Dieses Gedicht ist dem großen englischen Folk-Sänger Nick Drake gewidmet.
Niemand vermochte es wie er, derart wunderschöne Melodien und Arrangements mit einer solch umwerfend genauen und in's Innerste gehenden Poesie zu verbinden. Der Zauber seiner Musik und Sprache treffen noch 30 Jahre nach seinem tragischen Tod, der einem unerfüllten Leben folgte, mit einer Präzision den Hörer, die nur durch Kunst erreicht werden kann.
Seiner Größe gegenüberstehend, komme ich mir fast anmaßend vor, ihm auch nur irgendetwas zu widmen.
Du schriebst nicht Melodien, sangst nicht Töne;
Nein: Du zelebrierst Musik noch heut,
als ob sich alles Feine, wahrhaft Schöne
wiederfindet, seiner sich erfreut.
Zärtlich streichelst Du die kleinen Worte,
hauchst zur Hälfte, hälst sie scheu zurück,
und entlässt sie halb an ferne Orte,
weißt nicht, was sie bringen: Seelenglück.
Streicher untermalen Deine Stimme,
schwingen im Stakkato, nur um dann
im Klängeteppich schwimmend alles Schlimme
zu verdrängen, wie es nichts sonst kann.
Einzig eines stört Dein großes Sein:
Eintracht bringend starbst Du selbst allein.
Samstag, 10. November 2007
Freitag, 9. November 2007
Schlacht
Wolkengleich, ein dunkelschwarzer Nebel.
Grollend schreit die feste Erde auf.
Tödliche Mechanik, wie ein Hebel,
der gelöst ward, steuernd diesen Lauf.
Wand am Horizont, die Welt verdeckend.
Heulend wird die blanke Luft verzerrt.
Schreie künden Blut in spe befleckend
von der Schlacht, die jeden Krieger ehrt.
Animalisch, wie ein Rudel Tiere.
Ohne Rast und unerträglich laut.
Und im Himmel schlitzen erste Schliere
totgebor’ner Pfeile Wolkenhaut.
Spitze Eisen tödlich scharfer Klingen
wippen in der Masse laufend mit.
Werden Elend jedem Fleische bringen,
das sich ihrer wert mit festem Schritt.
Näher, näher, schwarz sind alle Welten.
Auch Konturen stechen schon hervor.
Näher, kommt – den Hochmut zu vergelten
wird ein Fest, ein Mörderfest im Chor.
Eines nur. Und nur das wirklich Eine.
Muskelkraft von Menschen gegen sie.
So gesunde Arme, starke Beine.
Später dann entstellt. Und totes Vieh.
Grollend schreit die feste Erde auf.
Tödliche Mechanik, wie ein Hebel,
der gelöst ward, steuernd diesen Lauf.
Wand am Horizont, die Welt verdeckend.
Heulend wird die blanke Luft verzerrt.
Schreie künden Blut in spe befleckend
von der Schlacht, die jeden Krieger ehrt.
Animalisch, wie ein Rudel Tiere.
Ohne Rast und unerträglich laut.
Und im Himmel schlitzen erste Schliere
totgebor’ner Pfeile Wolkenhaut.
Spitze Eisen tödlich scharfer Klingen
wippen in der Masse laufend mit.
Werden Elend jedem Fleische bringen,
das sich ihrer wert mit festem Schritt.
Näher, näher, schwarz sind alle Welten.
Auch Konturen stechen schon hervor.
Näher, kommt – den Hochmut zu vergelten
wird ein Fest, ein Mörderfest im Chor.
Eines nur. Und nur das wirklich Eine.
Muskelkraft von Menschen gegen sie.
So gesunde Arme, starke Beine.
Später dann entstellt. Und totes Vieh.
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Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim,
Trochäus
Donnerstag, 8. November 2007
Der einsamste König ist König der Herzen
Der einsamste König ist König der Herzen,
ein wenig ironisch die Menschen bemerkend,
wie groß ist der Reiz, es sich doch zu verscherzen,
doch wär‘ man nicht feige, die Masse so stärkend?
Er schüttelt die Hände gesichtsloser Männer
und streichelt die Bäuche der schwangeren Frauen,
die, schwanger von Hoffnung, sich schnell als Bekenner
benennen, doch zu atheistisch ergrauen.
Wer glaubt denn an Könige? Glaubt an Regime?
Wer folgt denn dem König, so gut er es meint?
Berührungen, sicher – doch niemals intime!
Der König hat oft schon aus Sehnsucht geweint…
Die ewige Frage in hämischem Bohren:
Was bringt Dir, das Gute für And’re zu schaffen?
Ein Kammergesang für die Welt ohne Ohren,
ein Kunstwerk, ästhetisch, das alle begaffen.
Er windet sich, tänzelt noch unsicher Schritte,
und kehrt dieser Unwelt den zierlichen Rücken.
Sekunden nur später erzittert die Bitte,
man möge gestatten, das Sein zu verzücken.
Der Widerspruch ärgert, er zwickt ihn, ihn neckend,
im Inneren treten Konflikte zutage,
die, ziegenvergleichbar die Füße ihm leckend,
erörtern die hässliche, ewige Frage.
Der König, er lässt es für heute bewenden,
er nimmt sich die Decke und legt sich in’s Bett
und traut sich, ein wenig der Zeit zu verschwenden,
die dafür nur gut ist – auch wenn er’s nicht hätt‘.
ein wenig ironisch die Menschen bemerkend,
wie groß ist der Reiz, es sich doch zu verscherzen,
doch wär‘ man nicht feige, die Masse so stärkend?
Er schüttelt die Hände gesichtsloser Männer
und streichelt die Bäuche der schwangeren Frauen,
die, schwanger von Hoffnung, sich schnell als Bekenner
benennen, doch zu atheistisch ergrauen.
Wer glaubt denn an Könige? Glaubt an Regime?
Wer folgt denn dem König, so gut er es meint?
Berührungen, sicher – doch niemals intime!
Der König hat oft schon aus Sehnsucht geweint…
Die ewige Frage in hämischem Bohren:
Was bringt Dir, das Gute für And’re zu schaffen?
Ein Kammergesang für die Welt ohne Ohren,
ein Kunstwerk, ästhetisch, das alle begaffen.
Er windet sich, tänzelt noch unsicher Schritte,
und kehrt dieser Unwelt den zierlichen Rücken.
Sekunden nur später erzittert die Bitte,
man möge gestatten, das Sein zu verzücken.
Der Widerspruch ärgert, er zwickt ihn, ihn neckend,
im Inneren treten Konflikte zutage,
die, ziegenvergleichbar die Füße ihm leckend,
erörtern die hässliche, ewige Frage.
Der König, er lässt es für heute bewenden,
er nimmt sich die Decke und legt sich in’s Bett
und traut sich, ein wenig der Zeit zu verschwenden,
die dafür nur gut ist – auch wenn er’s nicht hätt‘.
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Kreuzreim
Mittwoch, 7. November 2007
Selbstwert
Ich bin ein Stück Dreck unter‘m Nagel der Welt,
die Fliege, die summend den Haufen umkreist.
Ein ekliger Fleck, der die Weste entstellt,
ein Schild, das die Menschen zum Untergang weist.
Du solltest mich meiden, ich bin der Verrat,
der Judas der Neuzeit, ein wertloses Stück.
Ich töte das Glück, überschreite den Grat
und führe das Elend den Menschen zurück.
Mein einziger Sinn ist, der Teufel zu sein,
all jenen, die dachten, wir ständen uns nah.
Enttäusche ich jeden, sieht jeder es ein:
Vertrauen kann niemand, wenn Unglück geschah.
die Fliege, die summend den Haufen umkreist.
Ein ekliger Fleck, der die Weste entstellt,
ein Schild, das die Menschen zum Untergang weist.
Du solltest mich meiden, ich bin der Verrat,
der Judas der Neuzeit, ein wertloses Stück.
Ich töte das Glück, überschreite den Grat
und führe das Elend den Menschen zurück.
Mein einziger Sinn ist, der Teufel zu sein,
all jenen, die dachten, wir ständen uns nah.
Enttäusche ich jeden, sieht jeder es ein:
Vertrauen kann niemand, wenn Unglück geschah.
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Kreuzreim
Dienstag, 6. November 2007
Irgendwo ist sie, die Wahrheit
Du liest in anderer Menschen Benehmen,
als wär es ein Buch, alleine für dich.
Und dabei schreiben die anderen Menschen
doch meistens alleine für sich.
Du sprichst von anderer Menschen Umgebung,
als säh‘st Du die Welt als einzige klar.
Doch dabei sind Augen von anderen Menschen
für sich und die Ewigkeit wahr.
Du reibst Dich an anderer Menschen Versehen,
als hätten sie Dich mit Absicht bedreckt.
In Wahrheit merken die anderen Menschen
noch nicht einmal selbst den Defekt.
Ein niemand kann wirklich Dein Denken verstehen,
wie Du nicht verstehst, was andere lenkt.
D’rum maße Dir nicht die Wahrheit zu wissen
so an, als ob niemand sonst denkt.
als wär es ein Buch, alleine für dich.
Und dabei schreiben die anderen Menschen
doch meistens alleine für sich.
Du sprichst von anderer Menschen Umgebung,
als säh‘st Du die Welt als einzige klar.
Doch dabei sind Augen von anderen Menschen
für sich und die Ewigkeit wahr.
Du reibst Dich an anderer Menschen Versehen,
als hätten sie Dich mit Absicht bedreckt.
In Wahrheit merken die anderen Menschen
noch nicht einmal selbst den Defekt.
Ein niemand kann wirklich Dein Denken verstehen,
wie Du nicht verstehst, was andere lenkt.
D’rum maße Dir nicht die Wahrheit zu wissen
so an, als ob niemand sonst denkt.
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Michstrophig,
Mischmetrik
Montag, 5. November 2007
Liebe im Verlauf
Unverblümte Phantasien,
unverschenkte Liebeslust,
unverschämte Sympathien
unter dieser liebend Brust.
Unverträumte Episoden,
unverhoffter Lebenskern,
unzertrennte Menschdioden
unternehmen vieles gern.
Unerwartet untergangen,
unverschönter Untergang,
unbeschreiblich unbefangen
unter Wert und ohne Klang.
Und dann steht man wieder fern,
ungesagter Melodien
Opfer, hatte ihn so gern,
nur sich selbst noch nicht verziehen.
unverschenkte Liebeslust,
unverschämte Sympathien
unter dieser liebend Brust.
Unverträumte Episoden,
unverhoffter Lebenskern,
unzertrennte Menschdioden
unternehmen vieles gern.
Unerwartet untergangen,
unverschönter Untergang,
unbeschreiblich unbefangen
unter Wert und ohne Klang.
Und dann steht man wieder fern,
ungesagter Melodien
Opfer, hatte ihn so gern,
nur sich selbst noch nicht verziehen.
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Trochäus
Sonntag, 4. November 2007
Quälende Erinnerung
Ich muss mir befehlen, die Hexe zu brennen,
Gedanken benennen, was Unheil erschafft.
Ihr Feuer umgibt mich, der Feind voller Kraft
inmitten des Denkens, ich kann es nicht trennen!
Verrenne erbärmlich in furchtbaren Strängen,
erinnerungsschwanger erzittert die Hand
beim Schreiben, es fröstelt, mich quält dieses Band
des Bösen, die Fratzen im Feuer versengen!
Es ist es nicht wert! Oh, ich muss mir befehlen
doch endlich an anderes, Schönes zu denken!
Doch leider vermag ich das Sinnen nicht lenken,
ich kann mir das Unglück nicht wirksam verhehlen!
So sehe ich ein, was ich längst schon begriffen,
doch weiter verbarg vor der sehenden Welt:
Was immer geschehen, das fest einen hält:
Man muss es bekämpfen mit eisernen Griffen.
Gedanken benennen, was Unheil erschafft.
Ihr Feuer umgibt mich, der Feind voller Kraft
inmitten des Denkens, ich kann es nicht trennen!
Verrenne erbärmlich in furchtbaren Strängen,
erinnerungsschwanger erzittert die Hand
beim Schreiben, es fröstelt, mich quält dieses Band
des Bösen, die Fratzen im Feuer versengen!
Es ist es nicht wert! Oh, ich muss mir befehlen
doch endlich an anderes, Schönes zu denken!
Doch leider vermag ich das Sinnen nicht lenken,
ich kann mir das Unglück nicht wirksam verhehlen!
So sehe ich ein, was ich längst schon begriffen,
doch weiter verbarg vor der sehenden Welt:
Was immer geschehen, das fest einen hält:
Man muss es bekämpfen mit eisernen Griffen.
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Daktylus,
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Umarmender Reim
Samstag, 3. November 2007
Fehlgeschätzt
Im Strudel der Dinge, da hab‘ ich’s vergessen,
ein wenig vermessen, das gebe ich zu.
Doch kennst Du den Widerstreit der Interessen
nicht selber? Sag: Findet in Deinem Ermessen
denn niemand mal wirklich zur Ruh‘?
Es ist doch kein Zeugnis, es hat nichts zu sagen,
es ist kein Betragen zu kritischem Zweck.
Ich hab‘ es vergessen und will’s nicht mehr wagen,
was sollen die Zweifel, die hassvollen Fragen?
Ich krieg‘ doch den Fehler nicht weg!
Ich hätte es müssen und wenigstens sollen,
geschwollenes Reden ist fehl hier am Platz.
Jetzt kann ich’s nicht ändern, doch würde ich’s wollen,
doch bitte hör auf in den Klagen zu tollen,
in nachtragend-unfairer Hatz.
Ich bitte Dich: Lass es bewenden, üb‘ Gnade,
ich bin voller Makel und längst nicht perfekt.
Ich hab‘ übersehen (und finde es schade),
was wichtig Dir war – hab‘ Deine Ballade
mit Achtlosigkeiten befleckt.
ein wenig vermessen, das gebe ich zu.
Doch kennst Du den Widerstreit der Interessen
nicht selber? Sag: Findet in Deinem Ermessen
denn niemand mal wirklich zur Ruh‘?
Es ist doch kein Zeugnis, es hat nichts zu sagen,
es ist kein Betragen zu kritischem Zweck.
Ich hab‘ es vergessen und will’s nicht mehr wagen,
was sollen die Zweifel, die hassvollen Fragen?
Ich krieg‘ doch den Fehler nicht weg!
Ich hätte es müssen und wenigstens sollen,
geschwollenes Reden ist fehl hier am Platz.
Jetzt kann ich’s nicht ändern, doch würde ich’s wollen,
doch bitte hör auf in den Klagen zu tollen,
in nachtragend-unfairer Hatz.
Ich bitte Dich: Lass es bewenden, üb‘ Gnade,
ich bin voller Makel und längst nicht perfekt.
Ich hab‘ übersehen (und finde es schade),
was wichtig Dir war – hab‘ Deine Ballade
mit Achtlosigkeiten befleckt.
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Freitag, 2. November 2007
Eigentlich nicht schlimm
Es ist ja nichts Schlimmes dabei,
nur müsste ich wirklich schon lügen,
zu sagen, mein Leben sei frei,
zu sagen, es gäb‘ nichts zu rügen.
Es ist ja nichts Schlimmes dabei,
nur wäre es glatt übertrieben,
zu sagen, es gäb‘ allerlei,
das wert ist für mich, es zu lieben.
Es ist ja nichts Schlimmes dabei,
nur kann sich die Lüge nicht fügen,
zu sagen, das Weltengeschrei
vermochte mich nicht zu betrüben.
Es ist ja nichts Schlimmes dabei,
es könnte auch noch schlimmer sein.
Doch wünscht‘ ich mir, wir wären zwei
und bleibe doch letztlich allein.
nur müsste ich wirklich schon lügen,
zu sagen, mein Leben sei frei,
zu sagen, es gäb‘ nichts zu rügen.
Es ist ja nichts Schlimmes dabei,
nur wäre es glatt übertrieben,
zu sagen, es gäb‘ allerlei,
das wert ist für mich, es zu lieben.
Es ist ja nichts Schlimmes dabei,
nur kann sich die Lüge nicht fügen,
zu sagen, das Weltengeschrei
vermochte mich nicht zu betrüben.
Es ist ja nichts Schlimmes dabei,
es könnte auch noch schlimmer sein.
Doch wünscht‘ ich mir, wir wären zwei
und bleibe doch letztlich allein.
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Gedichte,
Kreuzreim
Donnerstag, 1. November 2007
Der schönste Lehrer
Die Wege zu guter Musik sind auch jene,
die guten Charakter am Ende erreichen.
Sie wandernd genieße ich, denke und wähne
den Rhythmus als Herzschlag, die Stimme als Zeichen.
Und stets ohnegleichen erklingen mir Töne
aus Stimmung voll Wehmut, voll reichem Gefühl.
Sie sind mir das Leben, sind Töchter und Söhne
der wichtigen Weisheit im Lebensgewühl.
In kurzen Minuten, so flüchtig wie dauernd,
eröffnen sich Wege, erscheint mir ein Ziel.
Gedanken wie Tiere, auf Beutezug lauernd,
befallen mich, wie mich die Liebe befiel.
So finde ich Dinge, die niemand mir zeigte,
weil niemand sie wirklich zu zeigen vermag.
Musik als ein Lehrer und wir als Geneigte,
das Ahnen gelernt, das in Tonfolgen lag.
die guten Charakter am Ende erreichen.
Sie wandernd genieße ich, denke und wähne
den Rhythmus als Herzschlag, die Stimme als Zeichen.
Und stets ohnegleichen erklingen mir Töne
aus Stimmung voll Wehmut, voll reichem Gefühl.
Sie sind mir das Leben, sind Töchter und Söhne
der wichtigen Weisheit im Lebensgewühl.
In kurzen Minuten, so flüchtig wie dauernd,
eröffnen sich Wege, erscheint mir ein Ziel.
Gedanken wie Tiere, auf Beutezug lauernd,
befallen mich, wie mich die Liebe befiel.
So finde ich Dinge, die niemand mir zeigte,
weil niemand sie wirklich zu zeigen vermag.
Musik als ein Lehrer und wir als Geneigte,
das Ahnen gelernt, das in Tonfolgen lag.
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Daktylus,
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Gedichte,
Kreuzreim
Mittwoch, 31. Oktober 2007
Fern(e )Beziehung
Klammer Dich an Deinen Lebensast,
Du treibst
In Sphären, die Du selber manchmal hasst,
doch bleibst
Dir treu auf diesem unheilvollen Grat
und räumst
Dir ein: Der Boden karg und schlecht die Saat
und träumst…
Und träumst von den Momenten, die er schenkt,
verzeihst
der Gram, der Schwäche, die sich zu Dir denkt,
und leihst
Dir alle Kraft der Welt in dem Moment
und meinst,
dass niemand dieses wahre Lieben kennt
und weinst.
Und später, wenn man liegt und lächelt kess,
ganz bar,
dann liebst Du ihn, bist glücklich, sagst Dir: Es
ist wahr.
Du treibst
In Sphären, die Du selber manchmal hasst,
doch bleibst
Dir treu auf diesem unheilvollen Grat
und räumst
Dir ein: Der Boden karg und schlecht die Saat
und träumst…
Und träumst von den Momenten, die er schenkt,
verzeihst
der Gram, der Schwäche, die sich zu Dir denkt,
und leihst
Dir alle Kraft der Welt in dem Moment
und meinst,
dass niemand dieses wahre Lieben kennt
und weinst.
Und später, wenn man liegt und lächelt kess,
ganz bar,
dann liebst Du ihn, bist glücklich, sagst Dir: Es
ist wahr.
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Trochäus
Dienstag, 30. Oktober 2007
Wenn Arschlöcher diskutieren
dein Schuldspruch schallt wie Peitschen durch den Raum,
dein fettes Grinsen maßt sich alles an,
das irgendwie ein Urteil werden kann,
dich selbst hingegen fragst du Götze nicht.
Und nicht im Traum wird Toleranz geübt,
wenn anderer sich Meinung zag erlaubt.
Die Stimme schnellt gen Himmel, dreist und raubt
das Fundament – Ideenbild getrübt.
Doch zweifelt jemand (und nicht ohne Grund)
an Worten, die aus deinem lauten Mund
entstammen, wird sich grandios empört!
Dann bist du halt perfekt – und da, wo nicht,
noch stolz darauf, dein Gegner nur ein Wicht,
der nicht in deine Perversion gehört.
dein fettes Grinsen maßt sich alles an,
das irgendwie ein Urteil werden kann,
dich selbst hingegen fragst du Götze nicht.
Und nicht im Traum wird Toleranz geübt,
wenn anderer sich Meinung zag erlaubt.
Die Stimme schnellt gen Himmel, dreist und raubt
das Fundament – Ideenbild getrübt.
Doch zweifelt jemand (und nicht ohne Grund)
an Worten, die aus deinem lauten Mund
entstammen, wird sich grandios empört!
Dann bist du halt perfekt – und da, wo nicht,
noch stolz darauf, dein Gegner nur ein Wicht,
der nicht in deine Perversion gehört.
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Sonette
Montag, 29. Oktober 2007
Bewundern mag übertreiben, doch wenn es ehrlich ist...
Katzenaugen funkeln wie Smaragde,
stechend tiefes Grün, das mich besticht.
Voll Facetten seh‘ ich tausend Akte,
deren Eigensinn mich längst schon packte,
packend wie im Dunkel trübes Licht.
Dieses Lächeln lockt mich so verhalten,
und verheißt mir alles – heißt auch: Nichts.
Darum will man dieser Schönheit walten,
selbst sich dieser Schönheit so entfalten;
Teil der Schönheit, Teil des warmen Lichts.
Gib mir nichts, doch bleib in meiner Nähe,
zeig, indem Du bist, was Anmut ist!
Und verzeih mir, wenn ich Lobe sähe,
Komplimente streue als Trophäe,
die Dich niemals ernsthaftig bemisst.
stechend tiefes Grün, das mich besticht.
Voll Facetten seh‘ ich tausend Akte,
deren Eigensinn mich längst schon packte,
packend wie im Dunkel trübes Licht.
Dieses Lächeln lockt mich so verhalten,
und verheißt mir alles – heißt auch: Nichts.
Darum will man dieser Schönheit walten,
selbst sich dieser Schönheit so entfalten;
Teil der Schönheit, Teil des warmen Lichts.
Gib mir nichts, doch bleib in meiner Nähe,
zeig, indem Du bist, was Anmut ist!
Und verzeih mir, wenn ich Lobe sähe,
Komplimente streue als Trophäe,
die Dich niemals ernsthaftig bemisst.
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Trochäus
Sonntag, 28. Oktober 2007
Ewiges Wähnen
Es ist ein Traum! Sag: Ist es Wirklichkeit?
Verhält sich diese Existenz zu mir?
Denn dieser Raum, der alle Pflichten freit,
versammelt gleichsam alle Pflichten hier.
Im Kegel dieses Dunkel scheint ein Licht,
das alle Ebenen entblößt wie Glas
und gnadenlos durch Haut und Hüllen bricht,
es sticht in ein nicht klar benanntes Maß.
Im Wähnen, klugen Wähnen bin ich dumm,
denn seh‘ ich nicht: Ein Schauspiel nimmt uns mit!
Und spielend drehe ich den Zeiger um,
der alles kommentiert auf Schritt und Tritt.
Es folgt das stille Summen, stummer Ton,
ein Lied, das niemand kennt und ohne Takt.
Verlegenheit erstrahlt – und geht auch schon,
belässt mich schweigend dem bescheid’nen Pakt.
Verhält sich diese Existenz zu mir?
Denn dieser Raum, der alle Pflichten freit,
versammelt gleichsam alle Pflichten hier.
Im Kegel dieses Dunkel scheint ein Licht,
das alle Ebenen entblößt wie Glas
und gnadenlos durch Haut und Hüllen bricht,
es sticht in ein nicht klar benanntes Maß.
Im Wähnen, klugen Wähnen bin ich dumm,
denn seh‘ ich nicht: Ein Schauspiel nimmt uns mit!
Und spielend drehe ich den Zeiger um,
der alles kommentiert auf Schritt und Tritt.
Es folgt das stille Summen, stummer Ton,
ein Lied, das niemand kennt und ohne Takt.
Verlegenheit erstrahlt – und geht auch schon,
belässt mich schweigend dem bescheid’nen Pakt.
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Kreuzreim
Samstag, 27. Oktober 2007
Stiller Bewunderer stiller Szenerie
Der Schatten einer stillen Amazone,
verheißend den Besucher, der dort steht,
im Stillen seine Blicke klug verweht,
dient edel jenem höchsten Baum zur Krone.
Gleich Wasser schwimmt die Wolkendecke träge,
verhüllt schon bald den Mond, des weißes Licht
so rein von neuem strahlt, durch ihn erst sticht
der Schatten Schönheit in die Himmelsschräge.
Von alledem verzaubert steht das Wesen
inmitten dieser nächtlichen Natur,
als wollte es den Sinn der Welt erlesen.
Es leidet fast vor Schönheit allerorten,
noch nie sah dieses Reh solch Szene pur –
entfremdet dieser Welt mit ihren Worten.
verheißend den Besucher, der dort steht,
im Stillen seine Blicke klug verweht,
dient edel jenem höchsten Baum zur Krone.
Gleich Wasser schwimmt die Wolkendecke träge,
verhüllt schon bald den Mond, des weißes Licht
so rein von neuem strahlt, durch ihn erst sticht
der Schatten Schönheit in die Himmelsschräge.
Von alledem verzaubert steht das Wesen
inmitten dieser nächtlichen Natur,
als wollte es den Sinn der Welt erlesen.
Es leidet fast vor Schönheit allerorten,
noch nie sah dieses Reh solch Szene pur –
entfremdet dieser Welt mit ihren Worten.
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Freitag, 26. Oktober 2007
Vor Resignation verwirrt
Es tragen zitternd Sternensplitter
meine Wünsche mit sich fort.
Ein dumpfer Schrei, ein Denkgewitter,
danach nur noch stiller Mord.
Tote Finger greifen Hoffen,
totes Hoffen, fingerlos.
Alles ist jetzt wieder offen,
alles ist so bar und bloß.
Tausend Stunden später liegend,
sehe ich zum ersten Mal,
was mich vorher, gleitend, fliegend,
stets umgab als Trauerschal.
Solchermaßen resignierend,
scheint mir jedes Wort zu viel.
Dennoch sprech‘ ich, Wünsche frierend,
ohne Unterlass und Ziel.
meine Wünsche mit sich fort.
Ein dumpfer Schrei, ein Denkgewitter,
danach nur noch stiller Mord.
Tote Finger greifen Hoffen,
totes Hoffen, fingerlos.
Alles ist jetzt wieder offen,
alles ist so bar und bloß.
Tausend Stunden später liegend,
sehe ich zum ersten Mal,
was mich vorher, gleitend, fliegend,
stets umgab als Trauerschal.
Solchermaßen resignierend,
scheint mir jedes Wort zu viel.
Dennoch sprech‘ ich, Wünsche frierend,
ohne Unterlass und Ziel.
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Trochäus
Donnerstag, 25. Oktober 2007
Hinter diesen Augen oder: Unbefriedigt
Das Augenlid verbirgt ein schlimmes Tosen
von Blitzen, Donnern allen Farben Kind,
die Götter der Natur vollziehen Posen,
im Inner’n ein Konflikt, des Bild sie sind.
Oh, hinter diesen Augen, diesem Funkeln
entsteht ein Wirbelsturm verletzten Traums.
Ein Wirrwarr schreit sein gottverlass’nes Munkeln
in Weiten eines chaostollen Raums.
So streiten denn die grundlos Hasserfüllten
im Inneren des Menschen immerdar
und wünschen sich, noch während sie so brüllten,
dass alles grundlos besser wieder war.
von Blitzen, Donnern allen Farben Kind,
die Götter der Natur vollziehen Posen,
im Inner’n ein Konflikt, des Bild sie sind.
Oh, hinter diesen Augen, diesem Funkeln
entsteht ein Wirbelsturm verletzten Traums.
Ein Wirrwarr schreit sein gottverlass’nes Munkeln
in Weiten eines chaostollen Raums.
So streiten denn die grundlos Hasserfüllten
im Inneren des Menschen immerdar
und wünschen sich, noch während sie so brüllten,
dass alles grundlos besser wieder war.
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Kreuzreim
Mittwoch, 24. Oktober 2007
Techtelmechtel
Du streichelst meine Schenkel und ich ahne.
Es ist schon etwas länger her – Du weißt.
Und doch ist das egal. Auch darum mahne
ich nicht, weil Du mich zwanglos neu verheißt.
Die Hand im Auf und Ab, ein weiches Schlingen,
als wär‘ es ausversehen, streift sie ihn.
Und alle Spannung muss ich niederringen,
um nicht sogleich die Kleiderauszuzieh’n.
Triumph der Sinne, kommt das Streicheln näher,
Verlust des Lebens, geht es wieder fort.
Mit jedem Kommen kommt sie etwas eher,
verweilt ein wenig länger hier und dort.
Aus kleinem Spiel wird ernst nur in Minuten,
denn irgendwann, da will man explodier’n.
Man meint, es sei schon fast zu viel des Guten,
nach all dem Streicheln sollte man forcier’n!
Und endlich doch die Hände richtig führen,
und spür’n, was nur ein Partner spüren darf.
Man sagt sich Worte, will sich fest berühren,
und findet sich mit einmal „heiß“ und „scharf“.
Und wenig später liegt man beieinander
und ist sich, seiner Ruhe einig, still.
Das hält dann, bis die Hände wieder wandern
und man von Neuem Altes neuern will.
Es ist schon etwas länger her – Du weißt.
Und doch ist das egal. Auch darum mahne
ich nicht, weil Du mich zwanglos neu verheißt.
Die Hand im Auf und Ab, ein weiches Schlingen,
als wär‘ es ausversehen, streift sie ihn.
Und alle Spannung muss ich niederringen,
um nicht sogleich die Kleiderauszuzieh’n.
Triumph der Sinne, kommt das Streicheln näher,
Verlust des Lebens, geht es wieder fort.
Mit jedem Kommen kommt sie etwas eher,
verweilt ein wenig länger hier und dort.
Aus kleinem Spiel wird ernst nur in Minuten,
denn irgendwann, da will man explodier’n.
Man meint, es sei schon fast zu viel des Guten,
nach all dem Streicheln sollte man forcier’n!
Und endlich doch die Hände richtig führen,
und spür’n, was nur ein Partner spüren darf.
Man sagt sich Worte, will sich fest berühren,
und findet sich mit einmal „heiß“ und „scharf“.
Und wenig später liegt man beieinander
und ist sich, seiner Ruhe einig, still.
Das hält dann, bis die Hände wieder wandern
und man von Neuem Altes neuern will.
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Dienstag, 23. Oktober 2007
Kehrtwende
Die schwarze Nacht läuft flüssig aus der Spitze
und klobig rinnen Tropfen auf das Blatt,
auf das ich sinnverloren Striche ritze,
Kerben – eines wahren Textes statt.
Man mag es Anmut nennen, mag es schätzen.
Doch saugt sich das Papier nur voll mit Hass,
die trägen Pfützen sollen Sinne ätzen,
auf dass ich’s Fühlen bald zur Gänze lass‘.
Ein Füller, früher Zeichen wohler Werte,
graviert in dieses dumme Weiß den Tag,
an dem ich mich das Leben wahrhaft lehrte,
seit dem ich schwarze Hässlichkeiten mag.
und klobig rinnen Tropfen auf das Blatt,
auf das ich sinnverloren Striche ritze,
Kerben – eines wahren Textes statt.
Man mag es Anmut nennen, mag es schätzen.
Doch saugt sich das Papier nur voll mit Hass,
die trägen Pfützen sollen Sinne ätzen,
auf dass ich’s Fühlen bald zur Gänze lass‘.
Ein Füller, früher Zeichen wohler Werte,
graviert in dieses dumme Weiß den Tag,
an dem ich mich das Leben wahrhaft lehrte,
seit dem ich schwarze Hässlichkeiten mag.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Jambus,
Kreuzreim
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