„Doch dazu dann später“, die Drohung im Raum,
das Ende des Grauens nach hinten verschoben,
Begreifen fällt schwer, man hört schon noch kaum,
was vorne gesagt wird, die Welt wird verschroben,
die Sinne entfallen dem Singsang der Worte,
und müde entschläft man an spannende Orte.
„Doch dazu dann später“, welch schöner Apell!
Die Neugierde rührt sich und schaut recht verdutzt:
Wer hat mich geweckt? Und: Ist es schon hell?
Die Mühen des Sprechenden haben genutzt,
die Leidenschaft schwappte ganz kontinuierlich
in Ohren, ansonsten meist eher manierlich.
„Doch dazu dann später“, der Schwall seiner Bosheit
im blinden Verzehren der Machtposition
vermag nicht zu bremsen und wie er dann los schreit
entbehrt jeder Menschlichkeit, spricht ihr fast Hohn,
der Lehrling wagt kaum sich zu Rühren, verlassen
ergeht er der Rüge, zu schwach sie zu hassen.
„Doch dazu dann später“ – was ist nur geschehen?
Oh Gott, warum sagt ihr denn nicht, was passiert?
Die anderen Themen muss ich jetzt nicht sehen,
nun sagt schon – sind Deutsche betroffen? Jongliert
das Schicksal mit unserem Glück und entscheidet
sich gegen uns, derweil schon Gott uns meidet?
„Doch dazu dann später“ – aus Deinem Munde
(und das, bitte glaub mir, ist herrliche Gabe!)
ist es ein Versprechen, ist Vorfreude, Kunde
von emotionalem Verständnis, ich labe
an Deinen Gesprächen mich dankbar und immer,
bist wärmende Lampe in lebendem Zimmer.
Samstag, 22. September 2007
Freitag, 21. September 2007
Ode an die Naturgewalten (Klimax)
Ein Hauch von Luft, die Härchen aufzurichten.
Ein Blatt verweht gleich einer Ballerina,
die nur auf Winden tanzt, wie in Geschichten.
Und das Geäst wird eine Okarina,
verwandelt sich in dieses Instrument,
mit welchem so viel Melodie beginnt.
Auch heute schweifen Töne, die man kennt
und schätzt, durch diese Welt und ihr entrinnt
ein leises Pfeifen, Kunde großer Dinge,
die aufgetürmt in uns’re Richtung gleiten.
Ein wenig scheint’s, als ob der Himmel singe
und gleichsam strebt, ein Lichtspiel zu bereiten,
indem er auf das Blau der Himmelswand
Gebirge schwarzer Steine zieht und häuft;
ein Lebensbild naturgewalt’ger Hand.
Das Licht zergeht in Farben, streut und läuft
an all den Wolkenbergen runter,
scheint sich bald zu sammeln, bald zu flüchten
vor dem tiefen Grollen, welches munter
düsteren Erklärungen, Gerüchten
sich bemächtigt, somit Ahnung zeugt.
Die Bäume beugen sich inzwischen fühlbar,
Blätter fliehen von der Welt beäugt,
deren Auge lange nicht so kühl war,
wie in diesen furchtverzehrten Blicken,
ohne Blau und Gelb – in schwarzes Grau
fliegen auch die Blätter wie an Stricken
gezogen fort, sie fliehen vor dem Tau.
Das Heulen weht um jedes Weltenkind,
mit Nachdruck warnt es alle, die es hören,
erzählt von Dingen, die im Kommen sind
und bald die Ordnung uns’rer Zeit zerstören,
von Dunkelheit, von Stürmen und von Brüllen,
und scheint in seinem Irrsinn selbst zu leiden,
als erste Tropfen Himmel weinend füllen;
es beginnt: Gewitter wird sich weiden.
Ein Blatt verweht gleich einer Ballerina,
die nur auf Winden tanzt, wie in Geschichten.
Und das Geäst wird eine Okarina,
verwandelt sich in dieses Instrument,
mit welchem so viel Melodie beginnt.
Auch heute schweifen Töne, die man kennt
und schätzt, durch diese Welt und ihr entrinnt
ein leises Pfeifen, Kunde großer Dinge,
die aufgetürmt in uns’re Richtung gleiten.
Ein wenig scheint’s, als ob der Himmel singe
und gleichsam strebt, ein Lichtspiel zu bereiten,
indem er auf das Blau der Himmelswand
Gebirge schwarzer Steine zieht und häuft;
ein Lebensbild naturgewalt’ger Hand.
Das Licht zergeht in Farben, streut und läuft
an all den Wolkenbergen runter,
scheint sich bald zu sammeln, bald zu flüchten
vor dem tiefen Grollen, welches munter
düsteren Erklärungen, Gerüchten
sich bemächtigt, somit Ahnung zeugt.
Die Bäume beugen sich inzwischen fühlbar,
Blätter fliehen von der Welt beäugt,
deren Auge lange nicht so kühl war,
wie in diesen furchtverzehrten Blicken,
ohne Blau und Gelb – in schwarzes Grau
fliegen auch die Blätter wie an Stricken
gezogen fort, sie fliehen vor dem Tau.
Das Heulen weht um jedes Weltenkind,
mit Nachdruck warnt es alle, die es hören,
erzählt von Dingen, die im Kommen sind
und bald die Ordnung uns’rer Zeit zerstören,
von Dunkelheit, von Stürmen und von Brüllen,
und scheint in seinem Irrsinn selbst zu leiden,
als erste Tropfen Himmel weinend füllen;
es beginnt: Gewitter wird sich weiden.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Jambus,
Kreuzreim
Donnerstag, 20. September 2007
Vertrackt
Ich wusste nicht, dass sie nicht wusste, dass ich’s wusste – das war schlecht.
Denn hätte ich gewusst, dass sie’s nicht weiß, hätt‘ ich’s sie wissen lassen.
Nur da ich’s halt nicht wusste, wusst ich auch nichts zu sagen recht,
und ob ich’s wissen musste, kann ich nicht durch mein Gewissen fassen.
Natürlich hätt‘ ich ahnen können, dass ihr Wissen es nicht wusste,
nur dachte ich gewiss nicht d’ran, ihr Wissen so beflissentlich
gewissenhaft zu untersuchen – weiß auch jetzt nicht sicher: Musste
sie denn nicht auch wissen oder wusste sie’s nicht wissentlich?
Was ich wissen musste, weiß ich nicht, nur weiß ich, dass sie weiß,
dass ich nicht wusste, dass ihr nicht bewusst war, dass ich wissen musste
und auch wusste; weiter weiß sie auch, dass mein Unwissen leis
und unbewusst und nicht als Stuss mein Wissen trog wie eine Kruste.
Denn hätte ich gewusst, dass sie’s nicht weiß, hätt‘ ich’s sie wissen lassen.
Nur da ich’s halt nicht wusste, wusst ich auch nichts zu sagen recht,
und ob ich’s wissen musste, kann ich nicht durch mein Gewissen fassen.
Natürlich hätt‘ ich ahnen können, dass ihr Wissen es nicht wusste,
nur dachte ich gewiss nicht d’ran, ihr Wissen so beflissentlich
gewissenhaft zu untersuchen – weiß auch jetzt nicht sicher: Musste
sie denn nicht auch wissen oder wusste sie’s nicht wissentlich?
Was ich wissen musste, weiß ich nicht, nur weiß ich, dass sie weiß,
dass ich nicht wusste, dass ihr nicht bewusst war, dass ich wissen musste
und auch wusste; weiter weiß sie auch, dass mein Unwissen leis
und unbewusst und nicht als Stuss mein Wissen trog wie eine Kruste.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Jambus,
Kreuzreim
Mittwoch, 19. September 2007
Kultiviert oder: Die Macht des Buches
Die kleine Version der großen Bühne,
bescheidenes Duplex jenem Stil.
Ein wenig vom Glanze ihrer Kühne,
ein Puppenhaus als ihr ernstes Ziel.
Die Schallplattensammlung stolz gebahrt,
der Spieler hingegen scheint verstaubt
und ist noch am eh’sten staubbewahrt,
wenn Gästen das Hören mal erlaubt.
Dann wird die antike Kiste Wert,
denn bloße Kultur verstrahlt sie schon.
Das Knarzen und Rauschen zwar beschwert
das Hören, doch geht’s nicht um den Ton.
Sie ist nur ein Status, Zeichen seiner
Verbindung zu allen guten Kreisen.
Zwar wird durch das Mühen diese kleiner,
doch muss man im Anschein sich beweisen.
Und ebenso hat er so viel Wein
wie gar keine Ahnung vom Getränk.
Kultur ohne Reben? Kann nicht sein!
D’rum lagert er Weine, ungelenk.
Die Krönung der dummen Peinlichkeit:
Ihm ekelt ganz furchtbar vor’m Geschmack!
Doch säuft er ganz maßlos von Zeit zu Zeit,
Gesellschaft erfordert Kampf im Frack!
Im Hintergrund, wenn ihn wer besucht,
läuft immer das neuste Jazzquartett.
Obwohl er im Innern immer flucht
sich heimlich schon freut auf Charts im Bett.
Doch geht es ihm dort wie wie überall:
Gewöhnt man sich erstmal langsam d’ran,
verwandelt es sich vom Überfall
in was, das man ignorieren kann.
Regale voll Goethe, Schiller, Brecht,
verlautbaren stolz Beflissenheit,
Belesenheit wirkt von allem echt
und wahrhaft am meisten, weit und breit.
Erinnerung plagt ihn heute noch,
er weiß noch genau, wie er erkannte,
dass offenbar dort in ihm ein Loch,
wo anderen ewig Wolllust brannte:
Er suchte zu lesen in einem Buch
aus seinem Regal, er nahm den Faust,
und wurde gestoßen auf den Fluch,
der immer schon durch sein Leben braust.
Sie sagten ihm etwas, diese Zeilen:
Sie waren so wahr. Er hat gebebt.
Sie schienen sich förmlich zu beeilen,
zu schreien: Du hast umsonst gelebt!
bescheidenes Duplex jenem Stil.
Ein wenig vom Glanze ihrer Kühne,
ein Puppenhaus als ihr ernstes Ziel.
Die Schallplattensammlung stolz gebahrt,
der Spieler hingegen scheint verstaubt
und ist noch am eh’sten staubbewahrt,
wenn Gästen das Hören mal erlaubt.
Dann wird die antike Kiste Wert,
denn bloße Kultur verstrahlt sie schon.
Das Knarzen und Rauschen zwar beschwert
das Hören, doch geht’s nicht um den Ton.
Sie ist nur ein Status, Zeichen seiner
Verbindung zu allen guten Kreisen.
Zwar wird durch das Mühen diese kleiner,
doch muss man im Anschein sich beweisen.
Und ebenso hat er so viel Wein
wie gar keine Ahnung vom Getränk.
Kultur ohne Reben? Kann nicht sein!
D’rum lagert er Weine, ungelenk.
Die Krönung der dummen Peinlichkeit:
Ihm ekelt ganz furchtbar vor’m Geschmack!
Doch säuft er ganz maßlos von Zeit zu Zeit,
Gesellschaft erfordert Kampf im Frack!
Im Hintergrund, wenn ihn wer besucht,
läuft immer das neuste Jazzquartett.
Obwohl er im Innern immer flucht
sich heimlich schon freut auf Charts im Bett.
Doch geht es ihm dort wie wie überall:
Gewöhnt man sich erstmal langsam d’ran,
verwandelt es sich vom Überfall
in was, das man ignorieren kann.
Regale voll Goethe, Schiller, Brecht,
verlautbaren stolz Beflissenheit,
Belesenheit wirkt von allem echt
und wahrhaft am meisten, weit und breit.
Erinnerung plagt ihn heute noch,
er weiß noch genau, wie er erkannte,
dass offenbar dort in ihm ein Loch,
wo anderen ewig Wolllust brannte:
Er suchte zu lesen in einem Buch
aus seinem Regal, er nahm den Faust,
und wurde gestoßen auf den Fluch,
der immer schon durch sein Leben braust.
Sie sagten ihm etwas, diese Zeilen:
Sie waren so wahr. Er hat gebebt.
Sie schienen sich förmlich zu beeilen,
zu schreien: Du hast umsonst gelebt!
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim,
Mischmetrik
Dienstag, 18. September 2007
Doppelmoral
Äste und Ethik, das passt nicht zusammen!
Ästethik hingegen, das klingt richtig gut!
Ob Äste der Ethik des Waldes entstammen?
Macht Ethik den Ästen beim Wachsen erst Mut?
Geste und Stern sind ein komisches Paar!
Einzig als Gestern erkennt man sie wieder.
Doch Geste der Sterne: So vieles wird wahr
und Sterne des Gestern erinnern mir Lieder.
Welch ein Fantast, der am Tische nur sitzt,
wo man fantastisch dem Boden entflieht,
und welcher Fantast hätte nicht längst geschwitzt,
wenn er sich dem Tische stets zugeteilt sieht?
Die Falte im Alter verzierte schon viele,
der Falter hingegen wird nicht g’rade alt.
Doch wenn er als Älterer faltig entfiele,
entfaltete Alter den Preis, seinen, bald.
Der Streich jener Jugend soll irgendwann reichen,
doch streichen die Jungen schon deshalb die Segel?
Ich reiche Dir Streiche zum Alltagsentweichen,
den Opfern, nur, reicht es mit Streichen, ich Flegel!
Ästethik hingegen, das klingt richtig gut!
Ob Äste der Ethik des Waldes entstammen?
Macht Ethik den Ästen beim Wachsen erst Mut?
Geste und Stern sind ein komisches Paar!
Einzig als Gestern erkennt man sie wieder.
Doch Geste der Sterne: So vieles wird wahr
und Sterne des Gestern erinnern mir Lieder.
Welch ein Fantast, der am Tische nur sitzt,
wo man fantastisch dem Boden entflieht,
und welcher Fantast hätte nicht längst geschwitzt,
wenn er sich dem Tische stets zugeteilt sieht?
Die Falte im Alter verzierte schon viele,
der Falter hingegen wird nicht g’rade alt.
Doch wenn er als Älterer faltig entfiele,
entfaltete Alter den Preis, seinen, bald.
Der Streich jener Jugend soll irgendwann reichen,
doch streichen die Jungen schon deshalb die Segel?
Ich reiche Dir Streiche zum Alltagsentweichen,
den Opfern, nur, reicht es mit Streichen, ich Flegel!
etikettiert:
Daktylus,
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim
Montag, 17. September 2007
Die Tiefe des Blickes
Ich sehe die Augen und denke: Oh, Tiefe!
Oh Seen, oh Meere, unendliches Sinken!
Und möchte am liebsten die Ewigkeit trinken,
ich fühle, als ob mich Unsterblichkeit riefe.
Ich sehe die Augen und fühle: Oh, Schweigen!
Du wärst noch am eh'sten geeignet, zu sprechen
von all dieser Schönheit, Besteh'nes zu brechen,
das Mögliche leicht überschreitender Reigen!
Ich sehe die Augen und weiß: Ihrer Klarheit
und Schönheit sind all meine Worte nicht wert.
Und grausam: Ich kenne die schmerzende Wahrheit.
Ich sehe die Augen und ahne, wie reich
mich Ahnenden, der diese Anmut erfährt,
das Schicksal beschenkt, dem Gottglauben gleich.
Oh Seen, oh Meere, unendliches Sinken!
Und möchte am liebsten die Ewigkeit trinken,
ich fühle, als ob mich Unsterblichkeit riefe.
Ich sehe die Augen und fühle: Oh, Schweigen!
Du wärst noch am eh'sten geeignet, zu sprechen
von all dieser Schönheit, Besteh'nes zu brechen,
das Mögliche leicht überschreitender Reigen!
Ich sehe die Augen und weiß: Ihrer Klarheit
und Schönheit sind all meine Worte nicht wert.
Und grausam: Ich kenne die schmerzende Wahrheit.
Ich sehe die Augen und ahne, wie reich
mich Ahnenden, der diese Anmut erfährt,
das Schicksal beschenkt, dem Gottglauben gleich.
etikettiert:
Daktylus,
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Sonette
Sonntag, 16. September 2007
Unter Sternen
Wir alle schon standen voll Ehrfurcht darunter
Und wähnten uns nichtig im Schatten des Lichts.
Doch waren wir letztlich ein wenig zu munter,
um wirklich zu glauben, wir seien fast nichts.
Die Punkte, der Himmel – sie nahmen uns heftig,
beeinflussten unsere Identität.
Nur leider nicht länger, nur allzu geschäftig
verfolgten wir Alltag, der Luftschlösser säht.
Wir sahen die Wahrheit in all diesem Dunkel,
Unendlichkeit lehrte uns Werte und Pflicht.
In all diesem schwärzlichen Sternengefunkel
gehörte man plötzlich zur wissenden Schicht.
Man wusste: Man ist nichts. Und würde nichts werden.
Erkannte: Was immer ich mache, es stimmt,
weil alle die Freuden und alle Beschwerden
verschwinden, wenn einer das Weltall vernimmt.
Aus Ärgern Erinnern, aus Frohsinn Verstehen,
so relativierte sich alles Gefühl.
Geschicke, die ewiglich Leben versehen,
entwickeln sich träger, man achtet sie kühl.
Doch all diese Weisheit ist weiß Gott nicht immer,
und ewig ist all dieses Wissen wohl nie.
Schon später, am Schreibtisch im leblosen Zimmer,
beraubt man sich exponentiell der Magie.
Und wähnten uns nichtig im Schatten des Lichts.
Doch waren wir letztlich ein wenig zu munter,
um wirklich zu glauben, wir seien fast nichts.
Die Punkte, der Himmel – sie nahmen uns heftig,
beeinflussten unsere Identität.
Nur leider nicht länger, nur allzu geschäftig
verfolgten wir Alltag, der Luftschlösser säht.
Wir sahen die Wahrheit in all diesem Dunkel,
Unendlichkeit lehrte uns Werte und Pflicht.
In all diesem schwärzlichen Sternengefunkel
gehörte man plötzlich zur wissenden Schicht.
Man wusste: Man ist nichts. Und würde nichts werden.
Erkannte: Was immer ich mache, es stimmt,
weil alle die Freuden und alle Beschwerden
verschwinden, wenn einer das Weltall vernimmt.
Aus Ärgern Erinnern, aus Frohsinn Verstehen,
so relativierte sich alles Gefühl.
Geschicke, die ewiglich Leben versehen,
entwickeln sich träger, man achtet sie kühl.
Doch all diese Weisheit ist weiß Gott nicht immer,
und ewig ist all dieses Wissen wohl nie.
Schon später, am Schreibtisch im leblosen Zimmer,
beraubt man sich exponentiell der Magie.
etikettiert:
Daktylus,
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim
Samstag, 15. September 2007
Herbst
Die Tage werden früher dunkel,
die Welt beseitigt den Kontrast
und schafft ihn neu durch das Gemunkel,
das abends durch die Straßen schasst.
Die Winde wehen wieder wilder,
sie tragen halbe Bäume fort
und schaffen so die schönsten Bilder
von Blättern, denen Luft ihr Hort.
So kommt es, dass man g’rad spazierte,
im Stillen den Geruch genoss,
und wenig später schon, da zierte
den Körper reich ein Blättertross.
Ein güld’nes Ross fliegt durch die Lüfte,
die Fantasie auf ihrem Ritt,
der aller Leben schweren Klüfte
zärtlich durch die Kehle schnitt.
Die Himmel sind an Wolken reicher,
denn rascher ziehen sie hinauf,
doch rascher werden sie auch bleicher,
aufgrund des Windes raschen Lauf.
Er zwickt auch hier und dort Gesichter,
verschmückt sie frech mit Fransenschals,
und lächelnd glänzen Augenlichter,
sie riechen Laubwerk allemals.
Und Füße treffen Pflastersteine,
schlendern an der frischen Luft,
und jeder Schritt ist eine kleine
Erfrischung voller reinem Duft.
Und nie verbrüdern Mensch und Umwelt
einander so vollendet froh,
wie dann, wenn uns’re Erde stumm schnellt,
so voll Geräusch und lichterloh.
Vor Übereifer mischt der Maler
den Bäumen noch ein Rot mit an,
es strahlen leuchtend Leuchtestrahler
aus Rot und Blättern – welch ein Bann!
Vollkommen ist die Symbiose:
Natur und wir und sie und ich.
Ich schreite, jedem Alltag lose –
Die Kunst des Herbsts entfesselt mich.
die Welt beseitigt den Kontrast
und schafft ihn neu durch das Gemunkel,
das abends durch die Straßen schasst.
Die Winde wehen wieder wilder,
sie tragen halbe Bäume fort
und schaffen so die schönsten Bilder
von Blättern, denen Luft ihr Hort.
So kommt es, dass man g’rad spazierte,
im Stillen den Geruch genoss,
und wenig später schon, da zierte
den Körper reich ein Blättertross.
Ein güld’nes Ross fliegt durch die Lüfte,
die Fantasie auf ihrem Ritt,
der aller Leben schweren Klüfte
zärtlich durch die Kehle schnitt.
Die Himmel sind an Wolken reicher,
denn rascher ziehen sie hinauf,
doch rascher werden sie auch bleicher,
aufgrund des Windes raschen Lauf.
Er zwickt auch hier und dort Gesichter,
verschmückt sie frech mit Fransenschals,
und lächelnd glänzen Augenlichter,
sie riechen Laubwerk allemals.
Und Füße treffen Pflastersteine,
schlendern an der frischen Luft,
und jeder Schritt ist eine kleine
Erfrischung voller reinem Duft.
Und nie verbrüdern Mensch und Umwelt
einander so vollendet froh,
wie dann, wenn uns’re Erde stumm schnellt,
so voll Geräusch und lichterloh.
Vor Übereifer mischt der Maler
den Bäumen noch ein Rot mit an,
es strahlen leuchtend Leuchtestrahler
aus Rot und Blättern – welch ein Bann!
Vollkommen ist die Symbiose:
Natur und wir und sie und ich.
Ich schreite, jedem Alltag lose –
Die Kunst des Herbsts entfesselt mich.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Jambus,
Kreuzreim
Freitag, 14. September 2007
Träume, die der Einsamkeit entspringen
Wie sie ihren Blick voll Anmut senkt,
still und schön den schwarzen Augenbrauen
Schwung verleiht, voll Ausdruck ihre schlauen
Augen auf mich richtet – mich beschenkt,
wie sie ohne Vorsatz mich erreicht,
meinem Tiefsten das Gespräch erbietet,
mich bewohnt, mein Seelenleben mietet,
ist so wundervoll, dass nichts ihm gleicht.
Einzig eine Sache trübt das Laben,
nur ein Makel, sonst ist sie perfekt,
zu perfekt, um wirklich wahr zu sein:
Wollte ich sie wahrhaft bei mir haben,
hier in meinem Arm, bei mir versteckt,
müsste sich der Traum in’s Leben frei’n.
still und schön den schwarzen Augenbrauen
Schwung verleiht, voll Ausdruck ihre schlauen
Augen auf mich richtet – mich beschenkt,
wie sie ohne Vorsatz mich erreicht,
meinem Tiefsten das Gespräch erbietet,
mich bewohnt, mein Seelenleben mietet,
ist so wundervoll, dass nichts ihm gleicht.
Einzig eine Sache trübt das Laben,
nur ein Makel, sonst ist sie perfekt,
zu perfekt, um wirklich wahr zu sein:
Wollte ich sie wahrhaft bei mir haben,
hier in meinem Arm, bei mir versteckt,
müsste sich der Traum in’s Leben frei’n.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Sonette,
Trochäus
Donnerstag, 13. September 2007
Urkräfte
Es stehen die Mächte sich schweigend entgegen
und wägen beflissen im Strahle der Sterne
die Kräfte des Anderen achtungsvoll ab.
Erhaben erklären die Blicke im Regen
respektvoll des anderen Größe im Kerne,
ein ehrsames Wägen Elias’, Ahab.
Und wenn sie sich regen, verbergen die Schatten
in Falten des Dunkel das winzige Rühren,
zu hören ist einzig der ahnende Wind.
Und alle Geschichten, die Welten schon hatten,
verschwinden in zukunftsbezeugenden Schwüren
von kommenden Prächten der Zeuge wir sind.
Giganten entstehen durch solcherlei Geste,
erhaben betrachten sie einfach die Lage
und handeln gewissenhaft, stets überlegt.
Mit Augenmaß gleich einer göttlichen Meste
erkennen sie gleichsam den Mond auch am Tage,
erleben in Klarheit, was Herzen bewegt.
Die Spannung bleibt steigend, man spürt sie fast zerren,
die Winde erscheinen als Werke der beiden,
ersetzen die Urkraft der Umwelt im Krieg.
Dann endlich Bewegung: Synchron sind die Herren
zur Umkehr bewogen. Und somit vermeiden
sie weise das tierische Ringen um Sieg.
und wägen beflissen im Strahle der Sterne
die Kräfte des Anderen achtungsvoll ab.
Erhaben erklären die Blicke im Regen
respektvoll des anderen Größe im Kerne,
ein ehrsames Wägen Elias’, Ahab.
Und wenn sie sich regen, verbergen die Schatten
in Falten des Dunkel das winzige Rühren,
zu hören ist einzig der ahnende Wind.
Und alle Geschichten, die Welten schon hatten,
verschwinden in zukunftsbezeugenden Schwüren
von kommenden Prächten der Zeuge wir sind.
Giganten entstehen durch solcherlei Geste,
erhaben betrachten sie einfach die Lage
und handeln gewissenhaft, stets überlegt.
Mit Augenmaß gleich einer göttlichen Meste
erkennen sie gleichsam den Mond auch am Tage,
erleben in Klarheit, was Herzen bewegt.
Die Spannung bleibt steigend, man spürt sie fast zerren,
die Winde erscheinen als Werke der beiden,
ersetzen die Urkraft der Umwelt im Krieg.
Dann endlich Bewegung: Synchron sind die Herren
zur Umkehr bewogen. Und somit vermeiden
sie weise das tierische Ringen um Sieg.
etikettiert:
Daktylus,
Das tägliche Gedicht,
Gedichte
Mittwoch, 12. September 2007
Erinnerung. Bedauert.
Ich blicke in's Dunkel, die Iris weit offen,
versuch' das Verborgene doch zu erkennen.
Mein Blick ist die Suche und Blinzeln das Hoffen,
es möge das Wesen sich endlich benennen.
Ich ahne das Schlimme und wünschte, es lindert,
doch weiß ich mit Sicherheit: Nichts ist hier gut.
Ich kenn' die Umgebung aus Jahren, mich hindert
am wirklichen Sehen doch letztlich mein Mut.
Es scheiterten viele am dunkelsten Wege,
Erinnerung ist unser härterster Feind.
Er zetert und kratzt noch bei zärtlichster Pflege -
ein einziger Fehler, für immer beweint.
versuch' das Verborgene doch zu erkennen.
Mein Blick ist die Suche und Blinzeln das Hoffen,
es möge das Wesen sich endlich benennen.
Ich ahne das Schlimme und wünschte, es lindert,
doch weiß ich mit Sicherheit: Nichts ist hier gut.
Ich kenn' die Umgebung aus Jahren, mich hindert
am wirklichen Sehen doch letztlich mein Mut.
Es scheiterten viele am dunkelsten Wege,
Erinnerung ist unser härterster Feind.
Er zetert und kratzt noch bei zärtlichster Pflege -
ein einziger Fehler, für immer beweint.
etikettiert:
Daktylus,
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim
Dienstag, 11. September 2007
Grundfrage
Ich werde Asche sein, ich werde sterben.
Egal wie viel ich leiste hier auf Erden.
Vergänglichkeit. Ich werde sie vererben
und nicht mehr seh'n, wie sie ihr Opfer werden.
Und all mein Schaffen mit mir annuliert.
Zwar zehren, wenn ich glücklich bin, noch Jahre
die Menschen von den Werken, die kreiert -
doch werd' ich es kaum sehen von der Bahre.
Was bringt der fromme Wunsch, es möge weiter
das Leben meiner Lieben Glück verstärken,
wenn ich im Tode kläglich daran scheiter',
die Früchte dieses Wunsches zu bemerken?
Was bringt der Status, den ich mir erstreiten
und hart verdienen musste unter Schweiß,
wenn alles doch verschwindet und bezeiten
gelöscht wird, gleich mit allem, das ich weiß?
Man mag sich solchermaßen ernsthaft fragen:
Warum noch leben, wenn der Tod doch siegt?
Nur fragt man sich an allein seinen Tagen,
dann wird man seinem Leben so entsagen,
dass dieses dann erst recht schon nichts mehr wiegt.
Egal wie viel ich leiste hier auf Erden.
Vergänglichkeit. Ich werde sie vererben
und nicht mehr seh'n, wie sie ihr Opfer werden.
Und all mein Schaffen mit mir annuliert.
Zwar zehren, wenn ich glücklich bin, noch Jahre
die Menschen von den Werken, die kreiert -
doch werd' ich es kaum sehen von der Bahre.
Was bringt der fromme Wunsch, es möge weiter
das Leben meiner Lieben Glück verstärken,
wenn ich im Tode kläglich daran scheiter',
die Früchte dieses Wunsches zu bemerken?
Was bringt der Status, den ich mir erstreiten
und hart verdienen musste unter Schweiß,
wenn alles doch verschwindet und bezeiten
gelöscht wird, gleich mit allem, das ich weiß?
Man mag sich solchermaßen ernsthaft fragen:
Warum noch leben, wenn der Tod doch siegt?
Nur fragt man sich an allein seinen Tagen,
dann wird man seinem Leben so entsagen,
dass dieses dann erst recht schon nichts mehr wiegt.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Jambus,
Kreuzreim
Montag, 10. September 2007
Muse
Ein Leben als Inspiration für das Große,
stets Atmen für And're, posieren für sie.
Ich kann nichts, doch sieht er bei mir dort im Schoße
den Quell seiner Größe - ich sehe ihn nie.
Ich läch'le zu allem - er findet gefallen,
doch liegt's nicht am Lächeln, liegt nicht mal am Tun.
Und doch - nur von mir scheinen Töne zu schallen,
die einzig für ihn auf Akkorden beruh'n.
Ich schweife im Fernen bei ihm in der Nähe,
er nähert sich seiner entfernten Passion.
Und wenn ich die Körner des Könnens so sähe,
indem ich nur schweife, genügt das längst schon.
Auf einmal beginnt ihm ein Feuer zu sengen,
egal, welche Kühle ich vorher entsandt.
Erhitzt brennt er Kunstwerke in rauen Menge
auf Leinwand, mit triumphal lodernder Hand.
Dann tat ich, wofür ich ihm lange schon diene
und weiß auch nach Jahren noch lange nicht, was.
Bewirke zwar etwas, doch bin ihm nur Schiene
und mache nichts, bin weder trocken, noch nass.
Nur warum verehrt mich das große Genie?
Verlieben sich Mannequins auch in den Spiegel?
Ich traue mich nicht, eine Philosophie
zu erschaffen, befürchte, das wär' mir ein Siegel.
stets Atmen für And're, posieren für sie.
Ich kann nichts, doch sieht er bei mir dort im Schoße
den Quell seiner Größe - ich sehe ihn nie.
Ich läch'le zu allem - er findet gefallen,
doch liegt's nicht am Lächeln, liegt nicht mal am Tun.
Und doch - nur von mir scheinen Töne zu schallen,
die einzig für ihn auf Akkorden beruh'n.
Ich schweife im Fernen bei ihm in der Nähe,
er nähert sich seiner entfernten Passion.
Und wenn ich die Körner des Könnens so sähe,
indem ich nur schweife, genügt das längst schon.
Auf einmal beginnt ihm ein Feuer zu sengen,
egal, welche Kühle ich vorher entsandt.
Erhitzt brennt er Kunstwerke in rauen Menge
auf Leinwand, mit triumphal lodernder Hand.
Dann tat ich, wofür ich ihm lange schon diene
und weiß auch nach Jahren noch lange nicht, was.
Bewirke zwar etwas, doch bin ihm nur Schiene
und mache nichts, bin weder trocken, noch nass.
Nur warum verehrt mich das große Genie?
Verlieben sich Mannequins auch in den Spiegel?
Ich traue mich nicht, eine Philosophie
zu erschaffen, befürchte, das wär' mir ein Siegel.
etikettiert:
Daktylus,
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim
Sonntag, 9. September 2007
Raffael
Mit einer simplen Geste Deiner Hand,
mit einer schlichten Pose, reich an Worten
voller Poesie, die nur entstand,
um wortreich diesen Zauber zu beschreiben,
schaffst Du, jene Grazie zu horten,
die unmöglich ist, einzuverleiben.
Sekunden huldigend verstreichen Zeiten,
derer man sich niemals recht gewahr
geworden wäre, kämst nicht Du zu leiten,
nur mit Anmut sie zu dirigieren -
Taktstock der Natur stellt Großes bar
und bloß im Kleinen dar, Moment erfrieren.
Ein sanftes Licht betont galant die Wärme
jener Finger, deren Krümmung zart
und zwischen stark und fernab aller Lärme
nahezu perfekte Symmetrie
kreiert, derweil der Rest des Armes ward
von feiner Müdigkeit gelegt durch sie.
Die Schönheit dieser Geste ist nicht prall,
sie sticht nicht in die Augen wie der Glanze
vielen Goldes, nein, sie ist wie Schall -
unaufdringlich nimmt sie mich beiseite,
hüllt mich nur mit Aura in Romanze,
deren Worte ich zum Blatte leite.
mit einer schlichten Pose, reich an Worten
voller Poesie, die nur entstand,
um wortreich diesen Zauber zu beschreiben,
schaffst Du, jene Grazie zu horten,
die unmöglich ist, einzuverleiben.
Sekunden huldigend verstreichen Zeiten,
derer man sich niemals recht gewahr
geworden wäre, kämst nicht Du zu leiten,
nur mit Anmut sie zu dirigieren -
Taktstock der Natur stellt Großes bar
und bloß im Kleinen dar, Moment erfrieren.
Ein sanftes Licht betont galant die Wärme
jener Finger, deren Krümmung zart
und zwischen stark und fernab aller Lärme
nahezu perfekte Symmetrie
kreiert, derweil der Rest des Armes ward
von feiner Müdigkeit gelegt durch sie.
Die Schönheit dieser Geste ist nicht prall,
sie sticht nicht in die Augen wie der Glanze
vielen Goldes, nein, sie ist wie Schall -
unaufdringlich nimmt sie mich beiseite,
hüllt mich nur mit Aura in Romanze,
deren Worte ich zum Blatte leite.
Samstag, 8. September 2007
Perspektive
Die Welt dringt durch mein Atmen in mich ein,
durchflutet meiner Lungen ganze Fülle,
veredelt meine Brust zu ihrer Hülle,
macht durch ihre Purheit auch mich rein.
Die Augen werden Fenster jenen Farben,
sie fangen alles Licht der Erde auf,
behalten es, bejubelnd diesen Kauf;
ein niemand muss der Mattheit jemals darben.
Wie Wellen gleiten flüchtig Melodien
zur Ewigkeit verdammt in meine Ohren,
die einst Musik des Seins zum Schatz erkoren,
dann sich erinnernd oft in Klänge fliehen.
Schließlich hebt die laue Brise streichelnd
die feinen Härchen, stimuliert den Sinn.
Und warum durchflutet denkend schließlich bin
ich sicher: Wenn man will, ist Leben schmeichelnd.
durchflutet meiner Lungen ganze Fülle,
veredelt meine Brust zu ihrer Hülle,
macht durch ihre Purheit auch mich rein.
Die Augen werden Fenster jenen Farben,
sie fangen alles Licht der Erde auf,
behalten es, bejubelnd diesen Kauf;
ein niemand muss der Mattheit jemals darben.
Wie Wellen gleiten flüchtig Melodien
zur Ewigkeit verdammt in meine Ohren,
die einst Musik des Seins zum Schatz erkoren,
dann sich erinnernd oft in Klänge fliehen.
Schließlich hebt die laue Brise streichelnd
die feinen Härchen, stimuliert den Sinn.
Und warum durchflutet denkend schließlich bin
ich sicher: Wenn man will, ist Leben schmeichelnd.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Jambus,
Umarmender Reim
Freitag, 7. September 2007
Faltenwerk
Die Zeit grub ihre Furchen in die Haut,
gleich Ringen eines Stammes zeugen sie
von Alter, Leben, von Erfahrung, die
bekennend auf ein Menschenleben schaut.
Die Jahre brennen Falten in's Gesicht,
ein ehrenhafter Spiegel der Idee
die Tage zu bestreiten - Resumée,
das Launen aller Jahre wahr entspricht.
Nur selten irrt das schöne Alterszeichen,
selten nur verändert sich ein Mann
in solchem Maße, dass die Narben bleichen.
Jedoch in manchen raren Fällen wandelt
sich ein Mensch nach Jahren noch und dann
gehört das Werk als reine Kunst behandelt.
gleich Ringen eines Stammes zeugen sie
von Alter, Leben, von Erfahrung, die
bekennend auf ein Menschenleben schaut.
Die Jahre brennen Falten in's Gesicht,
ein ehrenhafter Spiegel der Idee
die Tage zu bestreiten - Resumée,
das Launen aller Jahre wahr entspricht.
Nur selten irrt das schöne Alterszeichen,
selten nur verändert sich ein Mann
in solchem Maße, dass die Narben bleichen.
Jedoch in manchen raren Fällen wandelt
sich ein Mensch nach Jahren noch und dann
gehört das Werk als reine Kunst behandelt.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Jambus,
Sonette
Donnerstag, 6. September 2007
Superheld. Eine Überzeichnung.
Die Welt bedroht von einem Bösewicht:
der Fiesling legt die Stadt in Schutt und Asche!
Skrupel kennt dabei der Böse nicht,
steckt sich seine Beute in die Tasche.
Doch schon kommt der Superheld geflogen,
rettet eine Frau aus tiefem Sturz,
küsst sie und sagt: "Ma'am, ungelogen,
heute Abend Drinks bei mir, nur kurz?"
Lässig hebt er eine Augenbraue
unter dem perfekt frisierten Haar,
kündigt dem Halunken schlimme Haue
an - Ist dieser Mann nicht wunderbar?
Plötzlich hat der Gegner eine Waffe -
Alles keucht beängstigt tief nach Luft,
während der Ganove wie ein Affe
lacht und auf den Helden zielt, der Schuft!
Letzterer jedoch grinst locker lässig,
weicht dem Angriff aus, als wär's ein Spiel,
fliegt zum fiesen Lachen, das gehässig
klingt, zu lachen hat der nicht mehr viel:
Schon ein Schlag reicht aus, der Held ist Sieger
und der Erzfeind wirkt ein wenig fahl.
Zeitungsfotos noch vom Überflieger
und weg ist er - bis zum nächsten Mal.
der Fiesling legt die Stadt in Schutt und Asche!
Skrupel kennt dabei der Böse nicht,
steckt sich seine Beute in die Tasche.
Doch schon kommt der Superheld geflogen,
rettet eine Frau aus tiefem Sturz,
küsst sie und sagt: "Ma'am, ungelogen,
heute Abend Drinks bei mir, nur kurz?"
Lässig hebt er eine Augenbraue
unter dem perfekt frisierten Haar,
kündigt dem Halunken schlimme Haue
an - Ist dieser Mann nicht wunderbar?
Plötzlich hat der Gegner eine Waffe -
Alles keucht beängstigt tief nach Luft,
während der Ganove wie ein Affe
lacht und auf den Helden zielt, der Schuft!
Letzterer jedoch grinst locker lässig,
weicht dem Angriff aus, als wär's ein Spiel,
fliegt zum fiesen Lachen, das gehässig
klingt, zu lachen hat der nicht mehr viel:
Schon ein Schlag reicht aus, der Held ist Sieger
und der Erzfeind wirkt ein wenig fahl.
Zeitungsfotos noch vom Überflieger
und weg ist er - bis zum nächsten Mal.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim,
Trochäus
Mittwoch, 5. September 2007
Ein unerwünschtes Szenario
Meine Schreie bluten im Falsett,
Frieden vergewaltigt mein Gehirn.
Stille schneidet Adern so adrett,
Leben spritzt ein Rot auf feinen Zwirn.
Das Radio im Zimmer nebenan
vertont der Welt den kollektiven Traum.
Es weiß von meinem Scheitern nichts, man kann
fast glauben es sei alles schöner Saum.
Erzürnt empört sich meien ganze Hand,
beginnt zu zittern, stürzt wie ein Komet,
splittert an die vorher weiße Wand,
wo sie, rote Bilder malend, fleht.
Und pünktlich zum Refrain (es geht um Liebe)
fällt die Klinge aus der Hand, die schwach
zu Boden hängt, als ob sie nichts mehr triebe.
Als träumte ich: Ein letztes Mal noch wach.
Frieden vergewaltigt mein Gehirn.
Stille schneidet Adern so adrett,
Leben spritzt ein Rot auf feinen Zwirn.
Das Radio im Zimmer nebenan
vertont der Welt den kollektiven Traum.
Es weiß von meinem Scheitern nichts, man kann
fast glauben es sei alles schöner Saum.
Erzürnt empört sich meien ganze Hand,
beginnt zu zittern, stürzt wie ein Komet,
splittert an die vorher weiße Wand,
wo sie, rote Bilder malend, fleht.
Und pünktlich zum Refrain (es geht um Liebe)
fällt die Klinge aus der Hand, die schwach
zu Boden hängt, als ob sie nichts mehr triebe.
Als träumte ich: Ein letztes Mal noch wach.
etikettiert:
Das tägliche Gedicht,
Gedichte,
Kreuzreim,
Trochäus
Dienstag, 4. September 2007
Der Maler
Ein einfacher Pinsel verkörpert sein Leben,
sein Wesen auf Borsten und Holz reduziert.
Aus Schaffen von Welten besteht nur sein Streben,
als längerer göttlicher Arm produziert
er sein Bildnis der Erde, wie er sie verziert.
Der Schwung wird zum Tanze und bald schon, im Glanze
des kunstvollen Schaffens in ihrer Ästhetik
wird Farbe zu Atem, zu Ader, die ganze
gezeichnete Erde riecht frisch nach Pathetik,
nach Laub und der Schwere der höheren Ethik.
Ein Fiebertraum später erschafft die Nuancen,
die Spreu und den Weizen und trennt sie behänd.
Die Hand rennt von Torso zu Wipfel zu Bronzen,
erheischt die Schattierung und Wirklichkeit nennt
sich und stürzt un die Szene, vor Eifer sie brennt.
Nun ejakulieren die geistigen Güsse
die Abart der Großartigkeit auf das Bild.
Genie wird zu Wahnsinn, sie geben sich Küsse,
das Große bedarf solcher Meister, die wild
gar Welten erschaffen - nur Fades ist mild!
Die Borsten erbitten Distanz zu der Schöpfung,
der Abstand zum Meisterwerk fordert Respekt
und Tribut, auch Giganten erleben die Köpfung,
wenn ihnen ihr Größtes begegnet, befleckt
ward das göttliche Werk durch den Mann, der's erweckt.
sein Wesen auf Borsten und Holz reduziert.
Aus Schaffen von Welten besteht nur sein Streben,
als längerer göttlicher Arm produziert
er sein Bildnis der Erde, wie er sie verziert.
Der Schwung wird zum Tanze und bald schon, im Glanze
des kunstvollen Schaffens in ihrer Ästhetik
wird Farbe zu Atem, zu Ader, die ganze
gezeichnete Erde riecht frisch nach Pathetik,
nach Laub und der Schwere der höheren Ethik.
Ein Fiebertraum später erschafft die Nuancen,
die Spreu und den Weizen und trennt sie behänd.
Die Hand rennt von Torso zu Wipfel zu Bronzen,
erheischt die Schattierung und Wirklichkeit nennt
sich und stürzt un die Szene, vor Eifer sie brennt.
Nun ejakulieren die geistigen Güsse
die Abart der Großartigkeit auf das Bild.
Genie wird zu Wahnsinn, sie geben sich Küsse,
das Große bedarf solcher Meister, die wild
gar Welten erschaffen - nur Fades ist mild!
Die Borsten erbitten Distanz zu der Schöpfung,
der Abstand zum Meisterwerk fordert Respekt
und Tribut, auch Giganten erleben die Köpfung,
wenn ihnen ihr Größtes begegnet, befleckt
ward das göttliche Werk durch den Mann, der's erweckt.
etikettiert:
Daktylus,
Das tägliche Gedicht,
Gedichte
Abonnieren
Posts (Atom)

