwandt.
Das Spreizen jenes Fingers dort beim Denken,
der wache Blick, durch Klugheit wohl maskiert,
Sie scheinen Ihr Betragen so zu lenken,
dass es meinen Sohn perfekt skizziert.
Der feine Schwung der Nase, diese Augen,
in deren Klarheit alles deutlich scheint,
die gleichwohl die Umgebung aufzusaugen
scheinen, ist, was Sie mit ihm vereint.
Ich hab' gemeint, er wär' noch etwas kleiner,
doch überdenk' ich's recht, war er recht groß.
Und auch Ihr Leberfleck sieht aus wie seiner,
wie kann's sein? Das Schicksal stellt mich bloß!
Wie kommt es nur, dass Sie hier vor mir stehen,
als wär'n Sie er, er Sie - Sie beide gleich?
Ich muss nur schnell ein Foto holen gehen,
beschenkt mich denn der Zufall derart reich?
...ich...muss Sie um Verzeihung höflichst fragen -
Ihr Bart ist, freilich, eine and're Welt.
Zu jung noch, viel zu jung, um Bart zu tragen,
starb mein Sohn im Krieg...als Landesheld.
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Trochäus
Samstag, 1. September 2007
Dem Nervenden einfühlsam entgegnet
Wenn Du nicht dauernd insistiertest, würde
niemand jemals Kenntnis davon haben,
Du bildest Dir den "Fehler" als die Bürde
Deines Lebens ein und scheinst Dich d'ran zu laben!
Nun lass es doch bewenden - Deine Gründe
sind, wie der "Fehler" selbst, doch ganz egal.
Befrei von Deiner selbst erschaff'nen Sünde
doch endlich uns're Ohren, sei normal!
Wenn Dich Dein Anspruchsdenken nun bedrückt,
dann halt den Mund - erklär' es Dir gedacht!
Wir, für uns'ren Teil, sind nicht verrückt -
wir hätten's längst vergessen, über Nacht!
niemand jemals Kenntnis davon haben,
Du bildest Dir den "Fehler" als die Bürde
Deines Lebens ein und scheinst Dich d'ran zu laben!
Nun lass es doch bewenden - Deine Gründe
sind, wie der "Fehler" selbst, doch ganz egal.
Befrei von Deiner selbst erschaff'nen Sünde
doch endlich uns're Ohren, sei normal!
Wenn Dich Dein Anspruchsdenken nun bedrückt,
dann halt den Mund - erklär' es Dir gedacht!
Wir, für uns'ren Teil, sind nicht verrückt -
wir hätten's längst vergessen, über Nacht!
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Kreuzreim
Freitag, 31. August 2007
Im Walde
Über dem Walde erhebt sich ein Rauschen,
vertraut und besänftigend weht es dahin.
Gräser errichten sich, leise zu lauschen,
haben für's Atmen der Lichtung viel Sinn.
Blätter im Winde, bekanntes Motiv,
ein Zeichen des freien Genusses des Schönen,
das stets uns umgibt. Ein König, der schlief,
erweckt seine Äste, das Aug' zu verwöhnen.
Ein hölzerner Riese wacht erfurchtgebietend
Geschicken des Waldes, die unter ihm sind.
Sein Auge ist mächtig, die Lichtung vernietend
erstrahlt es in grünlicher Pracht dort im Wind.
Sein Wehen ist friedliche Mahnung den Gästen
des Schauspiels, zu hören, was Gott ihnen schenkt.
Und nicht zu verpassen die Vielzahl von Festen,
die einfach geschehen, natürlich gelenkt.
vertraut und besänftigend weht es dahin.
Gräser errichten sich, leise zu lauschen,
haben für's Atmen der Lichtung viel Sinn.
Blätter im Winde, bekanntes Motiv,
ein Zeichen des freien Genusses des Schönen,
das stets uns umgibt. Ein König, der schlief,
erweckt seine Äste, das Aug' zu verwöhnen.
Ein hölzerner Riese wacht erfurchtgebietend
Geschicken des Waldes, die unter ihm sind.
Sein Auge ist mächtig, die Lichtung vernietend
erstrahlt es in grünlicher Pracht dort im Wind.
Sein Wehen ist friedliche Mahnung den Gästen
des Schauspiels, zu hören, was Gott ihnen schenkt.
Und nicht zu verpassen die Vielzahl von Festen,
die einfach geschehen, natürlich gelenkt.
etikettiert:
Daktylus,
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim
Donnerstag, 30. August 2007
ohne Kunst
Manche Menschen leben ohne Kunst,
heißt: ein Leben ohne Gottes Gunst,
heißt: ein Winteratem, der nicht sichtbar,
heißt: ein Frühlingsmorgen ohne Tau,
heißt: ein Sternenblitzen, das nicht licht war,
heißt: ein Sommerabend, der nicht lau,
heißt: ein Käfer, der nicht brummt beim Fliegen,
heißt: ein Dichter, ohne Lust am Schreiben,
heißt: zigeuner, die am Flecke bleiben,
heißt: zwei Tauben, die sich nur bekriegen,
heißt: ein Sonnenaufgang ohne Rot,
heißt: ein Sonnenuntergang in Not,
heißt: romantisches Gedicht ohn' Mond,
heißt: ein Schneckenhaus, stets unbewohnt,
heißt: ein Brief, nicht handschriftlich verfasst,
heißt: mit selber Meinung diskutieren,
heißt: ein Lehrer, der das Lehren hasst,
heißt: ein Wald, verlassen von den Tieren,
heißt: ein arbeitsreiches Wochenende,
heißt: ein Kater ohne Eleganz,
heißt: ein Augenfunkeln ohne Tanz,
heißt: ein Pantomime ohne Hände,
heißt: ein Pfarrer, der nicht hofft beim Glauben,
heißt: ein Obstsalat, ganz ohne Trauben,
heißt: ein Moor in Schottland ohne Dunst,
heißt: ein Menschenleben - ohne Kunst.
heißt: ein Leben ohne Gottes Gunst,
heißt: ein Winteratem, der nicht sichtbar,
heißt: ein Frühlingsmorgen ohne Tau,
heißt: ein Sternenblitzen, das nicht licht war,
heißt: ein Sommerabend, der nicht lau,
heißt: ein Käfer, der nicht brummt beim Fliegen,
heißt: ein Dichter, ohne Lust am Schreiben,
heißt: zigeuner, die am Flecke bleiben,
heißt: zwei Tauben, die sich nur bekriegen,
heißt: ein Sonnenaufgang ohne Rot,
heißt: ein Sonnenuntergang in Not,
heißt: romantisches Gedicht ohn' Mond,
heißt: ein Schneckenhaus, stets unbewohnt,
heißt: ein Brief, nicht handschriftlich verfasst,
heißt: mit selber Meinung diskutieren,
heißt: ein Lehrer, der das Lehren hasst,
heißt: ein Wald, verlassen von den Tieren,
heißt: ein arbeitsreiches Wochenende,
heißt: ein Kater ohne Eleganz,
heißt: ein Augenfunkeln ohne Tanz,
heißt: ein Pantomime ohne Hände,
heißt: ein Pfarrer, der nicht hofft beim Glauben,
heißt: ein Obstsalat, ganz ohne Trauben,
heißt: ein Moor in Schottland ohne Dunst,
heißt: ein Menschenleben - ohne Kunst.
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Mittwoch, 29. August 2007
Hunger, Raubtier - eine Metapher
Magere Beine dem Hunger als Säule,
tagelang fasten in fraßlosen Wochen.
Monate nagen an sichtbaren Knochen,
keifend jagt Todesangst eitrige Fäule.
Wenn sich der Körper schon gegen sich wendet -
Krämpfe im Magen als stiller Protest -,
weiß sie, dass einen das Leben verlässt,
Leben als Pest, der Körper verendet.
Auf einmal erblickt sie die laufende Speise,
Speichel im Überfluss läuft aus dem Maul,
jeder Rezeptor gespannt, dennoch leise.
Durch seinen Tod wird das Leben erhalten,
bald gibt das Opfer, dann reglos und faul,
Hyänen Wärme, um selbst zu erkalten.
tagelang fasten in fraßlosen Wochen.
Monate nagen an sichtbaren Knochen,
keifend jagt Todesangst eitrige Fäule.
Wenn sich der Körper schon gegen sich wendet -
Krämpfe im Magen als stiller Protest -,
weiß sie, dass einen das Leben verlässt,
Leben als Pest, der Körper verendet.
Auf einmal erblickt sie die laufende Speise,
Speichel im Überfluss läuft aus dem Maul,
jeder Rezeptor gespannt, dennoch leise.
Durch seinen Tod wird das Leben erhalten,
bald gibt das Opfer, dann reglos und faul,
Hyänen Wärme, um selbst zu erkalten.
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Dienstag, 28. August 2007
Erwachsenenzeug
Was macht denn nur die Mama dort?
Warum hat sie nichts an?
Ich geh' mal lieber wieder fort,
nur: Wer ist dieser Mann?
Ich glaub', der tut der Mama weh,
auch er ist splitternackt.
Sie turnen, so wie ich das seh',
jetzt hat er sie gepackt...
Er grunzt ganz lustig vor sich hin
und Mama äfft ihn nach!
Wie spaßig ich am kichern bin,
als er es unterbrach.
Jetzt setzt sie sich noch auf ihn drauf:
Sie hat ihn wohl besiegt!
Und hoch und runter, ab und auf,
wird weiter sich bekriegt!
Und plötzlich stöhnen beide laut,
hab' ich mich g'rad erschreckt!
Ich hab' gedacht, dass er sie haut,
zum Glück bin ich versteckt!
Nur: Warum lächelt sie ihn an?
Ich geh' jetzt echt in's Bett.
Und morgen frag' ich Papa dann,
ob er's verstanden hätt'!
Warum hat sie nichts an?
Ich geh' mal lieber wieder fort,
nur: Wer ist dieser Mann?
Ich glaub', der tut der Mama weh,
auch er ist splitternackt.
Sie turnen, so wie ich das seh',
jetzt hat er sie gepackt...
Er grunzt ganz lustig vor sich hin
und Mama äfft ihn nach!
Wie spaßig ich am kichern bin,
als er es unterbrach.
Jetzt setzt sie sich noch auf ihn drauf:
Sie hat ihn wohl besiegt!
Und hoch und runter, ab und auf,
wird weiter sich bekriegt!
Und plötzlich stöhnen beide laut,
hab' ich mich g'rad erschreckt!
Ich hab' gedacht, dass er sie haut,
zum Glück bin ich versteckt!
Nur: Warum lächelt sie ihn an?
Ich geh' jetzt echt in's Bett.
Und morgen frag' ich Papa dann,
ob er's verstanden hätt'!
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Montag, 27. August 2007
Sich selbst am nächsten
Traurig bedenkt mich der weinende Himmel
mit einigen Tropfen voll klärender Kraft.
Die Kühle entreißt mich dem eit'len Gewimmel,
ein Abgrund von Menschen, der zwischen uns klafft.
Ein Leben voll Hähme, ein taubes Gefühl,
und lähmend beschenkt mich mein stolzer Entzug,
ein Wenig von Freiheit erlange ich kühl,
Triumph? Ja, mit Bitterkeit, die in mir schlug.
Ich schreie den Wolken mein Siegesgebrüll,
verzehre mein Echo als öffnenden Ruf,
denn offen erst sehe ich all diesen Müll,
verzeihe mir, dass man so menschlich mich schuf...
mit einigen Tropfen voll klärender Kraft.
Die Kühle entreißt mich dem eit'len Gewimmel,
ein Abgrund von Menschen, der zwischen uns klafft.
Ein Leben voll Hähme, ein taubes Gefühl,
und lähmend beschenkt mich mein stolzer Entzug,
ein Wenig von Freiheit erlange ich kühl,
Triumph? Ja, mit Bitterkeit, die in mir schlug.
Ich schreie den Wolken mein Siegesgebrüll,
verzehre mein Echo als öffnenden Ruf,
denn offen erst sehe ich all diesen Müll,
verzeihe mir, dass man so menschlich mich schuf...
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