Montag, 24. September 2007

Zerreißprobe

Ich bin nicht genug dieser Welt.
Ich fülle die Formen nicht aus.
Ein Wortspiel des Stummen,
ein türloses Haus,
in dem sich die Waage nicht hält.

Ich sehnsuche tausende Staben
von Büchern, die niemand mehr liest
und schreibe dem Kasper
‘nen Witz, der verdrießt,
und male auf schwarzem Blatt Raben.

Es hassen mich Äbte und Nonnen.
Der Liebe der Welt bin ich Hohn.
Und wag‘ ich zu hoffen,
ist Unglück mein Lohn.
Das Ende hat wieder begonnen.

Man muss nicht abstrakt formulieren.
Der Wortsinn entbehrt keiner Drastik.
Ich kann nicht genügen.
Ich bin eine Plastik
aus Kunststoff – und muss dennoch frieren.

1 Kommentar:

haleakala hat gesagt…

Eine Plastik aus Kunststoff - weil die Umwelt keine Natürlichkeit zulässt?
Oder doch eine Plastik aus Marmor, in die das Licht nicht mehr als ein paar Millimeter eindringt?
Kunststoff ist warm, Marmor ist kalt und ursprünglich. Ebenso wie die Furcht des Poeten.