Müdigkeit zerstört mir meine Sinne.
Ganz auf einmal seh' ich nicht mehr klar.
Eben hielt ich noch so lauschend inne,
schon hab' ich vergessen, was dort war.
Müdigkeit zerstört mir meine Lieder.
Oft genug erdrosselte sie mich.
Eben sang ich Schönes immer wieder,
plötzlich, dann, verstumm' ich innerlich.
Müdigkeit zerstört mir meine Liebe.
Tumb und plump verspür' ich noch den Rest.
Eben noch geleiteten mich Triebe,
jetzt verleitet mich der Schlaf zum Fest.
Müdigkeit zerstört mir meine Dichtung.
Mancher Reim von ihr zunicht' gemacht.
Eben weiß ich noch genau die Richtung,
wenig später ist mir tiefste Nacht.
Müdigkeit zerstört an schlechten Tagen
allerdings den Bann der schlechten Zeit.
Eben war mein Tag noch voller Klagen,
in der Nacht darauf schlaf' ich befreit.
Samstag, 18. August 2007
Freitag, 17. August 2007
Flüchtigkeit
Spürst Du, wie die Zeit so schlicht verfließt?
Als wäre nichts Besonderes dabei.
Als wären uns're Leben einerlei.
Ein Umstand, der mich ebenso verdrießt,
wie er mich auch dünkt, ich sei so frei.
Sekunden werden Stunden, werden Tage,
bald schon ist ein Monat rasch vorbei,
und alles, was getan, scheint einerlei,
ich stelle mir die ewig gleiche Frage:
Ob es, wenn so flüchtig, wichtig sei.
Es scheint, als wären alle Sorgen nichtig,
alles, was gedacht, ist ohne Sinn,
weil ich eh schon lange weiter bin,
alles schon im Gestern – nicht mehr wichtig,
alles sagt mir, dass auch ich verrinn'.
Letztlich aber, sehe ich die Lieben,
sehe Freunde, sehe meinen Weg.
Ganz egal, wie sehr ich Sorgen heg',
dieses Schätzen ist nicht übertrieben,
denn ich lebe nur, wenn ich erwäg'.
Als wäre nichts Besonderes dabei.
Als wären uns're Leben einerlei.
Ein Umstand, der mich ebenso verdrießt,
wie er mich auch dünkt, ich sei so frei.
Sekunden werden Stunden, werden Tage,
bald schon ist ein Monat rasch vorbei,
und alles, was getan, scheint einerlei,
ich stelle mir die ewig gleiche Frage:
Ob es, wenn so flüchtig, wichtig sei.
Es scheint, als wären alle Sorgen nichtig,
alles, was gedacht, ist ohne Sinn,
weil ich eh schon lange weiter bin,
alles schon im Gestern – nicht mehr wichtig,
alles sagt mir, dass auch ich verrinn'.
Letztlich aber, sehe ich die Lieben,
sehe Freunde, sehe meinen Weg.
Ganz egal, wie sehr ich Sorgen heg',
dieses Schätzen ist nicht übertrieben,
denn ich lebe nur, wenn ich erwäg'.
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Donnerstag, 16. August 2007
Der unglücklich Mimende
Ein Tier, das wohlbehütet in Dir schlummert,
ein Schlaf, der nur durch Disziplin geschieht.
Gesellschaft, die Dir Disziplin anriet.
Doch bist Du wohl beraten, wenn's Dich kummert?
Ein Tier, von dem Du weißt, wie sehr es wild ist,
von dem Du weißt, wie schnell es Dich zerfrisst.
Doch fütterst Du es nicht, weil Du vergisst,
wie sehr es Dir doch letztlich Ebenbild ist.
Du weigerst Dich tagsüber, es zu sehen,
lässt es auch des Nachtens niemals frei.
Weigerst Dich zu aller Zeit dabei
in Ehrlichkeit zu fallen und zu flehen.
Benehmen kannst Du Dich, ganz ohne Frage.
Alles, was man heute wirklich braucht.
Nur zu Haus' im Spiegel ist verraucht,
was Du verdrängt, es lebe froh die Klage!
Dann siehst Du durch Dich durch und siehst die Knochen,
siehst die Seele, siehst in Deinen Geist,
was Dich schreckt – und kurz verweilen heißt,
bist Du schon am Ende der Epochen?
Und welch Gefühl, welch Hoheit allen Spürens!
Oh, welch Wahrheit, endlich weißt Du doch,
dass Du lebst, ein wenig zittrig noch,
doch wenigstens noch Herr des Lebenführens!
In wenigen Momenten des Intimen
bricht Dein Tier ein kleines Wenig aus.
Du träumst von Freiheit, aus dem Käfig raus,
fühlst die Luft, empfindest sie als Schmaus,
die Du, fein genießend, wissend kaust,
während Du im Grunde eines weißt:
Morgen musst Du wieder Braves mimen.
ein Schlaf, der nur durch Disziplin geschieht.
Gesellschaft, die Dir Disziplin anriet.
Doch bist Du wohl beraten, wenn's Dich kummert?
Ein Tier, von dem Du weißt, wie sehr es wild ist,
von dem Du weißt, wie schnell es Dich zerfrisst.
Doch fütterst Du es nicht, weil Du vergisst,
wie sehr es Dir doch letztlich Ebenbild ist.
Du weigerst Dich tagsüber, es zu sehen,
lässt es auch des Nachtens niemals frei.
Weigerst Dich zu aller Zeit dabei
in Ehrlichkeit zu fallen und zu flehen.
Benehmen kannst Du Dich, ganz ohne Frage.
Alles, was man heute wirklich braucht.
Nur zu Haus' im Spiegel ist verraucht,
was Du verdrängt, es lebe froh die Klage!
Dann siehst Du durch Dich durch und siehst die Knochen,
siehst die Seele, siehst in Deinen Geist,
was Dich schreckt – und kurz verweilen heißt,
bist Du schon am Ende der Epochen?
Und welch Gefühl, welch Hoheit allen Spürens!
Oh, welch Wahrheit, endlich weißt Du doch,
dass Du lebst, ein wenig zittrig noch,
doch wenigstens noch Herr des Lebenführens!
In wenigen Momenten des Intimen
bricht Dein Tier ein kleines Wenig aus.
Du träumst von Freiheit, aus dem Käfig raus,
fühlst die Luft, empfindest sie als Schmaus,
die Du, fein genießend, wissend kaust,
während Du im Grunde eines weißt:
Morgen musst Du wieder Braves mimen.
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Umarmender Reim
Mittwoch, 15. August 2007
Aus
Wie kann es sein, dass niemand mich bemerkt,
wo ich doch solch ein Epizentrum bin!
Mein Leben explodiert, verliert den Sinn
und niemand sieht mich, was mein Leid verstärkt.
Ich laufe durch die Straßen wie ein Blinder,
laufe wie betrunken, Trunkenheit
verursacht von zu viel in wenig Zeit,
Gefühle wie Geschosse – und nicht minder!
Ein Fuß kommt automatisch vor den Ander'n,
als schlenderte ich, hätte kein Problem
und keinen Hass, der mich zerfrisst und dem
ich zu gefügig bin in meinem Wandern.
Wie kann es sein, dass alle diese Leute
nichts von meinem Leiden spüren können?
Sind sie blind? Ich würd' es ihnen gönnen,
sonst wären sie nicht glücklich, g'rade heute.
Ich fühle mich dem Leben weggerissen,
fühle mich dem Schönen schlicht genommen.
Und nie und nimmer werd' zurück ich kommen,
denn ewig werde ich um's Unglück wissen.
Und, glaubt mir, wenn man einmal es gesehen,
einmal nur begriffen, dass sie schlecht,
dann will man diese Welt nie wieder recht
und schön begreifen, in ihr gehen.
Sind nur drei Worte, alles ist vorbei.
Drei mal nebenbei die Seele morden.
Einmal nebenbei verlassen worden.
„Es ist aus!“ Nur sag: Bist Du jetzt frei?
wo ich doch solch ein Epizentrum bin!
Mein Leben explodiert, verliert den Sinn
und niemand sieht mich, was mein Leid verstärkt.
Ich laufe durch die Straßen wie ein Blinder,
laufe wie betrunken, Trunkenheit
verursacht von zu viel in wenig Zeit,
Gefühle wie Geschosse – und nicht minder!
Ein Fuß kommt automatisch vor den Ander'n,
als schlenderte ich, hätte kein Problem
und keinen Hass, der mich zerfrisst und dem
ich zu gefügig bin in meinem Wandern.
Wie kann es sein, dass alle diese Leute
nichts von meinem Leiden spüren können?
Sind sie blind? Ich würd' es ihnen gönnen,
sonst wären sie nicht glücklich, g'rade heute.
Ich fühle mich dem Leben weggerissen,
fühle mich dem Schönen schlicht genommen.
Und nie und nimmer werd' zurück ich kommen,
denn ewig werde ich um's Unglück wissen.
Und, glaubt mir, wenn man einmal es gesehen,
einmal nur begriffen, dass sie schlecht,
dann will man diese Welt nie wieder recht
und schön begreifen, in ihr gehen.
Sind nur drei Worte, alles ist vorbei.
Drei mal nebenbei die Seele morden.
Einmal nebenbei verlassen worden.
„Es ist aus!“ Nur sag: Bist Du jetzt frei?
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Umarmender Reim
Dienstag, 14. August 2007
Es gibt so Reime...
Man reimt meist furchtbar Kitschiges auf „Schmerz“
und sagt sowas wie „Du brichst mir das Herz!“
und könnte man das g'rade noch verschmerzen,
da reimt man noch ein zweites mal mit „Herzen“.
Und dabei gibt es so viel Reim mit Scherz,
so viele Reime, die fast himmelwärts
das Schöne zeigen, Hässliches ausmerzen,
und dabei singen, wunderschöne Terzen.
Und findest Du auch dieses konstruiert,
so wisse: Besser, dass man ungeniert
und frei erprobt, was Neues zu verreimen,
als dass man ewig gleiche Enden schreibt,
jeden Spaß am Lesen so vertreibt –
da lieber lass die Sprache komisch keimen.
und sagt sowas wie „Du brichst mir das Herz!“
und könnte man das g'rade noch verschmerzen,
da reimt man noch ein zweites mal mit „Herzen“.
Und dabei gibt es so viel Reim mit Scherz,
so viele Reime, die fast himmelwärts
das Schöne zeigen, Hässliches ausmerzen,
und dabei singen, wunderschöne Terzen.
Und findest Du auch dieses konstruiert,
so wisse: Besser, dass man ungeniert
und frei erprobt, was Neues zu verreimen,
als dass man ewig gleiche Enden schreibt,
jeden Spaß am Lesen so vertreibt –
da lieber lass die Sprache komisch keimen.
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Montag, 13. August 2007
Neue Kategorie: Spruchspiele
Ich eröffne heute eine Kategorie, die eigentlich Schwächen meinerseits entblößt.
Sie wird "Spruchspiele" heißen, was eine sehr euphemistische Überschrift für kleine Wortspiele ist, die ich in Gedichte zu verpacken nicht in der Lage war - sei es, weil sie inhaltlich einfach derart sinnfrei sind, dass es unmöglich und stets konstruiert wäre, ihnen in irgendeiner Form einen Inhalt anzudichten, sei es, weil ihr Aufbau derart raffiniert und verstrickt ist, dass ich dem Anspruch dieses Miniaturwerkes nie über ein komplettes Gedicht gerecht werden könnte.
Ich halte diese Wortspiele dennoch für lesenswert, sie werden vielleicht und im günstigsten Falle in nur zwei Zeilen ein Lächeln bewirken.
In der Hoffnung, zumindest diesen Anspruch erfüllen zu können,
Aron
Sie wird "Spruchspiele" heißen, was eine sehr euphemistische Überschrift für kleine Wortspiele ist, die ich in Gedichte zu verpacken nicht in der Lage war - sei es, weil sie inhaltlich einfach derart sinnfrei sind, dass es unmöglich und stets konstruiert wäre, ihnen in irgendeiner Form einen Inhalt anzudichten, sei es, weil ihr Aufbau derart raffiniert und verstrickt ist, dass ich dem Anspruch dieses Miniaturwerkes nie über ein komplettes Gedicht gerecht werden könnte.
Ich halte diese Wortspiele dennoch für lesenswert, sie werden vielleicht und im günstigsten Falle in nur zwei Zeilen ein Lächeln bewirken.
In der Hoffnung, zumindest diesen Anspruch erfüllen zu können,
Aron
Natur erlebt
Frieden kommentiert die stumme Welt,
legt sich über sie, ein feiner Schleier,
ein kleiner Unterschied, ein wenig freier
fühlt man sich im freien Weltenzelt.
Solch ein Universum voller Raum.
Solch ein Platz zum Atmen, Platz zum Gehen.
Solch ein Werk der Götter, Weltentraum
dieser Erde – Wälder, die verstehen.
Wälder, die vergehen, gibt es viele,
diese aber sind der Ewigkeit.
Sauerstoff als höchstes aller Ziele,
atmend ist man sonderbar befreit.
Und die Sonne malt und schließlich Bilder
voller Einheit, voll versteckten Klanges,
voller roter Schönheit, wie ein Wilder,
welcher sich ergibt der Macht des Sanges.
Und man wünschte sich devot ergeben
tausend Orte solcher Reinheit pur.
Traut sich kaum, es wieder zu erleben,
sich erinnernd, kleiner Liebesschwur.
legt sich über sie, ein feiner Schleier,
ein kleiner Unterschied, ein wenig freier
fühlt man sich im freien Weltenzelt.
Solch ein Universum voller Raum.
Solch ein Platz zum Atmen, Platz zum Gehen.
Solch ein Werk der Götter, Weltentraum
dieser Erde – Wälder, die verstehen.
Wälder, die vergehen, gibt es viele,
diese aber sind der Ewigkeit.
Sauerstoff als höchstes aller Ziele,
atmend ist man sonderbar befreit.
Und die Sonne malt und schließlich Bilder
voller Einheit, voll versteckten Klanges,
voller roter Schönheit, wie ein Wilder,
welcher sich ergibt der Macht des Sanges.
Und man wünschte sich devot ergeben
tausend Orte solcher Reinheit pur.
Traut sich kaum, es wieder zu erleben,
sich erinnernd, kleiner Liebesschwur.
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Trochäus
Sonntag, 12. August 2007
Polizei
Ist euch schon mal aufgefallen,
dass die Polizeisirenen
wie ein Wolfsgeheul erschallen,
wie sie sich in Länge dehnen.
Habt ihr nicht schon mal bemerken
müssen, wie sie ähnlich sind:
Wölfe, die im Rudel werken
und das Polizistenrind?
Manchmal „Bulle“ gern genannt,
nun: So ganz abstrus ist's nicht.
Wie mit Hörnern wird bekannt
gemacht: Du stehst in hellem Licht.
Und so ist es, jede Deiner
Tätigkeiten wird geseh'n.
Daher, Wurm, werd' immer kleiner,
tu, als wäre nichts gescheh'n!
War's auch gar nicht unrecht – schweige,
denn Du wirst beobachtet.
Geht Dein Frommes mal zuneige,
nageln wir Dich froh ans Brett!
So mag man sich manchmal fühlen,
dabei soll sie Helfer sein!
Polizei mit so Kalkülen
macht mich ängstlich – und nicht rein!
dass die Polizeisirenen
wie ein Wolfsgeheul erschallen,
wie sie sich in Länge dehnen.
Habt ihr nicht schon mal bemerken
müssen, wie sie ähnlich sind:
Wölfe, die im Rudel werken
und das Polizistenrind?
Manchmal „Bulle“ gern genannt,
nun: So ganz abstrus ist's nicht.
Wie mit Hörnern wird bekannt
gemacht: Du stehst in hellem Licht.
Und so ist es, jede Deiner
Tätigkeiten wird geseh'n.
Daher, Wurm, werd' immer kleiner,
tu, als wäre nichts gescheh'n!
War's auch gar nicht unrecht – schweige,
denn Du wirst beobachtet.
Geht Dein Frommes mal zuneige,
nageln wir Dich froh ans Brett!
So mag man sich manchmal fühlen,
dabei soll sie Helfer sein!
Polizei mit so Kalkülen
macht mich ängstlich – und nicht rein!
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Samstag, 11. August 2007
Bionade (Marketing)
Komm, wir trinken Bionade,
denn die ist ja so gesund!
Ist um's Geld zwar etwas schade,
dafür werden wir nicht rund!
Ja, das ist schon wirklich herrlich,
so ein wenig Schorlensaft.
Schon nach Kurzem unentbehrlich:
Bionade gibt mir Kraft!
Ist bestimmt auch isotonisch –
isotonisch ist jetzt in!
Nein, ich mein das nicht ironisch,
seht, wie glücklich ich jetzt bin!
Endorphine purzeln munter,
weil man Bionade trinkt,
und das Leben wird gleich bunter,
wenn der Fettgehalt mir sinkt.
Alles mit ein wenig Wasser,
dünn mit etwas Saft vermengt.
Neuer Name – fertig! Krasser
als zuvor, den Markt gesprengt!
Hätt ich's nicht, dann müsst' ich leiden,
wenn ich Saft und Wasser sauf'.
Ersterer ist zu vermeiden –
Vitamine (pfui!) zuhauf!
Außerdem ist Saft zu billig,
kann ja gar nicht besser sein!
Darum kauf' ich allzu willig
nur noch Bionade ein.
Toll, was wir heut' alles haben!
Heute geht’s uns endlich gut!
Früher krankten wir wie Schaben,
doch dank „Bio“ kommt der Mut!
Marketingstrategen freuen
sich die fetten Ärsche ab,
weil die Scheiße klappt! Die scheuen
echt vor nichts. Und wir,
wir schlucken alles, nicht zu knapp...
Ich äußere mich selten so plump und ungeschickt zu Themen, wie es im heutigen Gedicht der Fall ist, aber ich darf bezeugen: Mein Hass auf die dort erwähnte Bionade (oder auf diejenigen, die auf den sie-begleitenden Marketingzug hereinfallen?) ist intensiv und aufrichtig. Vermutlich ist es vielmehr die schiere Erkenntnis, dass es immer wieder funktioniert, einen Trend künstlich zu erschaffen und alle demselben folgen zu lassen. Was mich ängstigt: Wenn es mit Artikeln funktioniert, funktioniert es auch mit Musik? Funktioniert es mit Filmen? Funktioniert es mit Büchern? Mit Gedanken?
Dieser Klimax folgend kann man vielleicht die Gefahr erkennen, die ich sehe: Man lässt sich zu leicht abnehmen, was man selbst entscheiden sollte. Entscheiden kann.
Wer die Namen EMI, Hollywood, Cecilia Ahern kennt, weiß, dass die ersten Gebiete nicht allzu schwer zu bejahen sind. Wie weit geht es?
Ist Johannisbeersaft nicht günstiger als eine Flasche Bionade? Bekommt man Wasser Medium nicht fast umsonst dazu? Kann man das nicht einfasch mischen und hat exakt das gleiche Getränk, welches den Inhalt dieser stilistisch formschönen Flasche mit Trendaufschrift ausmacht?
Wobei man schon zugeben muss: Der Feldzug war genial.
"Bio" genießt die denkbar größte Beliebtheit einer Lebensmitteletikette aller Zeiten, alle Lebensmittelgroßhändler (nein, nicht "Diskounter"!) bemühen sich, authentisch für irgendeine Biosparte zu werben, die dann zwei derer Stoffe weniger beinhaltet, die man eh schon sein Leben lang und auch weiterhin zu sich nehmen wird, ohne dass man schwer erkrankt - das Ganze dann für den doppelten Preis, versteht sich.
Dann das Wort in den Titel zu nehmen, gleichsam ergänzend durch den Anhang "-nade", welcher nahezu für eine Renaissance der guten alten LIMOnade sorgen könnte - genial!
Ferner das Etikett: Schlicht, modern, zeitlos, anknüpfend an den Vektorgrafik-/Lounge-Stil, welcher sich so gewaltiger Resonanz allerorts erfreut. Einfach und gut.
Und natürlich nicht zu viel in die Flaschen machen - das lässt sie, gemeinsam mit dem exorbitanten Preis, edel wirken. Man gewinnt, kurzum, den Eindruck, alles richig zu machen.
Da sind ein paar Herren sehr reich geworden.
Ich finde das sehr arm.
denn die ist ja so gesund!
Ist um's Geld zwar etwas schade,
dafür werden wir nicht rund!
Ja, das ist schon wirklich herrlich,
so ein wenig Schorlensaft.
Schon nach Kurzem unentbehrlich:
Bionade gibt mir Kraft!
Ist bestimmt auch isotonisch –
isotonisch ist jetzt in!
Nein, ich mein das nicht ironisch,
seht, wie glücklich ich jetzt bin!
Endorphine purzeln munter,
weil man Bionade trinkt,
und das Leben wird gleich bunter,
wenn der Fettgehalt mir sinkt.
Alles mit ein wenig Wasser,
dünn mit etwas Saft vermengt.
Neuer Name – fertig! Krasser
als zuvor, den Markt gesprengt!
Hätt ich's nicht, dann müsst' ich leiden,
wenn ich Saft und Wasser sauf'.
Ersterer ist zu vermeiden –
Vitamine (pfui!) zuhauf!
Außerdem ist Saft zu billig,
kann ja gar nicht besser sein!
Darum kauf' ich allzu willig
nur noch Bionade ein.
Toll, was wir heut' alles haben!
Heute geht’s uns endlich gut!
Früher krankten wir wie Schaben,
doch dank „Bio“ kommt der Mut!
Marketingstrategen freuen
sich die fetten Ärsche ab,
weil die Scheiße klappt! Die scheuen
echt vor nichts. Und wir,
wir schlucken alles, nicht zu knapp...
Ich äußere mich selten so plump und ungeschickt zu Themen, wie es im heutigen Gedicht der Fall ist, aber ich darf bezeugen: Mein Hass auf die dort erwähnte Bionade (oder auf diejenigen, die auf den sie-begleitenden Marketingzug hereinfallen?) ist intensiv und aufrichtig. Vermutlich ist es vielmehr die schiere Erkenntnis, dass es immer wieder funktioniert, einen Trend künstlich zu erschaffen und alle demselben folgen zu lassen. Was mich ängstigt: Wenn es mit Artikeln funktioniert, funktioniert es auch mit Musik? Funktioniert es mit Filmen? Funktioniert es mit Büchern? Mit Gedanken?
Dieser Klimax folgend kann man vielleicht die Gefahr erkennen, die ich sehe: Man lässt sich zu leicht abnehmen, was man selbst entscheiden sollte. Entscheiden kann.
Wer die Namen EMI, Hollywood, Cecilia Ahern kennt, weiß, dass die ersten Gebiete nicht allzu schwer zu bejahen sind. Wie weit geht es?
Ist Johannisbeersaft nicht günstiger als eine Flasche Bionade? Bekommt man Wasser Medium nicht fast umsonst dazu? Kann man das nicht einfasch mischen und hat exakt das gleiche Getränk, welches den Inhalt dieser stilistisch formschönen Flasche mit Trendaufschrift ausmacht?
Wobei man schon zugeben muss: Der Feldzug war genial.
"Bio" genießt die denkbar größte Beliebtheit einer Lebensmitteletikette aller Zeiten, alle Lebensmittelgroßhändler (nein, nicht "Diskounter"!) bemühen sich, authentisch für irgendeine Biosparte zu werben, die dann zwei derer Stoffe weniger beinhaltet, die man eh schon sein Leben lang und auch weiterhin zu sich nehmen wird, ohne dass man schwer erkrankt - das Ganze dann für den doppelten Preis, versteht sich.
Dann das Wort in den Titel zu nehmen, gleichsam ergänzend durch den Anhang "-nade", welcher nahezu für eine Renaissance der guten alten LIMOnade sorgen könnte - genial!
Ferner das Etikett: Schlicht, modern, zeitlos, anknüpfend an den Vektorgrafik-/Lounge-Stil, welcher sich so gewaltiger Resonanz allerorts erfreut. Einfach und gut.
Und natürlich nicht zu viel in die Flaschen machen - das lässt sie, gemeinsam mit dem exorbitanten Preis, edel wirken. Man gewinnt, kurzum, den Eindruck, alles richig zu machen.
Da sind ein paar Herren sehr reich geworden.
Ich finde das sehr arm.
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Freitag, 10. August 2007
Ein Augenblick voll...
Erst zum zweiten Male im Verlaufe dieses Blogs gelingt es mir, mein Pensum zu überschreiten und ein weiteres Gedicht zusätzlich zu den täglichen Gedichten hinzuzufügen. Die Kreativität erlangt die Flügel, mit denen man auf Sphären fliegt, die niemals ohne freien Geist je zu erreichen wären. Gute Zeiten. Freie Zeiten.
Breitet die Flügel aus!
Ein schwacher Herzschlag nur, nur die Sekunde,
nur ein Augenblick, nur ein Moment.
Nur ein kurzer Zeitraum, den man nennt,
der jedoch in Wirklichkeit nicht sichtbar,
nicht im Eigentlichen existent,
niemals wirklich da war, seine Kunde
war so lang verbreitet, wie das Licht war.
Dennoch ruft man wieder jedes Teilchen,
jedes Element und das Atom,
alles ab, Gedanken unter Strom,
ständig auf der Angst, dass man verschwendet,
was geschenkt – die Wege führ'n nach Rom,
nur: Wer weiß schon, wo man ist? Ein Weilchen
steht man so, Erinnerung, die blendet.
Alles glüht im Lichte jenes Denkens,
der vergang'nen, lichten Atmosphäre.
Und man fragt vergebens, was wohl wäre,
hätte man mehr Zeit und so noch Chance,
zu ergreifen, was die Liebe nähre,
was zum Dreh- und Angelpunkt des Lenkens
jeder Lage würde, zur Balance.
Breitet die Flügel aus!
Ein schwacher Herzschlag nur, nur die Sekunde,
nur ein Augenblick, nur ein Moment.
Nur ein kurzer Zeitraum, den man nennt,
der jedoch in Wirklichkeit nicht sichtbar,
nicht im Eigentlichen existent,
niemals wirklich da war, seine Kunde
war so lang verbreitet, wie das Licht war.
Dennoch ruft man wieder jedes Teilchen,
jedes Element und das Atom,
alles ab, Gedanken unter Strom,
ständig auf der Angst, dass man verschwendet,
was geschenkt – die Wege führ'n nach Rom,
nur: Wer weiß schon, wo man ist? Ein Weilchen
steht man so, Erinnerung, die blendet.
Alles glüht im Lichte jenes Denkens,
der vergang'nen, lichten Atmosphäre.
Und man fragt vergebens, was wohl wäre,
hätte man mehr Zeit und so noch Chance,
zu ergreifen, was die Liebe nähre,
was zum Dreh- und Angelpunkt des Lenkens
jeder Lage würde, zur Balance.
etikettiert:
Gedichte,
Intermission,
Trochäus
Angst des Künstlers
Bitte, schmeißt die Texte noch nicht weg,
legt noch nicht beiseite, ungelesen.
Rügt noch nicht die Worte, nicht den Fleck,
den ich Tölpel dort noch nicht genesen.
Bitte, oh, erinnert euch an Worte,
nur an eines – das allein wär' gut.
Flucht nicht, diese Zeilen sei'n Retorte,
kühlt ein wenig ab die frische Glut.
Bitte, gerne, sagt, was nicht gefällt.
Ja, natürlich könnt ihr kritisieren
und ich bitte d'rum, dass nichts euch hält,
wenn ihr anfangt, mich zu exzerpieren.
Nur, ich hoffe, dies ist nicht zu dämlich:
Bitte seid bedacht auf einen Fakt:
Diese Texte zeigen viel, sind nämlich
all mein Wesen – ich steh' vor euch. Nackt.
legt noch nicht beiseite, ungelesen.
Rügt noch nicht die Worte, nicht den Fleck,
den ich Tölpel dort noch nicht genesen.
Bitte, oh, erinnert euch an Worte,
nur an eines – das allein wär' gut.
Flucht nicht, diese Zeilen sei'n Retorte,
kühlt ein wenig ab die frische Glut.
Bitte, gerne, sagt, was nicht gefällt.
Ja, natürlich könnt ihr kritisieren
und ich bitte d'rum, dass nichts euch hält,
wenn ihr anfangt, mich zu exzerpieren.
Nur, ich hoffe, dies ist nicht zu dämlich:
Bitte seid bedacht auf einen Fakt:
Diese Texte zeigen viel, sind nämlich
all mein Wesen – ich steh' vor euch. Nackt.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim,
Trochäus
Donnerstag, 9. August 2007
Tapferer Abschied der vertanen Chance
Da meinte ich g'rade, schon alles gewonnen
zu haben und sonnte mich pfleglich im Haben,
da kam die Erleuchtung des Dunklen: Mein Laben
war kaum mir gekommen, da war es verronnen.
Wie oft ich entsonnen, zu lieben, was herrlich,
was einzig und liebenswert, lebhaft und nett!
Ich wünschte so oft schon, wie dieses Sonett,
ein Teil von dem Menschen zu sein, unentbehrlich!
Nur leider, als g'rade die Chance gefunden,
entdecke ich bitter, dass' Schicksal gespielt.
Es macht' einen Narr aus mir, hat mich entbunden
von jeglicher Ratio, kannte den Mut,
der ewiglich schmerzte, die Seele voll Schwielen,
doch machst Du mich selbstlos: Ich hoff', Dir geht’s gut!
zu haben und sonnte mich pfleglich im Haben,
da kam die Erleuchtung des Dunklen: Mein Laben
war kaum mir gekommen, da war es verronnen.
Wie oft ich entsonnen, zu lieben, was herrlich,
was einzig und liebenswert, lebhaft und nett!
Ich wünschte so oft schon, wie dieses Sonett,
ein Teil von dem Menschen zu sein, unentbehrlich!
Nur leider, als g'rade die Chance gefunden,
entdecke ich bitter, dass' Schicksal gespielt.
Es macht' einen Narr aus mir, hat mich entbunden
von jeglicher Ratio, kannte den Mut,
der ewiglich schmerzte, die Seele voll Schwielen,
doch machst Du mich selbstlos: Ich hoff', Dir geht’s gut!
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Gedichte,
Sonette
Mittwoch, 8. August 2007
Ein Gedicht über einen Mann mit Richtlinienkompetenzen, der gerne Auto fahren wollte und nur existiert, damit lustige Reime entstehen konnten
Ich mache schon seit Jahren Führerschein,
leider ist es einfach nicht zu schaffen!
Darum ist es, dass ich Führer wein',
welch ein armes, kleines Führerschwein,
keiner folgt ihm – alle müssen gaffen!
Später fühl' ich mich als Führer klein,
rafft denn niemand von den dummen Pfaffen,
wie beschwerlich's ist, das Führer-Sein?
Schließlich habe ich als Führer kein
Feeling – vielleicht kommt's durch viele Paffen.
Letztlich habe ich als Führer mein
Befugnis überzogen, um zu fahren!
Endlich kann ich stolzer Führer rein
in's Auto, freue mir ein Führerbein
aus und fahre, endlich froh, nach Waren!
leider ist es einfach nicht zu schaffen!
Darum ist es, dass ich Führer wein',
welch ein armes, kleines Führerschwein,
keiner folgt ihm – alle müssen gaffen!
Später fühl' ich mich als Führer klein,
rafft denn niemand von den dummen Pfaffen,
wie beschwerlich's ist, das Führer-Sein?
Schließlich habe ich als Führer kein
Feeling – vielleicht kommt's durch viele Paffen.
Letztlich habe ich als Führer mein
Befugnis überzogen, um zu fahren!
Endlich kann ich stolzer Führer rein
in's Auto, freue mir ein Führerbein
aus und fahre, endlich froh, nach Waren!
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Satire,
Trochäus
Dienstag, 7. August 2007
Meerszenerie
Die Luft ist feucht und salzig, teils vom Regen,
dessen Tropfen schwer zu Erden liegen,
teils vom Mehr, des Macht die Luft bewegen
kann; und Salzkristalle fliegen.
Und vom Ufer nur ein Stückchen weiter
wippt noch eine Schaukel still im Wind.
Und der Sand ist nass und schwer, die Leiter
rutschig noch vom Regen, der ihr rinnt.
Langsam fegen Böen kleine Teile
feinen Sands vom Spielplatz auf den Weg,
wasserschwer in luftverzerrter Eile
über Strand, auf Wasser, auf den Steg.
Allzu still und ewig monoton
trägt die Schaukel Lieder ferner Stärken
vor und jeder Mensch auf ihr wär' Hohn,
zynisch wirkt der Mensch auf seinen Werken.
dessen Tropfen schwer zu Erden liegen,
teils vom Mehr, des Macht die Luft bewegen
kann; und Salzkristalle fliegen.
Und vom Ufer nur ein Stückchen weiter
wippt noch eine Schaukel still im Wind.
Und der Sand ist nass und schwer, die Leiter
rutschig noch vom Regen, der ihr rinnt.
Langsam fegen Böen kleine Teile
feinen Sands vom Spielplatz auf den Weg,
wasserschwer in luftverzerrter Eile
über Strand, auf Wasser, auf den Steg.
Allzu still und ewig monoton
trägt die Schaukel Lieder ferner Stärken
vor und jeder Mensch auf ihr wär' Hohn,
zynisch wirkt der Mensch auf seinen Werken.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
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Kreuzreim,
Trochäus
Montag, 6. August 2007
Lebenskünstler oder: Nach außen - Nach innen
Den starken Mann markieren: Das ist nett.
Und Selbstbewusstsein zeigen: Das ist gut.
Und frei zu sein im Leben: Das ist Spaß.
Und alles selber schaffen: Das ist groß.
Und unempfindlich sein: Das ist stark.
Nur:
Alleine sein im viel zu großen Bett,
verlassen sein von Leidenschaft und Mut,
und keine Schulter, wenn man einsam saß,
und nackt und frierend stellt man sich so bloß,
dann muss man wissen, dass so vieles fehlt...
Und Selbstbewusstsein zeigen: Das ist gut.
Und frei zu sein im Leben: Das ist Spaß.
Und alles selber schaffen: Das ist groß.
Und unempfindlich sein: Das ist stark.
Nur:
Alleine sein im viel zu großen Bett,
verlassen sein von Leidenschaft und Mut,
und keine Schulter, wenn man einsam saß,
und nackt und frierend stellt man sich so bloß,
dann muss man wissen, dass so vieles fehlt...
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Trochäus
Sonntag, 5. August 2007
Ein Gedicht über Liebe
Man schreibt als Dichter ungern über Liebe,
denn jedes Wort erscheint umsonst, scheint dumm,
man sagt nichts Neues, druckst nur ewig rum,
und nichts reicht aus, kein Wort ist schon genug,
man mag perfekt wohl sprechen – untertriebe
doch noch maßlos. Sprachlicher Betrug.
Man schreibt als Dichter immer über Liebe,
denn jedes Wort erscheint umsonst, scheint fehl
am Platze, macht man sich nicht einen Hehl
aus uns'rem Zentrum, uns'rer Welten Licht,
und alles, was der Dichter eifrig schriebe –
es träfe doch den Menschen letztlich nicht.
denn jedes Wort erscheint umsonst, scheint dumm,
man sagt nichts Neues, druckst nur ewig rum,
und nichts reicht aus, kein Wort ist schon genug,
man mag perfekt wohl sprechen – untertriebe
doch noch maßlos. Sprachlicher Betrug.
Man schreibt als Dichter immer über Liebe,
denn jedes Wort erscheint umsonst, scheint fehl
am Platze, macht man sich nicht einen Hehl
aus uns'rem Zentrum, uns'rer Welten Licht,
und alles, was der Dichter eifrig schriebe –
es träfe doch den Menschen letztlich nicht.
Samstag, 4. August 2007
Alte Freundschaft
Lass die alten Wesen wieder kochen!
Oh, wie endlos schön gewürzt es wird,
all die Düfte, die wir nicht mehr rochen,
seit wir die Bekanntschaft unterjochen,
kommen umso schöner angeschwirrt.
Nichts von dem versalzt der zweite Koch!
Diesmal irrt das Sprichwort, siegt das Leben!
Schließlich hat die Wahrheit immer noch
hier das sagen – Nase, die es roch,
für das Leben kann's nichts schöner geben!
Oh, wie triumphier'n die Endorphine,
tanzen alle Zellen jener Sinne,
deren gutes Spiel zu uns'rer Mine
kreativer als zuvor nun schiene,
und man fürchtet furchtsam, dass man spinne.
Zeit des Abstands, schwer zu überbrücken,
Zeit des Ungewiss, die Zeit der Frage.
Überwindet man jedoch die Tücken
jener Tage, schlägt aus Weisheit Brücken –
Umso schöner! Misserfolg der Klage!
Alte Freundschaft zu verleugnen geht nicht.
Jeder Bund, der einst solch Kraft besessen
wird besteh'n, denn niemals, nie!, verweht Licht,
niemals geht zuneige, niemals dreht Sicht
derart um. So schön, das nie-Vergessen!
Oh, wie endlos schön gewürzt es wird,
all die Düfte, die wir nicht mehr rochen,
seit wir die Bekanntschaft unterjochen,
kommen umso schöner angeschwirrt.
Nichts von dem versalzt der zweite Koch!
Diesmal irrt das Sprichwort, siegt das Leben!
Schließlich hat die Wahrheit immer noch
hier das sagen – Nase, die es roch,
für das Leben kann's nichts schöner geben!
Oh, wie triumphier'n die Endorphine,
tanzen alle Zellen jener Sinne,
deren gutes Spiel zu uns'rer Mine
kreativer als zuvor nun schiene,
und man fürchtet furchtsam, dass man spinne.
Zeit des Abstands, schwer zu überbrücken,
Zeit des Ungewiss, die Zeit der Frage.
Überwindet man jedoch die Tücken
jener Tage, schlägt aus Weisheit Brücken –
Umso schöner! Misserfolg der Klage!
Alte Freundschaft zu verleugnen geht nicht.
Jeder Bund, der einst solch Kraft besessen
wird besteh'n, denn niemals, nie!, verweht Licht,
niemals geht zuneige, niemals dreht Sicht
derart um. So schön, das nie-Vergessen!
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Trochäus
Freitag, 3. August 2007
Kleine Undiszipliniertheit
Ein kleiner Seufzer, hörbar kaum, doch da.
Ein wenig Luft nur, artig ausgelassen.
Niemand konnt' es hören, war ihr nah.
Ihr Gast ist Einsamkeit in rauen Massen.
Beschweren d'rüber würde sie sich nie.
Nur dieser Seufzer, klein und kaum zu hören,
der entwich in ihrer Lethargie.
War er wirklich da? Sie würd' nicht schwören.
Nur ein wenig Atem mit Geräusch,
lang nicht lang genug, sich zu entfalten.
Eines zeigt er – wenn ich mich nicht täusch' –
sie sehnt sich sehr nach Menschen, die sie halten.
Ein wenig Luft nur, artig ausgelassen.
Niemand konnt' es hören, war ihr nah.
Ihr Gast ist Einsamkeit in rauen Massen.
Beschweren d'rüber würde sie sich nie.
Nur dieser Seufzer, klein und kaum zu hören,
der entwich in ihrer Lethargie.
War er wirklich da? Sie würd' nicht schwören.
Nur ein wenig Atem mit Geräusch,
lang nicht lang genug, sich zu entfalten.
Eines zeigt er – wenn ich mich nicht täusch' –
sie sehnt sich sehr nach Menschen, die sie halten.
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Das tägliche Gedicht,
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Kreuzreim
Donnerstag, 2. August 2007
Trostlosigkeit
Manchmal ist man hilflos überlassen
jenen Tagen, deren Freund man nicht
zu sein vermag, solch Tage ohne Licht
und auch der Schatten droht schon, zu verblassen.
Verleugnet auch der Himmel jede Farbe,
kann die Welt im Ganzen nicht entsteh'n.
Man selbst, als Teil von ihr muss seh'n:
Die Stunden werden heute nur zur Narbe.
Und Grau und Grau umarmen sich recht herzlich.
Und kalter Wind pfeift spöttisch seinen Hohn.
Und nichts kann mir das Sein im Heute geben.
Die langen Stunden gehen kalt und schmerzlich,
man hofft zuletzt, die Nacht erwächst zum Lohn,
vielleicht gebärt die Dunkelheit mir Leben.
jenen Tagen, deren Freund man nicht
zu sein vermag, solch Tage ohne Licht
und auch der Schatten droht schon, zu verblassen.
Verleugnet auch der Himmel jede Farbe,
kann die Welt im Ganzen nicht entsteh'n.
Man selbst, als Teil von ihr muss seh'n:
Die Stunden werden heute nur zur Narbe.
Und Grau und Grau umarmen sich recht herzlich.
Und kalter Wind pfeift spöttisch seinen Hohn.
Und nichts kann mir das Sein im Heute geben.
Die langen Stunden gehen kalt und schmerzlich,
man hofft zuletzt, die Nacht erwächst zum Lohn,
vielleicht gebärt die Dunkelheit mir Leben.
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Sonette,
Trochäus
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